SMP LeaderTalks

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00:00:00: Sucht ist etwas, was wiederholt und immer wieder stärker als unsere guten Vorsätze.

00:00:05: Das heißt wir nehmen uns vor, etwas nicht zu tun – und wir tun es dann doch wieder!

00:00:09: Und wenn man sich dieser Definition anschließend mag, dann glaube ich kann man schon ja auch zustimmen in der Behauptung dass unser Konsum oft etwas suchteierliches

00:00:21: hat.

00:00:44: Hallo Herr Michaelow, ich freue mich da zu sein.

00:00:47: Es ist mir auch Freude ihr Buch gelesen zu haben und auch eine sehr spannende Perspektive auf das Säulen aktuelles Thema wie Konsum mit ihnen besprechen zu können und ich fand ein Zitat dass sie von Dalai Lama übernommen hatten so kongenial nämlich Menschen wurden es schaffen um geliebt zu werden.

00:01:09: Dinge wurde in der Schaffung benutzt zu werden.

00:01:12: dass Dinge geliebt und Menschen benutzt werden, ist der Grund dafür das sich die Welt in Chaos befindet.

00:01:20: Das bescheigt eigentlich die gesamte Idee ihres Buches so auf ein Zitat runtergebrochen oder?

00:01:27: Ja, das muss man vielleicht trotzdem ein bisschen erklären.

00:01:29: also worauf es auch welche auf welcher Menschen sich das bezieht und ob welche Dinger... Also dieses Buch heißt Konsum.

00:01:34: Es geht natürlich um Konsumgüter, es geht um Dinge, die wir aus Lust kaufen Freude machen, nicht Dinge die wir dringend notwendig brauchen.

00:01:46: Und die Menschen, die da in dem Fall jetzt auf gemeins sind, sind unter anderem die Menschen die diese Dinge herstellen müssen und die sich eben oft am anderen Ende der Welt befinden und diese Dinge unter oft unmenschlichen Bedingungen herstellen.

00:02:06: Natürlich ist es nicht so dass immer bewusst sind, diese Entscheidung zu treffen also gegen die Menschen und für die Dinge.

00:02:14: Aber dass... ...die Informationen das die Dinge, die wir kaufen unter so furchtbaren Bedingungen hergestellt werden uns nicht davon abhält sie zu kaufen sagt er trotzdem etwas über unsere Prioritäten.

00:02:31: Ja nachvollziehbar deswegen.

00:02:33: es war ja eine kritische Auseinandersetzung auch mit dem Thema Globalisierung glaube ich.

00:02:37: Das war die Überschrift für diese Entmenschlichung der Arbeitskraft, die dem Konsum dient um möglichst billig in einem Führungszeichen unsere Bedürfnisse oder unser Wollen nicht mal Bedürfeneste zu befriedigen.

00:02:52: Und ich würde gerne zum Beispiel eine vielleicht leicht provokante Frage stellen Sie sind ja selbst ein Teil des Systems das diesen Konsum ein bisschen ankurbelt.

00:03:05: jetzt um einfache zu bleiben Haben Sie manchmal eine Art kognitive Dissonanz zwischen dem, was sie tun und was sie eigentlich im Inneren erleben?

00:03:16: Absolut.

00:03:17: Also ich meine natürlich versuche... oder es ist mein Job und ich versuch's nicht nur, aber auch ich tue es auch.

00:03:24: Ich helfe Unternehmen dabei, Dinge herzustellen die sich dann gut verkaufen und nutze meinen Wissen über Konsum um auch Konsumen insofern anzukurbeln.

00:03:37: Das ist Teil meines Jobs.

00:03:40: Ich habe und ich unterstütze auch Unternehmen dabei, die jetzt mit mir vielleicht nicht in allen Punkten auf einer Linie sind.

00:03:51: Es gibt Paulil dazu meine private Meinung wo?

00:03:56: die hab' ich in dem Buch geäußert und ich habe in der Buch auch Namen genannt von Unternehmen, von denen ich weiß dass sie sich auch unethisch verhalten und habe das so angeschritten oder freche es offen an.

00:04:11: Und diese Unternehmen zum Teil haben die sich aber trotzdem entschieden, mit mir in den Austausch zu gehen oder eben auch meine Beratung in Anspruch zu nehmen.

00:04:24: Das hat nicht dazu geführt dass ich diese Fronten gebildet haben sozusagen der Konsumkritiker auf der einen Seite und die Konsumentustrie auf der anderen Seite sondern dass man dass diese Türen offen geblieben sind und man miteinander redet.

00:04:40: Und auch gemeinsam zum Teil versucht, nach Lösungen zu schauen und Dinge zu verbessern.

00:04:50: Das heißt es gibt eigentlich erstaunliche Weise habe ich festgestellt, dass viele Leute in der Industrie ein bisschen ähnlicher empfinden wie ich.

00:04:58: Also ich bin ja auch jemand, der als junger Mensch in eine Branche gegangen ist zu einem Zeitpunkt Also die Modebranche in dem Fall, zu einem Zeitpunkt als man stolz darauf sein konnte in der Modebranche zu arbeiten.

00:05:12: Man damit angegeben hat auf Partys in der Model zu arbeiten und dreißig Jahre später muss man eigentlich feststellen dass das eher etwas geworden ist wofür man sich schämen muss Und ich denke das...und ich habe festgestellt Das es ganz ganz vielen Leuten in der Branche so geht Dass sie sehr darunter leiden dass diese Branche absolut zurecht in den Fokus der Kreativgeraten ist und ein großes Bedürfnis danach haben, wieder etwas zu tun, worauf sie stolz sein können.

00:05:50: Erzählst du, das klingt so als ob Sie ein schlechtes Gewissen hätten?

00:05:56: In der Branche, dass Sie zu viel Geld verdienen weil Sie die Menschen im Entführungszeichen irgendwo in Cambodia ausbeuten.

00:06:02: Nur wenn man die Balanzen der Unternehmen anschaut, die in diesem Segmentätik sind dann sind sie eher massiv unterdurchschnittlich in Bezug auf die Profitabilität oder ich meine so eine Welle der Insolvenz in den letzten fünf, sieben Jahren.

00:06:18: In dem Konsumumfeld vor allem Textil und Modeindustrie das ich selbst beirat bei einem Textiliten.

00:06:29: Ja, Sie erwähnen auch das Unternehmen ist AWG in ihrem

00:06:33: Buch

00:06:35: und ich weiß wie schwierig es ist überhaupt Geld zu verdienen.

00:06:39: Dann kann man ja nicht sagen die Gier der Unternehmer führt zur Ausbeutung der Menschen.

00:06:45: wo ist der Systemfehler denn?

00:06:50: Das ist wirklich interessant diese Frage mal zu stellen weil Also erstmal muss man sagen, es gibt natürlich gigantische Verschiebungen in der Branche.

00:07:03: In der Modebranche und das gibt immer noch Unternehmen oder ganze Bereiche die unglaublich viel Geld verdienen und sehr reich werden damit.

00:07:09: Und da können wir vielleicht später nochmal darüber sprechen dass natürlich der Luxusbereich sehr stark boomt oder gewohnt hat in den letzten Jahren und auch die Fast Fashion und die Ultra-Fast Fashion.

00:07:23: Da gibt es natürlich Leute, die sehr reicher werden aber es stimmt klar die Menschen, die wir den man jetzt auch insbesondere deutsche Mode unternehmen.

00:07:36: Die versuchen vieles richtig zu wachen und auch vieles richtig machen.

00:07:41: Die tun sich sehr schwer damit Geld zu verdienen und trotzdem ist das natürlich keine Entschuldigung dafür Menschen auszubeuten am anderen Ende der Welt.

00:07:55: Insbesondere weil es daher gar nicht um so viel mehr oder weniger geht, wie man vielleicht denken könnte.

00:08:02: Das heißt von dem Preis den die Menschen hier im Laden bezahlen landen nur zwei Prozent also dieses Preises landet bei denen Menschen die Dinge herstellen.

00:08:17: das heißt wenn man deren Lohn verdoppeln würde was man tun müsste um also in den meisten fällen um an einen Damit diese menschen davon leben könnten dann würde die Kleidung, Die wir kaufen nur zwei prozent teurer.

00:08:39: Also man fragt sich natürlich warum?

00:08:42: Warum passiert das nicht?

00:08:43: warum?

00:08:45: Hält diese ausbeutung an und warum ist es mir in einem system gefangen?

00:08:50: und warum hat sich das in den letzten zehn und zwanzig Jahren kein bisschen verbessert, sondern eher verschlechtert.

00:08:57: Also die Löhne, die jetzt ... ... im Wagen der Desch gezahlt werden.

00:09:01: durchschnittlich sind seit dem ... ... Rana Plaza-Unglück sogar noch gesunken, also statt nicht gestiegen.

00:09:07: Warum kommt man da so schlecht voran?

00:09:10: Und ich habe auch sehr viel übernachgedacht!

00:09:12: Ich denke es ist einfach... Es ist ja nicht so dass hier in Deutschland Leute sitzen und sagen, ... Wir lassen unsere Kleidung einfach mit oder Sklaverei ähnlichen Bedingungen herstellen und mit Kinderarbeit.

00:09:28: Und dadurch sparen wir sehr viel Geld, sondern das wie solche Dinge zustande kommen in der Bodeindustrie aber auch in der Lebensmittelindustrie ist dass man einfach von einem Entverbrauchspreis ausgeht und sagt eine Kinder Jeans darf nicht mehr als neun Euro neun Neuzisch kosten, einfach sagt sozusagen das ist so und das müssen wir irgendwie hinkriegen.

00:10:00: Und dass es eigentlich die Devise kriegt das irgendwie hin?

00:10:03: Und dann wird er zurückgerechnet.

00:10:08: und dann geht man nach Fernosts und spricht mit Produzenten und sagt könnt ihr eine Kinderdienst zu dem Preis machen?

00:10:18: und sucht solange bis man jemand findet der das macht und fragt nicht weiter Nacht, wie diese Preise zustande kommen oder guckt weg.

00:10:27: Also es ist eigentlich ein korrektives Wegschauen sowohl von den Profis aber auch von den Konsumenten.

00:10:34: also ich will die da gar nicht unbedingt entlasten als ist es vielmehr ein korrekatives Wegschauern als ein vorsätzliches Handeln in diese Richtung.

00:10:44: Das kann ich mir auch nicht vorstellen dass die Menschen vorsätzlich handeln, gehen wir davon aus dass die Menschen eigentlich im Grunde gut sind und auch so handeln.

00:10:54: Die Frage, die ich aufwärfen möchte jetzt aus der Perspektive der Leute in Kampocha oder Bangladesch wenn wie die letzten dreißig Jahre der Globalisierung und den Peak der Globalisierung aufgreifen die sie in einem Buch anpringen und in sehr vielen Punkten zurecht dann würde ich die Frage aufwerfen, wie hat sich Armut in diesen Ländern entwickelt?

00:11:14: Und wir stellen ja fest dort die Armut eingebrochen ist und das es da drauf zurückzuführen, dass die Globalisierung denen ermöglicht hat zu quasi nicht sehr fairen Löhnen noch immer besser zu leben als am Land irgendwo in der Landwirtschaft nur vielleicht von wenigen Produkten überhaupt zu leben oder auch nichts zu Leben.

00:11:37: Sehen Sie dieses Spannungsfeld?

00:11:41: Also ich möchte sich so ein bisschen widersprechen also alles.

00:11:47: Also wenn wir jetzt von Nicht-Existenz sich in den Löhnen sprechen, da sind das Löhne... also es gibt immer auch die Situation dass Menschen tatsächlich durch ihre Arbeit ärmer werden.

00:11:59: Weil die Löhnde so geringe sind, dass sie nicht... also sie sind auf diese Arbeit angewiesen.

00:12:05: Sie wird aber andererseits so schlecht bezahlt, Sie nicht aus dieser Armut sich herausarbeiten können.

00:12:14: Aber was wäre die Alternative?

00:12:15: Die Alternative darf

00:12:17: auf gar keinen Fall sein, dass man diese Entwicklungen zurückschraubt und diese Aufträge aus diesen Ländern abzieht.

00:12:28: Ich würde diese Entwicklung... Also ich habe auch viel darüber nachgedacht, würde das eigentlich so historisch eine andere Logie ziehen wollen zu vielleicht den Anfang fängen der Industrialisierung Das heißt, eine Entwicklung die natürlich insgesamt und retrospektiv so genau viel Wohlstand und Reichtum und auch Gesundheit und allen möglichen Zivilisationen, Kultur usw.

00:13:01: geführt hat aber die als zunächst einmal sich wild entwickelt habt ohne irgendwelche Reglementierungen und in ihrer Anfangsphase auch damit einherging, dass Menschen extrem ausgebeutet wurden.

00:13:19: Also das wirklich Arbeiter, was sie in der Hölle gelebt haben und extrem abhängig waren Und die uns mal mit Karl Marx zu sagen also diejenigen denen die Produktionsmittel gehörten eine unglaublich, eine umverhältnismäßig große Macht hatten und diese Macht missbraucht haben, um Menschen auszubeuten.

00:13:45: Und dann gab es halt Revolutionen, es gab Arbeiteraufstände... ...und man ist die Politik, ist eben dann doch zu der Erkenntnis gekommen dass man da regulierend eingreifen muss und das Arbeiter geschützt werden müssen durch Arbeit der Rechte geben muss, Gewerkschaften.

00:14:10: All das Kündigungsschutz und so weiter, Anspruch auf Urlaub, maximal Arbeitszeiten

00:14:17: usw.,

00:14:18: all diese Dinger von denen wir heute... profitieren.

00:14:21: und ich denke die Globalisierung ist ja noch gar nicht so, haben sie es auch gesagt.

00:14:25: Noch gar nicht zu alt.

00:14:26: also im Grunde ist das eine Entwicklung die sehr schnell stattgefunden hat Mitte der Ninziger Jahre, so um Ninzeigundneinzig ist das fast so ertrutschartig passiert dass die Produktion der Dinge die wir hier kaufen ins Ausland verlegt wurde und dass wir in dieser Phase im Grunden noch in dieser ungeregelten Phase sind und natürlich darauf achten müssen oder darauf hinarbeiten müssen, dass wir möglichst bald in diese geregelte Phase kommen.

00:15:00: Und da werden ja auch erste Schritte in die Richtung gemacht.

00:15:06: also im Stichwort Lieferketten-Gesetze usw.

00:15:10: Das ist eigentlich auch ein... Also Deutschland ist der ja weder besonders früh noch besonders späht mit diesem Lieferketten-Gesetz.

00:15:20: Also das ist eigentlich so, dass man global jetzt also ja Frankreich, USA, Schweiz...

00:15:28: USA?

00:15:29: Wir sind ja eigentlich jetzt erst in der Phase wo eben das Bewusstsein dafür wächst, dass mal das regulieren muss und dass man dafür Antworten politische Antworten finden muss und sich nicht von selbst regelt.

00:15:41: Dass man sich jetzt nicht aufverlassen kann, dass die Kraft des Marktes dazu führen werden, dass diese Ausbeutung ein Ende hat.

00:15:50: Und das ist natürlich einen Weg der auch mit Rückschlägen einhergeht und auch in der Schweiz ist es das Lieferkeptengesetz gescheitert.

00:16:07: aber die Welt braucht also bei solchen extrem disruptiven und großen Veränderungen wie Digitalisierung oder der Globalisierung braucht, die Legislative im oft mehrere Jahrzehnte um überhaupt sich dem anzupassen und das hat im Grunde noch nicht stattgefunden.

00:16:29: Und damit fangen wir jetzt an und ich kann eigentlich nur appellieren dass wir diesen Weg gehen und eben auch den wir sowieso gehen müssen.

00:16:40: Das wird unvermeidlich sein Und dass wir den möglichst konsequent und schnell gehen, um da zu Regulierung zu finden.

00:16:51: Weil sich das nicht sehen, aber ich glaube, wenn man mich fragen würde, glaubst du, dass es diese enormen sozialen Ungleichheiten in hundert Jahren noch geben wird?

00:17:11: Dann würde ich sagen nein!

00:17:13: Also dieses extreme Gefälle Also wir sehen ja jetzt schon, dass sich das in Konflikten-, in Migrationsbewegungen entleidt.

00:17:22: Einfach dieses enorme soziale Gefälle und eben auch viele unkontrollierbare Probleme erschafft?

00:17:32: Ja!

00:17:33: Das ist eindeutig, ob wir das mit dem Lieferkettengesetz erlösen an die Migrationsströmung bei uns einzudämmen.

00:17:39: Nein, da will ich auch gar

00:17:40: nicht... Die will ich aber auch nicht vorsichtig darauf

00:17:44: zurückführen Die würde ich auch nicht komplett damit lösen wollen.

00:17:48: Aber was ich sagen wollte, ist dass diese enorme soziale Gefälle ein gesunder und stabiler Zustand ist und dass wir da ohnehin Antworten finden müssen.

00:18:08: Die Frage ist nur, welche Rolle dabei deutsche Unternehmen in der legislative Steuerung der Bangladesche oder vietnamesische Regierung spielen können.

00:18:20: Und da sollten wir das nicht überbewerten und ansonsten landen wir irgendwann in dem

00:18:24: moralisierenden Kind zu schießen?

00:18:25: Nein, nein.

00:18:26: Deshalb ist es ja auch so halt zu begrüßen dass man das sofort auf europäischer Ebene gehoben hat weil Das ist kein nationales Thema eigentlich,

00:18:41: das ist ja auch nicht europäisches Thema.

00:18:44: Im Idealfall natürlich noch weiter muss

00:18:47: es

00:18:47: gehen aber man muss am Ende das Rot mit dem Messer schneiden was man hat und da liegt die Europäische Union nahe dass man das erstmal auf die Ebene hebt.

00:19:02: Wenn man jetzt aktuell die Entwicklung in China zum Beispiel anschaut, in Bezug auf die Produktionskosten meiner vor fünfzehn Jahren war ich in der Glaube die Bezugsquelle Nummer eins für Textilprodukte.

00:19:16: Inzwischen gibt es eine Abwanderungsbewegung in den Ländern mit noch niedrigeren Lohnkosten und weil in China einfach durch Wohlstandzuwächse, auch die Kosten für die Produktion deutlich angestiegen sind.

00:19:34: Da gibt es schon so ein Marktnachfrage- und Angebotsregulativ?

00:19:40: Ja also das ist wirklich erstaunlich dass es wirklich wie... Das ist so ein richtig transparenter globaler Markt auf dem tatsächlich die Länder miteinander konkurrieren und vergesuchen sich, sich in ruinöser Konkurrenz gegenseitig zu unterbieten durch immer noch niedlige Lohnstrukturen.

00:20:07: Und das ist eine sehr gefährliche Dynamik, die oft auf Kosten der Menschen, der Arbeiter geht.

00:20:15: Also es gibt auch Beispiele von Ländern, die den gesetzlichen Mindestlohn bewusst unterhalb der Armutsgrenze, also unterhalb des existent sicheren Lohnes angesetzt haben um international Konkurrenzfähig zu bleiben und das zeigt wie Volatil auch die Unternehmen ihre Aufträge platzieren.

00:20:48: Paar Prozent die Lohnkosten steigen das sieht dann sofort in ein anderes Land gehen, wo die Lohenkosten noch niedriger sind.

00:20:55: und dass ist also wir reden Ich rede jetzt so viel auch von der Von der Modern von der Textilindustrie nicht weil ich von anderen Branchen keine Ahnung habe Sondern wir sind ja Auch genau wie sie in unterschiedlichsten Branchen unterwegs.

00:21:10: aber tatsächlich ist Mode nun mal einen besonders lohnintensives Produkt.

00:21:16: Also wo die menschliche Arbeit, einen sehr hohen Anteil der Kosten ausmacht und deshalb ist es eben ein sehr anschauliches und extremes Beispiel auch für diese Dynamiken über die wir hier sprechen.

00:21:31: Herr Tillis wenn man jetzt bei einem Haushalt den Schrank aufmachen lassen würde ja da würde man feststellen dass da genug in Entführungszeichen Klamotten gibt und man eigentlich kein Bedarf hat.

00:21:45: sie sprechen sogar Ich fand den Begriff so cool von einem Besitzinfarkt.

00:21:51: Ja, das ist... Sind wir kurz im Coal-Ups?

00:21:56: Wenn da so viele Besitzinfakte sich ereilen?

00:22:01: Naja also ein interessanter Kipppunkt ist auch so... Erstmal war natürlich der Lockdown auch ein interessantes, so kollektives soziales Experiment.

00:22:16: abgesehen von allem davon, dass es natürlich ein furchtbares eine furchte katastrophe war waren diese lockdowns haben dazu geführt das vierzig prozent aller menschen ihren kreiderschrank ausgemistet haben und ihre wohnung entrümpelt haben.

00:22:34: zwei fünf alle menschen haben in dieser also gleichzeitig ähnliches getan und sind In dem Moment natürlich auch korrektiv mit ihrem Überbesitz und ihrem Überkonsum konfrontiert worden.

00:22:52: Also dieser Moment, den sie da eben beschrieben haben man macht eine Kleiderschrank auf und stellt fest dass man zu viel hat der hat eben nichts versetzt stattgefunden sondern er hat zumindest bei vierzig Prozent aller Menschen Synchronstadt gefunden und das hat natürlich auch Spuren hinterlassen in der Gesellschaft und zunächst einmal auch viele gute Vorsätze hinterlassen.

00:23:19: Aber es hat auch das Bewusstsein verstärkt, dass uns nicht immer nur besser geht die mehr wir kaufen.

00:23:35: Sättigungsgerade

00:23:37: gibt und einen Punkt gibt, an dem wir tatsächlich auch Besitz als Belastung empfinden.

00:23:43: Und dass solche Coaches oder solche Beratungsangebote oder Leute die einem helfen sollen zu entrümpeln... ...oder weniger zu kaufen sich einer Dieser Begriff der Capsule Wardrobe als ideal, also eben das Konsumverzicht.

00:24:10: Dass diese Ideen und auch diese Angebote so enorm im Zulauf haben zeigt ja dass wir eigentlich gar nicht glücklich sind oder dass zumindest viele Leute gar nicht grüglich sind mit ihrem Überkonsum.

00:24:26: Ich stelle ja auch in meinem Buch die These auf, dass das unser Konsum suchtartige Züge angenommen hat und ich... Das ist natürlich klingt erstmal so übertrieben oder so dramatisierend.

00:24:44: Aber um diese These, um diese Behauptung zu überprüfen habe ich mal nachgeschaut ob es eine klare Definition gibt für das was Sucht ist?

00:24:54: Ich hab keine gefunden!

00:24:55: Es gibt keine klaren Definitionen dafür was Suchtes.

00:24:59: Ich habe für mich, was ich daran so suchthaft finde.

00:25:05: Und ich denke, Sucht ist etwas, das wiederholt und immer wieder stärker ist als unsere guten Vorsätze.

00:25:13: Das heißt wir nehmen uns vor, etwas nicht zu tun – und wir tun es dann doch wieder!

00:25:19: Wenn man sich dieser Definition anschließend mag, dann kann man schon mir auch zustimmen in der Behauptung dass... unser Konsum oft etwas Suchteinniges hat.

00:25:33: Ja, wobei ich fand das bei Ihnen auch ein Zitat sehr, sehr prägend.

00:25:39: die Frage nach dem Brauchen ist nebensächlich geworden.

00:25:42: dass Blosse wollen hat sich zum Motor unsere Wirtschaft entwickelt und in einem anderen Kapitel werden diese Suche erhalten was durch Dopaminausstoß sehr stark ausgelöst wird weil man einfach Freude empfindet wenn man etwas neues kauft.

00:26:01: Ob man das dann tatsächlich benötigt, ist der zweite Punkt aber man genießt einfach den Kaufakt solange das Geld nicht eine gewisse Schmerzgrenze überschreitet.

00:26:13: Ja da wäre auch so ein Mann.

00:26:16: Es gibt wieder zwei große Problemenfelder.

00:26:21: wir haben sie ja auch schon angestellt mangelnde Umweltverträglichkeit und den mangelnden Sozialverträgen.

00:26:28: Aber wenn wir jetzt auch nur mal bei uns selbst bleiben, selbst dann gibt es Studien die belegen, dass das ein bisschen trügerisch ist.

00:26:40: Also natürlich gibt es in dem Moment des Kaufes einen Dopamin-Ausschuss.

00:26:47: Das macht uns sehr glücklich.

00:26:48: aber wie bei der Zufuhr, bei anderen... ...süchten, wo wir uns Substanzen zuführen... ...müssen wir die Dosis immer weiter erhöhen.

00:27:03: und um wieder auf ein normales Dormamin-Level zu kommen.

00:27:08: Umkapitationen?

00:27:11: Ich glaube das tückische daran ist auch dass wir das nicht in einen Zusammenhang bringen.

00:27:17: Das heißt wenn wir auch so gut sind.

00:27:20: Wenn wir das betrinken und am nächsten Morgen ein Kater haben, dann wissen wir sofort, okay ja klar.

00:27:27: Wir haben einen Kater weil wir den Tag davor getrunken haben bei diesen Dopaminkicks die wir uns durch den Konsum bestimmter Dinge holen.

00:27:42: Da gibt es auch etwas sehr Ähnliches.

00:27:46: Auf dieses Hoch folgt auch einen Tief.

00:27:49: also unweigerlich nur dass wir dieses Tief nicht in Zusammenhang bringen mit dem Hoch.

00:27:55: Also, wir machen das hoch oder diese Lustkäufe nicht für dieses Tif verantwortlich, sondern wir reagieren eigentlich damit, dass wir versuchen... also dass wir eben wieder Dinge kaufen und immer mehr Dinge kaufen und diese Spirale eigentlich nicht verstehen oder nicht durchschauen.

00:28:15: Und deshalb ist es eigentlich schon ist diese Verhaltenssüchte auch besonders türkisch, also auch wie andere Verhaltendssüchte, die es spielen oder... Das ist ja eben auch noch eine relativ junge Erkenntnis.

00:28:33: Dass sich das Verhaltendssüchte gar nicht grundsätzlich von Süchten nach gewissen chemischen Substanzen unterscheiden, sondern dass sie eigentlich genauso funktionieren.

00:28:49: Den Kater leben wir vielleicht im Kontostand.

00:28:52: Da fällt es irgendwann auf das etwas einem fehlt nämlich wenn man das Geld für Schwachsinn ausgegeben hat.

00:29:00: deswegen boomen ja diese ein Euro Geschäfte weil man da für sehr wenig Geld ziemlich viel Dopamin holen kann.

00:29:09: Ja also nicht nur die Diese ein Euro Geschäfte, sondern auch durch die Ultrafars-Fashion.

00:29:17: Das ist eben schon angesprochen also Thema und Skiinnen, die ja gerade unglaubliche Wachstumsraten zu verzeichnen haben.

00:29:27: Es ist wenn man jetzt so wirklich Biochemische Untersuchung macht oder Neurologische Untersuchen macht und untersucht, warum wir Dinge kaufen.

00:29:40: Dann ist es so dass da in uns tatsächlich zwei widerstreitende Empfindungen am Werke sind also einmal einerseits die Freude oder der Genuss den das Produkt einem verspricht Und Der Schmerz Den der Preis einem verursacht.

00:29:57: Also Es Ist Tatsächlich Die der preis Diese Schmerz, der ist tatsächlich in dem gleichen Gehirnareal, indem wir auch physischen Schmerzen empfinden.

00:30:09: Also wenn wir uns schneiden oder so, empfinden wir den Preis und unser Gehirnen weckt diese beiden Dinge gegeneinander ab und entscheidet sich dann entweder für oder gegen den Kauf was zunächst mal eigentlich Sehr gut klingt.

00:30:28: Also das klingt nach einer guten vorgehen, wir werken jetzt gegen einen ab.

00:30:33: nur ist es natürlich kein rationales abwärgen sondern extrem irrationales abwägen.

00:30:39: also das heißt bei den Ein-Euro-Shops oder auch bei einem drei Euro T-Shirt von Chi'in oder einem Wohnachsessor von Timo für ein Euro Achtzig würde ich behaupten, dass dieses Schmerzempfinden komplett ausgeschaltet ist.

00:31:06: Das heißt wir... also in dem Moment wo ich einen Euro ausgebe empfinde ich im Grunde keinen Schmerzen.

00:31:13: das heißt ich habe diese Bremsefeld halt weg.

00:31:16: und jetzt außer

00:31:17: wenn man beginnt in zehn Euro Cent am Wünschen zu zahlen dann spürt man wieder Felschmerz oder mit one click

00:31:27: Wie Sie sagen, in der Summe kommt dann vielleicht doch einiges zusammen und man merkt am Ende des Monats eben doch, dass man vielleicht doch wieder einen relevanten Betrag ausgegeben hat.

00:31:42: Aber in dem Moment ist das gefährliche dieser Angebote, dass sie so niederschwellig auspreislich so niedeschwellig sind, dass wir gar keinen Schmerz.

00:31:55: empfinden und deshalb diese gesunde Bremse wegfällt, die uns eigentlich in unserem Gehirn vorhanden wäre um uns davon abzuhalten, bestimmte Dinge zu kaufen.

00:32:07: Das Interessante ist dass die Menschen, die so ein T-Shirt für drei Euro dreißig kaufen wissen im tiefsten Inneren das nicht in Einführungszeichen fairen Arbeitsbedingungen ermöglicht wird, so etwas herzustellen.

00:32:25: Kauft man das?

00:32:27: Warum teilt man da, dass schlechte Gewissen, dass man eigentlich moralisch spürt.

00:32:33: Ja

00:32:34: also ich will das jetzt auch nicht... Also ich habe natürlich keinen richtigen Grund, das zu entschuldigen.

00:32:39: Man kann es eigentlich nicht entschulgen, man kann das nur erklären wie das passiert.

00:32:45: Ich sehe da zwei Dinge am Werk.

00:32:50: Einmal gibt es Studien die wo man Menschen bestimmte Produkte zeigt, die ihnen gefallen und ihnen auch solche Informationen anhand an die Hand gibt.

00:33:08: Zum Beispiel war in dem Experiment ging es um Schreibtische aus einem Möbel und da wurde den Probanden gesagt also diese Schreibt der einen Versuchsgruppe wurde gesagt mit dieser schreibtischen Sinn übt.

00:33:22: aber eben Die Hölzer von den geschützten Bäumen wurden dafür dieses Tisch verarbeitet.

00:33:35: Man hat dann zwanzig Minuten gewartet und die Menschen gefragt, woran sie sich erinnern?

00:33:41: Und Sie hatten tatsächlich diese negativen Informationen vergessen.

00:33:46: Also sie haben positive Informationen behalten und negative Informationen verdrängt.

00:33:53: Ja, also verdrecktes Fasten zu waches Wort weil verdrängt klingt ja so das ob es irgendwie noch

00:33:58: und gewusst

00:33:59: im Hinterkopf noch da wäre.

00:34:01: aber sie konnten sich wirklich nicht dran erinnern.

00:34:04: Es war weg.

00:34:07: Das ist halt so eine menschliche Schwäche die da am Werk ist.

00:34:11: Und dann denke ich auch dass man fairerweise sagen muss dass wir wenn wir jetzt gerade in digitalen Zeiten, in Hochgeschwindigkeit Browson und uns durch Angebote in Online-Shops scrollen.

00:34:31: Also wo man ja wirklich im Bruchteil von Sekunden Produkte auscheckt oder auch wenn man durch Läden geht nur also der Blick über Regale vom Ware oder Stangen von Kleidung beschweift dass da Das sind so viele Kriterien, die wir erfüllt sehen wollen.

00:34:51: Also das gefällt es uns, passt es uns.

00:34:56: Brauchen wir's?

00:34:59: Wie viel kostet ist es?

00:35:00: Ist es waschbar?

00:35:01: Muss ich spügelen?

00:35:05: So viele Dinge, die wie erinnert vom Bruchteil von Sekunden... abchecken bei diesen Produkten, dass der Moment unsere Gehirnkapazität gar nicht reicht um diese ethischen Aspekte auch noch mitzudenken uns zu überlegen.

00:35:22: Ja und wurde es denn auch?

00:35:24: ist das dann auch nachhaltig?

00:35:25: Wurde es dann auch eine Fernbedingung hergestellt?

00:35:28: Und so irgendwie ist das gar nicht... glaube ich hat haben diese Überlegungen in der Theorie zwar für uns viel Gewicht aber in dem Moment haben wir oft als Menschen gar nicht die die die Kapazität dieser Aspekte unserer Entscheidung.

00:35:47: Ja, und ich glaube es ist auch eine Frage bin ich bereit für ein Fäuro dafür mehr zu zahlen dass das auch nachhaltig hergestellt wurde?

00:35:56: weil unter sozialem Druck nickt man immer.

00:36:00: Ich erinnere mich noch sehr stark zu Zeiten wo Bio so auf den Markt kam und da hat man gesagt, okay Bio ist so populär.

00:36:09: Lassen Sie einfach eine Pizza in der Bio-Qualität.

00:36:13: Den Kunden anbieten hatte man den Kunden befragt ob sie bereit wären, mehr für eine Biopizza zu zahlen.

00:36:21: Und ich habe mich gesagt ja das wäre endlich mal ein gutes Angebot weil die diesem Nachhaltigkeits treten.

00:36:27: nur folgen wollen.

00:36:29: Und als dann die Produkte auf den Markt kamen, abgerangt wurde an der Kasse und diese Biopizzas blieben dann einfach liegen.

00:36:36: So richtig eine Entfaltung hat dieser Trend durch einen Discounter, durch Plus bekommen sie mit Bio-Bio eine sehr günstige Form, die Bioprodukte auf dem Markt brachten.

00:36:52: Und zuerst sind das glaube ich eine Frage des moralischen Bereitschaft, den Preis für eigene moralische Entscheidungen zu zahlen.

00:37:01: Und die an der Kasse wird abgerechnet.

00:37:04: Total!

00:37:04: Ich kenne das auch mit dem Wahrnehmungsspektrum wo es einfach diese Themen ausgeblenden sind.

00:37:11: aber ich glaube ist einfach für viele Menschen ist das ehrlich gesagt egal wie viele Leute in Cambodia unter welchen Rahmenbedingungen dieses T-Shirt gearbeitet haben.

00:37:19: Ja... In dem Moment ist es nicht offenbar egal oder ich weiß, also...

00:37:25: Ist ja auch weit weg.

00:37:27: Es gibt ja auch diese Untersuchungen.

00:37:28: Aber

00:37:29: eigentlich haben wir das richtige Stichwort genannt.

00:37:32: Auch der soziale Druck.

00:37:33: Also das heißt und ich wundere mich eigentlich auf wenn mein Beratungsvertrag hat, wie oft das eben übersehen wird dieser Wie viel Macht darin steckt?

00:37:47: den Menschen, die man auch positive Entwicklungen voranzutreiben.

00:37:51: Es gab so eine sehr spannende Studie, die hieß Going Green to be seen.

00:37:58: Das heißt da wurde eben auch beobachtet, also in jedem Fall ging es um diesen Test, ging es darum um Waschmaschinen, die unterschiedliche... Also ja, das war eine nachhaltige Wasch-Maschine und nichtnachhaltige Und es machte in diesen Versuchs für die Kaufentscheidung war ganz entscheidend, ob die Leute im Moment des Kaufs beobachtet wurden.

00:38:28: Also sich beobachteten fühlten und wussten oder nicht.

00:38:33: Ich denke auch da werden wir jetzt mal eine andere Branche wechseln.

00:38:43: um in der E-Mobilität voranzukommen, also auch über den Menschen E-Autos zu verkaufen ist das Potenzial dieses sozialen Drucks noch überhaupt nicht ausgeschöpft.

00:38:56: Also da geht es halt so viel Potenziale die Leute aufzumotivieren Dinge zu tun, auch positiv für Dinge zu tun und auch positive etische Kaufentscheidungen zu treffen.

00:39:11: Und dieses Potenzial wird total unterschätzt und auch vernachlässigt.

00:39:18: Wobei, Herr Thieressen mit Immobilität würde ich sehr vorsichtig sein.

00:39:22: Bezug auf das moralische Verständnis der Arbeitsbedingungen Weil unter welchen unmenschlichen Rahmenbedingung da einige Vitale gewohnen werden Da bin ich ja extrem vorsichtig.

00:39:35: Wenn man die Dokumentation sich anschaut dann macht man einen großen Bogen um solche Fahrzeuge, weil das ist wirklich unmenschlich.

00:39:42: Und was den sozialen Druck anbetrifft?

00:39:44: Ich habe bei uns auch zu diesem Thema mit einem Experten gesprochen und es gibt zum Beispiel eine sehr interessante Experimentenreihe wie oft die Hände nach einem Toilettenwaschgang gewaschen werden.

00:40:03: Die Zahl der Waschgänge steigt enorm wenn jemand neben dir steht und Hände wäscht.

00:40:10: Und da ist einfach die Leute gehen dann nicht raus, anscheinend wenn man allein auf der Toilette ist sinkt die Zahl massiver.

00:40:19: von der Seite.

00:40:19: kann ich das bestätigen?

00:40:24: Die Arbeitsbedingungen sind ein sehr wichtiger Aspekt aber ich meine Überzeugung nach war der ursprüngliche Erfolg von Tesla hatte sehr viel damit zu tun, dass man mit dem Fahrrad, das ist jetzt alles gekippt und hat sich natürlich weiterentwickelt auch da durch das Elon Musk.

00:40:50: Das Image von Elon Musk wie es sich weiter entwickelt hat aber ursprünglich in den Anfänden hatte ich glaube der Erfolg von Tesla sehr viel dazu zu tun Dass man durch das Fahren eines Teslas eben signalisiert hat.

00:41:05: okay guckt her Verhalte mich nachhaushaltig, ich bin jemand der... früh solche Entwicklungen aufgreift und

00:41:17: ein Pionier

00:41:20: der Nachhaltigkeit.

00:41:23: Und das funktioniert natürlich nicht.

00:41:26: wenn man, wenn deutsche Automobilhersteller das identische Auto äußerlich identische auto alternativ mit Verbrennermotor und Elektroantrieb anbieten, dann hat man diesen Effekt nicht.

00:41:44: Wenn man das dem Auto nicht ansieht, dann haben wir diesen Effek gar nicht.

00:41:52: Sie haben auch in ihrem Buch den Aspekt von diesen Social Signaling oder sozialen Signalen durch Social Media mit dem doppelten Dopamin-Effekt, dass die Klamotten einmal ... als Suchtverhalten aufgreifen, wenn man kauft und dann auch für suchts in Social Media Kanälen die Likes zu sammeln um einen weiteren Dopaminausstoß zu bekommen.

00:42:17: Das ist eigentlich ein Teufelskreis.

00:42:20: Ja also man darf diese... Also wenn jetzt unser Konsumanteilung hat sich seit den sechziger Jahren verachtfacht Im einerseits mit den Dingen zu tun, über die wir ganz am Anfang gesprochen haben der Globalisierung, die dazu geführt hat.

00:42:36: Dass die Dinge eben so viel preiswerter geworden sind.

00:42:40: aber es hat natürlich auch sehr stark mit der Digitalisierung zu tun.

00:42:47: und dieser Hashtag Outfit of the Day ist ja eben auch sehr symptomatisch für diese Beschleunigung die durch die Digitalisierung in unseren Konsumen gekommen ist.

00:43:03: Auf zwar auf verschiedenen Ebenen, durch einerseits dadurch dass wir sehr viel niederschwelliger einkaufen können, durch das online Shopping und andererseits aber auch die Dinge die wir kaufen zeigen können.

00:43:26: Wir unterschätzen das immer Wir sind eben sehr, sehr soziale Wesen.

00:43:32: Die sehr getrieben von der Außenwahrnehmung.

00:43:36: und auch da war der Lockdown ein sehr spannendes Experiment weil uns gezeigt hat wie sehen wir uns in dieser Hinsicht selbst belügen.

00:43:49: also wenn man Leute vor dem Lockdown gefragt hätte Du willst diese Handtasche doch nur haben, um anzugeben?

00:44:02: Dann hätte jeder gesagt nein das stimmt doch überhaupt nicht.

00:44:07: Ich will die für mich selbst haben ich will mir selbst alle Freude machen liebe schöne Dinger und so.

00:44:12: aber wenn man halt in dem Moment wo dann der Lockdown kam und man alleine zuhause aus dem Sofa saß und seiner Handtraschen niemand zeigen konnte ging das Interesse an Handtashen eben doch extrem steil bergab.

00:44:29: also das heißt wir alle glaube ich belügen uns dahin gehen dass wir uns vormachen, dass wir Dinge hauptsächlich für uns selbst kaufen und tatsächlich ist es so die fremd wahrnehmung oder die außenwahrnehmungen bei unseren konsumenentscheidungen eine viel viel größere Rolle spielt als wir uns bewusst sind und als wir eingestehen wollen.

00:44:55: Ja, und es gibt ja auch schon natürlich ein anderer Trend.

00:44:57: Ich habe mir jetzt sehr viel darüber gesprochen wie billig das geworden ist.

00:45:03: Es gibt natürlich eine andere Seite dass man dann Produkte kauft die extrem teuer sind.

00:45:08: Und die reichsten Leute in Europa gehören sowohl zu Fast-Fashion Branche als auch zur absolute Luxusbranche im Luxussegment.

00:45:21: Also eine parallele Entwicklung, wo auch unglaubliche Umsätze geschrieben werden.

00:45:29: Und auch da hat die Digitalisierung und das Angeben online einen unglaublichen Schub gegeben.

00:45:45: in meiner Wahrnehmung – ich bin ja auch schon ein bisschen älter – war es tatsächlich früher so dass in Bezug auf Konsum ein regelrechtes Kasten denken gab, also dass man so sich einer das die Menschen sich stärker einer gewissen sozialen Schicht zugehörig fühlten und auch ist ein Gefühl dafür gab was für diese soziale schicht ... angemessener Konsum ist.

00:46:19: Das heißt...

00:46:20: Ich konnte zum Beispiel die juristische Studenten an der Uni sofort identifizieren, ja?

00:46:25: Ja!

00:46:25: Weil das ist ja so kann man ja bezeichnen weil Kleidungsstil war ziemlich fast schon uniformisiert.

00:46:33: Ja und es war so dass jetzt jemand aus irgendwie aus der Mittelschicht oder aus einer, sagen wir mal Arbeitsschicht Jetzt gar nicht auf die Idee gekommen wäre, Luxus zu kaufen.

00:46:49: Weil sie gesagt hätten ja das ist halt was für reiche Leute.

00:46:53: jetzt haben wir natürlich eine durch die durch Social Media es eine Dynamik entstanden wo man dauernd also ich arbeite in einem Friseursalon und einer Bekannte von mir mit der ich zusammen die Ausbildung gemacht habe die in einem anderen Salon arbeitet, die poste ein Foto von sich mit einer Louis Vuitton-Tasche oder einer Tom Ford Brillo.

00:47:24: Ermieter.

00:47:25: Also so etwas... Dann löst es bei mir ja sofort den Effekt aus und ich denke okay wenn die das haben darf dann darf ich das auch haben.

00:47:33: Und Kollektiv im großen Stil hat es dazu geführt dass eben einen viel viel größerer Kundenkreis Luxus konsumiert und Luxus kauft.

00:47:51: Und bereit ist, Luxusgeld auszugeben als das noch vor der Digitalisierung der Fall war?

00:47:58: Legt es in die Digitalisierung oder auch irgendwie wie gesagt, weil sie an den Piraterie?

00:48:02: Weil ich weiß nicht, wie viel Prozent der MES-Taschen echt sind.

00:48:06: Ich glaube, die Produktionskapazitäten von MES sind bei zehn Prozent von dem was auf dem Markt umgeschlagen wird.

00:48:13: Ja, ja.

00:48:14: Das kann man natürlich auch auf Social Media nicht unterscheiden und man sieht nur...

00:48:17: Ist es auch in der Realität?

00:48:18: Wird's Schwede, glaube ich?

00:48:19: Ja, auch wenn

00:48:20: die Realität ist schwierig.

00:48:21: Man hat aber dauernd das Gefühl alle anderen leben im Luxus und dann will ich das auch.

00:48:29: Das wird für mich sozusagen ein ganz elementarer Teil von gesellschaftlicher Teilhabe, dass man eben auch davon einen Anteil bekommt von Luxus.

00:48:44: Und das ist eine Dynamik, die immer noch dazu führt dass das Luxus boomt auch wenn da jetzt so die Wachstumsraten ein bisschen kleiner geworden sind und sich dieses Wachsum ein bisschen verlangsamt hat.

00:49:02: aber das hat auch andere Gründe.

00:49:06: Die chinesische Regierung Luxus verbietet zum

00:49:09: Beispiel oder eben auch diesen Weblen-Effekt, also wir hatten wie gesehen offenbar die teurer Produkte sind, desto begehrlicher sind sie und das hat dazu geführt dass man die Preise erhöht hat.

00:49:29: Und das hat auch lange Zeit funktioniert, also Chanel hat den Preis für die exakt identische Tasche in einem von zehn Jahren mehr als verdoppelt

00:49:41: wegen der faire Bedingungen in der Produktion.

00:49:45: Sie haben sie sehr gut beraten, ich habe nicht falsch als sie geschürzt.

00:49:48: Wunder

00:49:48: jeder Begründung haben sie das getan und auch wirklich gar nicht behauptet dass sich da an der Tasche irgendwie etwas verändert hätte.

00:49:55: weder die Produktionsbedingungen noch das Material oder sonst etwas aber haben das einfach eine Schraube immer weiter gedreht.

00:50:04: Aber auch da gibt es...

00:50:06: Sättigungsgrade.

00:50:08: Auch

00:50:08: da gibt's natürlich Grenzen Und an diese Grenzen stoßen viele dieser Unternehmen, die in diesem Beispiel gefolgt sind.

00:50:22: Zum Teil sind sie auch schon über diese Grenze hinaus geschossen und merken dass sie da Fehler gemacht haben und müssen da jetzt ein bisschen zurück rudern oder zumindest tatsächlich auch versuchen für diese höheren Preise Produktwert anzubieten.

00:50:43: Jetzt wissen Sie, ich habe mir das Buch vor rund fünf sechs Jahren geschrieben.

00:50:46: wenn ich mich nicht sehe und recherchiert haben, so glaube ich im Jahr twohundneunzehn.

00:50:51: In den letzten fünf sechs jahren gab es neue Erkenntnisse für sie wo sie sagen, wenn ich jetzt das Buch heute in der Neueauflage rausgebracht hätte, hätte ich jetzt ein paar Annahmen verändert?

00:51:07: Ja, also ich meine diese... Also das was vorüber wir eben gesprochen haben dieses Lieferkettengesetz zum Beispiel.

00:51:14: Das zeugt ja davon, dass in der Politik einen Bewusstsein auch ein Stand ist dafür, dass bestimmte Probleme eine Regulierung bedürfen und dieses Bewusstsein war vor sechs Jahren noch wirklich gar nicht zu erkennen.

00:51:34: Da hatte man das Gefühl allen ist alles egal und es gab noch nicht mal Ansätze dafür, bestimmte Missstände abzustellen.

00:51:49: Der Lockdown war noch nicht und diese kollektiven Erlebnisse über die wir eben gesprochen haben dass das vierzig Prozent der Leute irgendwie einen Kleiderschrank entrümpelt haben da hat sich schon was bewegt, also das ist sehr spannend.

00:52:06: Also wenn man jetzt zum Beispiel ein symptomatisch für diese Veränderung ist, ist es für mich... Das gibt ja dieses rühmte Zitat von Vivien Westwood by Let's Choose Well Make It Last, so einen Konsumverzichtslogen geworden ist und sehr schlagkräftiger.

00:52:30: bezeichnenderweise hat sie das schon ... aus dem Jahr... ... ja, im Jahr ... ... hat sich etwas verändert und es ist ein Bewusstsein entstanden.

00:52:58: Wir sind noch weit weiter von entferntes.

00:53:00: diese Probleme gelöst sind, aber es ist etwas auf den Weg gebracht worden und das für bestimmte Gedanken sind oder ein Keimen und Wachsen heran oder anders formuliert.

00:53:17: Es gibt bestimmte Eliten die bestimmten Ideen diskutieren und es wird sich ja noch lange dauern bis sie dann in der Mainstream durchsickern, aber bestimmte Dinge haben sich schon weiterentwickelt seitdem.

00:53:32: Und andere Dinge haben sich aber auch zurückentwickeln, also wir für das Detail in eigenartigen Wellen, man merkt es dass viele Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zurückgefahren haben und

00:53:49: es wird auch reguliert.

00:53:50: und Greenwashing.

00:53:52: Sie haben mir von Waschmaschinen und Nachhaltigkeiten berichtet, ja.

00:53:56: Und ab September muss man jetzt alle Botschaften besonders überprüfen ob man hier in die Greenwashing betreibt und da kann man noch abgestraft werden.

00:54:05: Das heißt EU kümmern sich schon um alles?

00:54:08: Ja also das sind schon bestimmt bestimmte Dinge vorangetrieben worden aber vom Grundprinzip ist es... Also das sind irgendwie Details, aber vom Ich hatte immer noch so eine Gültigkeit, wie ich das geschrieben habe.

00:54:32: Herr Zittes sind vielleicht meine persönliche Beobachtung?

00:54:35: Ja

00:54:36: na ja... Sie

00:54:37: haben es ja schon mal ganz frisch gelesen dabei.

00:54:40: wir sind die Stellen aufgefallen wo sie gesagt haben ah das würde man jetzt heute anders sehen.

00:54:45: Egal mit Temu haben sie ja schon erwähnt dass man ein Dollar Shops aus Retail

00:54:56: physisch

00:54:57: in die digitale Welt überführt, was normalerweise gar nicht machbar ist.

00:55:00: Deswegen hat der Primark kein Online Shop weil aus Europa ist das gar nicht möglich damit Geld zu verdienen auf diesem Preis Niveau und dass es da wo ich regulatorisch hinterfragen würde warum darf Timo diese Produkte zu solchen Preisen einfach einführen, ohne dafür irgendwelche Zollgebühren zahlen zu müssen.

00:55:21: Das werden jetzt eher meine Themen...

00:55:23: Ja absolut!

00:55:24: Absolut das ist auch.

00:55:26: da hinkt wieder die Legislative extrem hinterher, hinter dem Bedarf, hinter den Regulierungsbedarf, dass zum Beispiel Frankreicher schon sehr viel weiter wobei ich das auch nicht so gelungen finde wie sie das gelöst haben.

00:55:43: aber da gibt es zumindest ein stärkeres ... Problembewusstsein und zumal Regulierungsansätze.

00:55:49: Das stimmt, also diese.

00:55:51: in meinem Buch geht es noch um fast fashion ein großes Thema.

00:55:56: aber ich spreche da eben noch von den ... ... von den fast fashion Unternehmen die wir jetzt als ... ... in der Branche als Fast Fashion Unternehmer der zweiten Generation bezeichnen.

00:56:09: Also TAR und H&M also die großen Und, natürlich Uniqlo.

00:56:20: Da ist jetzt die Ultra-Phase-Fashion, die zu Recht so heißt eben noch dazugekommen und hat die Dinger noch verschärft.

00:56:31: Es ist eigentlich auch ein rasantes Phänomen was zeigt wie sich unsere Gesellschaft nicht nur politisch polarisiert sondern auch in ihrem Konsum polarisiert.

00:56:46: Das heißt, wir haben eben am einen Ende also einem einen Pool wenn man in dem Bild bleiben möchte tatsächlich Menschen die seit dem ja verstärkt hat sich seit dem Lockdown über Konsumverzicht nachdenken und das als Hebel sehen.

00:57:07: dass darf man nicht unterschätzen.

00:57:09: Wir haben also Nachhaltigkeitsbewusstsein gibt es natürlich schon ganz lange und wachsen und zunehmend.

00:57:19: Aber bisher hat man eben versucht, dieses seinen eigenen Konsum dadurch nachhaltiger zu gestalten, indem man nachhaltig nachhaltige Produkte gekauft hat.

00:57:34: Das heißt, man hat also diese sogenannte Green Samtion, also Wortspiel aus Green and Consumption Platt gesagt hatte man dann einfach statt vierzig Nike Sneakers, vierzig Veja-Sneaker im Schrank.

00:57:54: Und das war sozusagen wie wir versucht haben nachhaltig zu sein bis zum Jahr zwanzig.

00:58:02: da ist eigentlich ein bisschen was passiert und da haben wir jetzt zum ersten mal angefangen über die Mengen nachts also verstärkt über die Menge nachzudenken und zu diskutieren und sagen okay vielleicht sollten wir da den Hebel ansetzen eben nicht Kürzig Sneaker zu haben, sondern zwanzig.

00:58:21: Vielleicht müssen wir auch darüber reden und nicht nur darüber jetzt echtes Leder durch vegane Alternativen zu ersetzen.

00:58:29: Und diese Idee ist ja noch sehr neu!

00:58:47: Ich habe noch eine andere Beobachtung, die vielleicht jetzt eine andere Bedeutung in ihrem Buch bekommen hätte.

00:58:53: Das ist Investment In Moments und das heißt wirklich Reisen als neue Statusanspruch.

00:59:04: und durch Social Media ist es natürlich durch Influencer dieses Reisen massiv an Bedeuten gewonnen hat.

00:59:11: wenn man jetzt die aktuellen Ausgaben für die Mode vergleich diesen, glaube ich, tendenzielle Absatztechnische Rückläufe durch Preisanstiege eher stabil.

00:59:22: Wenn man aber Ausgaben für die Reisen anschaut, dann ist das steigend.

00:59:25: Das heißt, die Menschen investieren deutlich mehr in Momente und weniger in den Besitz.

00:59:32: Da gibt es, glaube, eine Umschichtung – das meine Beobachtung.

00:59:35: Absolut!

00:59:36: Also diese Experience-Economy wächst weiter stabilisiert.

00:59:46: Also diese Pandemie ist da auch wieder, das scheint so lange schon irgendwie soweit weg aber die Auswirkungen sind bis heute spürbar.

01:00:03: Lockdown war ja eine oder überhaupt.

01:00:05: die Pandemie war in der Situation wo uns die Erlebnisse die uns Spaß machen verboten waren also nicht möglich waren.

01:00:13: Reisen, Konzerte, Partys und so weiter.

01:00:18: Und wo man wieder in den Konsum von Dingen, also warum die Leute zu Hause saßen und dann auch sehr viel online bestellt haben, insbesondere für ihre Wohnungen Einrichtungsgegenstände.

01:00:31: natürlich gab es nach der Pandemie einen sehr großen Nachholbedarf an Erlebnissen, Experiences an Momenten.

01:00:44: Es war sehr, sehr spannend zu sehen ob das dann nur eine Welle ist.

01:00:47: Ob das nur so ein vorübergehendes Welles oder aber es hat sich eben jetzt und da haben sie vorkommen

01:00:52: rechtzeitig

01:00:54: auf sehr hohem Niveau stabilisiert.

01:00:57: und auch da würde ich wieder sagen dass das ist auch unser Verhalten sehr stark von der Wahrnehmung anderer gesteuert ist.

01:01:11: Und für die Erfahrung ist, dass man solche Momente sehr viel besser auf Social Media präsentieren kann.

01:01:19: Also den Sonnenuntergang oder spektakuläre Dinner- oder das Konzert und irgendwelche Schuhe, die man sich gekauft hat.

01:01:30: Das führt für sehr viele Beneidenswerte Effektvoller solche Dinge auf Social Media zu posten als Dinge, die man sich gekauft hat und das beflügelt.

01:01:46: Und befeuert die Leute natürlich noch weiter.

01:01:51: Ja und spannend ist natürlich dabei dass man dann sagt jetzt aus der Umweltperspektive heraus da drauf verzichtet die Produkte zu kaufen um der Umwelt das zugute zu kommen.

01:02:04: und auf der anderen Seite bucht man sich ein Flug nach Peru und fliegt hin, dass es manchmal kann man auch als Doppelmoral auffassen.

01:02:13: Und als Heuchler reich titulieren.

01:02:16: Ja natürlich ist das... Das ist

01:02:21: Greenwashing!

01:02:22: Dann kauft man ein paar Zertifikate und sagt ich habe mir alles gerettet.

01:02:26: Natürlich gibt es auch klimaneutrale Momente und Erlebnisse.

01:02:30: wenn mich jetzt an dem hier in Berlin aufs Tempelhofer Feldsteller und die Sonne findest du nis.

01:02:41: Fotografiere dann

01:02:42: alle zwanzig Jahre ist das spannend aber danach.

01:02:45: natürlich wird auch sehr viel chatten, die Leute um die Welt und und und suchen da Erlebnisse und exotisch

01:02:56: erzählst.

01:02:57: vielleicht eine andere Frage abseits ihres Buches wenn sie sich vorstellen würden dass Sie ihr spannendes Leben als Buch betrachten würden, dass sie so Kapitel für Kapitel voran steiben und ihnen Freude macht.

01:03:15: Wie würden Sie dieses Buch titulieren?

01:03:17: Das Buch erst abends.

01:03:19: Denken Sie nach, das ist gar nicht so spontan einfach zu werden.

01:03:22: Absolut!

01:03:22: Nee, nee, das stresst mich jetzt auch, das Spontane zu beantworten... Es wäre irgendwas wie mehrere Leben in einem.

01:03:39: Meine Wahrnehmung In meiner Biografie ist das, dass es so extrem unterschiedliche Phasen gab.

01:03:55: Der Mensch der ich in diesen Phasern war, ist mir auch zum Teil komplett fremd geworden.

01:04:04: Es fällt mir auch schwer mich für die Dinge zu schämen, die ich vielleicht als dieser andere Mensch falsch gemacht habe und ich bin aber nicht stolz auf diese Dinge... ... dieser andere Mensch gut gemacht habe.

01:04:16: Also das ist der... ... mein zwanzigjähriges Ich, ist mir... ... das wirklich ein anderer Mensch.

01:04:22: also dass er den nicht,... ... der mir sehr fremd ist.

01:04:28: Nicht weil ich ihn nicht mag sondern weil ich das Gefühl habe, dass so wie man... ... ich weiß nicht wieviel alle... ... was alle zehn Jahre oder es gibt doch eine Rechnung wie oft sich der Körper komplett erneuert.

01:04:40: Alle

01:04:41: sieben Jahre.

01:04:41: Alle Sieben Jahre... Und so habe ich auch das Gefühl, dass sich einfach ausgetauscht wird und dann nicht mehr nur körperlich sondern auch geistig.

01:04:57: Nicht mehr derselbe Mensch ist.

01:04:59: Eine spannende Perspektive Herr Thielissen.

01:05:01: was würden Sie denn Ihrem zwanzigjährigen Ich oder den zwanzigeren Kahnl wirklich raten?

01:05:09: Wenn sie die Chance hat den besten Ratschlag ihres Lebens jetzt zu nennen, was wäre das?

01:05:15: Oh wow, noch so eine große Frage die schwer spontan zu beantworten ist.

01:05:22: Ja da komme ich aber vielleicht schließe ich doch wieder auf der Kreis das ich ja gesagt habe.

01:05:26: man überschätzt immer also oder man unterschätst wie sehr man die Dinge die man tut für die äußere Wahrnehmung tut und für die wahrnehmern der anderen.

01:05:41: und ich kann nur würde wahrscheinlich mir selbst anderen Ratten eben sich das sehr bewusst, also sich das stärker bewusst zu machen und stärker in sich reinzuhören.

01:05:52: Und sich zu fragen was will ich eigentlich selbst?

01:05:54: Und nicht so viel

01:05:56: Kraft nach außen leben.

01:05:58: Und Geld und Anstellungen daraus zu verschwenden die Erwartung einander zu erfüllen.

01:06:05: Schön!

01:06:06: Und Tilsen haben Sie einen Buch da sie in ihrem Leben sehr stark beeindruckt oder gepelgt hat?

01:06:16: Ja Es wird tatsächlich so ein Buch, das ist... Das ist auch so eine Art Ratgeber-Hoch.

01:06:23: Und es heißt von Walter Sernow und er heißt Letzte Locker Rupen.

01:06:31: Ein kleines Ruppes.

01:06:32: Ich

01:06:33: habe nie gehört!

01:06:35: Ja was weiß ich auch.

01:06:36: Das sind sehr wenige Bücher die ich immer wieder in die Hand nehme und wo ich auch immer wieder etwas rausziehe.

01:06:46: Letzte lockerung?

01:06:47: Ja.

01:06:48: Spannend Schau ich mir unbedingt an, sowas mag ich sehr.

01:06:52: Und dann die abschließende erneut sehr große Frage hätte das machen Sie sich Gedanken was ist für sie der Sinn des Lebens?

01:07:05: Das darüber habe ich mir sogar solchen Gedanken gemacht.

01:07:08: Mache ich mir

01:07:09: nicht zuerst

01:07:09: mal Gedanken du also?

01:07:15: Ich habe festgestellt dass es zumindest für mich sehr viel wichtiger ist Sehr viel wichtiger als glücklich zu sein oder sehr viel wichtiger, als Dinge zu machen die mir Spaß machen.

01:07:32: ist es der Mensch zu werden, der ich immer sein wollte.

01:07:39: Oder im Moment sein will?

01:07:41: und wenn je besser mir das gelingt, mehr habe ich das Gefühl ein richtiges gutes sinnvolles Leben gelebt zu haben.

01:07:57: Und es gibt andere, wo ich Dinge gemacht habe die mir Spaß gemacht haben und trotzdem irgendwie das Gefühl zurückgeblieben ist dass ich meine Zeit verschwendet habe.

01:08:08: Also ja, wenn man... Ich glaube jeder hat so ein Bild von sich, von dem Mensch der gerne sein würde und je mehr unter sich dem anzunähern.

01:08:22: Das ist gar nicht so moralisch gemeint, sondern das ist wie einfach so ein... Man will vielleicht einfach so halt sich immer gewünscht sein, ein gewisser Typ zu sein.

01:08:36: Und je mehr man je mehr einem das gelingt, dass so mehr habe ich zumindest für mich das Gefühl, dass ich ein erfülltes, sinnvolles oder richtiges Leben gelebt habe.

01:08:52: Das ist doch eine schöne Abschlussnote.

01:08:54: Herzlichen Dank mich herzlich für ein sinnvolles Gespräch und ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Abschluss der Woche.

01:09:03: Ihnen auch, danke schön!