00:00:00: dass Arbeit eigentlich zwischen zwei Erzählungen gefangen ist.
00:00:03: Und diese Erzählung sind beide falsch!
00:00:05: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich Hoffnung gesucht habe und weil ich hoffnungen machen möchte... ...und dann hab' ich mir angeschaut das ist Hoffnung eigentlich.
00:00:13: Und da ist mir auf den Fall, dass Hoffnung eben was ganz anderes ist als Optimismus oder Pessimismus.
00:00:18: Das ist einfach auf einer erkenntnistheoretischen Ebene schon falsch, weil keiner weiß wie die Zukunft wird,... ...weil die Zukunft in der Form gar nicht existiert.
00:00:25: Die gibt es gar nicht.
00:00:29: Also die Zukunft ist eine Gestaltungsfrage.
00:00:31: Und das ist das, dass Menschen die Hoffnung verspüren wissen.
00:00:51: Herr Dr.
00:00:52: Rusinek einen wunderschönen guten Tag und herzlich willkommen in der Aktuellen Ausgabe von der Sempelide Talks!
00:00:57: Vielen Dank Herr Michaelhoff.
00:00:58: ich bin froh hier zu sein.
00:01:00: Sie wurden mir so oft empfohlen, dass ich irgendwann dachte.
00:01:03: Bei dem nächsten Buch das sie rausbringen, spreche ich sie an und mit Your Cleanser Work freue ich mich auf ein hoffnungsvolles Buch, das uns weiterbringt.
00:01:12: Und sehr, sehr spannend war da sehr viele Leute die sie in ihrem Buch erbienen zum Beispiel Blum oder Professor Busch zur Serendipität waren ja bei uns und ich hatte irgendwie nicht hingegregt mit Werra Starke einen Termin zu für ein Wahn.
00:01:28: aber sich hat auch Ein Thema Hoffnung und Zuversicht mit aufgegriffen.
00:01:33: Und das war für mich damals eine sehr interessante Parallele, weil sie Hoffnung-und Zufersicht anders abgeschichtet hatte.
00:01:41: Dann fangen wir vielleicht damit an dass Sie sagen Arbeit heute ist ein Erosionsraum und kein Hoffnungsraum was eine sehr pessimistische Diagnose ist.
00:01:52: Inwiefern ist es wirklich ein Erozionsraum?
00:01:54: So empfinde ich persönliches nicht!
00:01:57: Das ist freut mich für Sie erst mal, dass sie das nicht so empfinden.
00:02:00: Es ist sicher gut eine positive Beziehung zur Arbeit zu haben, weil es ein Drittel unserer wachen Zeit ist.
00:02:07: Es gibt Studien die zeigen, dass es die Chance einen Sinn in seinem Leben zu verspüren wenn man keinen Sinn in der Arbeit verspürt bei unter einem Prozent ist.
00:02:14: Weil wir verbringen so viel Zeit in der arbeit.
00:02:16: Besser ist es das mit einer guten Haltung und mit einem Purpose wenn man so will zu verbringen.
00:02:21: Wenn man sich aber anschaut, wie hoch die Raten an innerlich gekündigten sind.
00:02:25: Wie viel Frustration man in der Arbeit erlebt dann ist diese positive Erfahrung leider immer mehr ein Randphänomen.
00:02:32: also ich finde das interessant dass die großen Diskurse die sich um Arbeit drehen eigentlich eine Sache gemeinsam haben.
00:02:39: es sind als Abkehrdiskurse.
00:02:41: ja es gibt die Idee des quite quitting's.
00:02:43: das ist so dass man arbeit im Grunde wie ein Zahnarzttermin behandelt möglichst nicht dran denken, wenn man da ist und möglichst selten hingehen oben drauf.
00:02:52: Dann gibt es die ganze Idee der bitcoin basierten Frührente.
00:02:56: ja Wenn man so innerlich gekündigt vor sich hin schweift im Internet findet man dann bei YouTube Videos von Menschen ihr Versprechen mit Bitcoin schnell die Frührente zu gehen.
00:03:05: Das sind meistens Menschen von denen würde man nicht mal ein Gebrauchtwagen kaufen.
00:03:08: Und sie sitzen dabei in Dubai während Sie diese Videos aufnehmen.
00:03:11: aber sie versprechen einem eben so du musst nicht mehr arbeiten.
00:03:15: Und auch da gibt es erschreckende Zahlen, also dass zum Beispiel Lotto-Gewinner eigentlich gar nicht besonders viel glücklicher werden stabil.
00:03:22: Weil sie dann eben auch was verlieren, was wichtig ist fürs Mensch sein nämlich das Gebrauch zu werden und das Tätigt sein.
00:03:28: Dann gibt's Workation der Versuch möglichst viele Kilometer zwischen sich und seine Kollegen zu bringen.
00:03:33: Das ist auch ein Trend.
00:03:35: Bedingungslose Grundeinkommen ist auch eine Abkehrbewegung.
00:03:39: Und natürlich die Arbeitszeitverkürzung, vier, drei, zwei, eins Tage Woche.
00:03:43: Es gibt einen Buch zur ein-Tage-Woche auch.
00:03:45: Das sind alles Abkehrbewegungen.
00:03:46: also alles was diese Diskurse gemeinsam haben sind Abkehr Bewegung.
00:03:50: Möglichst nicht an Arbeit denken, möglichst schnell in die Rente gehen, möglichst weit weg von Kollegen sein, möglichst kurz arbeiten das finde ich... das gibt mir zu denken dass das sozusagen das ist was dir Sehnsüchte antreibt momentan und es passt nicht zudem was Arbeit eigentlich für uns Menschen im Kern bedeutet und was Arbeit auch mit uns machen kann, wenn sie gut ist.
00:04:12: Und welche Rolle spielt in Social Media bei dieser Abkehr von der Arbeit?
00:04:16: Weil da wird ja immer wieder ein Auszug des Eisbergs als besonders hübsch ist vorgespielt und viele Leute – vielleicht junge Menschen, die damit konfrontiert werden – denken es gibt andere Lebensmodelle und die Identitätsstiftern der Thematik wie Arbeit spielt dabei nicht unbedingt die Primärrolle.
00:04:39: Ja genau, also das ist eine sehr entscheidende Frage.
00:04:41: Ich hatte einen Lehrer bei uns an der Universität St.
00:04:44: Gallen Dieter Thomae mittlerweile emeritierter Philosophie-Professor und er sagt dass Arbeit eigentlich zwischen zwei Erzählungen gefangen ist und diese Erzählung sind beide falsch.
00:04:54: es gibt einmal die Umarmungserzählung ja da wird gesagt hey Arbeit kann Spaß machen und zwar nonstop Spaß machen Und das wird in sozialem Medien sehr stark propagiert.
00:05:04: Da sieht man Menschen die irgendwelchen Co-Working Spaces per Knopfdruck alleine mit leichter Geste das große Projekt machen.
00:05:13: Das sind Vorstellungen von Arbeit, die in den Bildwelten der sozialen Medien sehr stark sind.
00:05:19: Dass Arbeit im Grunde ein leichtes Spiel ist wie Urlaub schon und was hat es mehr mit einem Matcha-Elate zu tun als mit hartem Tun?
00:05:29: Und da sagt Dieter Thomei zu Recht, dieses Bild von Arbeit nimmt Arbeit gar nicht ernst.
00:05:34: Ich finde das merkt man auch zum Beispiel wenn man Zukunft der Arbeit bei Google in der Bildersuche angibt dann findet man Bilder die mit richtiger Arbeit sehr wenig zu tun haben.
00:05:42: Das ist alles sehr launschig.
00:05:44: Da chillt man miteinander und es ist immer ein bisschen zu laut.
00:05:47: Man hat das Gefühl, dass kann sich gar nicht richtig konzentrieren.
00:05:49: Das sind diese Umarmungserzählungen.
00:05:51: Also Arbeit muss Spaß machen!
00:05:53: Wenn es dir keinen Spaß macht, liegt es an dir.
00:05:55: Dann liegt es am Mindset.
00:05:57: Das ist auf jeden Fall eine kritische Erzählung, weil damit werden Erwartungen so hochgeschraubt an die Arbeit.
00:06:03: Und die sieht man dann eben in den sogenannten sozialen Medien, dass man daran nur zerbricht und enttäuscht zu seiner eigenen Arbeit geht.
00:06:11: Das ist die eine Erzählung und die andere Erzählungen, die genauso falsch sind würde Thomas sagen das ist die Totschlagerzählung.
00:06:18: Die Totschlaxerzählung habe ich letztens mich längere Zeiten im Auto gefahren und hab sehr viel den gleichen Radiosender gehört.
00:06:24: Da ist mir das nochmal aufgefallen.
00:06:26: Da wurde Mittwochs gesagt, hey!
00:06:30: Bergfest.
00:06:31: Ihr habt die Hälfte geschafft bis zum Wochenende.
00:06:33: Am Donnerstag wurde gesagt, Hey!
00:06:35: Donnerstag ist der kleine Freitag, ja?
00:06:37: Bald geht's ab ins Wochenende... Freitags wurde dann das Wochenende gefeiert.
00:06:41: Sonntag wurde gesagt oh Montagsblues es geht mit Montag wieder los.
00:06:45: Dienstag wird gesagt dass das kleine Bergfest beid habt ihr schon die hälfte geschafft.
00:06:49: also im Grunde dass man Arbeit wie eine Art Haftstrafe betrachtet und bezeichnet und Arbeit damit Totschlägt.
00:06:59: Also dieser ganze Begriff der Work-Live Balance suggeriert das ja auch, also wenn work und live zwei getrennte Welten sind dann erklärt man die Arbeit eigentlich damit den Tod weil man sagt es gibt hier dieses Leben und es gibt die Arbeit die haben nichts miteinander zu tun sie müssen gegeneinander ausgewogen werden.
00:07:16: Und das ist die Totschlagserzählung.
00:07:18: Das heißt die schraubt die Erwartungen an die Arbeit nicht so hoch wie dass die Umarmungserzählung macht sondern im Grunde zu niedrig.
00:07:24: Die sagt Arbeit ist nur Leid, es ist nur Mater und wir müssen da schnell raus.
00:07:30: Und das ist auch eine unsinnige Erzählung weil sie zum Beispiel eine vollkommen falsche Vorstellung davon hat was Arbeitslose erleben müssen.
00:07:38: Ja die erleben nämlich nicht nur eine ökonomische Krise, sondern auch eine existenzielle Krise denn es gehört ganz tief zu uns Menschen dazu für einander Probleme zu lösen und gemeinsam Zusammenhalt durchs Tätigsein zu erleben.
00:07:51: also Entweder erklären wir, packen wir die Arbeit auf ein riesiges Podest in den sozialen Medien.
00:07:57: Von dem wir dann nur enttäuscht sozusagen hochgucken können und merken, wer kommt da nicht ran?
00:08:01: Sagen Arbeit macht immer nur Spaß!
00:08:03: Was natürlich Unsinn ist denn selbst meine Ehe macht nicht immer nur Spass oder meine Familie oder meine Freizeit.
00:08:09: Also Spaß finde ich auch eine ganz falsche Kategorie eigentlich an Arbeit.
00:08:13: Oder wir erklären Arbeit sozusagen Tod für Tod und ziehende alles Leben raus.
00:08:20: Und machen das dann zu einem Leid, was uns auch passiv macht weil dann haben wir auch keine Interesse mehr das zu verbessern menschlicher zu machen, erfolgreicher zu machen.
00:08:29: Wir sagen hey!
00:08:30: Das ist eh... wir sitzen das hier eh ab Bergfest kleiner Freitag und dann ab ins Wochenende.
00:08:35: diese beiden Erzählungen werden beide in sozialen Medien sehr stark propagiert und machen beide aus der Arbeit eine recht verkümmerte Welt.
00:08:43: Und jetzt sitzen in diesem virtuellen Raum zwei Menschen, die zu der Arbeit einen ganz anderen Bezug haben und von einer anderen Erzählung leben vermute ich.
00:08:53: Sonst würde es uns nicht Freude machen auch wenn er zu jeder Leidenschaft leiden.
00:08:58: dazu gehört welche Erzählungen erzählen wir uns selbst Herr Drusing das wieder mit positiv klarkommen?
00:09:05: Also Tomer der schreibt von der doppelten Verwandlung Die Verwandlungserzählung Ich schaffe etwas Mit meiner Arbeit, ich schaffe ein Produkt.
00:09:12: Also ich verwande bestimmte Güter in Produkte oder Dienstleistungen und gleichzeitig verwandelt mich das auch.
00:09:18: also Ich wachse auch an dem was ich tue.
00:09:20: Und sie haben es schon so schön gesagt zur Leidenschaft gehört dass leid dazu.
00:09:24: Ich finde das mit der Leidenschaft ganz interessant und auch ganz relevant.
00:09:28: Wofür bist du bereit zu leiden?
00:09:30: Ich hatte bei einer großen Strategie Beratung lange Zeit gearbeitet und auf die Bewerbungsgespräche geführt und da war für mich immer eine zentrale Frage Wofür bist du bereit, auch mal Frust einzustecken?
00:09:40: Viel interessantere Frage als was macht dir Spaß.
00:09:43: Weil Spaß ist sehr... Was einem Spaß macht das ist nicht immer so sehr in der eigenen Hand.
00:09:47: aber zu sagen und da sagen wir bei Freunden auch das finde ich auch so eine schöne Formierung Du Ich kann dich leiden!
00:09:53: Das heißt selbst wenn du mein Nichts Spaß machst haltest mit Dir aus.
00:09:57: Das finde ich ist ganz wichtig bei der Arbeit.
00:09:59: diese Geschichte der Verwandlung Und da gibt es also in meinem Buch habe ich mich damit ein bisschen beschäftigt wo kommt eigentlich Arbeit her?
00:10:07: Dann müssen wir ein bisschen in die Vergangenheit schauen, so vierhunderttausend Jahre zurück ungefähr.
00:10:11: Da waren wir nackte Affen als Menschen.
00:10:14: Wir hatten kein dickes Fell und gegensatz zu anderen Primaten.
00:10:18: Wir hatte noch keine Säbelzähne wie der Säbelzahntiger oder eine unfassbare Körpermasse wie das Mammut.
00:10:24: Also wir waren als Menschen alleine ziemlich schwach.
00:10:28: Wir mussten uns um Immobilien kümmern also Höhlen zum Beispiel.
00:10:31: Wir müssten uns im Waffen kümmern durch Feuersteine und irgendwelche Lampsen und Späre Und das haben wir alleine gar nicht hinbekommen.
00:10:38: Also im Gegensatz zu fast allen anderen Tieren sind wir allein total aufgeschmissen und deswegen haben wir vor vierhunderttausend Jahren mit einer Sache angefangen, mit der die anderen Tiere bis heute nicht in dieser Form angefangen haben.
00:10:51: Wir haben unseren Mund aufgemacht um angefangen zu sprechen.
00:10:54: Deswegen finde ich es total faszinierend dass in der Geschichte des Menschen am Anfang die Schwäche steht Die individuelle Schwäche.
00:11:02: alleine kriege ich nichts hin.
00:11:04: und so ist das heute auch noch.
00:11:06: Ein Elon Musk, der kann alleine vielleicht ein Tesla reparieren.
00:11:09: Maximal mehr schon nicht!
00:11:11: Unser Wissen ist immer outgesourced auf andere.
00:11:14: Wir beginnen unseren Mund aufzumachen über Probleme zu sprechen und schon reden wir auch darüber wer uns helfen könnte das Problem zu lösen.
00:11:23: Ah da ist jemand der weiß wo es eine gute Höhle gibt, ah da gibts jemanden der weiß wie man aus Steinen spitze Waffen machen kann... Und so beginnt mit dem Moment der Schwäche?
00:11:33: Der Moment der
00:11:33: Absprache?!
00:11:35: und damit der Arbeitsteilung.
00:11:36: Und so organisieren wir dann Höhlen... ...und die Verteidigung gegen Sebelzahntiger, aber auch IT-Dienstleistungen oder Software oder Wissenschaftspublikationen.
00:11:48: All das entsteht aus dem Moment der Schwäche!
00:11:51: Das ist das Entscheidende an Arbeit und das ist der Grund warum wir heute auf Laptops rumhacken und nicht mehr auf Stein wie andere Tiere Nächsten verwandten die siebenundzig Prozent unserer DNA mit uns gemeinsam haben im Zoo besuchen können, wie Sie sich mit Fikarien bewerfen.
00:12:10: Aber wir in der Arbeit einem guten Tag idealerweise viel besser miteinander umgehen.
00:12:15: und das ist das Schöne an Arbeit!
00:12:16: Das es uns verbandelt und dass wir über uns hinaus wachsen und dadurch auch zusammenwachsen.
00:12:21: Und ich merke jetzt mir vorhin im Vorgesprächen ein bisschen über Elternschaft gesprochen An meiner vierjährigen Tochter.
00:12:28: Manchmal spielt sie mit einem Ball oder so, aber vor allem will sie Arbeit spielen.
00:12:31: Sie spielt Kassiererin, sich spielt Busfahrerin, manchmal spielt sie mich nach mit meinem Telefon und würde sie irgendwelche Businessgespräche führen und so... Es ist ganz tief in uns drin das wir uns einbringen wollen als Menschen.
00:12:45: Wir wollen dass die Welt nicht spurlos an uns vorbei geht!
00:12:48: Wir wollen nicht alleine sein, wir wollen wirken auf die Welt.
00:12:51: Und das steckt in der Arbeit drinnen diese doppelte Verwandlung.
00:12:53: Ich verwandle etwas in eine Lösung.
00:12:56: Wir können Bedrohungen in Probleme verwandeln, die wir dann lösen können.
00:13:01: Und damit verwandlen wie uns auch Wachsen aneinander und miteinander.
00:13:06: Sehr sehr schöne Perspektive da drauf weil für vieles Arbeit auch identitätsbildend man hat dann quasi nur die Arbeit und sich haben ja Elon Musk erwähnt Es gibt ja die lieben Heldenerzählungen, aber wir lieben auch anti-Heldenerzählungen und sie schreiben in ihrem Buch von diesem Einzelcamp vorbei ist.
00:13:28: Ja!
00:13:28: Jetzt ist für mich die Frage wie stark ist sein Beitrag zu dieser außergewöhnliche Leistung?
00:13:38: jetzt ich würde wirklich moral ausblenden sondern einfach unterschiedliche Schübe die in unterschiedlichsten Branchen ausgelöst hat und etwas bewegt hat.
00:13:49: Wo beginnt da die Leistung eine Person, die so mit viel Mut, Leidenschaft und vielleicht auch Organisationstalent und Kreativität so etwas tatsächlich bewegt?
00:14:01: Und wo endet das?
00:14:03: Ja ja, das ist ne gute Frage!
00:14:04: Ich glaube das wusste ich echt von Case zu Case unterscheiden.
00:14:08: Ich denke es gibt im Grunde zwei Phasen.
00:14:10: Es gibt so die Phase des Leaders der eine Organisation Aufbaut der Terrain erobert, wenn man so will in Märkten.
00:14:17: Da geht es glaube ich viel um karismatische Führungspersonen und denken wir zum Beispiel auch an Steve Jobs.
00:14:23: Und dann muss das... Dann müssen Organisationen in ihrer Reife sich oft verwandeln in Organisationen die nicht von Liedern sondern von Managern geführt werden Also von welchen die nicht Terror weiter erobern, sondern die Terror halten können.
00:14:39: Die sozusagen aus der Revolution eine Republik machen können, die Organisation stabilisieren können.
00:14:44: und Tim Cook, der Übergang von Steve Jobs zu Tim Cook in dem Fall war dann ganz interessant Weil das Problem mit Charisma bei solchen Personen ist, dass sich Charisman sehr schlecht vererben lässt.
00:14:54: Er lässt sich sehr schlecht weitergeben an Nachfolger und deswegen hat Tim Cook diesen schönen Satz gesagt Ich versuche nicht der zweitbeste Steve Jobs zu sein sondern der erstbeste Tim Cook was ihm sehr gut gelungen ist Und ich glaube als auch bei Elon Musk.
00:15:10: man merkt einen gewissen Overstretch vielleicht mittlerweile aber es gibt Zeiten für visionäre Lieder Und es gibt Organisationen, die dann wiederum in andere Phasen übergehen müssen.
00:15:20: Wo's eben darum geht nicht nur aggressiv zu erobern sondern auch diplomatisch zu halten.
00:15:27: Ja und wo beginnt das Einzelgenie?
00:15:28: Das ist natürlich eine schwierige Frage denn wenn man sich vorstellt dass so ein EinzelGenie zum Beispiel an einer Universität war Die durch Steuergelder finanziert ist also ganz viel Ressourcen schon hatte selbst bevor es an die erste Gründung ging die aus der Gesellschaft kommen Dann ist das im Grunde sehr miteinander verwachsene Sache, also die kollektiven Ressourcen kommen ja auch indirekt rein eben durch Infrastruktur Bildung und dann einzelne Genies, die daraus was machen können.
00:15:58: Ich denke das in vielen Kontexten dass Einzelgenie ein bisschen zu sehr überschätzt wird oder es wird zu sehr hingenommen, dass Einzigenis immer ganz schön viel Porzellanz zerstören.
00:16:09: Das wird dann oft sogar als Beweis des Genietooms gesehen.
00:16:13: ich habe das selber beraten sehr viel unterwegs selber bei Organisationen erlebt, dass die sagen ja der darf das.
00:16:19: Der ist ein Genie so.
00:16:20: Ja ich würde mir wünschen, dass auch Genies vielleicht weniger Menschen gegen sich aufhetzen mehr auch sozusagen holistischer Denken in der Führung.
00:16:30: aber das kommt sehr auf den Einzelfall drauf an.
00:16:32: Der Elon Musk kenne ich nicht persönlich deswegen kann ich das nicht so ganz gut.
00:16:37: Ich beobachte nur diese Außer... Ordentliche Leistungen, vielleicht können sie gar nicht mit ordentlichen Liedership-Fähigkeiten erbracht werden.
00:16:47: Man muss ein Zieg außerhalb des Normalens sein um so etwas zu erbringen.
00:16:54: weil auch bei Steve Jobs dieses Filter... Distortion hatte, glaube ich.
00:17:00: Wo die Menschen einfach von ihm komplett eingenommen wurden und er dann deren Ideen für eigene ausgegeben hat weil sie dann zwei Tage später antizipiert hatte.
00:17:11: Das ist auch spannend.
00:17:12: das hatten Sie vorhin mit Vera Starke auch erwähnt.
00:17:15: Sie hat ja auch ein Buch über Hoffnung geschrieben und manchmal sind so Themen in der Luft Und ich glaube es ist das bei Gründern auch.
00:17:22: Zum Beispiel die Erfindung des Automobils wurde fast zeitgleich von drei Leuten gemacht, weil da bestimmte Themen einfach in der Luft sind.
00:17:30: Bestimmte Innovationen bieten sich an und es ist bestimmte Opportunitäten.
00:17:34: Und die werden dann gezogen.
00:17:35: bei Steve Jobs war das so.
00:17:36: ja zu glauben, dass ein Handy ohne Knöpfe irgendjemand interessiert.
00:17:41: Das hat er diesen diese Wette sehr eingegangen.
00:17:44: ich würde mal auch wenn ich mir wahrscheinlich viele Feinde mache sagen Wenn er diese Wetter nicht eingegang wäre dann wäre wahrscheinlich im Laufe der Zeit jemand anderes dieser Wette eingegangen.
00:17:54: Es heißt, es muss immer auch ein bisschen der Zeitgeist passen.
00:17:58: Es müssen bestimmte Dinge in der Luft sind.
00:18:00: Schauen wir uns Elon Musk zum Beispiel an?
00:18:01: Das finde ich bei EME total interessant weil er ja sehr libertär ist und den Staat klein machen will was er ja auch also weniger erfolgreich als andere Projekte versucht hat vor einem Jahr ungefähr.
00:18:16: Genau genau.
00:18:18: Gleichzeitig ist er jemand wie kaum ein anderer Gründer so stark von staatlichen Subventionen profitiert hat.
00:18:25: Also er hat mit Tesla unfassbar viel E-Mobilitätssubventionen einkassiert, ja?
00:18:30: Sonst hätte es das in der Form nicht gegeben!
00:18:32: Mit SpaceX hat er fast ausschließlich öffentliche Aufträge... Ja also das ist schon interessant dass jemand, der so anti
00:18:41: öffentliche Aufträge sind keine Subvention und bei Tesla bin ich dabei, was es jetzt Staat als Akteur ist dann ist okay Ja,
00:18:50: aber es ist... Wer ohne staatliche Aufträge bei Weitem nicht da wo er jetzt ist?
00:18:56: Absolut.
00:18:57: Aber ich glaube das ist diese eindimensionale Betrachtung des Lebens.
00:19:02: Das ist einfach Low-Resolution Ansatz.
00:19:05: Das Leben ist halt ein High-Resolutions-Despektive und ich bin da bei diesen populistischen Einsimensionalen Kategorisierungen, wir nehmen mal so ein bisschen vorsichtig.
00:19:15: Aber das erlebe man so häufig, dass es wirklich fast schon Lustig ist zu biobaken und das hier rauszufiltern.
00:19:22: Ja ja!
00:19:23: Und diese Heldengeschichte ist eben eine die... ... die uns immer schon sehr in Wallung gebracht hat.
00:19:29: Und damit auch... Ist
00:19:30: auch schön!
00:19:32: Sie haben ja Arbeit erwähnt, aber für die Arbeit damals war da die Feuergeschichte der Klebstoff und das
00:19:39: waren
00:19:40: diese...
00:19:40: Ja genau.
00:19:42: Genau.
00:19:42: So eine Stammesordnung.
00:19:43: was supergut einen lauten Anführer zu haben.
00:19:48: Es gibt ne Wirtschaftsetikerin, die ist in Neimirchen jetzt glaube ich Lisa Herzog.
00:19:53: Die schreibt in ihrem Buch die Rettung der Arbeit, ganz schön auch von diesen Heldengeschichten.
00:19:57: Und sie schreibt sehr klar das wir diese Heldengeschichten also wir nennen es hier LIDAR-Leadership Das fielen so in den Siebzigern an dass wir da so sehr vehement drüber gesprochen haben.
00:20:10: oder vielleicht noch ein bisschen früher in den Sechzigern.
00:20:14: und wo waren diese Heltengeschichte vorher?
00:20:17: In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts?
00:20:19: Ja, das sieht man wenn man den Begriff Lieder ins Deutsche übersetzt.
00:20:22: Dann weiß man wo diese Geschichten vorher waren.
00:20:25: also denken wir an Mussolini oder Hitler oder solche Figuren.
00:20:29: Das waren auch welche die diesen Führungs- Emotionen sehr stark ausgelöst haben.
00:20:35: Ich will damit nicht sagen dass es da einen konkreten Vergleich gibt aber ist in einer historischen Entwicklung Dass wir uns starke Führer aussuchen dass wir da gerade in bedrohten Zeiten wieder jetzigen das Gefühl haben, dass bräuchte es wieder.
00:20:50: Und ja, das kann viel Positives auslösen wenn diese Person anständig ist und das kann aber auch sehr stark in die Hose gehen.
00:20:58: oder müssen wir immer ein Auge draufhaben?
00:21:00: Ja, aber ist die Frage, Dr.
00:21:02: Rieschen funktioniert es ohne?
00:21:04: Ich meine die Menschen vor allem unter Unsicherheit und in der Krise brauchen eine sehr starke Orientierung.
00:21:08: da geht's gar nicht um Autorität sondern um die Autoritäts.
00:21:14: Das ist ein sehr feiner Unterschied.
00:21:16: Und die Frage ist, was ist der richtige Weg?
00:21:18: Wir leben... das ist ja häufig.
00:21:20: wir kommen jetzt aus dem Krisenmanagement und Transformations-Management und die Menschen suchen eine Orientierung.
00:21:27: Und ich habe so sechs bis sieben Monate Firefighting Modus.
00:21:33: Ist okay!
00:21:34: Dann
00:21:34: kippt es ins Negative.
00:21:36: Und das ist das, was viele einfach verpassen und nicht den Ausstieg finden.
00:21:41: Genau, damit beschreiben Sie es eigentlich schon exzellent.
00:21:44: also Wenn ich mir Organisationen angucke, wenn ich ein Erstgespräch habe mit einer neuen Organisation, dann gucke ich mir mal an auf welcher Welle befinden die sich gerade.
00:21:53: Also stelle mir das immer wie so eine Pendelbewegung vor in verschiedenen Dimensionen.
00:21:57: Eine Dimension ist auf jeden Fall zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung.
00:22:01: also es ist ein Grundspannungsfeld in Organisationen.
00:22:04: Es gibt eine Organisation die vielleicht sehr wild am Rum experimentieren Also sehr stark in der Dezentralisierung, es gab bei Adidas eine Zeit lang zum Beispiel.
00:22:17: Damit kann man sehr schnell in die Krise kommen und dann braucht's ne Zentralisierung.
00:22:22: Das heißt da brauchst du z.B.
00:22:23: ne starke Führungsfigur, die den Laden wieder auf einen Gleis bringt.
00:22:28: Das war dann Kasparorstedt in der Zeit, der Kasparot-Stift genannt wurde aus Gründen bei Adidas.
00:22:34: So, und dann ist man sehr stark in der Zentralisierung drin.
00:22:37: Und dann passiert das was Sie vorhin angekündigt haben oder es kann passieren dass man dann vor lauter Zentralisierung und Machtkonzentration wiederum in eine Problematik betreibt.
00:22:46: Das heißt Ja, es ist im Grunde so eine Idee aus der griechischen Antike das jede übertriebene Stärke zu einer Schwäche wird.
00:22:54: Und man sich wirklich anschauen muss wo befindet sich die Organisation in hier und jetzt?
00:22:59: Und so habe ich zum Beispiel mit Organisationen zu tun, die zB an den NGO sehr dezentral entscheidet.
00:23:05: Das heißt Entscheidungen werden erst getroffen wenn sich wirklich alle gehört fühlen jeder mit am Tisch saß
00:23:10: Alle
00:23:11: gleichzeitig der gleichen Meinungen sind.
00:23:13: ja dass ist etwas was sehr lammens sein kann.
00:23:16: Und dann arbeite ich aber auch mit Organisation zusammen, wo wie Sie schon sagen dieser Feuerwehrmann leider nicht seine Feuerwehrmanschicht beenden möchte.
00:23:25: Weil er natürlich auch sehr viel Identität daraus zieht diese große Zampanur zu sein.
00:23:30: Da wiederum würde das Gegenteil helfen und das heißt wir befinden uns immer in der zyklischen Bewegung und da heisst es immer.
00:23:39: also was braucht die Organisation jetzt gerade?
00:23:40: Wo befinden wir uns gerade?
00:23:42: Ja, aber das ist glaube ich wichtig für viele zu verstehen.
00:23:46: Dass es immer ein Spannungsfeld ist und so zwischen den Polen kontextabhängig unterwegs zu sein und diese Ambiguenz-Kompetenz ja Widersprüche auszuhalten und mit dem gleichen Rezept in unterschiedlichen Situationen sehr vorsichtig umzugehen.
00:24:02: und weil meine das hier normal das bewährte Themen sehr gut funktionieren.
00:24:08: da fand ich auch ihre Abgrenzung Hoffnung in Vordergrundstellen und grenzen das sehr stark vom Optimismus, Pistimismus.
00:24:16: Und was für mich neu war in der Form Revisionismus ab.
00:24:22: Können Sie das bitte erläutern im Kontext?
00:24:24: Sehr gerne, sehr gerne!
00:24:26: Also ich habe dreieinhalb Jahre an dem Buch geschrieben... Ich schreibe das nicht mit KI sondern mit ME, mit menschlicher Intelligenz oder ich versuche es zumindest.
00:24:34: Und da habe ich mich vor vier Jahren ungefähr gefragt, worüber möchte ich eigentlich mein nächstes Buch schreiben.
00:24:39: Ich war kurz davor über Fake Work zu schreiben weil ich das aus meiner Arbeit irgendwie auch aus der Forschung sehe dass viele Menschen das unfassbar viel Energie raubt wenn sie das Gefühl haben ich kann mit meiner Arbeit keine Probleme lösen und nicht vorankommen.
00:24:54: und dann habe ich mir gedacht naja vier Jahre über Fake work zu schreiben Das ist wahrscheinlich auch aus psycho-hygienischen Gründen vielleicht nicht das, was ich machen möchte.
00:25:00: Und dann habe ich mich gefragt, na ja?
00:25:01: Was fehlt denn den Leuten wenn sie so stark an sinnlose Arbeit unterwegs sind und damit zu viel beschäftigt sind?
00:25:08: Und dass es eben die Hoffnung also... Ich hab dieses Buch geschrieben weil ich Hoffnungen gesucht habe und weil ich hoffnungen machen möchte.
00:25:15: und Dann habe ich mir angeschaut, was ist Hoffnung eigentlich?
00:25:18: Und da ist mir aufgefallen, dass Hoffnung etwas ganz anderes ist als Optimismus oder Pessimismus.
00:25:24: Optimisten, die sagen alles wird großartig.
00:25:27: Da müsst ihr gar nichts machen.
00:25:29: Siehnen wir zum Beispiel im Silicon Valley im KI-Diskurs It's going to be great!
00:25:33: Lasst uns in Ruhe mit euren Sorgen, Regulierungsfragen
00:25:35: etc.,
00:25:36: Wir machen das.
00:25:37: Das ist Hammer.
00:25:37: Ihr könnt euch zurücklehnen.
00:25:39: Also Optimismus ist eine Gewissheit, dass alles großartigt wird und passiv macht wenn man sich zurücklehnt kann.
00:25:46: Wenn wir einen deutschen Föhrtors über KI lesen, dann lesen wir da meistens von den Pessimisten.
00:25:52: Die sagen alles wird furchtbar die Welt geht mal wieder unter das Abendland geht immer wieder runter und nein man kann da nichts dran machen.
00:25:57: Wir müssen da resignieren.
00:25:59: Das heißt auch die verkaufen eine Gewissheit über die Zukunft nämlich dass es als furchter wird Und sie legen die Hände in den Schoß und sagen da lässt sich nichts machen.
00:26:07: Ja und das sind beides Denkfiguren die eigentlich sehr viel miteinander gemeinsam haben nämlich dass beide meinen zu wissen wie die Zukunft wird und dass beide ihr Publikum tendenziell passiv machen.
00:26:17: Und das ist einfach auf einer erkenntnistheoretischen Ebene schon falsch, weil keiner weiß wie die Zukunft wird?
00:26:22: Weil die Zukunft in der Form gar nicht existiert – die gibt es gar nicht!
00:26:25: Die Zukunft ist unfertig.
00:26:27: also die Zukunft ist eine Gestaltungsfrage.
00:26:30: Das ist was Menschen die Hoffnung verspüren wissen.
00:26:34: Die sagen das, was Schlaf Havel zum Beispiel gesagt hat Ein großer Bürgerrechtler, der hat gesagt ich weiß nicht wie die Geschichte ausgeht als er gegen den Kommunismus gekämpft hat.
00:26:44: Aber ich weiß dass es Sinn macht sich für eine bessere Welt einzusetzen.
00:26:48: Das ist das was Hoffnung ist.
00:26:49: Also Hoffnung is keine Gewissheit über die Zukunft.
00:26:52: Jetzt habe ich auch herausgefunden, weil ich im Rahmen des Buches mit Klimaaktivisten gesprochen hab und sie gefragt habe ob die Optimisten sind.
00:26:59: Dann haben Sie gesagt ne natürlich nicht gibt es keinen Grund.
00:27:02: dazu guckt ja die Klimakrise an aber Pessimisten sind sie eben auch nicht sonst würden sie sich ja nicht einsetzen.
00:27:08: also Hoffnung ist die Gewissheit dass es Sinn macht sich für etwas einzusetzen ohne zu wissen wie die Zukunft wird.
00:27:15: und wenn man das so versteht deines hoffnungen eben keine Überzeugung, die irgendwie von irgendeinem Messias oder Leadership-Helden einem in den Schoß gelegt wird.
00:27:24: Sondern eine Tätigkeit!
00:27:26: Ich muss mich für was Sinnvolles einsetzen und das ist dann eben wenn es wie ein Tätigkeit, wie ein Handwerk ist etwas wofür wir Mindset brauchen also Überzeugungen aber auch ein Skillset also Fähigkeiten und einen Toolset also Werkzeug.
00:27:40: Und damit bringe ich diesen Hoffnungsbegriff eigentlich sehr nah an dem Begriff von guter Arbeit Hoffnungsvolle Arbeit und somit baue ich das Buch auf.
00:27:47: Und sie haben mich ja gefragt nach Revisionismus, genau!
00:27:49: Das ist dann nochmal neben dem Optimismus und dem Pessimismus eine dritte Figur.
00:27:54: und die sagen... Auch, dass sie wissen wie die Zukunft wird.
00:27:57: Nämlich genauso wie die Vergangenheit oder wie eine herbeifantasierte Vergangenheits.
00:28:02: also Die AfD sagt wir wollen Deutschland wieder normal machen.
00:28:06: wo man sich fragt wann war Deutschland mein normal?
00:28:08: gibt es diesen?
00:28:09: gab es diesen Zeitpunkt?
00:28:10: der US-Präsident sagt make America great again.
00:28:15: Es gab Mussolini, der wollte das den antiken Stolz Italiens wieder auferstehen lassen und Hitler wollte die Schande von Versaithilgen.
00:28:23: Das heißt es sind immer Ideen wo man sozusagen in Zukunftsgewissheit sich mehr oder weniger aus einer Vergangenheit herbei bastelt.
00:28:30: Wobei diese Bastelai manchmal ganz schön chaotisch ist und nicht so sehr... historisch akkurat ist.
00:28:35: Und das sehen wir im Management übrigens auch, also wir sehen dass wenn Menschen sagen Wir holen jetzt wieder die Peitsche zurück, wir gehen jetzt wieder zurück in alte einfache Welten, wir drehen die Uhr zurück Das ist dieser Revisionismus und auch das ist etwas was das Publikum passiv macht weil es eben diese Führungsfigur hat Die uns eine Zukunftsgewissheit verkauft.
00:28:56: und auch da sollten wir vorsichtig sein Weil Zukunft handgemacht ist, weil wir sie gestalten können und weil das eben auch alle angeht.
00:29:05: Und es gibt ja diese Zyklen, von denen sie gesprochen... Also kann man auch sagen, es gibt hier häufig durch diese psychologische Reaktanz auch gegen Pendelbewegungen.
00:29:15: Und zum Beispiel Trump war vielleicht eine Antwort auf eine andere Pendel-Bewegung, die in den USA sehr stark ausgeprägt war.
00:29:24: Das schwappt immer wieder ein bisschen für spätet nach Europa, nach Deutschland.
00:29:28: Kann es sein dass es da So gegen Trump gibt es dann wieder eine Gegenbewegung und dass wir irgendwie einfach nur ist nicht schaffen einzupendeln, weil auch durch Social Media, durch Transparenz, durch aufbauschende Stimmung man einfach nicht mehr in Einführungszeichen zu einem so steady stage kommt.
00:29:49: Absolut ja also genau ich... Ich sehe auch hier die Welt in Pendelbewegung, also Kultur entwickelt sich glaube ich in Pendlbewegungen nach vorne oder wenn es sich überhaupt noch vornentwickelt ist pendelt auf jeden Fall sehr.
00:30:01: Und die sozialen Medien halte ich dafür einen ganz kritischen Player und eine kritische Infrastruktur.
00:30:09: Wir sind von unserem Gehirn aus dazu gebaut uns einmal am Tag maximal über etwas aufzuregen Und zwar darüber, dass wir das im Gebüsch irgendwas raschelt und es könnte ein Raubtier sein.
00:30:21: Das regt uns auf!
00:30:22: Dazu sind wir gebaut.
00:30:24: Die meiste restliche Zeit des Tages wollen wir uns nicht aufregen.
00:30:27: Wollen wir im Schatten sitzen und irgendwie rühmen essen so ungefähr... Jetzt sind wir an eine Infrastruktur angeschlossen, eine Erregungsinfrastruktur die uns dazu bringt uns nonstop über alles aufzuregen Und das ist etwas, wo sozusagen wie die Technologie der Zukunft haben und die Gehirne aus der Steinzeit.
00:30:46: Das passt wirklich ganz schlecht zusammen.
00:30:50: Dass dieses Aufregende jetzt auch so ... Es wird so normativ aufgeladen dass es geht ja auch als was Tolles.
00:30:55: also ich würde sagen Ich würde zehnmal eher sagen oh das war ein ist ein aufregender Typ den nicht getroffen habe.
00:31:01: ein aufregenes Gespräch das gilt als positiv aber zu sagen ist ein beruhigender Mensch den ich getroffen hab.
00:31:06: ein berühmtes Gespräch klingt irgendwie merkwürdig und aus der zeit gefallen, das heißt wir regen uns die ganze zeit auf.
00:31:13: Wir wollen uns die ganzen Zeit aufregen.
00:31:16: Das ist sozusagen der zeitgeist, das will der zeit geist, es wird durch soziale medien befeuert und das führt eben ja genau dazu was sie sagen dass wir keine vernünftigen ruhigen Gespräche mehr haben.
00:31:28: und da finde ich also für mich wie mein persönliches leben kann das nur eine konsequenz heißen dass sich den Steckerzieher.
00:31:34: Also ich bin am Wochenende mit einem Club-Handy unterwegs, bei einem Wochenende komplett offline.
00:31:39: Meine Freunde wissen wenn sie mich erreichen wollen müssen Sie mich anrufen oder mir eine SMS schreiben.
00:31:44: Ich bin vom Personalmagazin zum Top Ten HR Influencer weil LinkedIn erklärt worden aber ich bin wahrscheinlich der einzige der nicht LinkedIn als App auf dem Handy hat.
00:31:54: also ich versuche das wirklich... Nicht weil ich das besonders gut gelingen würde Das will ich jetzt gar nicht sagen Aber ich versuchte da auch Insel zu haben, wo ich frei bin von diesen Erregungsstrukturen um eher zur Ruhe zu kommen und auch einen klaren Gedanken zu fassen.
00:32:08: Vielleicht dazu noch eine Sache weil das momentan meine absolute Lieblingsstudie ist und dass uns ein bisschen zum Thema KI bringt.
00:32:16: Es gibt eine Studie aus Paris.
00:32:18: Da hat man eine Schach Software programmiert Um Menschen Schach beizubringen Und in dem einen Modus der Schachsoftware konnten die Schülerinnen und Schüler, wann immer sie wollten KI-Tipps bekommen für den nächsten Schachzug.
00:32:36: Und in einem anderen Modus mit der anderen Testgruppe konnte man KI-TIPS nur zu ausgewählten Zeitpunkten, ich glaube maximal zehnmal am Tag bekommen.
00:32:46: Es raten Sie mal welche Gruppe wesentlich besser war, doppelt so gut war nach einer Weile.
00:32:51: Die mit zehnmal?
00:32:53: Ja!
00:32:53: Die mit Zehnmal... Und das ist etwas, weil ich gerade sehr viel zum Thema KI arbeite.
00:32:58: Inseln, KI-freie Insel zu schaffen ist total wichtig um zu lernen und Reibung zu erleben.
00:33:05: Nicht weil ich Digitalität oder KI als eine Art Bedrohung oder Gefahr sehe sondern weil wir immer wieder mit einem kühlen Kopf uns daran machen wollen und dafür brauchen wir diese Abkühlphasen.
00:33:16: ob es um Social Media geht oder um Gen AI das ist etwas wo ich glaube wir brauchen so ne Halt hier eben auch eine Pendelbewegung, das Auspendeln von Ehrregen zum Abregen und dann vermutlich bald wieder zum Erregen.
00:33:30: Es ist ja sehr spannend ein anderes Studium in dem Kontext aufzugreifen was Kai mit dem Gehirn macht.
00:33:38: Und da kann man ja auch MRT sehen dass die Areale die denken einfach klein werden.
00:33:44: Ja!
00:33:45: Das ist natürlich wenn man das Denken und Urteilen auszurost kann es auch begierende Folgen für die Wir haben ja diese Selbstentwicklung mit diesem doppelten Effekt, die Selbstwirksamkeit und gleichzeitig auch Denk-Performance vielleicht in eine negative Richtung lenken.
00:34:06: Genau!
00:34:07: Also wir können mit KI unfassbar großartige Sachen machen – wir sehen das ja auch und ich erlebe es auch in meinem eigenen Workflow dass mir das hier helfen kann aber nur wenn ich da mit einem gewissen M.I.
00:34:18: eben ran gehe.
00:34:19: Wie ist das zum Beispiel letztens aufgefallen?
00:34:21: Dass sich Sachen, die ich mit KI generiere, Freitagabend viel besser finde als Dienstagvorbetrags.
00:34:27: Weil dann irgendwie mein Urteilskraft durch das nahende Wochenende sehr stark eingeschränkt ist.
00:34:33: Dann denkst du, er ist schon gut genug so nebenbei.
00:34:35: Diesen Tagvormittag sehe ich das anders und weil ich dann noch mehr Bandbreite habe.
00:34:40: Das ist wie bei Gerichten da sollte man immer morgens auftauchen als abends oder nicht vor der Mittagspause wo man hungrig als Richter höchstwahrscheinlich ist.
00:34:51: Und sie haben ein sehr spannendes hybräisches Wort erwähnt, DAFKA.
00:34:57: Ja genau!
00:34:57: Das fand ich ja sehr cool.
00:34:59: Können Sie die Bedeutung von dem Wort erläuten?
00:35:03: Ja
00:35:04: DAFK heißt ... Herr Wiesers, DAfka heißt ... Nee, ich kann es doch irgendwie am besten mit der Situation beschreiben Wenn du sagst, ich möchte eigentlich abnehmen und Geld sparen.
00:35:18: Und man ist in einem Restaurant und dann sieht man einen Dessert was man schon immer mal probieren wollte ja?
00:35:24: Und dann sagt mein Daffgar das heißt doch und deswegen also... Trotz dem und deswegen oder wenn ein Gegenwind
00:35:31: und Auftrieb gegen wirken auch zeitlich.
00:35:33: Genau, oder ich kenne das auch im Straßenverkehr ja wird einen jemand anpülbelt und sagt hier weiß ich nicht.
00:35:40: Fahr mal schneller!
00:35:40: Ich bin doch ein sehr langsamer Autofahrer.
00:35:43: Bei mir werde ich meistens angerufen weil ich zu langsam fahre dass sich mich da nicht stressen lasse sondern nochmal extra vom Gas geht und sage trotzdem und deswegen lass ich mich jetzt nicht stressend und ich glaube Also ich hab das im Buch verwendet, diese Idee.
00:35:56: Weil gerade weil wir... Gerade weil die Arbeit mehr sein könnte als sie jetzt ist, ja?
00:36:03: Gerade weil wir so viel Frust erleben müssen wir sie mit Lust füllen, müssen wir da Energie reinstecken.
00:36:08: Sollten wir das nicht aufgeben.
00:36:10: also DAFKA heißt trotzdem und deswegen zugleich.
00:36:14: Benjamin Netanyahu hat es in seinem Weikafern als Slogan benutzt.
00:36:17: Das muss sich zugeben!
00:36:18: Das will ich mir nichts zeigen machen.
00:36:20: Ja ja das war vom Blykut mal einen Slogans vor fünfzehn Jahren oder so.
00:36:23: Das ist nicht mein Verein, das will ich ganz deutlich sagen.
00:36:26: Aber ich finde dieses DAFKA doch und trotzdem eigentlich ein ganz cooler Begriff auch für die Arbeit weil immer wenn man das Gefühl hat oh das ist ein furchtbar langweiliges Meeting wir kommen hier nicht voran dass man da nicht in den inneren Rückzug geht und sagt Ich lehne mich jetzt zurück oder gucke auf meinen Handy.
00:36:42: Sonst sagt man DAFGA doch und deswegen lehn' ich mich jetzt da rein und versuch das Beste daraus zu machen.
00:36:47: Passt ein bisschen zu einer Sache die ich von Herr Lange gelernt habe.
00:36:51: Herr Langer war mein Klassenlehrer in der Mittelstufe.
00:36:54: In der Mittel- stufe war ich höchst mittelmäßig, könnte man sagen?
00:36:58: Ich glaube es wäre nett zu sagen, dass ich unterfordert war aber ich weiß nicht ob das stimmt, ich war einfach nicht gut.
00:37:04: und dann meinte Herr Langen meinen Klassen- lehrer zu mir Hans ist es wesentlich weniger langweilig für dich wenn du dich beteiligst Wenn du dir das Ding zu eigen machst.
00:37:15: Also wenn man sich, wenn man sozusagen keine Freude an der Schule hatte und es hat dich zu dem Zeitpunkt definitiv nicht Dass man sich dann nicht in so eine innere Flucht begibt innere Kündigung möchte man fast sagen begibt Sondern dass man sagt trotzdem und deswegen Hänge ich mich da rein.
00:37:31: Und dann habe ich also hat er lange mir gesagt Ich kann ihn nicht garantieren dass Du besseren Noten bekommst wenn du dich beteiligst weil es kann ja sein dass du einen kompletten Unsinn erzählst Aber die Zeit geht zumindest schneller vorüber, wenn du dich beteiligst.
00:37:42: Und das ist etwas was ich auch in der Arbeitswelt, auch im Coaching mit Coaches oder auch mit meinen Studierenden, mit denen ich viel zu tun habe an der HSG, was sich versuche denn immer rüberzubringen... Wenn die Arbeit etzend ist, versuch sie mehr zu deinem eigenen Ding zu machen.
00:37:56: Statt sozusagen in so eine innere Verkümmerung zu gehen.
00:37:59: Ich habe einen Freund der arbeitet in der Start-up Szene in London und er sagt an manchen Tagen komme ich hier einfach nur durch weil ich das als ein riesiges Soziallexperiment begreife.
00:38:07: Und das ist dann auch gut genug!
00:38:08: Weil dann lehne ich mich da rein.
00:38:10: mach mir das zu algen.
00:38:11: Das steckt in diesem Daffga-Ding vielleicht auch ein bisschen drin.
00:38:15: In diesem Kontext hat Herr Lange das geschafft was viele nicht schaffen nämlich... Change und keine Changefolklore.
00:38:23: Sie gehen sehr hart ins Gericht mit diesen allen Change-Ziatern, in diesem Kontext würde mich folgende Punkt interessieren das Thema Erzählungen und Narrative.
00:38:39: Jede gute Change Story hat eine Story und ein Narrativ.
00:38:44: Und ich glaube persönlich dass es extrem wichtig ist etwas schafft, was eine Veränderung herbeiführt.
00:38:52: Wenn daraus natürlich Aktionen folgen und das nicht nur an der Wand hängt und für die Schönheit ein Preis bekommt.
00:39:01: Aber wo sehen Sie da Probleme mit diesen Erzählungen oder Narrativen?
00:39:05: Ja also wie über Change kommuniziert wird finde ich faszinierend weil es wirklich sehr konträr geht zu dem was wir aus der Psychologie wissen wie man Menschenzugmehnderungen bringt.
00:39:18: Ich bin ja zur Hälfte in der Forschung und zur anderen Hälften in der Beratung.
00:39:21: Und ich suche immer nach so Research Practice Gaps, also Dinge wo Forschung im Praxis maximal weit auseinanderklaffen.
00:39:27: Es gibt es im KI-Bereich, das gibt's im Bereich Generationskonflikte sehr stark, Performance, Leistungskultur aber auch zum Thema Change & Change Kommunikation.
00:39:37: Fangen wir mal damit an dass biologische Wesen überhaupt kein Interesse an Veränderung haben.
00:39:43: Jede einzelne Zelle unseres Körpers will sich selbst erhalten, es ist einfach... Auch zum
00:39:47: Gute nicht das Interessante!
00:39:49: Das darf man nie vergessen!
00:39:51: Ja stimmt, wir sind da sehr dickköpfig.
00:39:53: und dann gibt es Organisationen die ich begleite wo Change Measures gemacht werden und dann kommt jemand rein und sagt dass muss sich jetzt alles ändern sonst geht hier alles vor die Hunde.
00:40:05: Das ist ein typisches Change.
00:40:06: Narrativ würde ich sagen Das führt zu einer absoluten Verkrampfung.
00:40:12: Man kann, gibt es so eine schöne Studie vom MIT zu eigentlich am besten Menschen zur Veränderungen bringen wenn man betont was bleibt, was dadurch erhalten bleibt.
00:40:22: Ich bin im Club of Rome engagiert.
00:40:24: da geht's auch um Change-Kommunikation im Hinblick auf den Climate change also auf dem Klimawandel und da diskutieren wir auch viel das in der Klimakommunication das echt falsch gemacht wurde dass wir über Jahre gesagt haben es ist fünf vor zwölf Es ist fünf Uhr zwölf, die Welt geht unter wenn sich jetzt nicht was ändert.
00:40:42: Das wäre besser gewesen zu sagen Wenn wir uns jetzt verändern dann können wir mit unseren Kindern noch im Harz spazieren gehen oder solche Dinge Denn aus der Psychologie wissen wir das Vermeidungsziele Nicht besonders gut funktionieren.
00:40:56: Also ich muss joggen gehen, damit dich nicht fett werde wie eine Tonne.
00:40:59: Das motiviert niemanden zum Joggen!
00:41:01: Wenn man sagt Ich möchte joggengehen weil ich da in Ruhe meine Lieblingspodcast hören kann oder weil ich mich danach besser fühle.
00:41:07: dann rede ich über Annäherungsziele.
00:41:10: das funktioniert viel viel besser.
00:41:12: Das ist etwas was in der Change-Kommunikation nicht gut gemacht wird.
00:41:18: vermutlich hängt das mit diesem Führungs- und Liedership Ideen zusammen, über die wir am Anfang gesprochen haben.
00:41:23: Naja weil wenn man so sagt, die Welt geht unter, wenn ihr nicht auf mich hört dann macht man sich natürlich zu einem ganz zentralen Führungshelden.
00:41:29: Wenn man sagt Wir wollen uns bestimmte Dinge an bestimmte schöne Qualitäten annähern Das passt da nicht in diese heroische Welt rein.
00:41:36: Also deswegen ist es eine Sache mehr über Annäherungsziele sprechen weniger bei Vermeidungszielen damit es uns nicht blockiert Mehr darüber sprechen was es schönes gibt Was es vielleicht auch Schönes zu erhalten und auszubauen gibt.
00:41:48: Und dann gibt es noch was anderes, das ist ein super praktisches Tool.
00:41:51: Damit kann man jedes Gespräch zum Thema Veränderung ganz neu gestalten.
00:41:56: Man muss sich das im Grunde wie vier Felder vorstellen.
00:42:01: Es gibt einmal sozusagen den Bereich des Status Quo.
00:42:05: Wie kann man über den Status Quorreben?
00:42:07: Positiv oder negativ?
00:42:09: Und wie kann man auch über den Change Reben positiv oder negativ?
00:42:13: Und man muss alle diese vier Felde abdecken damit man jemanden gewinnt für Veränderung.
00:42:18: Das heißt, sagen wir mal, es kommt jetzt jemand aus meinem Team zu mir rein und ich will ihm überzeugende bestimmte KI-Projekt auszuprobieren?
00:42:28: Dann wäre es blöd zu sagen Wir gehen vor die Hunde wenn wir das nicht machen Und wenn wir dass machen wird alles großartig.
00:42:35: Das nimmt kein Mensch ernst, das glaubt einem auch keiner.
00:42:38: Und klug wärs zu sagen Das was du bis jetzt gemacht hast ist super Sonst würden wir nicht funktionieren als Unternehmen, also dass man die Lebensleistung eines Menschen erst mal anerkennt.
00:42:50: Denn oft ist es in der Change-Kommunikation auch so wenn man sagt hier geht alles vor die Hunde dann sagt man zwischen den Zeilen auch eure Lebensleistungen ist komplett wertlos gewesen.
00:42:59: das schwingt damit beim Hörer.
00:43:02: Deswegen ist gut erstmal über das positive des Status quo zu reden und sagen hey was du geleistet hast das weiß ich zu schätzen ich sehe das und das ist klasse Und dann hast du ihn gewonnen.
00:43:12: Dann hast du Vertrauen aufgebaut und dann kannst du den Zuhörer rüberbringen zum Negativen des Status Quo, aber der Status Quor hat auch bestimmte Nachteile.
00:43:22: Zum Beispiel könnte es sein dass wir bestimmte Effizienzgewinne die wir durch KI erleben können nicht heben können wenn wir uns damit nicht auseinandersetzen.
00:43:31: Die Person mit der man vorher Vertrauen aufgebaut hatte will sagen ja das stimmt.
00:43:35: Wenn man als negative vom Status QuO eingelockt hat beim Zuhöhrer kann man dann zum Change gehen, und zwar nicht zu so einem Change der alles auf einmal verändert sondern der chirurgisch ist.
00:43:45: Und deswegen wollen wir ein spezifisches KI-Projekt machen was genau auf dieses Effizienzthema einzahlt.
00:43:52: Dann hat man die Person zum Positiven des Changes rübergeleitet und dann rundet man das Gespräch noch ab indem man sagt – und das ist eine Binse aber man sollte es wirklich immer sagen – Veränderung ist immer mit Schmerz verbunden.
00:44:05: Veränderungen kommt nie umsonst.
00:44:07: Wir werden was lernen müssen, das braucht extra Zeit.
00:44:10: Ich finde es auch immer interessant, Change-Projekte ohne extra Kapazitäten.
00:44:13: wie soll das funktionieren?
00:44:15: Wir werden Fehler machen weil wenn man etwas lernt macht man Dinge falsch.
00:44:18: Das gehört dazu und deswegen auch das negative vom change nochmal einzuloggen ist auch wichtig dass man sich ehrlich macht.
00:44:25: Das heißt man sagt was positives über Status quo zeigt wie man den status quo verändern kann.
00:44:30: damit redet man dann über den change und dann ründet man das Gespräch ab indem man sagt Keine Veränderung kommt ohne Mühe und ohne Aufwand.
00:44:40: Dafür stehen wir aber gemeinsam, dass wir das gut hinbekommen.
00:44:42: Und dann hat man mit diesen vier, mit den Polaritäten aus positiv und negativ von StatusQ und Veränderungen eigentlich eine viel effektivere Art Veränderungs zu kommunizieren als diese, wie Sie sagen würden, Low-Res Narrative.
00:44:57: Dass Change einfach großartig ist und der StatusQ total furchtbar.
00:45:01: Ja, für mich... War das auch sehr, sehr interessant bei Ihnen ein neues Phänomen für mich zu erkunden?
00:45:10: Die Beta-Zone.
00:45:13: Ja!
00:45:13: Und dann habe ich mir folgendes gedacht... Sie erklären das jetzt kurz.
00:45:17: Aber nie war ... Ich habe gesagt okay, ich könnte daraus einen Narrativ für mich selbst ableiten alpha beta Gamma, was kommt da?
00:45:26: Und sagen Alpha ist wenn ein Unternehmend exzellent performt.
00:45:31: Gamma ist wenn Unternehmen der Krise ist und Beta das wir sie sagen Betazone stabilisiert Mittelmaß.
00:45:38: Das ist noch nicht schlecht genug um eine Veränderung hierbei zu führen und gut genug um einfach nur dran zu bleiben.
00:45:47: also dass es halt eine gefährliche Zone eigentlich
00:45:50: Total, total.
00:45:51: Genau ich habe diese Idee von Mikael Krogerus und Roman Chapella super tolle Denker die tolle Bücher schreiben gemeinsam.
00:45:59: und diese Betazone ja die kann man eigentlich zusammenfassen mit der Idee wenn man in der Beta Zone steckt dann wäre es besser wenn es schlechter wäre weil man also ich befinde mich in der beta-Zone wenn ich Knieprobleme habe aber immer noch in meine Wohnung in den zweiten Stock komme Dann wäre es besser, wenn das schlechter wäre.
00:46:19: Weil wenn ich mehr Knieprobleme hätte würde ich mich trauen die OP zu machen.
00:46:23: oder wenn nicht mit meiner Partnerin abends auf dem Sofa sitze und wir gucken in zwei unterschiedliche Netflix Bildschirmen haben uns nichts mehr zu sagen dann ist das keine Krise eigentlich sogar schlechter als eine Krise denn wenn wir ne Krise hätten würden wir uns daran machen diese Krise zu lösen.
00:46:40: Und so ist das mit vielen Organisationen.
00:46:42: auch dieses Gefangen in der Beta Zone Die Alpha-Zone, wenn das Organisationen exzellent gut geht.
00:46:49: Dazu gibt es nicht viel zu tun und nicht viel sagen.
00:46:51: Das sollte man einfach mitnehmen.
00:46:53: Und umgekehrt die Unternehmen in der Alpha-zone wandeln sich automatisch weil sie so gut sind dass Sie sagen Es gibt ja diesen Punkt Never Change a Running System.
00:47:05: Ich finde der bessere Begriff ist Always Run A Changing System.
00:47:10: Ja sehr gut Und das ist so ein Alphal-Level für mich.
00:47:14: Total, das ist vielleicht auch was mit der Hoffnung zu tun hat, dass man sagt die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.
00:47:20: es macht sich Sinn für noch etwas Besseres einzusetzen also da dran zu bleiben.
00:47:24: Die Betazone genau da ist man immer in so einer Behebigkeit.
00:47:28: Es gibt auch viel Change Folklore, die versucht die Betazone noch ein bisschen gemütlicher zu machen.
00:47:33: Also statt die Krise Statt zu sagen, es ist eigentlich eine Krise hier mit unseren Knien oder dass wir uns nichts mehr zu sagen haben als Paar.
00:47:40: Oder das wir als Organisationen so in einem Zombie-Modus rumdümpeln.
00:47:44: Statt diese Krise zuzulassen macht man sie mit Tischtennisplatten und irgendwelchen Posterkampagnen oder irgendwelche Corporate Influencern, macht man sich noch ein bisschen gemütlicher.
00:47:56: Also macht die Mauern rund um die Betazone noch höher.
00:48:00: Ich hatte meine Doktorarbeit zu der Sinnfrage bei Volkswagen geschrieben und den Transformationen rund um Herbert Diees damals.
00:48:09: Und das ist so, es ist eigentlich gar nicht so sehr der Fall dass in der Arbeitswelt jetzt nicht nur bei VW sondern allgemein Es ist nicht der Fall, dass Menschen Sinn Krisen hätten.
00:48:20: Es wäre gut, wenn sie Sinnkrisen hätten.
00:48:22: Weil mit einer Sinnkrise kann ich zu meinem Chef gehen und sagen hey ich habe das Gefühl hier muss was anders gehen.
00:48:27: Eine Krise ist immer ein Erkenntnismoment eine Krise kann immer Energie entfesseln.
00:48:31: Das Problem ist eher dass man in so einer Entfremdung, in so ner Sinnlosigkeit rum dümpelt.
00:48:36: Und das ist eben diese Betazone.
00:48:38: Also ne Betazone die ist nicht schlecht genug um etwas zu verändern und auch nicht gut genug um zu funktionieren.
00:48:46: Und das ist das, wo wir uns befinden.
00:48:47: Das sind diese ganzen Abkehrbewegungen quite quitting und so die unterzeichnen das eigentlich... ...und eigentlich heißt es für Führungskräfte deshalb nur wenn du etwas verändern willst löse eine Krise aus.
00:49:00: Die meine ich jetzt nicht irgendwas grundsätzlich zu sabotieren sondern einfach mal Mitarbeitende zu fragen was sind eigentlich Zumutungen die du hier erleben musst sich das zu trauen damit dann aus dieser jährlichen Krisenerfahrung eben auch eine Veränderungsenergie entsteht Statt das immer nur so, statt der immer nur wegzukuppen.
00:49:19: Wir stellen in die Frage was passiert wenn nichts passiert Herr Doktor Rosini?
00:49:23: Ja sehr gut!
00:49:24: Das ist unsere Frage um Prämortem-Analyse zu machen und nicht postmortem das festzustellen.
00:49:31: Ja genau,
00:49:32: genau das ist eine gute Frage.
00:49:33: es bringt uns super auf den Punkt her.
00:49:35: Vielleicht dass was mich wirklich dann auch innerlich sehr bewegt hat Es gibt ja dieses Experiment von William Muir Super Chicken Experiment.
00:49:44: Jetzt muss ihr gestehen, sie kommen aus einem sehr performativen Beratungsumfeld wo man tendenziell die besten der Besten einstellt und das tun wir auch.
00:49:57: jetzt haben wir noch einen Passungselement dass für uns eine essentielle Rolle spielt diese Integrität als Maßstab für die Einstellung.
00:50:09: aber am Ende des Tages geht es darum wie in unserer Kampagne versuchen, die Besten zusammen zu trommeln und zu aktivieren.
00:50:19: Wenn Sie dieses Experiment erläutern und dann die Frage beantworten was heißt das eigentlich für uns?
00:50:26: Ja sehr gerne weil ich das wirklich sehr gerne mag die Forschung von William Muir.
00:50:31: Es geht um gute alte Leistungsfragen.
00:50:33: Wie kriegen wir Leistungskulturen eigentlich hin?
00:50:36: Organisationen.
00:50:37: Das ist was William Newell eigentlich nicht wirklich interessiert, weil er gar kein Organisationsforscher ist, sondern er ist Evolutionsbiologe und setzt sich vor allem mit Hühnern auseinander.
00:50:48: Er hat tatsächlich seinen Paper geschrieben im Journal of Poultry Science also im Journal für Gefügelkunde.
00:50:54: das zeigt wie weit weg er eigentlich ist mit seiner Forschung von unserer Welt.
00:50:59: Und trotzdem ist das etwas die seine Forschung in unserer Welt sehr stark auf Resonanz führte.
00:51:04: zum Beispiel bei Brainy Brown, die schreibt da viel zu und ich habe auf der Basis von Mio sogar ein ganzes Leistungsmodell entwickelt.
00:51:11: Also worum ging es bei ihm?
00:51:13: Er hat sich auch für Performance interessiert aber für die Performance von Hühnern.
00:51:17: Das heißt er hat sich gefragt wie kann ich Hühners dazu bringen möglichst viele Eier zu legen?
00:51:21: und dazu hat er zwei Hühnerstelle aufgebaut.
00:51:24: in einen Hühnenstall hat er alle Hühner gebracht, die durch Extrem High Performance im Eier legen aufgefallen sind in jene jeweiligen Stellen.
00:51:33: Das heißt das waren alles... weiß ich nicht... Marvel Filme des Eier Legens?
00:51:40: Wie bei einem Marvel Film.
00:51:41: keiner hat gefragt ob es noch...
00:51:42: Superhelden!
00:51:43: Superhelde in dem Eier lege, genau.
00:51:44: Über
00:51:44: superhinem Eier legen.
00:51:45: und wie bei Marvel auch sie hauen immer wieder was Neues raus auf.
00:51:49: wenn keiner danach gefragt hat den sechzehnten Superheldenfilm zu sehen so ist das mit den Eiern auch gewesen.
00:51:54: Die knallen immer Eier raus ohne Ende.
00:51:56: Und in den anderen Stall hat er die absoluten Mittelmaßhennen getan, die Sonntagsmalen einlegen und manchmal sogar zwei so ungefähr entspannte Hühner.
00:52:08: So.
00:52:08: dann hat der zwei Generationen gewartet und sich gefragt wie wird aus dieser Organisation oder diesen zwei Organisationen also dem Super-Hühnersteil und den Normal-Hüner-Steil?
00:52:17: Wie wird es sich das wohl entwickeln?
00:52:20: Ja die normalen Hühler haben nach zwei Generation gesprägt hier von so je nach Hühnaart so sechs Jahre immer noch normal viele Eier gelegt.
00:52:31: Also die hat Nachkommen bekommen und am Eier gelegt, das Gefieder war auch gut.
00:52:35: also nicht nur das Eier legen sondern auch das Gefieder war gut d.h.
00:52:38: den Gegensgut.
00:52:41: Und die Super Hühner was ist wohl da gewesen nach zwei Generationen?
00:52:45: haben die immer noch so super viel Eier Gelegt?
00:52:47: Nein ganz im Gegenteil!
00:52:48: Die waren fast alle tot und die Hühne die dann noch lebten waren komplett zerfleddert.
00:52:54: und dieses Experiment zeigt dass selbst in so sehr unter komplexen sozialen Situation wie einem Hühnerstall, die nicht so komplex miteinander arbeiten wie wir in dem Unternehmen logischerweise.
00:53:06: Selbst da geht es nicht nur um individuelle Performance sondern immer auch um ja Sozial- oder Systemische Performance.
00:53:15: also systemische Performance ist.
00:53:16: dann Wie schaffe ich jetzt das andere Hühne Eier legen können?
00:53:20: Zum Beispiel indem ich ihnen nicht die Federn auspicke.
00:53:23: Wenn wir nur Superhühner haben Dann ist das so wie wenn wir elf Christiano Ronaldo's in ein Fußballteam packen.
00:53:28: Das würde nicht funktionieren.
00:53:29: Ich würde sogar sagen, dass bei zwei Christiano Ronaldo's in einem Fußballteam wir schon ein Problem hätten wahrscheinlich.
00:53:35: Und damit auf dieser Basis habe ich das X&Fathers Modell entwickelt also das Eier- und Federnmodell.
00:53:42: Eier ist sozusagen Raw Output.
00:53:44: Also klassische Imvertriebwedders wie viel verträge ich an Land ziehe.
00:53:48: Das ist im Grunde, dass wir Eier legen.
00:53:50: Das es eine Dimension... ...und die andere Dimension ist, wie gut schaffig ist, dass meine Kolleginnen und Kollegen gut gefiedert sind.
00:53:57: Also diese systemische Performance, wie sehr ermöglicht es anderen, ich als anderen gute Performance zu leisten.
00:54:05: Und wenn man das sozusagen zwei Dimensionen nimmt dann kann man verschiedene Leistungsprofile darüber abbilden.
00:54:12: Es gibt dann Menschen die sind sozusagen die verrückten Genies, ja?
00:54:15: Die sind dann sehr gut in der Raw-Performance im Eier legen aber im sozialen vollkommen unterentwickelt so.
00:54:22: und da gibt es aber auch so Corporate Influencer, die sind total gut im Sozialen Aber vielleicht mit dem Eier legen ist nicht so deren Hauptinteresse.
00:54:29: und dann gibt es dazwischen sowas wie ein Workhorse, Arbeitstiere.
00:54:35: Dann gibt es vielleicht so etwas wie Menschen die auf einer Reise sind, die irgendwie im Mittelfeld sind sich aber entwickeln entweder mehr in Richtung soziale Performance oder mehr in Richtung Output Performance Und das ist beides gut wie sie schon angedeutet haben, wenn man im Recruiting ist.
00:54:53: Das ist wichtig holistisch drauf zu schauen.
00:54:55: also wir wollen nicht nur Christiano Ronaldo's im Team haben aber wir wollen auch nicht nur welche die ganz gut gefiedert rumschälen sozusagen.
00:55:05: Also die Mischung macht es und man kann auf diesem Feld dann eben sich navigieren und schauen wie kriegen wir eine gute Leistungskultur hin?
00:55:13: Und ganz wichtig natürlich noch vielleicht im Gegensatz zu den Hühnern Ein Super-Hoon als Mensch, sondern bei den Situationen uns das ermöglichen oder nicht.
00:55:23: Das heißt wir rutschen auch zwischen den Leistungskategorien rum.
00:55:27: ich bin in der Strategieberatung als Direktor wahrscheinlich recht output orientiert gewesen.
00:55:33: Ich habe zwei Kinder jetzt, ich hab glaube auch dadurch andere Führungsqualitäten gelernt so agile und so.
00:55:39: als Vater und mir ist mir sind jetzt glaub ich auch andere Sachen wichtiger zum Beispiel anderen Leistungen zu ermöglichen.
00:55:46: das heißt wir verändern unsere leistungsprofile sich auch mit der Zeit und den Umständen und darauf muss man eben auch achten.
00:55:53: und ich glaube so kriegt man ein gutes holistisches Leistungsmodell hin Statt immer nur diese Einzelkämpfer zu haben, die sich gegenseitig zerfleischen oder nur Player zu haben.
00:56:05: Die sehr gemütlich sind und alle sind lieb zueinander aber keiner möchte in ein Spiel gewinnen.
00:56:09: das wäre natürlich auch schade.
00:56:12: Was mir sehr gut geholfen hat dass ist die Aussage von Dr.
00:56:16: Sprenger der sagte spielt dieser Spieler als Mannschaft oder in der Mannschaft?
00:56:26: Und das ist ein großer Unterschied, weil solche Diven ... Sie können auch eine Mannschaft nach unten ziehen und einfach die gesamte Leistung des Systems runterprügeln.
00:56:38: Aber sie brauchen sie einfach in den Kontext der Mannschaft spielen zu lassen.
00:56:43: Das ist was gar nicht so triviales.
00:56:45: Gibt es auch Forschungen Dr.
00:56:47: Roslinge?
00:56:47: Dass wenn sie einen sehr, sehr guten Hype-Pformen in ein Team reinstecken Tendenzell unten ist, dass seine Leistung eher nach unten geht.
00:57:00: Und wenn man einen mittelmäßigen Performer in ein High-Performance Team reinsteckt und seine Leistungen nach oben gibt es da so eine
00:57:08: Forschung?
00:57:09: Ja also es gibt
00:57:09: viel zu und das geht immer um die Frage wie der High-P performer eingebettet.
00:57:15: Also zum Beispiel... Und da geht es wirklich um das Toolset, also um die Strukturen, die wir haben.
00:57:21: Der kann vom Mindset her ein High-Performer sein oder auch von einem Skillset sehr gute Fähigkeiten haben.
00:57:30: und dann ist die Frage wie ist das strukturell aufgehängt?
00:57:33: Also einen High-Performer kann den Team nach oben ziehen wenn man so etwas hat wie teambasierte Boni bestimmte Feedback-Mechanismen, die dazu dienen dass sich das Performance ganzheitlich gesehen wird und dass man dann auch motiviert ist mitzuziehen.
00:57:52: Wenn wir aber zum Beispiel eine Force Dranking haben ab or out Einzelboni und flexible Gehälter von beiß�lich sechzig Prozent Dann sind wir sehr stark in so einer Nullsummendenke drin und dann lassen wie Sie sagen würden Spielen wir nicht als Mannschaft, sondern in der Mannschaft und handelt sich gegeneinander.
00:58:11: Und dann funktioniert das nicht mit dem Mitziehen
00:58:17: so genau.
00:58:17: Deswegen spielt es eine große Rolle die Frage des Systems.
00:58:21: Wichtig.
00:58:21: Es gibt hier aktuell zwei große Lager.
00:58:26: viele versuchen den Menschen zu verändern.
00:58:29: Die anderen sagen vergießen den Menschen ist nur das System dass das Verhalten prägt.
00:58:35: also was sie Fix the work, not The Worker sagen in ihrem Buch.
00:58:42: Und da würde ich in diesem Kontext die Frage aufwerfen sie sind ja beim System und sagen Menschen verhalten sich kontextabhängig.
00:58:50: aber da gibt es hier auch eine Gegentease dass die menschen keine empty vessels sind.
00:58:57: Da sind auch Individuen mit eigenen Einstellungen Im System, sich doch unterschiedlich verhalten.
00:59:04: Wie geht man damit um?
00:59:05: Total!
00:59:06: Ja also das ist so die vielleicht eine der in den Sozialwissenschaften einer der zentralsten Grädchenfragen, die sich überall stellen.
00:59:15: Also Structure versus Agency ist die Debatte.
00:59:20: Ich hatte an der London School of Economics studiert, also schon recht lange her.
00:59:25: Das war als Donald Trump noch nicht im Amt war sondern mit dem Wahlkampf anfing.
00:59:30: wenn ich das richtig zusammen kriege historisch und da haben wir uns weil ich International Relations studiert habe also internationale Beziehungen Da haben wir dann viel gefragt wird so eine Person durch die Strukturen des weißen Hauses quasi neutralisiert.
00:59:47: Das wäre dann sozusagen die hart systemische Perspektive, dass man sagen würde, man kann es eigentlich egal wen man ins weiße Haus steckt.
00:59:53: das weiße haus als System gibt vor wie man sich darin verhält.
00:59:57: Da haben wir gesehen, dass das nicht ganz aufgegangen ist.
01:00:00: aber auch
01:00:01: der wurde doch ein bisschen gemässigter v.a.
01:00:03: in den ersten wahlperiode.
01:00:06: Man hat ja gemerkt... Ja das ist
01:00:07: interessant!
01:00:08: Er wurde gemässiger weil er Weil er dann strukturelle Grenzen kam, vor allem weil er noch Menschen aus dem alten Establishment in seinem Team hatte.
01:00:17: Die begrenzt die mehr begrenzte auch nur Informationen weitergegeben haben wie man jetzt herausgefunden hat.
01:00:22: Jetzt hat der sich nach der Wiederwahl ganz neu aufgestehrt mit diesem Project twenty-twenty five und hat sozusagen seine eigene Struktur mit reingebracht was dann nochmal zu mehr Trumpism geführt hat.
01:00:33: so also.
01:00:34: aber man sieht das da sozusagen.
01:00:35: die Frage lässt sich eigentlich nicht binär beantworten, ist es die Figur oder die Struktur?
01:00:42: Sondern das ist immer eine Mischung daraus.
01:00:44: Es gibt Systementheoretiker, die würden sehr stark aufs System gehen und dann gibt's mehr so jemand aus dem Lager der vielleicht positive Psychologie oder so, die gehen sehr aus Individuen.
01:00:54: Und bei uns am Institut sind wir zum größten Teil Praxisteoretiker und da versucht man beides ein bisschen zusammenzubringen.
01:01:01: also wir sagen was steckt zwischen dem System und dem Individuum bestimmte Praktiken, bestimmter Handlungsabläufe Zum Beispiel die Praktik, jemanden zu befördern oder nicht zu befürdern.
01:01:13: Das liegt an strukturellen Fragen und zum Beispiel wie viel Geld haben wir?
01:01:16: aber es liegt auch an inneren Einstellungen.
01:01:18: also wir wissen zb Gehaltsgerechtigkeit der größte Treiber für eine steigende GehalTS gerechtigkeit in Organisation ist wenn der CEO eine Tochter bekommt Wer der Vater wird, wird einer Tochter.
01:01:30: D.h.,
01:01:30: da sehen wir sehr stark wie sehr individuelle Prägungen einen Unterschied machen und MT-Vessels eben wir nicht sind, wie Sie ganz richtig sagen.
01:01:39: Aber anscheinend ist eben was als auf einer Praxisebene was sich dann übersetzt in bestimmte Handlungen.
01:01:44: Und diese Praktiken, deswegen habe ich auf diese Begriffe schon ein paar mal eingegangen Die bestehen immer aus einem Mindset, einem Toolset und einem Skillset.
01:01:52: Das Mindset ist von uns Innen raus kommend Aber nicht nur, denn da geht es natürlich auch viel um Werbung und solche Sachen.
01:01:58: Also wir sind sozusagen nicht jungfreulich mit unseren Überzeugungen aber es geht immer auch um Fähigkeiten und auch um strukturelle Möglichkeiten.
01:02:05: Und ich glaube dieser Blick auf Praktiken der versucht dieses Dilemma zwischen Struktur und Individuum irgendwie also aufzubrechen muss zu sagen eine Organisation besteht eigentlich aus Abläufen.
01:02:15: Diese Abläufe können immer wieder mal gebrochen werden.
01:02:18: Da kann immer wieder ein Musterbrecher sein, der aufgrund von verschiedenen Gegebenheiten sagt wie ändern diese Gewohnheiten?
01:02:25: Und damit schafft dann das Individuum neue Strukturen.
01:02:28: Ich hatte mal in den Niederlanden gearbeitet, im Ministerium und da gab es eine Entwicklungshilfeministerin.
01:02:36: die war stark sehbehindert.
01:02:39: Das führte dazu dass die Briefings an sie ein sehr großer Schrift für sie ausgedruckt werden mussten und auch entsprechend kurz sein mussten.
01:02:49: Das hat sehr gut funktioniert.
01:02:50: Sie konnte das sehr gut lesen und das hat man danach nicht mehr abgeschafft.
01:02:55: Das heißt, da wurde – weil das total gut war zu disziplinieren und zu fokussieren auf möglichst wenig Content.
01:03:05: Also auch möglichst relevanten Content sozusagen.
01:03:08: Und da sieht man wie eine individuelle Gegebenheit dann neue Strukturen schaffte Schufe die dann gar nicht weiter hinterfragt wurden und sich verselbstständigt haben.
01:03:18: also da finde ich es ist so ein Beispiel wie eine neue Organisationspraktik reinkam und auch drin blieb Damit der Kommunikation auch sehr geholfen hat in dem Fall.
01:03:27: Sehr, sehr spannend!
01:03:29: Aber das ist...merkt man auch bei sehr vielen.
01:03:31: Das ist jetzt eine sinnvolle Veränderung die beibehalten wurde oder sinnvoller Routine.
01:03:35: Es gibt ja auch sehr viele Routinen sie aus dreißig Jahren zuvor resultieren und keine mehr klären kann aber die sind immer noch da weil man das schon immer so gemacht hat.
01:03:45: Genau,
01:03:46: genau Praktiken gehen nicht so sehr durch unseren Kopf sondern mehr durch unserem Körper.
01:03:51: deswegen geben wir die so ohne weiteres nicht auf, weil sie gar nicht so sehr reflektiert werden von uns.
01:03:57: Also ich hatte das tatsächlich hier in diesem Raum aus dem ich gerade spreche.
01:04:03: Das ist unser Wohnzimmer.
01:04:04: Ich bin heute im Home Office und bei uns wurde mal die Küche gestrichen ja?
01:04:10: Und dann konnten wir ein paar Tage nicht in der Küche frühstücken.
01:04:13: normalerweise Frühstücken wir am Ende der Küchen und dann haben wir im Wohnzimmel gefrühstückt Weil die Farbe trocknen musste und so weiter, weil es da nicht gut gerochen hat, eben noch eine Farbe gerochene.
01:04:23: Ja und dann nach ein paar Wochen ist uns aufgefallen dass wir immer noch im Wohnzimmer frühstücken obwohl es dazu gar keinen Grund gab.
01:04:29: also wir sind da Praktiken haben so ne Beharungskraft die uns manchmal schwer fällt zu kritisieren Und wir sehen die gar nicht.
01:04:39: Also das was ich in Organisationen gerne mache Ein Recent Higher Panel, das ist wenn ich die Unternehmensleitung dazu gewinnen kann mal einen Workshop zu machen nur mit Menschen, die weniger als hundert Tage in der Firma sind.
01:04:54: Es müssen nicht als Berufseinsteiger sein es können auch nur Late Korea Highers sein.
01:04:59: aber wenn man weniger als Hundert Tage einer Firma ist dann merkt man noch was komisch ist an dem Laden und darüber hinaus hat man eine Betriebsblindheit geworden.
01:05:10: Und deswegen ist diese dieser fremd dieser fremmt und außenblick ganz ganz wichtig.
01:05:14: Dafür braucht es eben Abstand, weil sonst ist es zu tief in unserem körper abgespeichert nicht mehr im Kopf
01:05:20: Wo man das auch sehr, sehr schnell sieht wie die Menschen sich an einen Platz gewöhnen.
01:05:25: Wenn sie in einem Workshop waren.
01:05:28: Am nächsten Tag obwohl es alles neu geräumt war setzen Sie genau an den gleichen Platz.
01:05:33: Wie sagen immer denkt bitte dran Umsatz kommt vom Umsetzen.
01:05:37: Setzt euch um!
01:05:40: Durchbricht das diese Routine.
01:05:42: Und was ich auch sehr gut finde, denn den Unterschied zwischen eine Routine und einem Ritual.
01:05:47: Kennen Sie das?
01:05:48: Nee, erzählen Sie mal!
01:05:50: Routine ist ja subautonom quasi... Im Unterbewussten darf du da, um schneller zu sein und unauffällig die Aufgaben zu erzeugen.
01:06:00: Das was Sie gerade eben beschrieben haben ein Ritual ist dafür mehr energiefrei zu setzen.
01:06:06: Wenn sie Kaffee schlürfen um sieben oder dreißig damit sie wach werden das ist eine Routine.
01:06:11: wenn sie auf der Terrasse die Sonne genießen und dann Kaffe trinken mit vollem Bewusstsein des bitteren Geschmacks Dann ist es ein Rital.
01:06:21: Sehr gut!
01:06:22: Cooler Unterscheidung sehr gut.
01:06:24: Ja,
01:06:24: und das ist das was in vielen Unternehmen fehlt die sind in Routinen gefangen meistens sogar in der Beta-Zone und dass es halt um da auszubrechen braucht man manchmal entweder einen destruktiven Anschlag oder Anschlag ja oder etwas Charismatisches was dem Menschen einfach Ein bisschen rausreißt.
01:06:48: Genau, oder die Leute, die weniger als hundert Tage im Laden sind und sagen warum macht ihr das eigentlich so gehetzt immer mit dem Kaffee?
01:06:53: Oder warum Frühstück hier in meinem Wohnzimmer?
01:06:55: Das mit Routinen ist natürlich ganz wichtig denn wenn wir alles... vollkommen bewusst machen würden oder vollkommen, wenn wir bei jedem Workshop-Tag am Anfang erst mal ausdiskutieren wollen würden wie die Sitzordnung zu sein hat an dem jeweiligen Tag dann würden wir vollkommen mit Schuhe werden.
01:07:11: Das ist auf jeden Fall nicht... ...sind
01:07:12: ineffizient!
01:07:14: Das heißt wir laden sozusagen viel Wissen in unseren Körper ab, in Routinen.
01:07:21: Aber manchmal müssen wir es eben wieder rausholen mit Ritualen, mit Krisen und uns zu fragen ob diese Verhalten Software eigentlich noch up to date ist.
01:07:28: Denn die updatet sich nicht von alleine, solange sie einmal im Körper drin ist.
01:07:32: Mit jedem Abo wächst unsere Podcasts und Topgäste sagen noch schnelle zu.
01:07:37: Abonnieren Sie unseren Kanal, aktivieren Sie die Glocke und wir liefern die besten Köpfe
01:07:42: versprochen!
01:07:45: Dann noch ein Punkt der auch interessant war bei Ihnen das Thema Sichtbarkeit.
01:07:50: Das ist Performance im Sinne von Performance-Theater.
01:07:54: Und jetzt für mich stellt sich die Frage, Siegbarkeit ersetzt ja keine Substanz?
01:08:03: Aber
01:08:03: auch ... Die Substanz sollte sichtbar sein!
01:08:07: Wo findet man da die richtige Balance?
01:08:11: Ja, ich finde das also... Ich habe mich in diesem Hoffnungsbuch mit Hoffnungskillern dann beschäftigt.
01:08:16: und im zweiten Teil weil ich hab sehr viele Interviews gemacht den die Hoffnung fehlt in der Arbeit, Menschen aus Ministerien, Konzernen, Start-ups, Agenturen und habe ich einfach so sieben Hoffnungskiller gesammelt.
01:08:28: Und weil ich auch einfach empirischer rangehen wollte an die Arbeit als ich das bei meinem alten Buch gemacht hab.
01:08:33: Ein Hoffnungskiller war das Thema Leistung und ein zentrales Thema war da... Wir verstehen immer mehr hat mir einer gesagt dass es gar nicht darum geht die beste Arbeit zu machen um voranzukommen sondern die sichtbarste Arbeit.
01:08:49: Das ist eine Verschiebung Die mich schon allein sprachlich fasziniert, weil es der gleiche Begriff ist.
01:08:54: Es gibt eine Performance wie ein Formel I Auto richtig Output-Strecke machen und es gibt eine performance wie im Theater ein schönes Schauspiel.
01:09:01: Und wenn's um Letzteres geht also die Schauspiele-Performance dann mache ich mir um die Unternehmenswelt keine Sorgen, weil das wird sehr stark gemacht.
01:09:09: Also es gibt einen Studio vom Harvard Business Review Wo dreiviertzig Prozent der Befragten gesagt haben, dass sie mehr als zehn Stunden pro Woche mit performativer Arbeit verbringen.
01:09:18: Und performative Arbeit heißt hier Arbeit die allein darauf ausgerichtet ist einen Sichtbarkeits-Effekt zu machen also in möglichst vielen Meetings zu sitzen und immer zu nicken und pseudointeressante Fragen zu stellen, möglichst lange Powerpoint Decks zu bauen um Eindruck zuschinden, lange Emails mehr Emails in CHEP-Programm, Teams und Slack usw.
01:09:41: immer schön mit den Emojis um sich werfen – das ist etwas was zu einer Währung geworden ist.
01:09:46: Warum?
01:09:48: Führungskräfte können sich wenn es um die Qualität eines Mitarbeiters geht entweder die Zeit nehmen und sich hinsetzen und gucken was hat er oder sie wirklich geleistet, dauert recht lange, ist aufwendig?
01:09:59: oder einfach sich fragen wann habe ich dir eigentlich das letzte mal eine Meeting gesehen?
01:10:04: Das ist der Shortcut.
01:10:06: Es hat Vera Stark ja so schön erforscht, in einer Welt wo man alle vier Minuten unterbrochen wird.
01:10:13: im Büro bleibt einfach keine Zeit für Ersteres sich für das ruhige hinsetzen und sich anschauen wie es die Qualität der Arbeit meiner Kolleginnen.
01:10:22: stattdessen geht es dann eben darum als Abkürzung wann habe ich die jetzt letzte mal gesehen?
01:10:26: Und Sichtbarkeit verdrängt Wirkung ganz massiv und ich erlebe das sogar bei manchen Kunden dass gesagt wird zum Beispiel beim Menschen im mittleren Management Hey, das ist eine super Arbeit die du machst.
01:10:37: Aber du brauchst noch mehr Visibility!
01:10:38: Das ist das Wichtige.
01:10:40: Visibility ist betriebswirtschaftlich gesehen vollkommen irrelevant.
01:10:44: Also da geht es eher darum gestressten Menschen zu zeigen.
01:10:47: ich bin wichtig.
01:10:48: also in der idealen Organisation würde es nicht darum gehen Visibility zu haben sondern einfach nur gute Arbeit zu leisten vor allem weil diese Performativität auch bestimmte extrovertierte Menschen sehr stark belohnt und andere introvertierte nicht, die keine Lust auf das Theater haben.
01:11:04: Und alle allen gemeinsam ist dass sie das Gefühl haben ich weiß wie dann ganz viel Meetings um mich sehen zu lassen aber ich habe nicht das Gefühl dass mich damit Probleme gelöst hat und dann fehlt uns die Hoffnung.
01:11:15: also performative Arbeit ist ein Hauptproblem und ja es ist gerade in Krisen.
01:11:20: interessanterweise wird das noch mehr.
01:11:22: Also wenn eine Organisation in der Krise ist Dann haben Menschen Angst vor Personalabbau.
01:11:27: Was machen die dann?
01:11:28: Die gehen noch mehr in Meetings, die schreiben noch mehr Slides damit sie sich nicht verdächtig machen und dann wird aus der Krise oben drehen noch eine Krise der Krisenbewältigung weil Sie durch diese verlorene Zeit sich gar nicht mehr damit beschäftigen können wie wir den Laden wieder auf Spur kriegen.
01:11:44: also dieses Schauspielerei ist ein zentrales Problem.
01:11:48: Durch KI steigt das mehr aber ich könnte jetzt schneller E-Mails und Slides schreiben.
01:11:53: Durchs Homeoffice ist das nochmal größer geworden, denn wenn es nicht eine sehr gute Vertrauenskultur ist in einer Firma steigen die Meetings massiv an durch den Homeofficesmodus.
01:12:03: Weil man eben gucken möchte, ist sie noch da?
01:12:04: Arbeitet die noch und so verschiebt sich Performance immer mehr in Performativität, Wirkung immer mehr im Schauspiel und das sind ganz unterschätzte Probleme in Organisationen finde ich
01:12:18: Und dazu kommt noch Aktionismus bei es in der Krise, dass man einfach versucht viel mehr im Bälle in die Luft zu werfen.
01:12:26: Weil man dann auch ein besseres Gefühl hat einen Beitrag zu leisten unter Unsicherheit.
01:12:30: Total genau total und das sei ich ironisch denn gerade in einer Krise sollte man sich ganz stark darauf konzentrieren was ist jetzt wichtig?
01:12:37: Was können wir später machen?
01:12:38: und vor allem lasst uns ins Machen kommen und nicht ins Schauspielern.
01:12:43: Sehr sehr schön.
01:12:44: Herr Dr.
01:12:44: Rüdingen wenn Sie sich vorstellen würden da sie Buch ihres Lebens schreiben, so Tag für Tag, Kapitel für Kapitel.
01:12:53: Wie würde der Titel des Buches lauten?
01:13:01: Letzte Ausfahrt vor der Autobahn wäre dich ganz witzig.
01:13:04: Aber cool!
01:13:07: Es gibt eine Sache die mir jetzt in den letzten Jahren immer mehr klar geworden ist als ein Mantra auch was ich versuche an Studierende weiterzugeben.
01:13:16: Die Studierenden mit denen ich einen Insangal zu tun habe das sind Meistens Masterstudierende und meistens ist das der letzte Kurs, den ich gebe vor Ende ihres Studiums.
01:13:25: Das ist ein Riesenprivileg!
01:13:27: Ich beneide die Generation nicht so sehr um diese Situationen in der sie sich gerade befinden auf dem Weg an den Arbeitsmarkt weil es ja von Unsicherheit geprägt ist auch durch KI.
01:13:36: Und da gibt's eben dieses eine Mantra und das könnte vielleicht auch ein Buchtitel sein nämlich wenn du es gerne machst, machst du es gut.
01:13:44: Das nehme ich mehr zu Herzen bei meiner Arbeit – ich wünschte, ich hätte es mir früher auch zu Herzenden genommen schon als Schüler oder so.
01:13:51: Und ich möchte, dass das meine Studierenden sich zu Herzen nehmen.
01:13:54: Es wird immer Platz für Exzellenz geben und wie kriegst du Exzelenz in dem Du die Sache findest, die Du gerne machst?
01:14:02: Bleibenschaftlich machst!
01:14:04: Das ist relativ unvorstellbar, dass jemand etwas sehr, sehr gerne macht und darin schlecht ist.
01:14:09: Ist fast ein Paradox.
01:14:10: Und es auch fast ein paradox, dass Jemand sehr gut in einer Sache ist und sie nicht mag.
01:14:15: Und das ist auch Paradox.
01:14:17: Also wenn du etwas gerne machst, wirst du darin gut sein und dann kannst du auch als Übersetzerin zum Beispiel eine Zukunft haben.
01:14:24: Auch in Zeiten von KI denn für exzellente Übersetserinnen wird immer ein Platz sein aber nicht fürs Mittelmaß.
01:14:31: Und das ist etwas was ich selber erlebe.
01:14:33: Ich gebe manchmal auch Workshops mit Schülerinnen und Schülern also mit Teenagern was mir immer sehr viel Spaß macht.
01:14:40: bei berufliche Orientierung ja und da gibt es Menschen die lieben Schauspielerei zb oder Literatur Aber die haben ein zugutes Abi und studieren dann doch Jura oder Medizin.
01:14:52: So, dann ist das Risiko sehr groß dass man zu einer mittelmäßigen Radiologin wird.
01:14:56: Die ist dann wiederum sehr stark von KI betroffen.
01:14:59: Wenn du etwas gerne machst, machst du es gut.
01:15:02: Leidenschaft ist die beste Versicherung.
01:15:04: in diesen Zeiten für eine erfolgreiche Zukunft Ist das der beste Einsatz.
01:15:08: Und mir wäre es ein großes Anliegen Für Menschen die in Führungsposition sind aber auch Menschen die noch nicht in der Arbeitswelt sind In diesem Punkt ihrer Leidenschaft zu finden.
01:15:17: Denn genau, weil es macht dann auch einfach Spaß und wie Herr Lange sagte die Zeit geht dann auch schneller vorüber.
01:15:22: Es ist weniger langweilig.
01:15:23: also das wäre mein Lugtitel wenn du es gerne machst, machst du es gut.
01:15:27: Super!
01:15:28: Und hier würde ich immer nur eine Ergänzung vornehmen wollen bei dem Ratschlag an die jungen Menschen suche das was wo du deine Leidenschaft findest.
01:15:38: Denke immer dran dass zum Da zu Leidenschaft auch das Leiden dazu gehört, weil viele denken dass in dem Moment wo es schwierig wird.
01:15:47: Ja.
01:15:48: Dass man dann eigentlich... Dann war das das falsche und das merkt man auch bei den Sportarten.
01:15:54: Viele Kinder wechseln alle sechs Monate die Sportart.
01:15:58: Genau.
01:15:58: Und sie wechselen nicht, weil das denen nie gefällt sind, aber nach sechs Monaten ist die Zeit wo du dich anstrengen musst.
01:16:04: und Reinhold Messner hat mir Damals in unserem Gespräch gesagt, der echte Unterschied zwischen erfolgreicher und sehr erfolgreicher liegt in der Leidensfähigkeit.
01:16:14: Ja,
01:16:14: total.
01:16:15: Und
01:16:16: das ist...
01:16:16: Für unseren Buchtitel müsste man noch am Wording feiern auf jeden Fall mit.
01:16:20: Wir haben gerne meinen wenig Spaß sondern wir können mal sagen wenn du Das, wofür du leiden möchtest... Ja genau.
01:16:29: Bereit bist!
01:16:32: Auch zu leiden.
01:16:32: Nicht nur das wäre dann too much so ne?
01:16:35: Also ich merke es auch beim Schreiben zum Beispiel.
01:16:37: Thomas Mann hat das mal gesagt und ich glaube dass einhundertprozentig Menschen die schreiben sind Menschen denen das Schreiben besonders schwer fällt nicht besonders leicht.
01:16:46: Und das ist ja auf die Gefahr.
01:16:47: Ich habe da jetzt zb vor sechs Jahren mit meinem Newsletter begonnen Weil ich von Jordan Peterson aufgegriffen hatte, dass er sagte wenn du wirklich eine Sache verstehen möchtest.
01:17:01: Solltest Du da drüber geschrieben haben
01:17:03: ja total total.
01:17:05: und weil man dann tatsächlich sich so Intensiv damit auseinandersetzt das man auch die sache besser durchdringt und auch schreibt und schreiben leert Und trainiert des gehirn.
01:17:15: die frage ist jetzt was passiert mit mit k i?
01:17:19: weil kei sofort auf einem ... sehr guten Niveau schreiben kann, das was man nicht so schnell machen kann.
01:17:26: Und weil Sie erwähnt hatten mit dem Mittelmaß... Es gibt ja diese Aussage, KI demokratisiert das Mittelmaus.
01:17:35: Wenn man schlecht ist wird man mit KI gut wenn man exzellente ist.
01:17:39: Ist die Verbesserung nicht mehr so hoch aber man hat dann einen Platz.
01:17:43: Genau genau.
01:17:44: Ja total also Das Denken kennt keine Abkürzung.
01:17:48: Ich kann mir in der Wissenschaft zumindest einen Literaturereview schreiben lassen von KI, aber interessant ist hier auch welche neuen Ideen man kommt im bestimmten Forschungsbereich.
01:18:00: Wie kommt man auf neue Ideen?
01:18:01: Indem man den Literature review selber schreibt, indem man die Literatur über sich selbst schreibt.
01:18:05: das macht kein Spaß.
01:18:07: Aber man braucht diese Reibung um weil sie der Acker ist auf dem Neue Ideen wachsen.
01:18:15: Ja, genau richtig.
01:18:16: Und ich meine jetzt gerade... Es gibt diesen Satz von Peter Thiel und nicht der allergrößte Peter Thil-Fan.
01:18:22: aber diese eine Sache ist die nehme ich mir oft zu Herzen.
01:18:25: Der sagt es ist seine Gründungsphilosophie wenn man so will.
01:18:30: er sagt dass ihr sich immer fragt was ist der Punkt wo sich alle einig zu sein scheinen den ich nicht mitgehen kann?
01:18:36: Was ist der punkt der größten Einigkeit die Ich Nicht Mitgehen Kann?
01:18:40: und bei mir ist das im Hinblick auf KI momentan ganz stark diese Einigkeit, dass Routinen endlich weg sind und endlich weg sein müssen.
01:18:48: Routienen so langweilig sie sein können... Diese Reibung brauchen wir weil sie der Acker ist auf dem neue Ideen wachsen.
01:18:55: Es gab ein Experiment wo Studenten gebeten wurden zu Brainstorm non-stop Und die anderen haben gebrainstompt und dazwischen immer was sehr Langweiliges und Ätzendes erledigen müssen.
01:19:05: Natürlich war die zweite Gruppe wesentlich kreativer Denn diese Abkühl- und Reibungsphasen, die brauchen wir.
01:19:11: Aber ja, lohnt sich das noch?
01:19:13: Das ist die Frage.
01:19:15: Wenn ich weiß... Ich bin ohne KI exzellent und ich sehe meine ganzen KollegInnen, die mit KI gut sind.
01:19:23: Dann rutscht eine Organisation in so einem Modus des Gut Genugs.
01:19:26: wenn nicht dann
01:19:27: Peter Sohn.
01:19:29: aber wissen sie das Problem ist dass allen Das Mittelmast zur Verfügung steht.
01:19:34: und ich aber eins gelernt im Unternehmerturm geht es um die Mehrwertdifferenzierung.
01:19:41: Wenn alle das gleiche anbieten, ist der einzige Unterschied der Preis.
01:19:45: Und wenn das der Punkt ist dann hat man verloren.
01:19:48: Das finde ich ein super spannenden Punkt.
01:19:49: Es gibt eine Studie, da geht's um die Einführung von Geldautomaten in den Seventigern und Achtzigern.
01:19:57: Welche Bank hat einen Wettbewerbsvorteil durch die Einführung von Geltautomaten gewonnen?
01:20:02: Keine einzig.
01:20:03: Natürlich nicht, haben wir alle eingeführt und so ist das mit den vier fünf LLMs die Organisation heute nutzen auch Das sind sozusagen Geldautomaten.
01:20:11: Es wäre idiotisch gewesen für eine Bank in den achtziger Jahren keine Geldautomaten einzuführen selbstverständlich weil damit hätte man bestimmte Effizienzen nicht heben können.
01:20:20: Aber die Geldautomen haben den Markt einfach nur auf ein neues normal geschoben Und so werden wir das mit KI auch erleben und wenn wir glauben dass das uns irgendwie sichert dann ist es ein absoluter Irrweg Ein absoluter Effizienzfalle, denn wir müssen gucken was wir on top mit KI machen.
01:20:35: Also wenn KI die Antwort ist, was es unsere spezifische Frage mit der wir unseren Mehrwert differenzieren wollen, sonst kommen wir genau aus der gleich... also wir kommen in der gleichen Situation raus aus der Sache wie wir in sie reingekommen sind und haben oben noch
01:20:47: ein bisschen... Genau!
01:20:48: Und KI treibt Isomophismus.
01:20:50: Richtig!
01:20:50: Das ist ja ein klassischer, mimetischer Isomorphismus weil alle auf das Gleiche zurückgreifen und mit den Gleichen das Gleichere bekommen.
01:20:57: den Markt anzubieten, ist einfach nur fatal.
01:21:02: Total.
01:21:03: Herr Drusenig, haben Sie zuletzt ein Buch gelesen das Ihr Leben wirklich beeinflusst hat oder grundsätzlich einen Buch empfehlen können wo sie sagen wow!
01:21:13: Das war etwas Besonderes?
01:21:20: Also ja ich habe... Die von Jonathan Heidt die anxious Generation gelesen.
01:21:26: das fand ich sehr also gerade als Vater von zwei Kindern sehr wichtig und prägend.
01:21:30: Also da geht es um Social
01:21:31: Media abgesteckt oder?
01:21:32: Genau, dann habe ich... ...a Herrschaft von Tom Holland gelesen über die Geschichte des Christentums auch sehr sehr interessant.
01:21:44: Also die Geschichte Des Westens unseres Christentum ist.
01:21:46: das fand Ich sehr spannend.
01:21:47: Und jetzt habe ich so eine Phase wo ich viel Romanelese, das Haus am Sonnenhang von Alex Capu und Transkription von Ben Lörner.
01:21:58: Und Lazar von Nelio Biedermann.
01:22:01: Unfassbar!
01:22:02: Der Typ
01:22:02: ist...
01:22:03: ...dreiundzwanzig Jahre alt?
01:22:05: Er schreibt aus so einer Fülle an Erfahrungen und ich finde es wichtig für Führungskräfte Nicht nur Sachbücher, sondern auch Romane zu lesen.
01:22:15: Denn was lernen wir in einem Roman?
01:22:17: Wir lernen wie es wäre jemand anderes zu sein!
01:22:19: Das ist ein ganz wichtiger Empathie-Skill.
01:22:22: und es gibt tatsächlich von Steven Pinker einen Psychologen aus Harvard glaube ich, der hat ganz schön nachgezeichnet dass der Kampf gegen öffentliche Hinrichtungen und gegen die Todesstrafe, der begann zeitgleich mit der Einführung von preiswerten kurzen Novellen also kurzen Roman.
01:22:43: Weil Menschen konnten dann lesen wie es wäre jemand anderes zu sein?
01:22:46: Wie ist wäre ein Verbrecher zu sein, ein armer Mensch was auch immer.
01:22:49: das war in riesen Empathie Booster und deswegen möchte ich wirklich allen nur ermutigen sich Zeit für Romane zu nehmen denn da lernen wir wie's wäre jemand anders zu sein und dass ist glaube ich eine ganz zentrale Führungsfähigkeit.
01:23:02: Ich habe das noch auf ein höheres Level gebracht.
01:23:05: Ich höre Fantasie, Romane.
01:23:10: Damit es mich auch nie so stark belastet wie Thriller zu lesen wo es einem danach auch Gänsehaut negativen Sinne erscheint.
01:23:20: So
01:23:21: Juno oder was?
01:23:21: Was waren die?
01:23:22: Science Fiction?
01:23:22: Zum Beispiel oder also keine Ahnung von... Sanderson, Tolkien.
01:23:30: Das ist alles was so richtig auf einem hohen literatischen Niveau ist und wo man wirklich das genießen kann.
01:23:39: Ein
01:23:39: bisschen Weltflug bei meinen Auffahren heutzutage.
01:23:42: Ich
01:23:42: find's cool!
01:23:43: Wir haben jetzt Dr.
01:23:45: Rosning darüber gesprochen welchen Ratschlag sie den Leuten geben würden.
01:23:49: Deswegen überspringe ich die Frage vielleicht... Die abschließende zick anspruchsvolle Frage für sie der Sinn des Lebens.
01:23:58: In ihrem Buch scheiben Sie ja sehr viel darüber, dass man den Sinn finden sollte?
01:24:02: Was ist das für sie?
01:24:03: Das kann ich Ihnen zeigen!
01:24:04: Ich habe nämlich in meinem Kalender... ...den Sinn des Lebens für mich aufgeschrieben.
01:24:09: Tatsächlich.
01:24:11: Das hatte ich noch nicht mal gefunden vor zehn Jahren.
01:24:13: Es klickt jetzt absolut an mir.
01:24:15: Ich glaube wirklich daran fassen Sie auf.
01:24:20: Der Sinn des Lebens ist im anderen vom Wunsch der inneren Befreiung auszugehen.
01:24:25: Du bist genau wie ich.
01:24:26: Wir sind zusammen den Zumutung des Lebens ausgesetzt und das Werk der Liebe, also der Sinn des Lebens ist die Liebe für mich, nimmt still den Wunsch frei zu sein von Illusionen, von Angst, von Egoismus, von falschen Idealen Selbsttäuschungen Spannung und Gewalt.
01:24:40: Und nimmt diesen Wunscht auch wahr im anderen?
01:24:43: Also wir sehen dass der andere nicht nur Realität ist, sondern es gibt in dem anderen auch diesem Punkt wie er sein wollte Wir gerne wäre und dass wir in unserem Gegenüber dieses Ideal auch sehen.
01:24:58: Und in uns auch, weil das wir feststellen es gibt ein gelebtes Leben von anderen und von uns selbst aber auch ein gewünschtes Leben.
01:25:06: Wenn wir verstehen, dass wir alle scheitern darin, Ideale und Realität zusammenzubringen dann setzt das eine unglaubliches Mitgefühl frei für andere und auch für uns selbst und dann setzt es liebefrei und lauf ist all you need wie man so schön sagt.
01:25:22: Das ist mein Zettel, der geht doch ein bisschen weiter.
01:25:24: Aber das ist
01:25:25: cool!
01:25:27: Wodurch war das inspiriert?
01:25:29: Das klingt ja nicht nach
01:25:31: K.I.,
01:25:31: sondern irgendwie nach einer Inspiration.
01:25:34: Genau.
01:25:34: Das ist von einem Buch von Richard Needleman.
01:25:37: On Love heißt das glaube ich.
01:25:39: Das habe ich in Istanbul gelesen als ich sehr... ... sehr viel Herzschmerz hatte, das musst du mal dazusagen.
01:25:44: Das ist schon recht lange her.
01:25:46: Deswegen habe ich nach Inspiration gefragt... ... weil man schreibt ja das was man spürt meistens,... ...was man dem Herzen trägt, entdeckt man da draußen.
01:25:53: Genau dann hab' ich mir seitdem gereicht es mit mir rum,... ... wirklich in meinem Kalender und genau einfach also die Zuwendung andern... ...und dass die Tragödie, die uns alle verbindet,... ...dass das Leben nicht so ist wie wir's gern hätten.
01:26:08: Und dass wir immer wieder auch verstehen unser Gegenüber hat auch.... Ein Ideal, eine Idealforstellung.
01:26:15: und was mich das hat mich schon als Kind fasziniert.
01:26:17: Kein Mensch will etwas Genuinen Bröses.
01:26:20: Ein Mensch handelt nach Idealen die können kläschen aber da sind auch Dinge die diese Person für gut hält.
01:26:27: ja also jemand der mich überholt auf der Autobahn oder was weiß ich irgendwie auf eine Art und Weise drangsaliert, die ich für schlecht halte.
01:26:35: Da stecken für ihn bestimmte Werte zusammen Geschwindigkeit schnell
01:26:40: raus Adrenalin keine Ahnung.
01:26:43: Also es gibt in jedem Menschen eine Orientierung zum Guten ein Wunsch diesem Ideal seines Lebens mehr zu kommen Und das sollten wir sehen und auch Ja von dem ganzen Alltag schutt ab und zu mal befreien.
01:27:00: Schön.
01:27:00: Das ist doch ein sehr, sehr schöner Abschluss des Gesprächs.
01:27:02: Ich bedanke mich herzlich für diesen tollen Austausch, Dr.
01:27:05: Rosini.
01:27:05: Ich habe mir sehr viel Freude gemacht und ich hoffe dass ihr Buch auf die Bestsellerliste kommt.
01:27:11: Wir drücken dir Daumen!
01:27:12: Alles kann nichts muss.
01:27:13: Vielen Dank fürs schöne Gespräch.