SMP LeaderTalks

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00:00:00: In dem Moment, wo wir positive Gefühle um ihrer selbst verfolgen geht der Schuss nach hinten los.

00:00:07: Auch dazu gibt es Forschung von Fredrickson das Menschen die ständig monitoren, ständig beobachten wie gut geht's mir, wie glücklich bin ich bisschen mehr bis hin weniger dass sie letztlich ein geringeres Maß an Wohlbefinden erleben.

00:00:36: Daniela im wunderschönen guten Morgen.

00:00:38: herzlich willkommen zu der aktuellen Ausgabe von SMP Leader Talks.

00:00:42: Vielen Dank lieber Georgie!

00:00:43: Ich freue mich sehr, dass ich bei dir bin

00:00:46: Lieber Daniela, du bist ja in Deutschland zu den absolut prägensten Persönlichkeiten bezog auf die positive Psychologie.

00:00:55: Wenn man sich auf dem Gebiet unterwegs ist stellt man sich irgendwann die Frage, so habe ich die Frage aufgeworfen.

00:01:03: wenn ich jetzt die negativen Gefühle auffasse und betrachte dann kann ich sagen aus der Evolutions geprägten Perspektive ist das Nachvollziehbar, warum wir Angst, Wut und so weiter benötigen.

00:01:18: Wofür sind eigentlich gute Gefühle gut?

00:01:23: Das ist eine gute Frage!

00:01:25: Und da müsste ich ein bisschen ausholen.

00:01:26: für die erste Antwort wenn ich darf, weil das ist

00:01:29: eine

00:01:29: zentrale Frage bei der es um die also immer gestellt wird, wenn's um positive Psychologie geht und um Einordnung dieses wissenschaftlichen Forschungsgebiets.

00:01:39: Also du hast die Begriffe benutzt, negative Gefühle und positive Gefühlen.

00:01:42: Und da geht es schon mal los!

00:01:44: Weil das sind die Psychologenbegriffe, die sehr ungünstig sind.

00:01:48: Weil negative Gefülle sind nicht negativ sondern negative Geföle sind schlicht und ergreifend unangenehm.

00:01:54: Die fühlen sich unangnehm an für uns Angst, Wut, Ärger, Sorge... Das ist aber nicht negativ im Sinne von schlecht, sondern das hat eine ganz wesentliche Funktion.

00:02:03: Du hast ja schon angesprochen evolutionspsychologisch hat das die Funktion, dass unser Überleben sichert.

00:02:10: Weil wir dann schneller und direkter auf potenziell bedrohliche Reize reagieren können.

00:02:16: Das hat uns die Evolution mitgegeben über viele Jahrtausende oder Jahrzehntausende in der Werkseinstellung unseres Gehirns drin.

00:02:24: Die unangenehmen Gefühle wurden in der wissenschaftlichen Psychologie ganz lange vernachlässigt.

00:02:35: Man wusste zwar, Aber die waren irgendwie nicht wert, beforst zu werden.

00:02:39: Weil es so viel Forschungsnotwendigkeit gab über ... psychische Störungen und die begleitenden unangenehmen Gefühle mehr zu verstehen.

00:02:49: Über Angst, über Depressionen, über andere psychische Belastungen.

00:02:53: Und da sind positive Gefühlen wie Freude, wie Dankbarkeit, wie Zufriedenheit, Inspiration, solche Sachen.

00:03:00: Die sind einfach hinten runtergefallen weil die Psychologen an der Uni, also die akademische Psychologie sozusagen gedacht hat naja ist nicht so wichtig.

00:03:09: Das hat sich mit dem Aufkommen der positiven Psychologie grundlegend geändert.

00:03:14: Da wurde ein Forschungsgebiet ins Leben gerufen, später neunziger und hat Forschungserkenntnisse gebündelt die aber schon zehn, fünfzehn Jahre vorher gesammelt wurden.

00:03:25: Das heißt es gab die einen oder anderen Menschen die auf diesem Gebiet geforscht haben Also ungefähr wie bei Asterix, ganz Gallien.

00:03:32: Nein ein Dorf.

00:03:33: es gab eine Forscherin die gesagt hat ich forsche zu positiven Gefühlen auch wenn nicht dafür verlacht werde.

00:03:39: diese Dame Barbara Fredrickson amerikanische Psychologie-Professoring ist die Korriffe für positive Gefühle und sie hat in den frühen zwei Tausenden an die sogenannte Broad and Build Theory veröffentlicht.

00:03:50: Und das ist jetzt die Antwort auf deine Frage wofür sind eigentlich positive gefühle gut?

00:03:55: positivegefühle angenehme Gefühle, die kommen langsamer daher als die Negativen weil die evolutionspsychologisch nicht so wichtig sind.

00:04:03: Nicht überlebenswichtig und deswegen machen unsere diese angenehmen Gefühlen in unserer Psyche eine andere Wirkung.

00:04:12: Sie führen dazu wenn wir regelmäßig positive Gefühler erleben also nicht das große Feuerwerk sondern immer mal wieder Freude zu Friedenheit Dankbarkeit dass unsere Wahrnehmung sich buchstäblich öffnet.

00:04:26: Das ist der Broaden-Teil von Broaden und Build.

00:04:29: Und es konnte Friedrichsen nachweisen, dass diese Öffnung sowohl auf der Wahrnehmungsebene passiert.

00:04:34: wir sehen also mehr.

00:04:35: Wir nehmen mehr wahr was zum Beispiel gutes für Problemlösungen oder Kreativität Was man in sehr vielen Kontext sehr gut brauchen kann als auch auf der psychischen Ebene das wir insgesamt offener werden Für Erfahrungen und das ist prinzipiell gut weil wir dadurch lernbereiter werden und neue Erfahrungen machen und dann können wir uns entwickeln.

00:04:54: Das ist Broaden.

00:04:56: Das knüpft an, an dem Stichpunkt entwickeln.

00:04:59: Wenn wir regelmäßig positive Emotionen erleben dann bauen sich dadurch Ressourcen auf in unserer Psyche und zwar intrapsychische Ressursen wie Resilienz, Widerstandskraft Verhaltensflexibilität soziale Ressurzen.

00:05:13: Wir werden schwingungsfähiger gegenüber anderen Menschen.

00:05:17: das ist auch leicht erklärbar weil wenn es uns gut geht können was leichter auf andere einstellen als wenn wir gerade super gestresst oder super ärgerlich sind.

00:05:25: Und auch körperliche Ressourcen, sprich Immunstärke oder andere körperlichen physiologische Prozesse werden dadurch gestützt.

00:05:34: Da wäre für die Menschen, die diesen Begriff kennen, die Herzfrequenzvariabilität zu nennen ist ein Maß für körperlich und psychische Gesundheit.

00:05:41: Das ist in direkter Korrelation mit der Häufigkeit von positiven Emotionen zu sehen.

00:05:47: Also das heißt Broaden & Build erst mal macht es auf und dann baut es Ressourcen auf.

00:05:52: Und Fredrickson fasst das zusammen mit dem sehr schönen Ausdruck, ich liebe ihn!

00:05:56: Wenn wir regelmäßig positive Gefühle erleben, werden wir better versions of ourselves.

00:06:02: Das heißt, wir wachsen – wir können uns zu der oder dem Entwickling, der wir eigentlich sind.

00:06:06: Und das finde ich eine wunderschöne Art- und Weise Emotionen mit Selbstaktualisierung zu

00:06:11: verknüpfen.".

00:06:13: Lange Antwort auf eine kurze Frage, sorry.

00:06:15: Ich glaube das war zwar eine kurzen Frage aber die war sehr inhaltsvoll weil da auch ein Kern der positive Psychologie mit aufgreift ja vielleicht auch in diesem Kontext weil mir das kurz davor gesprochen mit Eidenschick ausgetauscht hatten weil einer meiner liebens Inhalte war ihr auch dieses Florian Flourishing was bei euch Vordergrund steht, auf einer Seite und so das eigene Potenzial zu infalten im Sinne von die beste Vision meines Selbstes zu werden.

00:06:51: Das was du gerade eben erwähnt hast!

00:06:53: Und in seinem Buch – das Führungssicherungsbuch hat er mich total führunsichert weil er sagte wenn man das zum Selbstzweck macht kann dass auch enorme Nachteile mitbringen weil so eine Art Selbstoptimierung auch zur Selbstablehnung führen kann.

00:07:10: Wo findest du da die Balance zwischen Selbstoptimierung und Selbstablenung?

00:07:15: Ja, also der Kollege hat absolut recht in dem Moment wo wir positive Gefühle um ihre selbst verfolgen geht der Schuss nach hinten los.

00:07:26: Auch dazu gibt es Forschung von Fredrickson, dass Menschen die ständig monitoren, ständig beobachten wie gut geht's mir?

00:07:33: Wie glücklich bin ich?

00:07:34: Bisschen mehr bisschen weniger das die letztlich ein geringeres Maß an Wohlbefinden erleben.

00:07:40: also das meint ist eine.

00:07:43: Wir reden hier ja über positive Gefühle und noch nicht so sehr über Selbstoptimierung.

00:07:49: Das ist das Zauberhafte an der Broad and Build Theory, die jetzt seit inzwischen über zwanzig Jahren solide empirisch bestätigt ist übrigens.

00:07:57: Dass durch dieses Erleben positiver Gefühle wir uns sozusagen implizit weiterentwickeln – nicht explizit im Sinne Selbstoptimierung!

00:08:09: Wir werden ein bisschen offener und größer, es geht etwas besser und so gehen wir Stück für Stück weiter auf diesen Weg zu... der Person, die wir sein können.

00:08:19: Und da sind wir sehr parallel mit dem was Gerald Hüter den Deutschen Eurobiologe als Potenzialentfaltung beschreibt und er wendet sich dann vehement gegen den Begriff Potenzialentwicklung.

00:08:32: Ich habe das selbst in der Keynote erlebt, wie ja also richtig ausser sich war als jemand in der Frage Antwort Session dann von Potenzialentwicklung gesprochen hat.

00:08:40: und Küter hat gesagt Nein!

00:08:41: Das ist es nicht.

00:08:42: Es geht um Entfaltung.

00:08:44: Und das jetzt die Antwort auf deine Frage?

00:08:46: Weil Selbstoptimierung ist Potenziale Entwicklung.

00:08:50: D.h.,

00:08:50: da tun wir was rein, da schrauben wir Da setzen wir uns Ziele, da machen wir bestimmte vielleicht Gewohnheitsaufbau, vielleicht bestimmte strategische Veränderungen in unserem Leben um zu etwas zu kommen was wir sein wollen.

00:09:04: Das ist konträr zu diesem impliziten Effekt den positive Gefühle in sich tragen wo die persönliche Entfaltung nicht Entwicklung entfaltung quasi neben vibe geschieht und deswegen is da keine Selbst ablehnung als Nebenwirkung im am lauert am Rand wie bei der Potenzialentwicklung weil wir uns in einem Tempoentwick entfalten, das uns entspricht.

00:09:30: Also es fühlt sich nicht mehr gut an weißt du?

00:09:32: Die positiven Emotionen sind einerseits das Vehikeln und andererseits der Gradmesser.

00:09:39: Okay aber wenn wir dann in diesem Kontext das zu aufgreifen, dann würden wir sagen die guten Gefühle sind günstig, die sagen ungute Gefühlen sind nicht so günstige obwohl sie eigentlich alle ihre eigene Funktionen erfüllen.

00:09:54: Da bin ich jetzt bei Jordan Peterson, der sagte man muss ja aufpassen in dem Moment wo er beginnt die guten Gefühle zu verfolgen.

00:10:01: Vor allem viele sagen ja Glück ist das must alle Dinge dass man einfach in diesem Leben nicht sehr glücklich wird weil Leben es zum Teil auch Leiden ist.

00:10:11: und die Baseline ist eigentlich Leiden.

00:10:15: und das Leiden kann man nur überwinden wenn man beginnt im sinnhaften Umfeld zu handeln Ja.

00:10:24: Damit ist er sehr stark in der Tradition von Viktor Frantle, der das in anderen Worten schon vor hundert Jahren so gesagt hat und das stimmt aus damaliger Sicht.

00:10:34: Aus Sicht der positiven Psychologie und der empirischen Erkenntnisse die wir jetzt seit dreißigvierzig Jahren gesammelt haben braucht es da noch eine Erweiterung.

00:10:43: also positive Gefühle negative Gefühlen Wir bleiben jetzt mal bei dieser ungünstigen Begrifflichkeit wie wissen dass sind angenehme und unangenehmede gefühle.

00:10:52: Die sind beide Gut, das heißt unsere Psyche wir brauchen beides.

00:10:56: Wir brauchen eine gewisse emotionale Schwingungsfähigkeit.

00:11:00: also wenn ich jetzt vor mir einen Korridor aufziehe einen bestimmten Schwingungsbereich, dann ist es völlig normal, dass ich in diesem Korridor auf und ab oszilliere.

00:11:10: Mal habe ich einen guten Tag, mal habe ich ein schlechteren Tag, hängt davon ab was für Außenreize reinkommen, hengt davon ab wofür Innenreize da sind ob ich gerade krank bin oder gesund, ob ich grad Ärger zu Hause hab oder alles wunderbar leucht.

00:11:23: Hängt davon Ab in welcher Umgebung Ich mich befinde hat ganz ganz viele Gründe das ich eine gestimmte Schwingung breite habe.

00:11:31: Und Es ist jetzt so Menschen vermutlich einen eigenen Bereich haben, der ihnen schon ein Stück weit auch genetisch mitgegeben ist indem sie schwingen.

00:11:43: Also Sie haben keinen Setpoint.

00:11:44: das hatte man früher gedacht dass es einen Setpoint gibt zu dem man immer wieder zurück gehört egal wie gut oder schlecht sein ging.

00:11:50: inzwischen spricht man eher von einem Korridor in dem man Zuhause ist und die unangenehmen Gefühle die gehören dazu ja Es gibt Forschung, die zeigt das Menschen in der Lage sind ihre Gefühle differenziert dazu wahrzunehmen zu benennen.

00:12:08: Dass sie leichter auch sich in der Emotionsregulation tun Das Fachwort dazu heißt Emotionstifferenzierung dass wir also Nuancen von unseren Gefühlen wahrnehmen können Soweit alles in Einklang mit dem was du gerade eben von Petersen benannt hast.

00:12:23: wo ich entschieden dagegen Stimme ist Leiden is der Setpoint.

00:12:30: Das ist schlicht ergreifend nicht der Fall und das können wir empirisch auch so nicht nachweisen, dass das so der Fall war.

00:12:35: Sondern der Korridor ist die Grundlage unseres psychischen Erlebens.

00:12:41: Und deswegen ist es wichtig zu verstehen wie ist eigentlich unsere Psyche?

00:12:46: Welche Werkseinstellung hat unsere Pysche mitgebracht?

00:12:49: Da haben wir vorhin über unangenehme Gefühle geredet und ihren evolutionären Nutzen.

00:12:54: Das kommt ja nicht von ungefähr!

00:12:56: Deswegen haben wir in unserem Gehirn tief in den Tiefen des Mittelherrens verankert, haben wir das sogenannte Negativity Bayes.

00:13:03: Die Verzerrung in der Wahrnehmung, die dazu führt dass wir unangenehme Reize schneller und direkter wahrnehmen als angenehmer.

00:13:10: Und das ist überlebensnotwendig!

00:13:13: Das war früher wichtig damit unsere Vorfahren den Säbelzahn-Tiger schnell genug erkannt haben Und nicht gesagt haben, oh schau mal der schöne Sonnenuntergang wie wunderbar und schwupp kam der Säbelzantiger.

00:13:23: Dann haben sie Irrigene nicht mehr weitergeben können.

00:13:25: das heißt wir stammen Zitat Martin Seligmann von den Vorsichtigen und Ängstlichen ab.

00:13:30: Das ist die Werkseinstellung unseres Gehirns.

00:13:34: Die positiven Gefühle nachdem die ja so sanft reinkommen die können nicht gegen dieses Negativity Bayes ankämpfen.

00:13:42: dazu sind die zu schwach.

00:13:44: mein Bild dafür is auf der einen Seite habe ich Golfbälle negative Reize, da spüre ich wie mich das trifft.

00:13:51: Auf der anderen Seite habe ich Seifenblasen.

00:13:54: Die ganz sanft reinschweben die aber wenn so ein Golfball dadurch rauscht sind sie kaputt und das führt jetzt dazu dass für unsere psychische Gesundheit und auch für unsere Psychische Entfaltung wir diese positiven Gefühle brauchen.

00:14:09: Das heißt wir müssen einen Schonraum aufbauen der dafür sorgt, dass diese Seifenblasenmomente – ich nenne sie gerne so – in den Vordergrund unserer Aufmerksamkeit kommen.

00:14:22: Das haben wir nicht in der Werkseinstellung!

00:14:24: Darin haben wir es negativ dabei ist.

00:14:26: Aber wir brauchen diese Wahrnehmung für kleine positive in jedem einzelnen Moment.

00:14:32: Was ist denn günstiger für die psychische Gesundheit?

00:14:36: zu lernen?

00:14:37: Die negativen Gefühle zu regulieren und oder die positiven Gefühlen wahrzunehmen.

00:14:44: Was ist erfolgsversprechender?

00:14:45: Wir hatten mit Robok bei uns gesprochen, die sprach in diesem Konzept von Mindfucks.

00:14:51: diese Werkseinstellungen, die evolutionär bedingt da sind und eigentlich uns retten wollen aber an sich In heutige Zeit sind sie nicht mehr so relevant Aber die sind in der Werksanstaltung Verborgen.

00:15:04: Und das ist die Frage was es wertvoller fürs gelingende Leben.

00:15:09: Also das Negativity-Buyers würde ich nicht als Mindfuck abtun, sondern das würde ich als eine sehr sinnvolle Facette unserer Werkseinstellung gerne auf den Silberteller legen.

00:15:19: und das kriegen wir auch nicht weg.

00:15:21: Das ist so tief verankert.

00:15:22: also da kann man sich auf dem Kopf stellen, das kriegt man nicht weg, das ist auch gut so.

00:15:26: Es ist weniger die Frage was es sinnvoller positive Gefühle stärken oder unangenehme Gefühlen regulieren.

00:15:32: Die Frage ist in welcher Reihenfolge?

00:15:34: Wir brauchen beides!

00:15:35: Es sind beides zentrale psychische Kompetenzen Und das, was in der positiven Psychologie die grundlegende These ist.

00:15:45: Die eben wie gesagt massivst empirisch unterfüttert ist.

00:15:49: mittlerweile wenn wir uns zuerst auf das fördern des Positiven fokussieren.

00:15:54: Dann haben wir da so viel Rückenwind generiert, Klammer auf Broad and Build das es leichter fällt die Emotionen zu regulieren, die unangenehm sind.

00:16:02: weil diese Ressourcen die bei Broad und Build aufgebaut werden, die betreffen ja auch die eigene Emotionsregulationen Die betreffend zum Beispiel Verhaltensflexibilität, die Betreffen Achtsamkeit, diebetreffen die Fähigkeit Perspektive zu wechseln.

00:16:16: Das sind alles intrapsychische Ressursen die dadurch aufgebaut wird.

00:16:20: Deswegen erst dass eine das positive fördern Und dann kann ich damit leichter das Unangenehme regulieren.

00:16:29: Spannend, rational glaube ich sehr gut verständlich.

00:16:35: in der Regulationsmechanik erfordert das, ich weiß nicht, Disziplin-, Übung-, Bewusstheit?

00:16:43: Nein!

00:16:44: braucht es nicht und das ist das Schöne.

00:16:46: Also da kann ich jetzt aus meiner Erfahrung, ich bin ja Coach und trainiere Coaches und bilde in positiver Psychologie aus.

00:16:53: Aus der Erfahrung von also wirklich Hunderten von Ausbildungsteilnehmenden die im Rahmen der Ausbildung positive Psychologie, das sind so fünfzehn-sechzehnt Tage, also über einen längeren Zeitraum ist man zusammen Die am Anfang der Ausbildung genau das lernen was wir jetzt besprechen Negativity bias, broaden and build.

00:17:12: Was hat das für eine Auswirkung auf mich und was mache ich jetzt damit?

00:17:15: Und dann kriegen diese ganz einfache kleine Interventionen mit.

00:17:19: Mit dem Vorschlag probiere es doch mal aus!

00:17:21: Ich würde dir jetzt mal zwei drei solche Interventionens skizzieren, damit wir sehen dass es hier nicht um Disziplin geht weil mit Disziplinen werden wir ja wieder in der Selbstentwicklung selbst Optimierung selbst Ablehnungsfalle.

00:17:34: Wir wollen ja diese Entfaltung, wir wollen ja Raum schaffen für die Seifenglasendomente Eine der Interventionen, die am bekanntesten vermutlich ist aus dem Bereich der positiven Psychologie.

00:17:46: Die hat verschiedene Namen.

00:17:47: Sie heißt entweder Positiver Tagesrückblick oder Count Your Blessings oder Swiggle Zings.

00:17:53: So gibt unterschiedliche Etiketten dafür und die hat zwei Bestandteile.

00:17:58: Bestandteil Nummer eins ist sich die Frage zu stellen was war denn heute schön?

00:18:03: oder wenn ich das morgens mache, darf man sagen was war im letzten Tag schön.

00:18:08: Ich kann Rückblicken auf die letzten vierundzwanzig Stunden schauen und indem ich mir dann drei Aspekte rausgreife, die ich als Schön erlebt habe sammle ich rückwirkende solche Seifenblasenmomente.

00:18:20: Ja?

00:18:20: Ich hole mir Rückwerken nochmal hier.

00:18:22: Ah ja gestern!

00:18:23: Das war schön.

00:18:23: da hatte ich dieses Gespräch mit meiner Freundin.

00:18:26: Habe ich total gut verstanden gefühlt.

00:18:27: Es war ein richtiger verbundener Moment.

00:18:29: Das war tatsächlich echt schön.

00:18:32: Und das ist die eine Frage, was war heute schön?

00:18:35: Und die reicht aber nicht.

00:18:36: Die zweite Frage, die wir brauchen ist – Was habe ich denn dazu beigetragen, dass ich das mitgekriegt hab, als es schön war?

00:18:43: Wie habe ich dazu beigtragend, dass sich das habe als schön erleben können?

00:18:47: und in einem Beispiel mit dem Gespräch mit der Freundin wäre das.

00:18:51: Ich habe mich ganz auf das Gespräch konzentriert.

00:18:54: Ich war nicht abgelenkt, ich habe kein nebenbei noch an irgendwas anderes gedacht oder E-Mails gecheckt oder sonst was gemacht.

00:19:00: Sondern ich war ganz in diesem Moment des Kontakts präsent – das war mein Beitrag!

00:19:05: Und so kann ich mit dieser Miniintervention zwei Aspekte als Gewohnheit aufbauen nämlich erstens die Wahrnehmung des Positiven und zweitens die Selbstwirksamkeit.

00:19:16: was kann ich dazu tun damit ich das überhaupt mitkriege dass es schön ist?

00:19:21: Und das glaube ich einen großen Unterschied zu klassischem Journalink, weil als sie das gelesen hatte bei dir diese zweite Frage der Selbstwirksamkeit.

00:19:29: Dies glaube entscheidende Unterschied zu einer üblichen Journaling-Praxis.

00:19:35: Ja

00:19:36: und das ist auch kein Dankbarkeits-Tagebuch übrigens, weil wir fragen uns was war heute schön?

00:19:41: Und das sollten wir bitte möglichst jeden Tag machen.

00:19:43: Das kann man auch per Journaling machen, man kann sich ein Büchlein aufs Nachkästchen legen.

00:19:47: Man kann es machen wenn man seinen Kind ins Bett bringt und mit dem Partner beim Abendessen tun.

00:19:52: Man könnte es zu Beginn eines Meetings machen was war den schönen Seiten letzten Mal oder was war gut?

00:19:57: Oder wo hatten wir Erfolge?

00:19:59: Kann man anpassen!

00:20:01: Und dann möglichst jeden tag die Dankbarkeits-Tagebücher die sie ja auch gibt.

00:20:07: Die haben auch ihren Nutzen, aber die sind nicht empfehlenswert für jeden Tag.

00:20:11: Weil wenn ich mich frage, wofür bin ich in meinem Leben dankbar?

00:20:14: Dann wird das heute dasselbe sein wie morgen, wie übermorgen?

00:20:17: Das ändert sich nicht von Tag zu Tag.

00:20:19: Ich bin dankbar für meine Gesundheit Meine Beziehung Den Ort an dem ich lebe Bestimmte Menschen in meinem leben Beispiele.

00:20:26: Das ändet sich nicht vom Tag zu tag Und deswegen ist es risiko Wenn wir zu oft dieses Dankbarkeits-Tagebuch schreiben Dass sich's tatsächlich abnutzt und dass das Gefühl der Dankbarkeit im Sinne der hedonistischen Adaptation, also der Gewöhnung ans Positive sich abnutzt.

00:20:44: Und deswegen die Empfehlungen wo es auch Studien dazu gibt, die in diese Richtung Evidenz liefern.

00:20:50: Dankbarkeit einmal in der Woche.

00:20:53: aber was war heute schön?

00:20:55: Das jeden Tag weil das ist die Gewohnheit die ich aufbauen will.

00:20:59: So und dann hätte ich eine Intervention da brauche ich zwei Minuten dazu abends bevor ich einschlaffe.

00:21:03: Was war schön.

00:21:04: wie habe ich dazu beigetragen?

00:21:05: fertig.

00:21:06: Eine andere Intervention, die extrem auf positive Resonanz stößt und die auch keine Zusatzzeit braucht kommt aus dem Bereich des bewussten Genießens.

00:21:16: Das ist das sogenannte Pleasure Walk oder Genussspaziergang auf Deutsch.

00:21:21: Und wenn ich es egal wo ich hingehe ob ich zur U-Bahn gehe zum Bus zum Einkaufen zu Bäcker völlig egal mein Kind von der Schule ganz egal.

00:21:29: Ich definiere den Weg von A nach B als Genuss Spaziergang Und das heißt, dass ich während dieses Weges den nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklege.

00:21:39: Dass sich versuche möglichst viele positive Eindrücke zusammen und zwar es kann in einer völlig vertrauten Umgebung sein.

00:21:46: Ich kann sagen was finde ich hier schön?

00:21:48: Was finde ich spannend?

00:21:49: Was macht mir hier Freude und sammle positive Eindreücke?

00:21:53: und für den Anfang um das Negativity Bayer so ein bisschen zu beruhigen und auf Urlaub zu schicken ist es gut, dass eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten zu tun.

00:22:04: Weil danach hat mein Kopf umgeschaltet Und dann habe ich jetzt zwei Interventionen.

00:22:08: die kosten mich keine Zeit.

00:22:10: Deswegen brauche ich keine Disziplin Ich muss nur dran denken.

00:22:13: Ja da fängt's ja schon an.

00:22:15: Aber kurz zu diesem Spaziergang.

00:22:19: Du hast hier eine Session beschieben mit einem Klenden, der sehr gestresst war und die erste Intervention war, dass ihr zu eurem Büro gelaufen seid.

00:22:31: Und das bei ihm unglaubliche Wirkung entfaltet hat.

00:22:34: Ist es das was du jetzt vorgeschlagen hast oder war das wiederum etwas anderes?

00:22:38: Nein, das ist die gleiche Intervention und dieses Beispiel habe ich in meinem Coaching Buch als Fallbeispiel für Emotionen beschrieben.

00:22:45: Das ist wirklich was mich bis heute tief beeindruckt Weil dieser Mensch, der war nicht einfach nur gestresst sondern er war wirklich massiv im Burnout bis hin zu depressiven Symptomen und suizidalen Tendenzen.

00:22:59: Also ihm ging es richtig schlecht!

00:23:01: Und ich bin nicht nur Coach, ich bin auch Psychotherapeutin also insofern darf ich damit auch arbeiten.

00:23:06: wenn ich jetzt ein Nur-Coach wäre dann müsste ich das an Psychotherapeuten überweisen.

00:23:11: Und der kam zu mir, das war ein Präsenzkouching.

00:23:14: Er hatte eine Anfahrt von drei, vierhundert Kilometern.

00:23:16: Das heißt wir hatten es für den ganzen Tag verabredet.

00:23:19: Morgens um neununddreißig wollten wir beginnen bei unserem Institut und er kam am Vorabend.

00:23:25: Ich habe ihm dann vorabend, als er mir geschrieben hat ich bin gut da ist alles fein, hab gesagt du pass auf wenn du morgen zu mehr kommst dann mach doch bitte einen Umweg durch den Kurpark in Bad Eibling wo ich arbeite Was du in einer Viertelstunde auf dem Weg bist, bis du zu uns kommst, bis Du zu mir kommst an schönem wahrnehmen kannst.

00:23:45: Habe ihm die Gebrauchsanweisung Pleasurebox, habe ihn dir vorhin kurz erklärt und hab gesagt mach mal und dann red ma drüber wenn du da bist.

00:23:52: Und hab ehrlich gesagt keine großen Erwartungen dran gehabt außer dass es ihm irgendwie gut tut.

00:23:57: Und dann kam der Mann also ich kannte ihn schon vorher ein ehemaliger Teilnehmer.

00:24:00: deswegen so vom persönlichen waren wir uns vertraut und er kam und er hat mich angeschaut und hat gesagt du unglaublich Ich habe das Gefühl, ich habe mich wieder das erste Mal wieder gespürt seit Monaten.

00:24:14: Und er hat dann beschrieben wie es ihm ging in diesen zwanzig Minuten die er da zu Fuß langsam durch den Korpak gegangen ist ohne Telefon einfach nur aufnehmen was er schön fand und Das war wirklich Broaden und Build in Aktion.

00:24:29: Das hat für ihn die Arbeitsfähigkeit sichergestellt, dass wir diesen Tag extrem effektiv nutzen konnten.

00:24:37: Wir haben am Vormittag richtig viel an den Themen gearbeitet.

00:24:41: er hat für sich auch die Stressoren und die Schmerzpunkte beschrieben.

00:24:47: Also so viel zum Thema, es geht hier nicht nur um positive Emotionen.

00:24:51: Und wir haben geschaut welche Möglichkeiten kann's für ihn geben dass er damit leichter besser und ja auch zielführender für sich umgeht woher in Zukunft hin möchte?

00:25:02: Und dann sind wir.

00:25:03: am Nachmittag sind wir rausgefahren haben Walk and Talk gemacht.

00:25:05: hier ich wohne nah an den Bergen haben das noch als Umgebung genutzt und da konnte ich immer wieder diese Wahrnehmung des Positiven einfach durch die Umgebungen mit einfließen lassen.

00:25:14: und am Ende dieses ersten Tages war er gestärkt und geklärt, dass er gesagt hat du den halben Tag den wir uns noch zusätzlich vorgenommen hatten für morgen den brauche ich nicht.

00:25:24: Ich fahre morgen früh ganz entspannt heim.

00:25:26: Wir telefonieren in zwei Wochen.

00:25:27: ich bin zuversichtlich das ich das jetzt hinkriege.

00:25:31: Und ein Zusatz noch.

00:25:33: und dann kam nach ungefähr drei Jahre später kam er dann zu mir in die Ausbildung positive Psychologie, weil ihn das fasziniert hat und hat in der Startrunde erzählt von dieser Erfahrung gesagt, dass hat buchstäblich mein Leben verändert.

00:25:46: Und das fand ich extrem beeindruckend!

00:25:48: Weil darum hatte ich ihn nicht gebeten.

00:25:50: Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass er davon spricht.

00:25:53: Und ich sah es dann war einfach nur total berührt, weil ich mich so gut an diese Erfahrungen erinnere, der mich sehr beeindruckt.

00:26:00: Daniela, das ist ja wird häufig empfohlen in einer Psychotherapie dass die Natur einem gut tut.

00:26:07: Jetzt lädst du das auf oder wertest du das auch indem man da drauf achtet dass man in der Natur nicht nur die Natur wahrnimmt sondern die schönen Seite der Natur die Wust wahr nimmt und einfach für sie selbst klar macht.

00:26:23: Und das ist glaube eine wichtige Unterscheidung.

00:26:27: zu klassischen Spaziergängen.

00:26:30: Also es gibt aus Japan kommen das Konzept des sogenannten Waldbadens.

00:26:34: Das wäre jetzt so eine spezielle Facette davon, dazu braucht man den Wald.

00:26:38: für einen Pleasure Walk brauche ich keinen Wald.

00:26:40: Ich kann ihn nehmen aber ich muss ihn nicht.

00:26:43: Was da psychologisch passiert kommt aus der Umweltpsychologie.

00:26:48: Es gibt eine Theorie die nennt sich Attention Restoration Theory also die Wiederherstellung der Aufmerksamkeit Und das ist spannend, weil das wiederum auf unsere Werks-Einstellung und des Negativitibais zurückzuführen ist.

00:27:00: Heißt wir haben in unserem Gehirn haben wir ja unterschiedliche Abteilungen.

00:27:05: Wir haben ein Mittelhirn, dass er so für Negativity Bias fight and flight und für unmittelbare Reaktionen zuständig ist auch für Emotionen.

00:27:13: Und wir haben das sogenannte Großhirn mit dem wir Denkenplanen Podcasts hören Gespräche führen.

00:27:19: unser Großhirnen.

00:27:22: hat jeden Morgen, wenn wir aufwachen eine bestimmte, sozusagen ein bestimmtes Maß an Energie das es für diesen Tag verwenden kann.

00:27:30: Die kognitiven Ressourcen.

00:27:32: Für das sogenannte exekutive Funktionieren.

00:27:34: also fit genau dieses Planen priorisieren sich zurückhalten Wenn andere reden also diese ganzen Kulturtechniken.

00:27:42: und wenn der Speicher von unseren kognitivem ressourcen sinkt dann merken wir das.

00:27:47: Und manchmal sinkt er massiv, weil wir zum Beispiel in einem Meeting sind wo wir uns die ganze Zeit zurückhalten müssen um nicht raus zu platzen und dann läuft unser Speicher leer.

00:27:56: Ego-Deplition?

00:27:57: Ego Deplition exakt genau!

00:27:59: Das Problem ist übernimmt das Mittelhirn und dann tun wir Dinge die wir am nächsten Tag irgendwie semioptimal finden.

00:28:07: Da kommt jetzt der Attention Restoration Theory rein.

00:28:11: Eine Möglichkeit diese kognitiven Speicher wieder aufzufüllen, der depletion also entgegenzuwirken ist dass wir gut schlafen.

00:28:17: Jetzt ist die Frage was mache ich wenn das nachmittags um zwei ist und mich nicht hinlegen kann weil ich bin in der Arbeit?

00:28:23: Ich kann einen Pleasure Rock dazwischen schalten weil es sich zeigt dass diese Aufmerksamkeit auf schöne Reize in der Umgebung speziell wenn sie mit den Farben blau und grün gekoppelt sind.

00:28:36: Das ist wieder Werkeinstellung.

00:28:38: Blaue Wolken oder blauer Himmel, Wasser, grüne Blätter und Wiesen.

00:28:43: Wenn wir da erlauben unserer Wahrnehmung dass sie quasi per Weitwinkel dieses alles aufnimmt dann kommt dadurch wieder ein bisschen mehr in unser kognitives Ressourcenfass rein so ungefähr wie wenn wir unsere Telefon mal für zehn Minuten an den Strom hängen.

00:28:57: Dann ist es nicht voll geladen aber Es ist wieder ein Bisschen fitter.

00:29:01: Das ist ein Effekt der Pleasure Works, der nicht nur auf positive Emotionen zielt.

00:29:07: Das macht ihr auch noch Freude!

00:29:09: Sondern der uns dabei auch hilft dass wir unsere kognitiven Ressourcen wieder aufladen und dann sind wir sozial verträglicher.

00:29:16: und da sind wir verhaltensflexibler.

00:29:20: weil es zeigt sich zum Beispiel wenn man Meetingsvergleich die morgens um zehn stattfinden oder nachmittags um vier Die Stimmung ist eine andere.

00:29:28: Oder wenn man Richter-Beurteilungen anschaut, morgens um zehn oder morgens halb eins kurz vor... Ungericht

00:29:35: sollten sie nicht sein.

00:29:37: Oder am Nachmittag bericht das in anderen Menschen?

00:29:40: Das ist Kognitiv-Depletion.

00:29:42: Ja absolut!

00:29:43: Also

00:29:44: das heißt geht spazieren Leute.

00:29:46: Bewegung

00:29:47: ja auch noch.

00:29:48: Geh bewusst spazierend, das ist glaube ich ein sehr wichtiger Aspekt.

00:29:52: Dass es wirklich geht da drum, dass du die Umgebung wahrnimmst Und ich stendiere zum Beispiel auch dazu, dass sie dann ein Podcast höre oder Hörbuch höre und einfach selbst von der Umgebung abgelegt wird.

00:30:05: Da geht es nicht um die mechanische Bewegung sondern um die psychologische Wahrnehmung.

00:30:11: Vielleicht nur einen Punkt den mich davor bewegt hat das Thema Dankbarkeit.

00:30:17: Ich habe jetzt der Dankbarkeit ein höheres Gewicht weigemessen wie du, weil du sagst an sich ist man ja eigentlich immer nur für die gleichen Dinge dankbar.

00:30:26: Das haben wir jetzt eine andere Erfahrung gemacht und das ist auch glaube ich die Frage... Wie hoch du deine eigene Selbstsicherungsamtheit einschätzt in diesem Leben?

00:30:36: Ob alles an dir hängt oder es ist doch passiert immer wieder etwas wo du sagest okay da hab' ich keinen Einfluss drauf entwickelt hat, da bin ich dafür auch dankbar.

00:30:51: Absolut!

00:30:51: Also ich wollte nicht sagen dass Dankbarkeit irgendwie ein zweiter Klasse-Gefühl ist es gar nicht.

00:30:56: das ist ein First Class Gefühl auf jeden Fall.

00:30:58: es hat enorme Wirkungen.

00:31:01: was sich vorhin verkürzt dargestellt habe ist dass wenn Menschen in ihrem Dankbarkeits-Tagebuch jeden Abend die Frage beantworten wofür bin ich in meinem Leben dankbar?

00:31:10: Dass die Gefahr besteht dass sie sich wiederholen.

00:31:13: man kann dem entgegen wirken.

00:31:15: eine Übung Die ich dafür anbiete ist auch eine ganz einfache, kostet auch keine Zeit.

00:31:22: Drei, zwei, eins.

00:31:23: So mir der Frage wofür bin ich dankbar in drei Dinge in meinem Leben insgesamt?

00:31:29: Das sind dann so die großen Sachen Beziehung, Gesundheit, Lebensumgebungen und sowas.

00:31:35: Wofür Bin Ich Dankbar Heute?

00:31:37: Zwei Und Woför Bin Ich dankbar Jetzt In Diesem Moment?

00:31:42: Und dann habe ich über dieses drei, zwei, eins unterschiedliche Facetierungen von Dankbarkeit, die ich unmittelbar erleben kann.

00:31:48: Ich stelle die Frage in Kursen – das ist eine der Interventionen, die die Coaches lernen -, wo man in zwei Minuten ein Gefühl aus Dankbarkeits sehr facettenreich aufwächern kann.

00:32:01: und darum geht es!

00:32:02: Es geht um Dankbarkeiten nicht als psychische Turnübung zu verstehen Und zu sagen so, jetzt sei mal schön dankbar.

00:32:08: So wie das Kind an der Theke, dass irgendwie ein Stückchen Käse kriegt.

00:32:12: Jetzt bedanke ich aber auch!

00:32:13: Nein es geht darum einen Gefühl zu haben, so wie du sagst Es ist etwas mir geschenkt worden.

00:32:19: Ich habe etwas bekommen was mich freut und was auch nicht sehr verständlich war und was ich auch nicht selber gemacht hab.

00:32:28: Wir sind ja nicht uns selber dankbar sondern wir sind dem Leben oder anderen Menschen dankbar Und mit diesem Drei-Zwei-Eins Perspektivwechsel kriegen wir da genügend Differenzierung rein, damit die hedonistische Adaptationen nicht reinkickt und uns die Dankbarkeit mechanisch abschilfert quasi.

00:32:49: Da hilft es auch wenn du jetzt zwei drei Minuten fasseten Reichtum der Landbarkeit begreifst.

00:32:56: in dem Moment wo du die Danlbarkeit für spürst kannst du nicht unglücklich sein.

00:32:59: Ja das stimmt!

00:33:01: Du kannst dich nicht ärgern.

00:33:02: Also es ist Kontra, Groll und Ehriger und Unglück.

00:33:06: Genau deswegen ist Dankbarkeit so ein First Class Gefühl weil es die anderen Gefühle vorübergehend auf Sturm stellt.

00:33:31: Das gelingene Leben.

00:33:32: Ich glaube, das spielt auch in der Positivenpsychologie eine relevante Rolle.

00:33:38: Gibt es Elemente des gelingenen Lebens die man als maßgeblich betrachten kann?

00:33:46: Weil ich vermute dass für jeden Menschen das gelingende Leben unterschiedliche Facetten hat.

00:33:51: Gibst du einen gemeinsamen Nenner?

00:33:53: Ja den gibt's und mit dieser Frage begehne ich die Ausbildung in positiver Psychologie.

00:34:00: Das heißt am ersten Vormittag, an unserem ersten Kurstag kriegen die Teilnehmenden das in Form einer Gruppenarbeit als Frage.

00:34:08: Geht zu vier zusammen und beantwortet euch die Frage was ist gelingendes Leben?

00:34:12: Und bitte bringt es auf drei oder vier Big Points, die ihr dann zurückbringt!

00:34:17: Es kommen so drei, vier, fünf Gruppenergebnisse zurück und es ist immer wieder faszinierend zu sehen wie parallel diese Ergebnisse sind.

00:34:26: Also das heißt ja, es gibt unterschiedliches Wording.

00:34:28: Es gibt unterschiedliche vielleicht auch kulturelle Feinabstufungen aber die großen Punkte, die zum gelingenden Leben dazugehören, die sind universell menschlich also da und diese sind mittlerweile ja auch durch Forschung belegt.

00:34:44: Also gelingendes Leben im Sinne von Selbstaktualisierung oder was kann man ja messen?

00:34:49: Was haben Menschen mehr...

00:34:51: Was ist eine Selbst-Aktualisierung?

00:34:52: Den Begriff gern nicht!

00:34:54: Potenzialentfaltung, das Psychologensprech für Potenziale Entfaltung.

00:34:58: Es heißt in einfachen Worten gesagt werde wer du bist nicht werde Werdu sein müsstest sondern werde wer Du bist was in dir angelegt ist selbst Aktualisierung also sich selber zu entfalten und Was dazu gehört ist Also ich greife jetzt mal auf Modelle zurück wie die psychischen Grundbedürfnisse was wir brauchen um gutzuleben Das wäre Verbundenheit Also vertrauensvolle Beziehungen mit einem oder mehreren Menschen, wo wir uns öffnen können und auch persönliche Nähe zulassen können.

00:35:35: Das wäre Kompetenz.

00:35:37: Du hast vorhin von Selbstwerksamkeit gesprochen also das Gefühl meine eigenen Stärken so einsetzen zu können dass was vorwärts geht, dass ich eine Wirkung habe im Gegensatz zur Hilflosigkeit und Gummi wenden die mich immer wieder zurück schwingen lassen.

00:35:53: Und das Dritte wäre die Autonomie, also die Orientierung an den eigenen Werten.

00:35:57: Also Wirksamkeit nicht um der Wirksamkeit will, sondern wirksamkeit wo es mir wichtig ist.

00:36:04: Mir ist jetzt zum Beispiel wichtig dieses Thema sehr präzise zu formulieren weil's mir sehr am Herzen liegt, Autonomien und das versuche ich so zu tun indem ich sie in Worte fasse, die hoffentlich verständlich und anschlussfähig sind.

00:36:17: Mit diesen drei psychischen Grundbedürfnissen können wir gelingen des Lebens schon mal ganz gut greifen.

00:36:22: Also das ist schon mal so die Minimalvoraussetzung.

00:36:24: Verbundenheit, Kompetenzerleben und Autonomie also Sinnerfüllung Werte.

00:36:30: Da gehört aber noch mehr dazu und das ist zu Hause im Konzept des psychischen Wohlbefindens.

00:36:36: Die Autorin Carol Riff habe ich gerade vor kurzem auf der europäischen konferenz positive Psychologie hören können.

00:36:42: Das ist immer wieder faszinierend wenn man dann auch sieht wie diese Forscherinnen mit einer solchen persönlichen Begeisterung an ihrem Thema.

00:36:51: Sie ist kurz davor, die Welt zu umzukrempeln weil sie sagt so geht das nicht es müssen viel mehr Menschen ein gelingendes Leben führen können.

00:36:58: hey Leute lasst uns was dazu beitragen.

00:37:01: und sie bringt noch Aspekte mit rein wie Selbstakzeptanz dass ich mit mir gut Freund bin Sie bringt mit rein Wachstumsentwicklung, dass ich also mir zugestehe.

00:37:12: Dass sich heute eine andere bin als morgen, als übermorgen, als nächstes Jahr.

00:37:16: Also Ich kann heute milde mit mir sein weil ich weiß ich kann lernen und mich weiter entwickeln?

00:37:21: Ich kann nicht!

00:37:22: Ich muss.

00:37:24: Und Sinn und Werte im Sinne von.

00:37:26: wo ist denn die große Richtung in dies für mich geht?

00:37:29: Wo ist mein Leitsterren?

00:37:30: Wo sind meine zentralen Werte und Visionen?

00:37:33: Wenn wir das alles haben dann haben wir das gelingende Leben ziemlich gut eingegrenzt.

00:37:41: Es zeigt sich immer mehr, dass es einen Faktor gibt ohne den gelingendes Leben nicht geht und das sind andere Menschen.

00:37:50: also vertrauensvolle Beziehungen wenigstens eine oder zwei weil wenn die eine Person gerade nicht kann dann habe ich noch ne zweite Person.

00:37:58: Das ist das was ein gelingenes Leben was die Grundlage ausmacht.

00:38:02: Und das ist gerade heute so relevant, wo wir von der Pandemie der Einsamkeit sprechen und in vielen Ländern schon Einsamkeitsbeauftragte installiert werden.

00:38:10: Von Regierungsseiten her weil erkannt wird was für eine fürchterliche... Was für einen großen Schaden Einsamkeiten anrichtet nicht nur individuell sondern auch sozial und damit gesellschaftlich.

00:38:23: also die vertrauensvollen Beziehungen zu anderen Menschen Das ist wirklich der Dreh-und Angelpunkt im gelingenden Leben und das andere drumrum.

00:38:33: Vielleicht ein paar grundsätzliche Fragen dazu.

00:38:37: Jetzt liegt jemand auf dem Sofa, ist chips und schaut Netflix vier Stunden schon so jetzt rein aus der Perspektive des gelingenden Lebens würde ich sagen ungünstig.

00:38:50: ja.

00:38:51: das heißt weder für die Selbstwirksamkeit ist es gut noch für einen Leitstern Grundsätzliche Werte, wo man einen Gefühl hat dafür was richtig und vielleicht nicht so richtig es jetzt individuell betrachtet ist natürlich im unterschiedlich.

00:39:06: Vielleicht hatte er jetzt einfach sich eine Pause gegönnt aber da in den sechsten Monatenfolge würde ich ja sagen ungünstig.

00:39:14: So jetzt versteht ihr das auch der Mensch?

00:39:19: Das desokrativen vielleicht nichts so günstiger ist für sein gelingendes Leben.

00:39:28: Warum?

00:39:30: Oder was ist die Ursache, dass er das im sechsten Monat wiederholt?

00:39:35: wissen, dass eigentlich das nicht sein sollte?

00:39:40: Zweierlei.

00:39:42: Einerseits Gewohnheit.

00:39:44: Unser Gehirn is ganz erpicht auf Gewohnheiten weil unser Gehirnt so viel Energie verbraucht über den Tag.

00:39:52: Kognitiv Diplischen hatten wir vorhin schon Dass es versucht Energie zu sparen wo's nur kann.

00:39:58: Und Gewohnheiten sind ein maximales Energiesparinstrument, verglichen mit Entscheidungen.

00:40:04: Ja wenn ich weiß, ich esse jeden Morgen meinen Porridge zum Frühstück dann mache ich den morgens und fertig!

00:40:09: Wenn ich mich morgens aber hinstellen sage, will ich heute Porridge oder vielleicht Brötchen oder will ich vielleicht einen Apfel?

00:40:14: Oder will ich mir vielleicht einen Gemüsefrühstück machen?

00:40:18: Dann habe ich Entscheidungsdruck.

00:40:19: das verbrauchte Energie.

00:40:20: Deswegen findet unser Gehirn gewohnhalten voll gut Und wenn diese Person im sechsten Monat in Folge ihre Netflix-Gewohnheit gefüttert hat, dann ist sie richtig gut am Start.

00:40:31: Geralt Hüter von dem ich vorhin schon geredet habe der mit der Potenzialentfaltung, der bringt es auf den Punkt Neurobiologen und sagt du kriegst einen Gehirn so wie du's benutzt.

00:40:39: Wenn du deinen Gehirnen zum Fernsehen benutzt Dann kriegste ein Gehirnt mit dem du superfern sehen kannst.

00:40:45: Wenn du dein Gehirn benutzt, um damit Spuren zu lesen als Jäger im Wald dann kriegst du ein Gehirne mit dem du gut Spuren lesen kannst.

00:40:55: So einfach ist das Gewohnheiten und es wäre aber verkürzt gedacht wenn man sagt ja der Typ hat halt schlechte Gewohnheit aufgebaut.

00:41:03: und das ist das Problem vor dem auch die positive Psychologie und generell die Psychologie steht.

00:41:08: wo sind die Ursachen individuell?

00:41:10: Und wo sie strukturell oder gesellschaftlich.

00:41:14: Das heißt, welche Ressourcen stehen dieser Person zur Verfügung?

00:41:18: Was hat sie an Alternativen?

00:41:20: und mit ressourcen meine ich hier ganz konkret physische ressourzen.

00:41:23: also kann diese person des haus verlassen?

00:41:25: ist sie dazu in der lage?

00:41:27: oder können Sie das nicht?

00:41:28: weil eine freunde von mir hat sich den Fuß sehr kompliziert gebrochen die seit zehn wochen mehr oder weniger auf der couch andernagelt weil sie kaum mit ihren krücken drei schritte laufen kann.

00:41:39: Sechs Monate und zehn Wochen sind lang für sie.

00:41:46: Das ist am Rande!

00:41:48: Und die anderen Ressourcen, was gibt es für Alternativen zu dieser Netflix-Couch?

00:41:55: Abschaltautomatismus.

00:41:58: Gibt es Menschen mit denen, die da sind, die sich interessieren?

00:42:02: Gibt das eine Umgebung wo man vor die Tür kann und sagt, da gehe ich gerne raus oder habe ich Angst wenn ich vor der Tür gehe?

00:42:07: gibt es saubere Luft draußen, wo ich raus kann.

00:42:11: Also diese ganzen Umgebungsressourcen, die spielen hier auch eine Rolle.

00:42:16: und letztlich müssen wir das auch betrachten nicht nur als sechs Monate sondern was war vorher in diesem Leben?

00:42:22: Und wo kommt die Psyche her?

00:42:26: also wie viel Rückschläge hat die Person einstecken müssen?

00:42:28: und wenn sie vielleicht vor diesen sechs Monaten eins nach dem anderen kritischen Lebensereignissen eingesammelt hat dann ist es vielleicht einfach verständlich, dass die Psyche sich dann so eine quasi Auszeit erst mal gönnen und sagt ja jetzt geht gerade nicht mehr.

00:42:45: Aber dadurch das eine Gewohnheit wird ist die Frage wie komme ich da wieder raus?

00:42:48: Da brauche ich dann wieder individuelle Ansätze.

00:42:50: Ich möchte mich nur dagegen wenden alles der individuellen Person zuzuschreiben weil viel ist wirklich nicht individuell losbar und die Resilienzforschung geht inzwischen auch diesen Weg, dass Resilience also die Widerstandskraft gegenüber psychische Widrigkeiten nicht mehr nur individuell betrachtet wird sondern gesellschaftlich.

00:43:11: Wir sprechen inzwischen von systemischer Resiliencia.

00:43:14: wie gut kann ein Team einen Unternehmen eine Gesellschaft dem Gegenwind standhalten oder solchen Einschneiden Lebensereignissen standhalten?

00:43:23: Und das ist wichtig, dass wir das in der Psychologie vor lauter Individualismus nicht aus den Augen verlieren.

00:43:29: Gleichzeitig ist das auch sehr gefährlich, weil wir die Menschen in eine Opferhaltung hineintreiben können und deren Selbstwirksamkeit und Autonomie klingen indem sie denen den Ausweg bieten.

00:43:41: Und wenn jetzt Lybomysky, die zitierst du hier auch wie sagt es empfinden des Glücks ja genetisch sehr stark geprägt bei den Unterschieden zwischen den Personen das Umfeld gar nicht so prägend ist, sondern macht ja vielleicht zehn, fünfzehn Prozent aus.

00:44:00: Ja wobei von dieser Studie die sehr weit zitiert wurde weil es schon griffig ist, der sogenannte Tortenteagramm fürs Glücks hat sich glaube mir vor etwa fünf Jahren öffentlich distanziert, weil sie sagt ja das haben wir schon ein bisschen vereinfacht dargestellt.

00:44:14: Also das mit dem Genetischen, das bezieht sich daraus was ich darauf was ich vorher mit dem Schwingungskorridor beschritten habe.

00:44:21: Da sind genetische Unterschiede.

00:44:23: es gibt Menschen die haben ein höheres Maß an positiven Emotionen in ihrem Grundzustand als andere.

00:44:28: da sind wir unterschiedlich durch.

00:44:30: unser genetisches Roulette hat zu tun mit extraversion introversion hat zu tun mit persönlichen Erfahrungen Mit Lebensbedingungen mit Ressourcen

00:44:38: Offenheit Neurin

00:44:41: Ja genau, neurodiversität.

00:44:44: Massive Unterschiede und das ist der Teil den sie als genetisch einordnet.

00:44:49: Wir haben unterschiedliche Körper, unterschiedliche Gehirne deswegen geht es uns unterschiedlich.

00:44:54: aber... die persönlichen, das was ich selber tue also Selbstwirksamkeit und Autonomie.

00:45:00: Das hat einen sehr großen Einfluss.

00:45:02: ob man den jetzt quantifiziert und sagt es sind zwanzig von hundert Prozent des Seils mal dahingestellt weil da geht's ja auch um Unterschiede zwischen Menschen.

00:45:09: wenn Ich Jetzt Was Ändere in meinem Leben zum Beispiel Von der Couch Aufstehe Und dass Netflix Abo Kündige das Kann Einen unterschied von Hundert prozent In Meinem Glücksgefühl Machen kann Muss Nicht Ja, also Lubomirski's Tortenbeogramm wurde sehr oft missverstanden als ach so wenn du eine Intervention machst wirst du ca.

00:45:29: zwanzig Prozent glücklicher weil das ist ja das aktive Verhalten aber so ist es eben nicht.

00:45:35: Das erklärt die... Empfindungsunterschiede zwischen zwei Menschen.

00:45:40: Ja, genau!

00:45:41: Das erklärt nicht wie sich das Glück zusammensetzt und das wird auch häufig missverstanden dass man sagt okay fünftig Prozent meines Glücks ist durch geprägt.

00:45:52: nein das sind immer die Unterschiede zwischen den Menschen.

00:45:55: die werden zufünftig prozent erklärt

00:45:58: Sondern zwischen hundert.

00:45:59: Also die Varianz, zwischen hundert Menschen.

00:46:01: und um diese Unterschiede geht es aber das ist relativ abstrakt und das interessiert unsere Person, der auf der Couch sitzt, sitzt eher weniger.

00:46:09: Die Person, die auf der Coach sitzt will eher wissen was kann ich tun?

00:46:13: Und wie kriege ich die Kraft dafür dass ich's tue?

00:46:15: So ist da... und dass es viel ermutigend wird zu wissen, dass der Schritt bei mir liegt Und nicht bei der institutionelle Resilienz.

00:46:24: Deswegen bin ich da immer sehr vorsichtig, weil man kann mit allem in eine oder die andere Richtung übertreiben und ich bin eher für die Schattierungen als für schwarz- oder weiß.

00:46:34: Ja das sind wir uns vollständig einig!

00:46:37: Ich finde die gesell-, oder die systemische Resilience deshalb so wichtig, weil ich arbeite auch im Unternehmenskontext wo ich Menschen unterschiedlicher Hierarchiestufen quasi resilient oder fit machen soll Und manches geht nicht.

00:46:53: Also für manche Thematiken kann man mit Coaching nichts erreichen, ich hatte kürzlich erst so ein Fall im Coaching hohe Ebene, Führungsebene wenn oben drüber jemand sitzt der offensichtlich nicht in der Lage ist seinen Verhalten so zu regulieren dass es konstruktiv sich in einem Team einbringt sondern wo alle immer nur mit quasi Kettenhemd reingehen damit sie sicher sind für dieses Meeting.

00:47:18: Da kann ich individuell die Person nur bedingt coachen, weil an diesen Dynamiken kann ich individuell nicht angreifen.

00:47:25: Ja da kannst du nur die selbe Regulation... Das

00:47:27: wäre das emische Resilienz.

00:47:28: wie kann die Organisation sicherstellen dass auch in der Top-Top Position noch bestimmte, sagen wir mal Feedback Fähigkeiten und Regulationsmechanismen vorhanden sind?

00:47:41: Weil da hört es oft auf ja je höher man kommt in der Hierarchie Leiter umso weniger Feedback.

00:47:46: Möglichkeiten gibt es überhaupt noch und dann entwickeln sich die Menschen an den Spitzen halt auch zu unterschiedlichen, sagen wir mal Persönlichkeiten.

00:47:54: Kommen wir zurück ans Thema Gewohnheiten.

00:47:56: ich glaube das ist ja der beste Weg eine Veränderung zu institutionalisieren in eigenem Leben Die gewohnheiten Zu verändern damit man neue Gewohnheit hat nicht mehr Netflix schauen sondern Genussspaziergänge zu machen.

00:48:13: also Du hast jetzt ein paar Mal das Wort Disziplin.

00:48:18: Jetzt würde ich sagen, negativ gefärbt ist vielleicht übertrieben aber mit Vorsicht angemandt.

00:48:26: Das hatte ich bis jetzt in der Form noch nie angetroffen und ich bin auch eine andere Meinung was gut ist.

00:48:33: Aber kannst du es ausführen damit ich das besser verstehe?

00:48:36: Ja

00:48:36: kann nicht Darf ich bisschen ausholen?

00:48:39: Daniela Raum gehört dir.

00:48:43: Also, Disziplin per se ist eine gute Sache.

00:48:46: Ich würde sie nicht als Disziplin benennen weil das ist preußisch gefärbt sondern ich würde sagen Durchhaltevermögen aus Dauer Verlässlichkeit.

00:48:53: Das ist die Charakterstärke der dahinter liegt.

00:48:55: Charaktersterk ist ein Begriff aus der positiven Psychologie des Stärkmodell.

00:48:59: und wenn wir sagen Verläslichkeit im Sinn von Ich verlasse mich drauf dass ich das umsetze und andere können sich auch darauf verlassen dann kriegt Disziplingen eine andere Färbung um die emotionale Färbung bei der Disziplin, weil für viele Menschen in unserem Kulturkreis Disziplinen direkt gekoppelt ist mit Anstrengung sich selber nicht regulieren sondern stark in eine bestimmte Form pressen und mit dem sogenannten inneren Schweinehund.

00:49:31: Den kennen ja viele!

00:49:33: Ich war wieder zu faul ich habe wieder nicht geschafft und dann bin ich in der Selbstabwertung.

00:49:39: Ich bin seit thirty-fünf Jahren Coach und Trainerin, und erlebe seit thirty fünf Jahren wie sich Menschen mit der Disziplin hart tun.

00:49:46: Nicht weil sie nicht wollen sondern weil Sie erleben dass sie nicht können und sich dann dafür abwerten.

00:49:53: Die Sache mit dem Schweinehund war eine schöne Anekdote die ist jetzt so irgendwie so zwanzig Jahre alt.

00:49:58: aber inzwischen ist es sinnvoller in einer anderen Art und Weise darüber nachzudenken und da möchte ich jetzt kurz ausholen Und zwar Daniel Karnemann.

00:50:07: Langsames Denken, Schnelles Denken.

00:50:09: Das ist vielen Menschen inzwischen ein Begriff.

00:50:11: Karnemann ist einer der ganz wenigen Psychologen die einen Nobelpreis bekommen haben für Verhaltensökonomie nicht für Psychologie aber er kriegt quasi einen absoluten Ritterschlag und er konnte nachweisen wie wir Entscheidungen treffen.

00:50:25: unter anderem.

00:50:26: das wird ihn nicht rational treffen sondern dass da unsere Emotionen oder unserer sogenannte Intulsion eine große Rolle spielt.

00:50:32: Daraus hat Karneman abgeleitet.

00:50:34: unser Gehirn denkt in zwei Weisen Es gibt ein schnelles Denken, ein intuitives automatisches Denken das auf bestimmte Reizmuster anspricht.

00:50:44: Und es gibt ein langsames Denken dass kulturell entwickelt wird, das gelernt wird, dass Kinder auch erst mal erwerben müssen und das Ressourcen braucht.

00:50:54: und da gehört die Kognitivdipläischen rein.

00:50:57: Jetzt wenn wir sagen, ha!

00:50:58: Ich möchte eine Gewohnheit aufbauen und ich werde ab jetzt jeden Morgen dreißig Minuten meditieren.

00:51:03: Ich werde nur noch Karotten essen mittags und ich würde abends dann auch ein Stunde Workup machen.

00:51:08: das ist eine voll gute Gewohntheit die ich aufbohren will.

00:51:11: Sacksystem zwei ja mach du mal diese Gewohnheid.

00:51:15: in dem Moment wo wir aber durch unseren Tag gehen und unser kognitives Energiefass leer wird hat unser Großhirn, unser System II nicht mehr genügend Kraft um das durchzuboxen.

00:51:28: Weil wir haben es noch nicht etabliert und es ist keine Gewohnheit, es gibt Zeitbedrängnisse, es ist vielleicht das Wetter schlefft habe ich keine Lust rauszugehen, irgend sowas ja?

00:51:37: Und dann übernimmt System I unser schnelles Denken... ...und dann landen wir eben nicht mit unseren Karottenssticks beim Mittagessen sondern haben auf einmal fettige Finger weil wir uns im Corressorbeinbäcker reingezogen haben und wir wissen überhaupt nicht wie dieses Corressors eigentlich in uns reinkam.

00:51:51: Ich wollte durch Karotten essen.

00:51:54: Und dieses System eins und zwei, das gut zu verstehen – das war für mich ein absoluter Leuchtturmmoment im Verstehen warum sich Menschen so schwer tun mit Gewohnheitsaufbau.

00:52:07: Also eine Möglichkeit um Gewohnheiten aufzubauen ist sie möglichst klein zu machen So unauffällig reinzufädeln.

00:52:13: Ja jeden Morgen einen achtsamen Atemzug Das kann ich hinkriegen.

00:52:16: Dann lege ich die Latte nämlich so niedrig, dass sich leicht drüber steigen kann.

00:52:20: Er ist unten drunter durch.

00:52:21: Top!

00:52:22: Da bin ich auf dem Weg zum Gewohnheitsaufbau.

00:52:24: Aber die meisten von uns setzen sich ja Ziele... Die sind ja nicht ein Achtsamathemzug sondern das sind große Ziele.

00:52:31: und da scheitern wir dann daran, dass unser System eins da noch nicht an Bord ist.

00:52:37: Und wie kommt jetzt unser System Eins an Borg?

00:52:39: Indem wir bestimmte Reizmuster mit reinholen, die in unserer Werkeinstellung angelegt sind die ich sehr gerne verwende, die auf Jonathan Hyde zurückgeht.

00:52:50: Einen Forscher der positiven Psychologie von Elefant und Reiter.

00:52:54: Und der Reiter ist unser System zwei, unser Großherrn.

00:52:57: Der kann richtig viel!

00:52:59: Das ist voll gut dass wir den haben.

00:53:01: Der Elefante das ist unser system eins.

00:53:04: Das ist unsere intuitive nicht präverbale und nicht so rationale Seite.

00:53:11: Und das wurde früher als innerer Schweinehund abqualifiziert und das ist schade Weil es ist nicht so, dass wir ein Reiter sind und da gibt's halt auch noch so einen Elefanten sondern wir sind beides.

00:53:23: Und für die Gewohnheitsbildung brauchen wir eine gute Kooperation, ein gutes Team aus Elefant & Reiter weil wenn du dir so einen indischen Elefante vorstellst auf dem so ein Marut drauf sitzt dann ist klar der kann sich auf den Kopf stellen da oben.

00:53:36: wenn der Elefants nicht will dann will er nicht!

00:53:38: Und das ist Problem mit Disziplin.

00:53:40: Wenn die Disziplinen nur von oben ausgeht vom Reiter dann kann die nicht funktionieren, dann wird sie mühsam und dann kann der Reiter da oben sagen ich bin ein schlechter Reiter weil ich krieg's nicht hin.

00:53:52: Und dann sind wir in der Selbstabwertung und das führt noch weniger irgendwo hin.

00:53:56: was wir aber brauchen ist wir brauchen einen System eins einen Elefanten der Lust hat darauf und deswegen wende ich mich gegen das Wort Disziplin.

00:54:05: Ich würde es gerne ersetzen durch Freude auch mit Verlässlichkeit.

00:54:10: Freude und Verlässlichkeit im Aufbau der neuen Gewohnheit.

00:54:16: Bei Junsten Heidt hat hier noch ein drittes Element Ergänz, dass es der Weg auf dem Elefant läuft und das ist hilfreich.

00:54:25: systemisch die Gewohnheiten zu unterstützen zum Beispiel beim Schokolade macht, dass man jetzt nicht komplett auf Schokoladen verzichtet sondern auch Nüsse in Schokolad vielleicht zugreift und nur die kauft.

00:54:38: dadurch wird's auch einfacher.

00:54:40: Ich bin ja jetzt nicht überzeugt.

00:54:43: Das Modell kenne ich, weil das auch in der Change-Methodik sehr gut eingesetzt wird und kann indem der Reiter tendenziell eher auf verstandorientierte Botschaften, dass er Transparenzfakten und Elefante auf emotionale Botschaft reagiert.

00:55:02: Mitgeteilt bekommt, wenn er jetzt nicht mit dem Rauchen aufhört hat ihn an drei Monaten ungefähr das Ende.

00:55:08: Dann wird der Elefant sich auch bewegen weil ja Elefants ja nicht blöd ist im Automatismus Modus unterwegs.

00:55:15: aber da ist die Frage wie gut man das greifen kann.

00:55:19: ich glaube noch nie dass man mit Freude die großen Veränderungen einfach so vornehmen kann.

00:55:23: Nicht einfach

00:55:24: so?

00:55:25: Ja ich wollte nur kurz...

00:55:27: Aber man kann sie mit Freuden vornehmen.

00:55:30: Das vornehmend schon, deswegen sind Neujahresvorsätze ja sehr unglaublich freudig aufgeschrieben.

00:55:35: Und ich glaube, es ist, glaube ich, am XX.

00:55:38: Januar sind zweiundachtzig Prozent davon hinfällig, weil der Elefant einfach deutlich stärker ist als das was man sich vorgenommen hat beim Reiter.

00:55:51: und deswegen war... für mich die Frage.

00:55:54: Ich habe ja mit Reinholl Messner gesprochen und das war für mich auch eine sehr spannende Botschaft von ihm, der sagte, die Erfolgsunterschiede sind auf die Leidensfähigkeit zurückzuführen.

00:56:04: Das glaube ich, dass er das sagt.

00:56:08: Und ich glaube am Anfang sind sehr viele Dinge, die man nicht gerne macht werden dann mit Freude empfunden weil man gut da drin ist die man vielleicht nur mit Disziplinen durchstehen kann oder mit Conchangesness quasi, mit gewissen Haftigkeit.

00:56:27: Da bin ich bei dir!

00:56:29: Also das ist ein Modell?

00:56:30: Das funktioniert sicher.

00:56:32: Das andere Modell ist... ...die Ziele nicht so groß zu machen sondern die Ziele klein zu machen also im Sinn der Tiny Habits oder Atomic Habits James Clear da anzufangen weil dann nämlich System eins merkt hey das macht Freude.

00:56:48: Und dann brauche ich nicht die Disziplin, sondern kriege ich übers Tun über den Weg und über den Fortschritt die Freude dabei.

00:56:55: Also nimm eine Bergtour!

00:56:57: Eine Bergtür mit, weiß ich nicht, thirteenhundert Höhenmetern richtig anstrengend?

00:57:01: Du läufst fünf Stunden da hoch oder je nachdem wie das Terrain ist und wie deine Fitness ist vielleicht auch nur drei... ...und es is echt anstreggend!

00:57:09: Und unten wenn du anfängst, wenn du die ersten hundert-zweihundert Höhemeter gemacht hast und dein Körper so in Schwung gekommen isses dann Disziplin dass du hoch willst zum Gipfel und weißt, du wirst es tun.

00:57:20: Oder ist es Freude und Vorfreude?

00:57:24: Dass du dahin möchtest... Dass du da hinmöchtest, ist Freude- und Vorfräude.

00:57:29: Wenn du dann aber drei Tausend Vierhundert Höhenmeter überschritten hast Du sagst jetzt ich schaffe heute nicht.

00:57:36: Ja das ist einfach Heute ist nicht mein Tag.

00:57:40: Da stellt sich die Frage Ist er denn die Freude, die dich weiter treibt oder deine Disziplin?

00:57:46: oder hoffentlich gar nichts, sondern hoffentlich gibt es dann erst mal einen Ausruhen in der Hütte und am nächsten Tag geht's dann weiter.

00:57:52: Weil gegen die eigenen

00:57:53: Grenzen, ich sage ich kann nicht mehr dazu gehen.

00:57:56: das ist einfach unsinnig.

00:57:57: Aber die Frage ist, wenn wir von posttraumatischem Wachstum sprechen.

00:58:01: Wo sind die Grenzen?

00:58:02: Und überschreitet man die Grenze oder nicht?

00:58:04: Bevor

00:58:05: sich bewahren gerade

00:58:06: an Gewohnern auch ein, aber

00:58:08: posttraumanischen Wachsamt ist eigentlich völlig andere Hausnummer.

00:58:10: Da können wir auch darüber reden, aber es war was anderes!

00:58:12: Ich weiß, da kommen wir noch dazu weil mich das auch sehr interessiert.

00:58:16: Mir ging's nur wirklich darum dass manchmal man die Grenzen nicht erkennt, weil der Elefant oder das System einsagt, das reicht.

00:58:24: Und wie erkennst du wirklich, wo deine echte Grenze ist?

00:58:27: Das ist wie beim Joggen.

00:58:29: Wenn du jetzt nie gewohnt bist zu joggen dann bist du ziemlich schnell fertig obwohl dein Körper eigentlich bei sechzig Prozent seine Ressourcen sind.

00:58:39: Da ist ja eine Vorannahme drin das es besser ist die Grenzen weiter zu verschieben.

00:58:45: Die Frage

00:58:47: gehört dann erst mal begründet nicht alle Menschen teilen diese Vorannahmen dieses höher schneller weiter was ja auch in bestimmten Gesellschaftssystemen zu Hause ist, das ist eine Möglichkeit aufgelingendes Leben zu schauen.

00:59:01: Und wir sehen viele, viele Beispiele auch in unserem Kulturkreis – da müssen gar nicht so indigene Nationen gehen die anderes Verständnis haben als höher schneller weiter – auch in unseren Kulturkreisen sehen wir die Frage muss es denn immer mehr sein?

00:59:14: oder ist Downsizing vielleicht auch ne gute Sache?

00:59:20: rettet den Planeten und rettete vielleicht auch die psychische Gesundheit.

00:59:24: Also der These schließe ich mich nicht unreflektiert an, dass es besser ist, die Grenze immer weiter zu verschieben.

00:59:32: Ja, das ist verständlich!

00:59:33: Für die Entmütigung aus psychologischer Sicht ist es sogar sinnvoll, immer ein bisschen weniger zu machen als du glaubst du kannst weil dann deine Motivation frisch bleibt.

00:59:43: Das heißt wenn du glaubest du kannst sechzig Minuten joggen da mach bitte fünfzig.

00:59:48: Wenn ich glaube, ich kann zehn Minuten joggen dann mache ich acht.

00:59:52: Ja?

00:59:53: Weil dann bleibt die Motivation frisch und System eins wird sagen oh schade schon vorbei.

00:59:57: ja dann machen wir morgen weiter.

00:59:59: da freue ich mich drauf.

01:00:00: Und das ist das Gegenstück zu Disziplin.

01:00:02: Da kommen die positiven Emotionen rein wenn was mit dieser Haltung machen.

01:00:06: Okay jetzt aus der Perspektive der Fitness ist es ja glaube günstig die Muskeln zu strapazieren und nicht die Entspannt zu bewegen.

01:00:17: Ja, sonst gibt's... In der

01:00:20: Fitness brauchen wir den Wechsel.

01:00:21: soweit.

01:00:21: Ich weiß aber das ist nicht mein Fachgebiet da bin ich nur User!

01:00:27: Das ist einfach super spannend dass wieder unterschiedliche Perspektiven auf etwas haben können und ich kann deine Perspektive sehr gut nachvollziehen.

01:00:35: Ich weiss nun nicht wie einfach das tatsächlich den Menschen gelegentlich ohne Überwindung Zurechtzukommen.

01:00:49: Ich kann mich noch erinnern, dass Jens Kossen der Mieser stark beeinflusst hat und der sagte, Gluck ist eine Überwindungsprämie.

01:00:58: Und grativen finde ich mich nicht zurecht in deine Argumentation wo die Überwindung nicht so stark ausgeprägt sein sollte.

01:01:07: Deswegen vielleicht kannst du meine Schwingungen auffassen.

01:01:11: Ich bin anders sozialisiert in der psychologischen Ausprägung.

01:01:15: Ich kenne das, ich bin auch so sozialisiert und deshalb war es für mich eine solche Erkenntnis-Erweiterung als ich die Perspektive der positiven Psychologie wirklich verstanden habe.

01:01:27: Und Verstanden habe was Fredrickson meint wenn sie sagt Wenn wir regelmäßig positive Gefühle erleben werden wir bessere Versionen unserer selbst.

01:01:35: also ich kenne diese Haltung.

01:01:36: ich hab Sie lange Jahre selber prokorgiert.

01:01:40: Seit, ich würde sagen seit fünfzehn Jahren ungefähr vermittle ich das was ich auch hier jetzt versuche in einfache Worte zu fassen und mein Gradmesser für die Sinnhaftigkeit von der Argumentation liegt darin.

01:01:55: Was kriege ich für Resonanz?

01:02:01: Was kriege ich für Resonanz im Trainingskontext?

01:02:04: Wie nehmen Menschen das auf, dann gibt es solche Diskussionen wie wir hier jetzt haben.

01:02:08: So ja, wie passt das zusammen, wie kann ich's einfügen?

01:02:11: und das finde ich das Spannendste.

01:02:14: Also welche Resonanzen gibt es wenn die Menschen, die es von mir gelernt haben, es dann bei sich in ihrem Kontext anwenden und dann wieder zurückkommen und sagen du ich habe gelernt erstens zweitens drittens Und wenn das funktioniert dass jemand der erst skeptisch war und sagt ja jetzt probiere ich mal In meinem Führungsumfeld, Coaching-Umfeld.

01:02:32: Und kommt zurück und sagt du ja stimmt da ist echt was dran wenn damit mehr Freude statt mit mehr Disziplin gearbeitet wird dann bringt es irgendwie allen mehr.

01:02:41: Ja

01:02:42: ich finde das andere ist falsch.

01:02:45: Ich sage nur dass André kann manchmal ziemlich mühsam sein.

01:02:50: Keine würde dir widersprechen, wenn wir sagen das würde ich gerne mit mehr Freude machen und nicht mehr Disziplin.

01:02:58: Das wäre ja selbstmort, sowohl gefühlstechnisch wie auch argumentativ.

01:03:06: Ich habe jetzt nur die Frage aufgeworfen, wann die Freude plötzlich nicht da ist weil es eine Überwindung kostet, wenn man die freudige Beife vielleicht hast du ein Rezept oder eine Fehlung?

01:03:18: Habe ich.

01:03:19: Also wenn die Freude im Moment aktuell nicht da ist, es gibt ja noch zwei andere Zeitperspektiven aus denen ich die Freuda abholen kann nämlich die Vergangenheit und die Zukunft.

01:03:28: also Freude jetzt im Sinne von genießen.

01:03:30: Ich kann aktuell genießen ihm hier und jetzt Wenn ich gerade ein schluckkühles Wasser trinke weil's hier recht heiß ist.

01:03:35: bei mir dann fühlt sich das im moment aktuell gut an.

01:03:39: Wenn ich jetzt aber dazu keine Möglichkeit habe, weil angenehmerndes Glas ist leer dann kann Ich mir vorstellen wie ich es trinken würde oder ich kann mich dann erinnern Wie ich's beim letzten mal getrunken habe.

01:03:49: das ist jetzt mit dem glaswasser vielleicht ein bisschen plattes beispiel.

01:03:52: Aber nehmen wir wieder die bergtour wenn ich auf einer strecke bin.

01:03:55: Ich war neulich auf der bergter.

01:03:56: ich finde fast verzweifelt Weil dieses mittelstück war so steil und mitten durch den wald.

01:04:00: es gab keine aussicht.

01:04:01: Es war einfach nur mühsam Und ich hab mich nur damit sagen wir mal an der Leine gehalten, dass ich mir gedacht habe da oben gibt's dann Aussicht und möglicherweise auch noch eine Hütte und ein Kaiserschmarrn.

01:04:17: Das war meine Vorfreude!

01:04:19: Und ich hätte es aus der Vergangenheit abholen können im Sinn von hey du weißt doch es gibt so Phasen in einer Bergtour das wird auch wieder besser.

01:04:26: beim letzten Mal war es ja auch so.

01:04:27: erinnert dich mal wie es beim letzten mal am Gipfel war?

01:04:30: Dann hab' ich von dem hier und jetzt wo es gerade mühsam ist gibts ja oft kann ich ihn die Zukunft denken und mich vorfreuen, kann in die Vergangenheit denken und mich nachfreuen.

01:04:40: Und das Coole ist.

01:04:41: unsere Psyche erlebt Gefühle immer in

01:04:43: Echtzeit.".

01:04:45: Das heißt der Psycher ist es egal ob ich mir das aus der Zukunft vergangen hat oder jetzt abhole, das Gefühl ist immer da?

01:04:51: Also das wäre meine Antwort!

01:04:53: Ich finde es eine coole Antwort und ich glaube, dass wir jetzt vielen Menschen helfen.

01:04:56: Und ich freue mich das wir jetzt zwei Wege zum Gipfel haben und zum Kaiserschwan.

01:05:02: Eine wird mit Disziplin sich durchkämpfen und sich freuen und der andere wird so mit Vorfreude oder Nachfreude da nach oben ankommen und ich hoffe, dass beide gut an kommen und beide ein gelingendes Leben führen!

01:05:15: Und vielleicht was mir bei dir auch als Intervention super gefallen hat?

01:05:19: Das ist Genuss!

01:05:21: Weil du sagst ihr Genuss ist auch eine Fähigkeit.

01:05:23: Das hatte ich auch in der Form noch nie geschört, kannst du das auch aufgreifen?

01:05:26: Ja, jetzt muss man lernen!

01:05:28: Also unser Gehirn kann sehr gut Bedrohungen wahrnehmen.

01:05:32: Unser Gehirnt hat nicht so ein schönes Wahrnehmen.

01:05:35: D. h., diese Fähigkeiten zu entwickeln, dass wir die kleinen Momente wahrnehmen, die im Moment gerade schön sind... Die Seifenblasenmomente, das ist tatsächlich eine Fährigkeit, die wir lernen können.

01:05:51: Und wie lernen wir die?

01:05:52: Da sind wir wieder bei der Gewohnheitsbildung.

01:05:54: Und da sind wir wederbei, legt die Latte so niedrig, dass es leichter ist rüberzusteigen als unten drunter durch.

01:06:01: Also finde heute Abend drei Dinge, die heut schön waren – das kriege ich hin!

01:06:06: Wenn mir Coaches dann in der nächsten Sitzung sagen, ich habe aber nichts gefunden und es gibt nichts Schönes in meinem Leben derzeit passiert….

01:06:15: Dann kriegen sie als nächstes die Frage mit «Finde drei Dinge ,die weniger schlimm waren».

01:06:20: oder weniger schlecht.

01:06:22: Dann machen wir es von der anderen Seite, es geht um Emotionsdifferenzierung und damit mit diesem Wahrnehmen und Benennen von Gefühlen kann der Reiter verstehen was der Elefant erlebt.

01:06:33: System zwei kann in Sprache fassen was System eins erlebt Und das ist die Grundlage für die Fähigkeit zu genießen auf einer Grundebene.

01:06:45: und zusätzlich brauchen wir dann die innere Erlaubnis dazu geniessen zu dürfen.

01:06:51: Und das ist wahrscheinlich eine der Hauptwirkfaktoren dieses, für diesen Effekt den ich in den Ausbildungen immer wahrnehme.

01:06:58: Dass zwischen Block eins und zwei sich für die Menschen so unheimlich viel verändert.

01:07:02: Die kommen im zweiten Block an und sagen Ich habe das Gefühl mein Leben hat sich verändert!

01:07:06: Ich schau ganz anders in mein Leben weil im Zuge der Ausbildung sie über vier Tage Belege dafür kriegen dass es okay ist zu genießen dass positive Gefühle wertvoll sind, broaden und built.

01:07:20: Dass dadurch Beziehungen tiefer werden und tragfähiger, dass dadurch Beziehungen belastbarer werden und Menschen resilienter.

01:07:27: Und dadurch kommt eine Erlaubnis ins System – es darf mir gut gehen!

01:07:33: Damit bin ich nicht selbstzüchtig oder sonst wie irgendwie charakterlich mangelhaft sondern das ist die Grundlage, dass ich wirksam bin und auch anderen für andere gut wirksam sein

01:07:42: kann.".

01:07:43: Und das ist beim Genießen die zweite große Geschichte.

01:07:46: Wie kann ich mir erlauben diesen Moment auch wirklich zu geniessen, wenn er denn da ist?

01:07:51: Als erstes wahrnehmen.

01:07:52: Das Zweite ist der Erlaubnis.

01:07:55: Ja sehr schön!

01:07:57: Daniela, ich meine, wenn man jetzt sich mit der Positivpsychologie beschäftigt, dann könnte jetzt unglaublich viele weitere Themen aufgreifen.

01:08:05: ja von Eudolomänias posttraumatisches Wachstumsignatur stärken Keine archädenistische Adaptation, das hast du ja auch viel erwähnt.

01:08:13: Was würdest du sagen?

01:08:15: Es gibt noch einen weiteren Kern an den wir unbedingt jetzt in diesem Gespräch erwähnen oder besprechen sollten – was die am Herzen liegt!

01:08:24: Also wir haben jetzt sehr viele über Emotionen gesprochen, über Wahrnehmung und Aufmerksamkeit auch, über Elefant und Reiter, über Kognitivdipläischen... Die logische zweite Säule, weil wir mehr werden wenn nicht Zeit haben heute, wären tatsächlich stärken.

01:08:41: Also dass positive Emotionen in den Insleben holen sich zu erlauben und zu genießen das ist die Grundlage dafür, dass eine Psyche wieder einen größeren Schwingungskorridor kriegt und sozusagen Raum zum Atmen.

01:08:57: Das andere was Menschen brauchen über das Grundbedürfnis der Kompetenz auch abge sichert, ist ein Erleben von Wirksamkeit.

01:09:05: Dass ich mich in meiner Welt einbringe und nicht nur ein Beifahrer bin sondern einen Fahrer.

01:09:12: Dass Ich etwas bewirken kann dadurch wie ich mich verhalte oder wie ich auch Nichtverhalte.

01:09:19: Und da wären wir beim Forschungsgebiet der Stärken.

01:09:22: du hast gerade eben Signaturstärken angesprochen.

01:09:25: Stärkern kann man ja ganz unterschiedlich einordnen.

01:09:28: Man kann sagen okay stärken sind einfach Kompetenzen sind skills.

01:09:32: Ich kann einen Zusammenhang beschreiben, das ist ein Skill.

01:09:36: Das konnte ich mit fünf Jahren vielleicht noch nicht.

01:09:38: Jetzt kann nichts!

01:09:39: Oder ich kann schreiben – das konnte ich auch mit drei Jahren noch nicht und jetzt kann nichts.

01:09:43: Das wären Skills also Kulturtechniken.

01:09:46: Dann gibt es Kompetenzen im Sinn von Laufen, Rennen können, Kochen können, Ordnung halten können.

01:09:56: Das sind Kompetenz.

01:09:58: Das sind alles keine Stärken im Sinne der Stärkens der positiven Psychologie, weil die positive Psychologie den Begriff der Charakterstärke da wörtlich nimmt und sagt was hast du für Stärke in dir, die du wichtig und wertvoll findest?

01:10:14: Welche Stäriken helfen dir dabei ein gutes Leben zu führen.

01:10:17: Und da kommen wir dann auf Stärkes wie Dankbarkeit, Freundlichkeit, Neugier, Vergebungsbereitschaft Ausdauer, da wäre sie wieder die Ausdauern.

01:10:28: Weisheit.

01:10:30: Solche universell positiven Qualitäten, die übrigens auch weltweit universell sind – es gibt derzeit vierundzwanzig solcher Charakterstärken in der positiven Psychologie.

01:10:43: und diese Charakter stärken sie nicht nur etwas was mir hilft ein Verhalten umzusetzen sondern das trägt auch einen Wert in sich.

01:10:52: Freundlichkeit mache ich nicht nur damit halt irgendwie jemand freundlich war, sondern Freundlichkeit setze sich ein weil ich es will.

01:10:59: Weil's mir wichtig ist.

01:11:01: Weil mir wichtig is dieser Person gegenüber so mich zu verhalten.

01:11:06: und wenn Menschen sich ihrer Stärken bewusst sind dann ist eine zweite große Säule da auf der ein gelinge des Leben stehen kann.

01:11:15: Weil wir in unserer Kultur leider viel mehr lernen auf unsere Schwächen zu fokussieren, weil aus Fehlern lernt man gute alte Grundlage unserer Kultur.

01:11:26: Wir sind nicht gelernt, nicht geübten unsere Stärken zu kennen weil meine Oma hätte gesagt ja lobe dich halt nicht selber.

01:11:35: Ja da sind wir schnell in der Selbsterhöhung das sind wir Schnell indem ich will mich ja nicht irgendwie hervorstellen Aber das Stärken-Bewusstsein, das ist deswegen so relevant.

01:11:45: Weil die stärken erstens positive Gefühle machen wenn wir sie einsetzen können dann haben wir die Verbindung von beiden Säulen.

01:11:51: und zweitens an das finde ich so so wichtig.

01:11:55: es gibt ein paar Stärkungen so eine Handvoll die sogenannten Signaturstärken.

01:11:59: Das sind die die sind so stark in mir verankert dass sich die quasi immer einsetze egal in welchem Lebensbereich egal wie.

01:12:05: die gehören einfach zu mir Und diese stärken gehen unter Stress zuletzt weg.

01:12:11: Das heißt, die tragen mich bis zuletzt und die kommen auch wenn es wieder ein bisschen leichter wird.

01:12:17: als erstes wieder.

01:12:19: Und wenn ich diese Signatur stärken kenne dann kann ich damit ganz konkret mir helfen auch schwierige Lebenssituationen zu navigieren.

01:12:27: Und das finde ich für das Stärkkonzept eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt, die man da abholen kann.

01:12:33: Sehr untermutigend!

01:12:35: Man muss sich nur damit beschäftigen... ...und jetzt die Stärken als Ressourcen betrachten und nicht als Überhöhung eigenes selbst.

01:12:45: Ich kann dir, wenn du magst, ein kurzes Beispiel dazu geben... Sehr gerne!

01:12:49: Es gibt ja diesen Stärkentestin, es gibt sehr kostenfrei.

01:12:52: Den kann man machen via Institute of Character.

01:12:54: Gibt's in den USA eine Website wo man anonym sein Stärkenprofil, vierundzwanzig stärken von eins bis vierund zwanzig dann ausgespielt kriegt?

01:13:02: Und wenn man das macht, dann passiert es manchmal, dass ein Platz einzelne Stärke ist, wo man sagt Was haben das mit mir zu tun?

01:13:08: Das ist ja total komisch.

01:13:09: Habe ich oft schon in den Kursen erlebt und als ich diesen Test zum ersten Mal gemacht habe, ging es mir ganz genau so.

01:13:15: Bei mir kam seinerzeit, als ich im Studium der Positiven Psychologie diesen Test gemacht hab, kam an Platz eins Kreativität raus.

01:13:23: Als ich da in der Uni saß, habe mich zu meiner Studienfreundin Hilda gedreht aufs Erkilder dieser Tests des Blödsinn.

01:13:28: Ja, wieso denn?

01:13:29: Ja wegen Kreativität.

01:13:31: Weil weißt du ich habe früher mit mit siebzehn-achzehn hab' ich Gedichte geschrieben und Malerei und Musik und was weiß ich was ich alles gemacht hab', mache ich ja nicht mehr!

01:13:41: Ich arbeite halt einfach, ich habe schon ewig keinen Pinseln mir angerührt, ich hab mein Klavier verstaubte.

01:13:47: dann hat die Hilda mich angegrenzt gesagt und schau doch mal wie du hier mitschreibst Es war Präsenzvorlesung und hat auf meine Notizen gedeutet.

01:13:56: Und ich habe die Angewohnheit, so mitzuschreiben wie ich in Flügtrad gestalten würde.

01:14:00: Also so visual facilitatingmäßig, also mit Bildchen und Zusammenhängen oder... Oder saß sich das ja gleich im Moment?

01:14:07: Achso!

01:14:08: Kreativität kann auch muss gar nicht künstlerisch sein sondern kann auch sein einfach Dinge anders zu machen andere Zusammenhänge zusammenzudenken.

01:14:16: Dann ist es mir die Glühbirne aufgegangen weil Als ich in diesem Studium das erste Wochenende saß, war mir klar.

01:14:23: Ich möchte das als Ausbildungen nach Deutschland und in den deutschsprachigen Raum holen weil es kann nicht sein dass das nur im Masterstudium in England oder Amerika unterrichtet wird.

01:14:32: dieses Wissen muss in die Welt Und Kreativität heißt deshalb für mich andere oder Dinge anders zusammen setzen denken neue Zusammenhänge also Metaphern finden meine Seifenblasen und Golfbälle sowas Und das war für mich ein absoluter Erkenntnissmoment.

01:14:52: Wenn ich jetzt Phasen habe, in denen mir der Wind ins Gesicht bläst und es wirklich schwer ist... In dem Moment wo wir wieder Ideen kommen merke ich, ah!

01:15:02: Jetzt war der Turning Point da.

01:15:05: Und dieses, es kommen immer noch Ideen bis zum Letzten.

01:15:09: Wenn alles andere mich schon verlassen hat aber diese Stärke bleibt und das kann sehr viel Zuversicht geben wenn man so seine eigenen Signatur stärken kennt.

01:15:18: Sehr schön!

01:15:19: Ich glaube dass ist jetzt sehr greifbar geworden Daniel und das eine sehr gute Brücke zu Signaturfragen die ich gerne mag.

01:15:31: Eine Frage, die vielleicht ein paar Sekunden Zeit braucht.

01:15:35: Wenn du dir vorstellst, dass du einen Buch des Lebens schreibst.

01:15:39: Kapitel für Kapitel!

01:15:41: Wie würdest du dein Buch des Lebes bietiteln?

01:15:53: Der Obertitel wäre glaube ich wirklich Werde wer du bist und der Untertitel der müsste dann Ehrungen, Wirrungen, Abzweigungen usw.

01:16:03: noch beinhalten.

01:16:04: aber Obertitl Werde Wer Du Bist.

01:16:06: damit würde ich mich wohlfühlen

01:16:08: Sehr schön.

01:16:09: Vielleicht eine Verständnisfrage zu Thema Entfaltung versus Entwicklung, weil ich habe bis jetzt mit dem Begriff Entwicklung in der deutschen Sprache eigentlich nur sehr gute Erfahrungen gemacht aus der Perspektive der Zusammensetzung.

01:16:24: Du willst ja entwickeln, dass du nimmst etwas und entwickelst.

01:16:29: Keine andere Bedeutung, weil du entfaltest eigentlich genau das Gleiche.

01:16:35: Warum hat der Hüter so einen starken Unterschied gemacht?

01:16:39: Weil bei der Entwicklung gerade in unserem Kulturkreis sehr stark dieses Höhe schneller weiter mitschwingt.

01:16:46: und Barbara Fredwixon die bringt es auf ein ganz anderen metaphorischen Zusammenhang, die sagt Blumen blühen nicht schneller wenn du sie anschreist also im Sinn von Flourishing.

01:16:58: Oder es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das Gras wächst nicht schneller wenn du dran ziehst.

01:17:03: Das geht alle in die gleiche Richtung.

01:17:04: entfalten heißt nehmen wir flourishing als Metaphal eine Knospe entfaltet sich.

01:17:10: ich muss sie nicht aufziehen sondern die kann von selber sich öffnen.

01:17:16: dass ist die Entfaltung und so hat hüter beschrieben Und da is eine organische Tendenz drin, wo man nicht in der Außenwirkung braucht, damit diese Blüte aufgeht.

01:17:31: Sondern wenn die Umgebungsbedingungen gut genug sind – die Nährstoffe da, Lichtluftsäune und so weiter -, dann wird diese Blöde aufgehen.

01:17:38: Und das ist Entfaltung!

01:17:44: Da werde ich die Frage von Agency im klassischen Sinne.

01:17:49: Ich bin da immer... Wie kriegst du

01:17:51: ein?

01:17:51: Agency kriegste rein, indem du die umgebungsbedingungen bereitstellst.

01:17:55: Okay….

01:17:56: Ich bin ja immer super vorsichtssch… Super vorsichtig mit dem Thema, wo man nur vom System abhängig ist.

01:18:04: Wenn alles da ist dann...

01:18:06: Das

01:18:06: ist wichtig!

01:18:07: Daniel du meintest auch nicht so wie ich das aufgefasst habe aber ich hab jetzt einfach bin da unglaublich sensibilisiert auf dieses Thema zwischen eigene Verantwortung für die eigene Entfaltung Und Erwartung, dass das System endlich für mich die Verantwortung übernimmt.

01:18:26: Das war die Botschaft.

01:18:27: Ja, das

01:18:27: verstehe ich.

01:18:28: und einen Satz dazu?

01:18:31: Ich bin sehr stark zu Hause im Menschenbild der humanistischen Psychologie also dem was ein Frankel-Rodgers Maslow usw.

01:18:40: vorgelegt haben Sinnvollste Art und Weise ist, über menschliche Veränderungen nachzudenken.

01:18:48: Also als Psychologe ist man gut beraten mit dem humanistischen Menschenbild Und im Menschenbild der humanistische Psychologie gibt es diese Selbstaktualisierungstendenz Als ganz zentrale Prämisse.

01:19:01: also Werde wer du bist ist etwas was mein Menschen nicht beibringen muss.

01:19:05: Sondern das ist eine Tendenz die in jedem gesunden Menschen drin Und wenn die Umgebungsbedingungen es erlauben, wird der Mensch Wege finden um das zu realisieren.

01:19:17: Das ist dann die Selbstaktualisierung.

01:19:19: Aber es braucht beides!

01:19:20: Es braucht sowohl intern diese Tendenz mit der kommen wir auf die Welt.

01:19:24: Davon geht die humanistische Psychologie aus im Gegensatz zum Behaviorismus zb und es braucht aber auch gute Außenbedingung.

01:19:31: Weil wenn meine Rose im Dunkeln wächst, wenn ich da ein Papkarton über den Rosenstrauch stecke, dann wird die Rose nicht blühen.

01:19:38: Da wird die rose eingehen Und das ist auch ein Fakt.

01:19:41: Wir brauchen beides, wir sind im Spannungsfeld zwischen Agency und systemischen Einflussgebung.

01:19:47: Ja absolut bin ich bei dir.

01:19:50: Dann haben die das auch geklärt war mir wichtig.

01:19:53: Super!

01:19:54: Daniela noch eine Frage gibt es einen Buch dass dich in deinem Leben unglaublich beeinflusst oder geprägt hat?

01:20:01: Da gibts viele ja also so Lebensabschnittsweise Das, was mich in letzter Zeit sehr geprägt hat.

01:20:09: Das ist fachliches Buch das man aber gut auch einfach so lesen kann.

01:20:13: Das über das sogenannte psychisch reiche Leben.

01:20:18: Das gibt es leider noch nicht auf Deutsch.

01:20:19: Auf Englisch heißt es live-in three dimensions.

01:20:23: Da geht's darum dass bisher Glück so beschrieben wurde als Wohlfühlglück Es geht mir einfach gut Und Werteglück.

01:20:31: Ich weiß für welchen Sinn ich mich einsetze, also Hedonia und Judimonia.

01:20:37: Das allein reicht aber nicht um Wohlbefinden oder Glück abzubilden.

01:20:40: Es gibt eine dritte Art auf Glück zu schauen.

01:20:43: die beschreibt der Autor als psychologically rich life Also ein Leben wo ganz oft Abbiegungen drin waren Wo auch zwischendurch Verzweiflung Schwierigkeiten und Sinnlosigkeit da war wo er beim Nachhinein Weisheit daraus entsteht.

01:21:00: Und das ist was, was mit mir sehr in Rosinlands geht.

01:21:04: Wenn ich auf mein Leben schaue, dass es nicht immer entweder nur schön oder nur sinnvoll.

01:21:09: Es gibt auch Phasen, lange Phasend wo etwas Drittes da war und mit diesem psychisch reichen Leben damit fühle ich mich sehr gut abgeholt dabei.

01:21:17: also das fasziniert mich.

01:21:19: Kann ich nachvollziehen?

01:21:24: Fünfzehn Jahren, als ich meinen Vater in seiner Krebserkrankung begleitet habe hat mich ein Buch sehr berührt.

01:21:31: Tiziano Terzani ist ein Korrespondent von der Zeit, der selber an Krebs erkrankt ist und mit seinem Sohn zusammen diese letzte Reise beschrieben hat.

01:21:43: Und das Buch hat den Titel Deine Ende ist mein Anfang.

01:21:47: Das ist ein Buch, das finde ich nach wie vor sehr lesenswert für die Frage was bedeutet es eigentlich auch angesichts eines Lebensendes trotzdem in Würde sich zu verabschieden.

01:21:58: Und ich habe also persönliche Anmerkung dazu, wir haben ja viel über Flourishing geredet und wer de wer du bist?

01:22:06: Ich hab begriffen was Flourashing heißt als ich meinen Vater in seinen letzten Monaten begleitet habe weil ich bei ihm Flouraching erlebt habe obwohl er wusste dass sein Leben jetzt sehr schnell zur Ende geht und das hat mein Verständnis davon was positive Psychologie ist unwahrscheinlich geprägt und auf ein sehr solides Fundament gestellt.

01:22:26: Und deshalb springe ich jedem ins Gesicht, der es gleich setzt mit positiven Denken oder geschweige denn mit Toxic Positivity – weil darum geht's nicht!

01:22:34: Es geht drum zu werden wer man ist?

01:22:37: Mit allem Respekt, mit aller Demut.

01:22:40: Absolut, deswegen kann mich gar nicht mehr diese Irrglauben mit positivem ... Despektiv wird auf alles im Leben.

01:22:50: Gibt es auch einen Ratsschlag, den du als besten Ratschlag deines Lebens bezeichnen würdest?

01:22:54: Ja!

01:22:57: Den habe ich tatsächlich von Fredrickson gehört in einer der ersten Keynotes die ich von ihr gehört habe.

01:23:02: das war so... ...Zw.

01:23:02: Jahrzehnte, müsste das gewesen sein.

01:23:05: Da hat sie im Rahmen ihres Vortrags dann so nebenbei gesagt also Ich treffe meine Entscheidungen danach welche Auswirkung dass er auf meine positiven Gefühle hat Und ich saß da im Auditorium und dachte, was?

01:23:19: Also ich treffe meine Entscheidungen nach rationalen Kriterien.

01:23:22: Wie sinnvoll das Ganze ist!

01:23:24: Ich habe ja noch nie gehört dass man seine Entscheidungen so trifft was es mit angenehmen Gefühlen zu tun hat.

01:23:28: Und hab dann angefangen mich mit diesem Satz auseinanderzusetzen also vielmehr mit der Perspektive auseinandersetzen.

01:23:36: Was bedeutet es wenn ich mir erlaube dass es mir gut gehen darf Auch angesichts von Schwierigkeiten mit denen ich mich auseinandersetze, auch angesichts vom Leid in der Welt.

01:23:46: Aber was kann ich für eine Veränderung bewirken?

01:23:51: Wenn ich dafür sorge dass ist das sich ein gewisses Maus an Wohlbefinden erleben darf und das hat für mich in meinem Leben sehr viel verändert.

01:24:00: also da war durchaus Luft nach oben und inzwischen Kann nicht tatsächlich sagen dass mir viel von den Interventionen der positiven Psychologie wirklich zur Natur geworden sind.

01:24:12: Und das tut meiner Psyche, die durchaus auch affin ist für Depressionen und ähnliche Entwicklungen – das tut meine Psyches sehr gut!

01:24:20: Das schreibst du noch immer noch?

01:24:23: Ja ich schreibe immer noch.

01:24:24: Jeden Abend?

01:24:25: Ich schreiber immer noch!

01:24:26: Tagesrückblick meinst

01:24:29: Du?!

01:24:29: Ach so, denn Tagesrücktblick meinste.

01:24:30: Nee den schreib ich nicht mehr, den denke ich.

01:24:33: Den denke ich und da frage ich meine Partnerinnen danach und Menschen sonst, die mir am Herzen liegen Und das muss nicht abends oder morgens sein, sondern es ist einfach zwischendurch.

01:24:43: Was waren heute dein Lieblingsmoment?

01:24:44: Wäre so eine Frage.

01:24:46: Sehr schön!

01:24:48: Daniela, wir sind bei der letzten Frage und ich würde gerne kurz unsere Diskussion mit aufgreifen – Mit dem Berg- und Kaiserschwaden.

01:24:54: Ja.

01:24:55: Wir haben ja zwei Wege, zwei Möglichkeiten besprochen den Weg zu beschalten.

01:25:00: Einmal das Thema Vorfreude nach Freude freude und dann die Selbstüberwindung.

01:25:06: Und

01:25:06: jetzt

01:25:07: gibt mir noch einen dritten potenziell wie ich sie quere, mehr.

01:25:10: Aber jetzt der dritte Demäher als Einfeld das Thema Sinnhaftigkeit.

01:25:14: wenn man jetzt gesagt hat es gibt ein Spendenmarathon Wenn ich da oben ankomme werden Kinder davon richtig profitieren weil sie sechshunderttausend Dollar bekommen.

01:25:28: so dafür lohnt es sich zu kämpfen und nach oben zu kommen.

01:25:34: was wäre das sind des Lebens für dich?

01:25:39: Also da würde ich Franklich zitieren, der Sinn des Lebens besteht im verantwortlichen Handeln in jedem kleinen Moment.

01:25:50: Der Sinn in meinem Leben besteht darin, in fast jeden Moment die Richtung einzuschlagen wo ich mich auch in einem Vierteljahr noch darüber freue dass ich sie eingeschlagen habe Also schon auch mit Milde dafür, dass es zwischendurch mal Umwege und Abzweigungen gibt.

01:26:11: Deswegen infast jede Moment weil sonst immer wieder bei höher schneller weiter.

01:26:15: aber Sinn des Lebens entsteht im tun.

01:26:18: das ist etwas was ich von Frankl sehr sehr deutlich gelernt habe.

01:26:23: Ich hab ihn übrigens selber persönlich noch erleben dürfen.

01:26:25: Echt?

01:26:25: Ja ich habe ihn tatsächlich noch gesehen kurz vor seinem Tod In den

01:26:30: USA oder in Österreich?

01:26:32: Nein,

01:26:32: in Hamburg beim Weltkongress Psychotherapie.

01:26:35: Da war er der Kinotspeaker.

01:26:37: Es war sehr, sehr beeindruckend.

01:26:39: Das müsste in nineteenhunderts sechsundneunzig ungefähr gewesen sein.

01:26:45: Also in den kleinen Momenten des täglichen Lebens sich so zu verhalten, dass bestimmte Werte damit... für wirklich werden.

01:26:52: Und Frankl sagt, es gibt entweder die schöpferischen Werte, dass ich was gestalte oder es gibt die erlebenswerte, das ich etwas genieße.

01:27:00: Ja?

01:27:00: Da sind wir beim Genießen!

01:27:02: Oder es gibt eine Einstellungswerte da sich mit einer bestimmten Haltung auf mein Leben schaue und dann auf diesen steilen Bergweg und sag, da verlohnt sich's.

01:27:09: Das ist...das gibt einem Lebenssinn.

01:27:11: Also besser kann man es nicht sagen.

01:27:13: Sehr sehr schön.

01:27:14: Ich bedanke mich herzlich für ein Gespräch.

01:27:16: Wir haben ja fast neunzig Minuten gesprochen.

01:27:18: Da hat sie ganz so angefühlt.

01:27:20: Und so soll es sein und ich bin mir sicher, dass viele Leute wirklich wertvolle Impulse mitgenommen haben.

01:27:28: Ich hab's auch!

01:27:29: Und ich danke dir herzlich für diesen Austausch.

01:27:32: Ich dank dir für diese offene und ehrliche und direkte Resonanz und die unglaublich angenehme Gesprächsführung.

01:27:41: Also was für eine schöne neunzig Minuten

01:27:46: Sequenz?