SMP LeaderTalks

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00:00:00: Die Frage ist für mich so ein bisschen, ob der Netzwerkgedanke im Zuge der Auflösung der Deutschland AG.

00:00:06: Ob das richtig war?

00:00:07: Dass man Netzwerker per se verdammt... Ich habe das Gefühl dass in Deutschland der Gedanken des Netzwerkes in Verruf geraten sind.

00:00:14: und in mancher Hinsicht wenn Netzwerke nach außentransparent sind und wenn es nicht korrupt ist dann sind Netzwerken ja nicht falsch!

00:00:43: Danke, Herr Machailov.

00:00:44: Ich freue mich da zu sein!

00:00:46: Ja, zuerst möchte ich Ihnen gratulieren zum Sachbuch des Jahres zwanzig sechsundzwanzig.

00:00:53: wenn man bedenkt wie viele Bücher da angeschaut werden dass ihr Buch ausgewählt wird das ist eine echte Leistung.

00:01:00: der herzliche Glückwunsch

00:01:01: Dankeschön

00:01:03: Und herrichte.

00:01:04: Ihr Buch Dreihundert Männer Das es ja an sich Eine geschichtliche Rückblick was sehr literatisch aufgearbeitet wurde.

00:01:15: Und das ist eigentlich für unser Format eine sehr ungewöhnliche Frage, aber ich würde gerne erfahren wie man so ein Buch schreibt?

00:01:23: Da sind ja über fünfhundert Seiten voll bepackt mit Fakten sehr gut journalistisch aufgearbetet!

00:01:30: Wie viel Zeit haben Sie investiert?

00:01:32: Wie macht man so etwas?

00:01:34: Ja es ist jetzt mehrfach... geschrieben worden, dass ich zwanzig Jahre daran gearbeitet habe.

00:01:39: Das stimmt aber nicht!

00:01:40: Ich hatte die Idee vor zwanziger Jahren und dann habe ich vor vierenhalb oder fünf jahren oder so lange hat es dann letztendlich gebraucht um das buch zu recherchieren und zu schreiben.

00:01:54: und ja ich hab also erst mal diese biografie von den großen deutschen Unternehmen denn in dem in meinem buch geht es ja um eine geschichte der deutschen Unternehmenskultur und der großen deutschen Unternehmen wie zum Beispiel Siemens, Deutsche Bank, BASF, Daimler usw.

00:02:15: Diese Geschichten sind von Historikern schon aufgearbeitet worden.

00:02:19: das heißt es gibt sehr viel Material und das habe ich natürlich gelesen und hab danach bei dieser Recherche immer nach Geschichten gesucht mit denen ich das auf eine Weise erzählen kann dass auch Leser die sich an sich nicht mit Wirtschaftsgeschichte beschäftigen Wurst haben das zu lesen.

00:02:39: Und typischerweise, ich war ja auch mit den Unternehmensarchiven zu tun gehabt aber typischerweis habe ich einfach in der Bibliothek auch gesehen dieses Unternehems-Historiker wen haben die zitiert?

00:02:52: was sind die historischen Quellen?

00:02:54: und so bin ich dann eigentlich für diesen Geschichten gestoßen mit denen ich versuche dass diese Thema ist auch komplexe thema zu erzählen.

00:03:02: Ja und es sind super gelungen.

00:03:04: Das Thema ist in der Tat sehr komplex weil sie ihr pochen mitbeschreiben und wenn man bedenkt, welchen Einfluss da die Menschen draufgenommen hatten.

00:03:12: Und ausgerechnet der Name als ich das zuerst gelesen hatte dann dreihundert.

00:03:17: Dann dachte ich an diesen sehr bekannten Filmen mit dreihundert Spartaner, die eigentlich legendär waren und sie zitieren Walter Rattenau, der tatsächlich von dieser Geschichte inspiriert war und hat diese dreihunderte Männer aufgegriffen als eine Analogie zu moderne Zeit, wo jede jeden kannte und mit jedem Hinterzimmer der Wirtschaft alles ausgekaspert hat.

00:03:46: jetzt für ein Fall gesagt.

00:03:47: Ja also Walter Rathinau war der Sohn des Unternehmensgründers Emil Rathnau und selbst später Außenminister in der Weimarer Republik.

00:03:58: er war aber auch jemand der ja als Sohn dieses Unternehmes gründerst auch in Aufsichtsräten saß.

00:04:04: Dreihundert, oder?

00:04:05: Das war ja ein Wahnsinn.

00:04:07: Ich bin mir nicht sicher ob es drehundert waren.

00:04:09: Also diese Aussichtsräte sind irgendwo aufgelistet.

00:04:13: Es waren unglaublich viele und er hat in diesen Aufsichtsräten immer wieder den gleichen Männern begegnete.

00:04:22: Er hatte dann geschrieben es sein zumindest zu seiner Zeit eigentlich dreihundert Männern die über die Geschicke des Kontinents bestimmen, die wirtschaftlichen Geschickel.

00:04:31: Ich muss aber auch sagen, dieser Aufsatz in dem er das geschrieben hat, der bezieht sich auf die deutsche Wirtschaft.

00:04:38: Ratnau war jemand, der gerne formuliert hat deswegen auch das Zitat mit den dreieinhalb Männern wo er sich genau wie sie sagen auf die Spartaner, auf die Bezieht genau im Weg mit den Persern.

00:04:52: Aber im Prinzip meinte er nicht den Kontinent, sondern immer in die deutsche Wirtschaft.

00:05:00: Und deswegen habe ich das als Thema für dieses Buch genommen, weil es ja um die Netzwerke geht von... und da waren halt Männer, alte Männer häufig, die über so lange über die deutschen Wirtschaft bestimmt haben.

00:05:13: Und Herr Richter, das war ja insofern interessant, weil der Rattenau, wenn ich richtig jetzt recherchiert habe, war eigentlich jüdische Abstammung.

00:05:20: Und aus seiner Erzählung wurde auch eine Verschwörungstheorie abgeleitet, dass dreihundert Juden über die Wirtschaft herrschen und geschicke lenken.

00:05:32: Ja, also Rathenau hat diesen Aufsatz unser geschäftlicher Nachwuchs heißt der glaube ich, neunzeitenneuen publiziert.

00:05:41: und es ging eigentlich um die Frage wie rekrutiert sich diese Wirtschaftselite in Deutschland eigentlich?

00:05:47: Und da sagt er sind immer die gleichen und sie kommen aus den gleichen Kreisen Macht haben, rekotieren das eigentlich immer aus ihrer unmittelbaren Umgebung.

00:05:59: Weil sie anderen Leuten gar nicht zutrauen so viel Macht

00:06:02: auszuüben.".

00:06:03: Und dieses Zitat, dass er aus dem Jahr Neunzelt neun stammt, kam dann als Ratnau nach den Ersten Weltkrieg sehr einflussreich wurde.

00:06:13: Nämlich neunzehntzwanzig-einenzwanzigg.

00:06:17: da wurde es wieder ausgegraben und Kritiker oder antisemitische Kritiker gesagt, ja er habe eigentlich Juden gemeint, was aber mit dem Aufsatz an sich nichts zu tun hat.

00:06:28: Und wie mächtig waren diese dreihundert Männer für die deutsche Wirtschaft damalige Zeit und auch entlang der geschichtlichen Entwicklung?

00:06:39: Waren das tatsächlich Leute, die einen enormen Einfluss genommen hatten oder war das eine Hypokese?

00:06:47: Also natürlich ist drei Hundert Männer eine Formelung, die man nicht wörtlich nehmen kann.

00:06:54: Man kann das nicht so genau eingrenzen.

00:06:56: Es ist interessant, dass diese Zahl von dreieinhalb Männern immer wieder auftaucht.

00:07:01: Zum Beispiel heißt es, dass Hitler bei einem letzten Auftritt vor Wirtschaftsführern vor dreihundert Leuten aufgetreten ist.

00:07:11: Also ist irgendwo diese Zahl ein paar hundert Männer gewesen sind die in einflussreichen Funktionen gewesen sind?

00:07:22: richtig klingt.

00:07:23: Und jetzt die Frage nach dem Einfluss, ja das es ändert sich natürlich.

00:07:30: also.

00:07:30: ich habe versucht aufzuzeigen dass eine Wirtschaftsgliede der sehr ähnlich gedacht hat diese ähnlich strukturiert war dass sie überdauert hat durch verschiedene Kriege und Krisen nicht weg.

00:07:44: Natürlich waren's nicht die gleichen dran, sondern aber immer Leute die in ähnlichen Funktionen und für ähnliche Unternehmen tätig waren.

00:07:53: Und wenn man sich jetzt die Kaiserzeit ansieht, dann ja es gab schon Unterschiede.

00:08:00: Die Kaiserzeit ist das natürlich anders als in der Weimarer Republik also in der frühen Weimarere Republik.

00:08:04: zum Beispiel gab es auch eine Zeit direkt nach dem Ersten Weltkrieg als sich die Wirtschaftselite gar nicht sicher war ob sie ihren Einfluss eigentlich aufrechterhalten kann.

00:08:16: Dann haben Sie sich mit den Gewerkschaften zusammen getan auch einige Zugeständnisse gemacht und so ihren Einfluss behalten.

00:08:23: Weil in der Nationalsozialismus wiederum war es auch anders, weil ja auch jüngere nachgekommen sind.

00:08:30: natürlich sind die Juden nach Dreiunddreißig aus ihrem Posten entfernt worden, sodass dann nicht jüdische Managern nachrücken.

00:08:44: Insofern waren häufig ein paar Hundert Leute, die sagen in diesen Positionen waren.

00:08:54: Aber wenn man nach dem Einfluss fragt und deswegen habe ich das Buch ja auch versucht über verschiedene Epochen zu schreiben.

00:09:00: dann war es natürlich doch bei uns unterschiedliche Umstände auf diese Elite aber immer sehr geschickt reagiert hat.

00:09:06: Ja interessant war auch dass damals deutlich ausgeprägte Verflechtung zwischen den Unternehmen existierte.

00:09:14: Und ich fand das super spannend, wie zum Beispiel deutsche Banken standen ist.

00:09:18: Das haben sie auch aufgearbeitet, dass es eigentlich so ein kleines Institut war in einem kleinen Gebäude mit drei Mitarbeitern und mit einem wiederum jüdischen Banquet aus China oder aus Hongkong.

00:09:37: Spannende Geschichte und wie das quasi aufgebaut wurde zum Teil auch gezielt.

00:09:43: Ja, also das Buch handelt ja von den typischen Netzwerken in der deutschen Wirtschaft so wie sie lange existiert haben und da war die Deutsche Bank natürlich ganz entscheidend und wichtig weil das System darauf beruhte dass die großen Banden insbesondere auch versichert und Industrieunternehmen alle über Aktienpakete aneinander beteiligt waren.

00:10:06: Das ist der Kern der sogenannten Deutschland AG und um diese Geschichte der Deutschland AG geht es im Grunde genommen.

00:10:14: Die Deutschland AG, ich muss jetzt ein bisschen ausholen die Deutschland AG das ist etwas was der Begriff stammt aus der Nachkriegszeit und bezeichnet die nach Kriegswirtschaft in der wie gesagt Deutsche Bank, Ayans Dresdner Bank

00:10:27: usw.,

00:10:30: über Anteile an den großen Industrieunternehmen beteiligt waren die wiederum auch teilweise untereinander Verflechtungen hatten und so weiter.

00:10:39: Aber dieses System hat einen Ursprung schon in der Kaiserzeit, weil den Deutsche Bank beispielsweise schon nachdem sie diese Gründungsphase die Sie eben beschrieben haben durchlaufen hatte natürlich war die irgendwann mal auch ganz klein aber dann recht bald an Einfluss gewann und schon damals in der Kaiser Zeit Anteile an Unternehmen übernahm.

00:10:59: Und auch sagen wir eine keine Kontrollfunktion aber eine Einflussenamen.

00:11:04: gibt man ein Beispiel, dass sie in der Elektroindustrie hat.

00:11:08: Der Gründungsdirektor der Deutschen Bank, Georg von Siemens hieß einen Fetter von Werner von Siemans.

00:11:14: Er hat sehr stark darauf hingewirkt das die ALG und die Siemens, was die sich zusammen tun.

00:11:21: er wollte eine Konsolidierung schaffen um heute würde man sagen einen nationalen Champion zu schaffen.

00:11:28: Das hat in dem Fall nicht funktioniert.

00:11:29: aber man sieht an dem Beispiel, Funktion als Anteilseigner oder durch die Aufsichtsräte versucht hat, auch

00:11:39: ordnend

00:11:42: gestalten.

00:11:44: Und das ist ja sehr interessant, wenn man jetzt die letzten, ich würde sagen, fünfzig Jahre in China beobachtet mit welcher Präzision das kommunistische Komitee und die Partei zu lenken versucht?

00:11:59: Die Wirtschaft im Rahmen der gestalterischen Kapitalismus-Einflussnahme, so kann man das vielleicht formulieren.

00:12:07: War das ein ähnlicher Ansatz?

00:12:10: jetzt natürlich nicht so direktiv aber der Gedankengang war quasi die richtigen Trends zu erfassen und sie tatsächlich zu industrialisieren?

00:12:21: Ja also das ist tatsächlich eine gute Frage.

00:12:26: Man kann sagen es gab Ähnlichkeiten weil die Deutschen schon in der Kaiserzeit und später eine langfristig orientierte Industriepolitik gemacht haben.

00:12:34: Und dann viele mitgewirkt, auch immer wieder der Staat.

00:12:41: in bestimmten Schlüsselbranchen hat man in der Regierung schon geschaut dass man langfristige Ziele verfolgt hat aufgepasst das bestimmte wichtige Unternehmen nicht in ausländisch Hände geraten.

00:12:55: aber es waren eben auch andere, es waren die Banken Die Einfluss genommen haben, es waren die Unternehmen selber.

00:13:02: So dass eine Gruppe von Stakeholders sich um eine langfristig ausgerichtete Nüstung bemüht haben.

00:13:12: in China ist das natürlich noch mal etwas anders weil die Regierung dort einen Einfluß hat den sie in dieser Form in Deutschland in der Geschichte nie besessen hat.

00:13:21: Aber was explizit, nicht impliziert.

00:13:24: So kann man das vielleicht finalieren?

00:13:25: Die Gemeinsamkeit ist vielleicht so wie China jetzt, wenn wir als Beispiel Elektroautos leben

00:13:35: oder Prozessorenindustrie.

00:13:36: Genau,

00:13:37: dass man da doch auch nicht kurzfristig sondern wirklich über Jahre und Jahrzehnte geschaut hat, wie man sich positioniert.

00:13:45: Das ist auch grundsätzlich die Frage, in die man häufig diskutiert diese Heroisierung einzelnen Personen deren Einfluss auf das Geschehen.

00:13:55: Aber hier kann man ja tatsächlich sagen, die Leute hatten eine Weitsicht gehabt um die richtigen Themen anzugehen.

00:14:02: und ob sie sich aufgeopfert haben glaube ich nicht.

00:14:06: aber ich auch auf jeden Fall auch sich bereichert dabei weil das war ja eine gute Möglichkeit sich selbst zu entwickeln im Rahmen des möglichen

00:14:15: also.

00:14:18: Die Heroisierung in der Geschichtsschreibung betraf häufig die Gründerpersönlichkeiten.

00:14:25: In Deutschland waren das Siemens oder Krupp, daimler ist auch ein gutes Beispiel.

00:14:32: Was ich aber eigentlich versuche zu beschreiben sind Strukturen, die später entstanden sind nachdem diese Unternehmen so groß geworden sind dass die Gründe den Einfluss des Individuums gar nicht mehr so greffen.

00:14:47: Also bei Siemens und bei Kropf war es bei beiden so, die Organisationen wuchsen den schon in den Achtzehntsiebzigern buchstäblich über den Kopf.

00:14:55: So dass sie Strukturen implementieren mussten, die eigentlich ja nicht mehr auf sich selbst zu geschnitten waren.

00:15:02: Und das hat beiden auch große Schwierigkeiten gemacht.

00:15:04: Aber diese langfristig ausdrichten Strukturen, die wir gerade besprochen haben, das waren dann eben nicht Einzelne sondern das Bestand aus... größeren Strukturen, in denen sich die Eliten immer wieder erneuern konnten.

00:15:20: Was interessant ist wenn man die geschichtliche Reflexion vornimmt dass man sehr viele Parallelen sieht zu heute.

00:15:25: zum Beispiel wenn man Google nimmt und Krupp Ja, und Google versucht ja bei sich auf dem Gelände quasi eine eigene Welt zu schaffen für die Mitarbeiter.

00:15:36: Damit sie bei Google bleiben und eigentlich nur die Zeit damit verbringen zu arbeiten ohne zu murren.

00:15:42: Und Krupp hat ja ähnlichen Ansatz für folgende Mikropianer schaffte mit allem möglichen, weil sie damals fortschließlich im ordenden Rahmen der sozialen Absicherung.

00:15:55: Auch da ist es interessant, dass Sie das sagen.

00:15:57: Es gibt Parallelen... oder Ähnlichkeiten.

00:16:00: Aber natürlich, bestimmte Dingen sind auch sehr anders.

00:16:02: Grupp war jemand der vehement anti-sozialistisch war und der versucht hat die Arbeiter zu kontrollieren.

00:16:11: Und er waren patriarch, der auch wohltaten, also sagen wir die Bismarcksche Sozialpolitik von später vor weggenommen hat in dem er sich um Dinge wie Pensionskassen oder Arbeiterwohnungen gekümmert hat

00:16:27: Kindergarten

00:16:30: oder Lebensmittel-Läden im Gelände.

00:16:32: Das stimmt, es gibt die Parallelie jetzt zu den digitalen Vernehmensinteressanten.

00:16:39: All das aber nicht nur damit die Leute hier arbeiten.

00:16:43: Die Arbeitszeiten waren ja damals vorgegeben, sondern weil auch die Gedankenwelt der Arbeiter kontrollieren wollte und er wollte sie nicht.

00:16:51: ... zu Sozialisten werden und sich auflegen.

00:16:54: Und nicht revolutionäre Tendenzen aufgreifen, weil das ist natürlich... war die größte Sorge von den Menschen dass da man einfach dir nicht kontrollieren kann um die Ausbrechen aus dem Reglement.

00:17:08: Ja.

00:17:09: Und ich habe mit Ulrike Herrmann über die Entwicklung von Russland gesprochen,... Weil das waren ja die aufstrebenen Nationen.

00:17:15: sie versuchten gegeneinander aufzu... Anzutreten.

00:17:19: und England war damals glaube so die fortschrittlichste Nation auch was Industrialisierung anbetraf.

00:17:27: Und das mich damals sehr überrascht hat, dass Russland eigentlich was die Bodenschätze an Betraf unglaubliche Vorteile hatte.

00:17:36: Deutschland dagegen war ja nicht so stark ausgestattet und trotzdem sieht man welche unterschiedliche Entwicklungen dann ein Land nimmt, weil die Strukturen eine andere Entwicklung ermöglichen oder auch umgekehrt nicht ermögliche.

00:17:50: Und deswegen ist die Frage diese strukturelle Fundamente, von denen Sie scheiben ob sie tatsächlich so einen Unterschied ausmachen konnten.

00:18:01: was denken Sie?

00:18:04: Können Sie die Frage noch einmal...

00:18:06: Ja ich meine das da diese Zweihundert, dreihundert, vierhundert Leute waren sie vielleicht größere Weitsicht ausgeprägt genutzt hatten um damit die Struktur und die Wirtschaft

00:18:22: mit

00:18:23: Aktiengesellschaften tatsächlich mitzuprägen und weiterzuentwickeln.

00:18:27: Ob das ein Unterschied auf der Staatsebene ausgemacht hat?

00:18:30: Also weil Sie ja gerade auch über Rohstoffe sprachen ist es ja auch bekannt dass Rohstoff ... sagen wir einen Nachteil sein können, wenn man dann nicht den Reichtum der sich daraus ergibt nutzt um Wirtschaftsstruktur an aufzubauen die letztlich mehr retukratisch sind und so weiter.

00:18:53: Und ja es ist denke ich schon so dass sich die Deutschen auch zu einer frühen Zeit schon bewusst gewesen sind das sie in einer besonderen Situation sind weil sie eben nicht außer Kohle die Rohstoffe haben und deswegen ihre Stärken in der weiterverarbeitenden Industrie gesucht haben.

00:19:12: Und dann im Export, also das mit einem bestimmten Nachteil umzugehen und daraus eigentlich einen Vorteil zu machen.

00:19:20: Das denke ich schon dass das Unternehmern sehr früh bewusst gewesen ist, damit auch versucht hat eine Industrie aufzubauen, die genau für dieses Land wie geeignet ist.

00:19:31: Nordmacht sozusagen unternehmerisch erfinderisch.

00:19:37: Und Herr Richter, ich glaube die Nazi-Zeit war auch eine prägende Zeit und es gab ja unterschiedliche Auslegungen von Deutschland agieren.

00:19:46: Von diesen Männern viele haben behauptet dass sie den Hitler an die Macht gebracht haben.

00:19:52: das wenn man ihr Buch liest stimmte nicht.

00:19:56: Die waren nicht die treibende Kraft dahinter.

00:20:00: Ja also es gab zwei Schuhe Beide sehr so gesehen haben, das war einmal natürlich die Marxistische und die DDR-Geschichtsschreibung.

00:20:15: Die eigentlich den Kapitalismus als Treiber des Faschismus gesehen hat und die deshalb geschaut hat wer in dieser frühen Zeit eigentlich eine Rolle gespielt?

00:20:28: Und Hitler aus deren Sicht an die Macht gebracht und die anderen Denkschule waren auch sogar die Amerikaner tatsächlich nach dem Krieg aufgeglaubt haben oder behauptet haben, die deutsche Industrie hätte die Macht gebracht und deshalb auch gesehen haben wie können wir diese Strukturen verschlagen.

00:20:49: Das war ja so, dass demontiert wurde aber auch Unternehmen wie Deutsche Bank oder andere wurden aufgespalten.

00:20:58: Unternehmensführer sind ins Gefängnis gegangen wie Alfre Kropp zum Beispiel.

00:21:05: Es ist aber so, dass Historiker sich das später angeschaut haben.

00:21:08: Und da sieht man wenn man sich die Zwanziger und auch die Spätenzwanziger anschaut... ...dass Hitler bei den meisten Unternehmensführern nicht beliebbar war.

00:21:21: Dass die schon Erzkonservativ waren, viele jedenfalls!

00:21:27: Auch durchaus gegen die Weimarer Publik und gegen die Demokratie gesind fahren, aber dass sie nicht Hitler unterstützt haben weil der der sozialistische Ideen hatte Anfangs auch oder es gab im Nationalsozialismus immer sozialistisch und antikapitalistische Kräfte.

00:21:41: Und er war ihnen auch als Typ lange nicht genehm, weil ja das waren die Eliten und die sahen diesen Anfang zwar dass ein Bier heilen Redner jemandem aus einer anderen Schicht kam mit dem wollten sie lange nichts zu tun haben.

00:21:56: Es gab Ausnahmen des Schilderchen auch in Buch aber eigentlich begannen die Nationalsozialisten irgendwann gute Wahlergebnisse einzufahren.

00:22:05: Und die Unternehmer mussten dann überlegen, was passiert eigentlich?

00:22:09: Wenn die National-Sozialisten an die Macht kommen?

00:22:12: und da haben sie dann begonnen sich letztlich abzusichern, ich spreche jetzt von den Jahren sagen wir dreißig bis dreinbeißig.

00:22:20: Da haben Sie sich dann begon mit Göring und Hitler zu treffen und haben vorsichtig gespendet aber nicht in dem Maße dass das ein Faktor gewesen wäre.

00:22:30: Aber dann, als Adolf Hitler zum Kanzler gemacht wurde und dann zu den Unternehmern kam und sagt, jetzt brauch ich noch mal richtig Geld.

00:22:40: Da gab es ein ganz berühmtes Treffen in einer Phase, in der Hitler sich auch noch legitimieren musste als neuer Kanzlerin.

00:22:48: Und da kam dann der Umschwunken ab.

00:22:52: da haben die Unternehmer wirklich massiv geholfen.

00:22:58: Es ist eine etwas komplexere Geschichte, aber es stimmt nicht dass die Unternehmer und Unternehmen Hitler in die Macht gebracht hätten.

00:23:05: Interessante Geschichte ist Tüssen den Sie auch erwähnen der irgendwie eine Kehrwende gemacht hat.

00:23:13: Der war einer der wenigen der ihn quasi unterstützt hat und danach sich aber drehte.

00:23:20: Ja ja es gibt da eine tolle Biografie die sich auch sehr gut liest von einem Journalisten namens Hans Otto Eglau, der hat Tüssens Geschichte aufgeschrieben und diese Geschichte ist wirklich wahnwitzig.

00:23:35: Fritz Tüssen war der Sohn eines Großindustriellen August-Tüssen und als solcher war er dann auch die Geschäfte übernommen hat.

00:23:45: also er war in den zwanzigeren ein bedeutender Stahlindustrierer, der schon in der neunzigzehnte Zeit des Hitler-Putsches Hitler getroffen und dann begonnen zu unterstützen, auch mit namhaften Summen.

00:23:59: Glaubte dann als Hitler in die Macht kam, dass er eine bedeutende Rolle in der nationalsozialistischen Wirtschaftskolitik spielen würde?

00:24:07: Das zeigte sich aber das Hitlern, der gar kein Interesse daran hatte diesen Fritz Thyssen diese Rolle zu geben.

00:24:18: Fritz Tyssen wandelte sich unter diesem Eindruck und der Enttäuschung einem entsetzen, weil er sah dass Leute mit denen er bekannt war oder befreundet war das die auch verfolgt wurden begannen sich dann zu einem Gegner Hitlers und vor allem des Weltkriegs zu entwickeln.

00:24:38: Flo zunächst in die Schweiz, dann Frankreich und wurde in Frankreich von der Gestapo aufgegriffen, weil ein prominenter Gegner Hitler es war und ging tatsächlich ins Konzentrationslager in Sachsenhausen und wurde dann als fünfundvierzig befreit, aber nicht lange.

00:25:01: Denn die Alliierten, die ja wussten das zwischen Hitler unterstützt hatte finanziell frühzeitig und massiv, setzten ihn dann nochmal fest und er ging noch mal ans Gefängnis.

00:25:11: also es ist irgendwie jemand der seine tragische Geschichte und es ist auch irgendwo antizyklisch oder anders als steht konträr zu den anderen Unternehmern die Hitler an sich erst einmal nicht unterstützt haben oder vorsichtig waren, als Thürsten ein begeisterter Anhänger war und dann als die anderen sich auf die Seite der Nationalsozialisten begeben haben.

00:25:34: Da wurde er zum Oppositionell.

00:25:37: Und es gab ja vor einigen Monaten eine große Diskussion ob NSDAP das sozialistische Partei war oder nicht?

00:25:49: Dazu gefragt werden, wie würden Sie das beantworten, Herr Lichter?

00:25:53: Ja, in der Frühphase gab es Elemente.

00:26:00: In der NSDAP, die antikapitalistisch war und wenn man das Partei-Programm von, ich glaube, es war Jahr zwanzig anschaut sind da bestimmte Dinge, die sozialistisch klingen vor allem Enteignungen und ähnliche Dinge.

00:26:20: Und Hitler war, was die Wirtschaft anging am Ende doch unideologisch insofern als er andere Ziele hatte.

00:26:29: Er wollte die Ausbratung der Juden und die Oberung des Lebensraums im Osten.

00:26:36: das waren die Themen und er brauchte.

00:26:39: für den großen Krieg den er führen wollte braucht er die Industrie und deswegen hat er dann nach Dreiunddreißig sagen wir die sozialistischen Elemente gerade in der SA, aber auch anderswo dann aus der Partei entfernt und entgegen der ursprünglichen Ideologie des Nationalsozialismus eigentlich ein Pakt mit der Großindustrie gemacht.

00:27:00: Insofern kann man von der vom Nationalsocialismus später nicht als, sagen wir, sozialistisch sprechen.

00:27:08: Wobei die Grundzüge der Ausrichtung der Industrie, wo er begonnen hat zu lenken in Richtung Kriegswirtschaft – das waren ja wiederum sozusagen sozialistisch geprägte Planwirtschaft in gewisser Art und Weise.

00:27:24: Das kann man auch wieder sagen, stimmt es?

00:27:25: Ist ein guter Punkt!

00:27:27: Ja...und ich habe mit Professor Frank Trettmann gesprochen, also der Historiker vielleicht kennen Sie den.

00:27:34: Und es ging darum ob man jetzt neunzehnt hundertdreißig mit heute vergleichen kann weil das ja mit AfD häufig die Parallelen aufgezeigt werden und sagen dass wird hier ähnliche Entwicklung nehmen Und der war eine andere Meinung und sagt, das ist ganz andere Zeiten.

00:27:53: Ganz andere Stimmung, ganz andere soziale Absicherung und Zufriedenheit.

00:27:59: Wie würden Sie diese Argumentation aufgreifen wollen?

00:28:04: Ja ich finde die Frage nicht ganz einfach weil sich Geschichte nicht wiederholt und natürlich kann man immer parallelen finden wenn man sie sucht würde sagen was die Rolle der Wirtschaft angeht war Hitler damals, das hatte ich ja schon gesagt nicht.

00:28:23: Das sagen wir jemand der KC die Großindustrie, die großen Unternehmen ursprünglich, es waren nicht ursprügendlich seine Partner und er hatte viele... Die Unterstützung kam aus der Mitte der Gesellschaft und das ging durch sämtliche Bevölkerungsschichten.

00:28:51: Und wenn ich die Situation jetzt ansehe, würde ich auch sagen, da gibt es wieder Leute, die sagen, es gibt in der AfD auch wieder die Verbindung zur Wirtschaft.

00:29:03: Es kann sein, dass es gerade mittelständische Unternehmer gibt, die mit der AfD sympathisieren.

00:29:09: Gibt das bestimmt auch prominente Einzelfälle?

00:29:12: Ich würde aber denken, was von der Deutschland AG übrig geblieben ist und ich spreche ja von den großen Banken der sehr global orientierten und auch den DAX-Unternehmen, da sehe ich auch im Moment jedenfalls zwischen denen was die AfD sich wünscht.

00:29:35: Und so wie diese Unternehmen orientiert sind, sehe ich wenig

00:29:38: Berührungspute.".

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00:29:47: Und Herr Richter, ich glaube auch im Programm von NSDAP damals waren ja diese zwei Säulen die sie schon genannt hatten Ausrottung der Juden und gleichzeitig Eroberung des Osten.

00:30:04: Auch klare Botschaften die so verankert waren das war jetzt nicht so scharf versteckten Pelz, Schafspelz also Wolfen.

00:30:14: Nein.

00:30:16: Das waren klare Bootschaften wofür man gewählt hatte?

00:30:18: Ja in.

00:30:19: Ich muss auch sagen, dieses Wort Auswortung ist so schrecklich.

00:30:22: Ich habe es natürlich als Zitat oder als ...

00:30:27: Es war ja aber das Ziel.

00:30:29: Es gibt

00:30:29: das Sprache und es war in meinem Kampf, wenn man meinen Kampf aufmerksam gelesen hätte – und das haben viele Unternehmer sicherlich in der Zeit im Mitte der Zwanzigern nicht getan – dann war vieles schon vorgegeben was da später passiert ist.

00:30:45: Was auch interessant war, dass sie schreiben Die industrielle Basis war trotz des Krieges noch relativ gut intakt.

00:30:54: Ich hatte ehrlich gesagt gedacht, wenn man die Zerstörung anschaut und auch das die Sowjetunion sehr viel abmontiert hat und wegtransportiert hat, dass die industriele Basis zerstört war.

00:31:06: aber das ist nicht so ganz der Fall.

00:31:09: Ja es gab eine Gruppe von amerikanischen Ökonomien, weil ich vielleicht erinnere, Wir haben im Spätsommer oder so, in der短zeit-fünfundvierzig angeschaut haben.

00:31:20: Die Schäden waren oberflächlich natürlich sehr groß und gab sicherlich Ausnahmen und Firmen die komplett zerstört waren.

00:31:27: Aber die Bombenkampagnen gegen Deutschland, die waren sehr viel effektiver was die Zivilbeförderung angeht als Industrie.

00:31:40: Und vieles mag ja sicherlich unter Schutz und Asche aber konnte dann auch recht schnell wieder aufgebaut werden, besonders Anfang der Fünfziger als dann auch die Nachfrage da war.

00:31:52: Und die Frage ist so ein bisschen warum hat sich das so festgesetzt dass die Wirtschaft am Boden lag wenn sie es doch eigentlich nicht tat?

00:32:02: und es liegt zum einen daran dass die Deutschen die Wirtschaftswunder Geschichten lieben und das sind... Es gibt ja auch die Unternehmer wie Otto oder Feig.

00:32:16: Diese Falkpläne, die Stadtplänen ist auch eine schöne Geschichte.

00:32:21: Das war ein Kartograf, glaube ich, der durch Hamburg irlte und da die Idee hatte für einen neuen Hafen von Stadtbahn.

00:32:32: Das sind alles schöne Geschichten aber die auch im Einzelnen zutreffen Und ja auch irgendwie eine deutsche Selbsterzählung waren dass man es geschafft hat aus nichts etwas zu schaffen enorm, sagen wir starker Mythos.

00:32:48: Aber für die Großindustrie und für die alten Strukturen traf es ebenso nicht ganz

00:32:53: zu.".

00:32:56: Und welche Rolle spielten drei hundert vielleicht andere Männer für den Wiederaufbau?

00:33:03: Für das Wirtschaftswunder?

00:33:05: oder welche Rolle spielt er in diesem Kom-R?

00:33:07: hat Ludwig Erhard mit dem Programm dass er da forciert hatte?

00:33:12: Ja also Erstmal noch mal die drei Landmänner, ich habe das als Titel gewählt.

00:33:19: Das ist ja für mich auch überschrift für die Netzwerkverflechtungen.

00:33:24: Man muss eher von den Netzwerken sprechen und da würde ich sagen dass gar nicht so andere Netzwerke waren denn gerade in der Wirtschaft haben viele Industrielle doch ihre Funktion behalten.

00:33:37: natürlich es gab den Prozess gegen Krop oder Flick und das war ein Einzelfälle wo die natürlich sehr präsent waren im öffentlichen Bewusstsein.

00:33:50: Aber viele Wirtschafts-, ja, Mitglieder der Wirtschaftseliter im Nationalsekretärismus sind bei den Unternehmen geblieben und haben auch in der Nachklickszeit noch bedeutende Rollen gehabt.

00:34:03: Also das ist ein viel typischer als das andere.

00:34:07: Und Ludwig Erhardt ist natürlich eine prägende Figur aber auch der war nicht ganz Unumstritten damals.

00:34:16: und da gibt es zum Beispiel den BDI-Präsidenten Fritz Berg, der mit dem er hat gar nicht auf einer Niveau.

00:34:25: Weil Fritzberg eher für dieses Deutschland, der eben nicht der freien Märkte sondern der Absprachen das die Eliten, die Verbände, die Gewerkschaften, die Regierung, damals die Adenauer Regierung und die Unternehmen dass man miteinander eigentlich innen.

00:34:45: Bildlich gesprochen in Hinterzimmern, wie Wirtschaftspolitik bestimmt und eben nicht alles den Kraftnis frei macht.

00:34:52: Ich würde sagen dieses Deutschland war eigentlich prägender als jetzt die angelsächsische Vorstellung einer einfasselten Machtwirtschaft

00:35:02: Und man sagt ja das Deutschland sehr stark durch den Mittelstand geprägt ist.

00:35:07: Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist eigentlich Mittelstand.

00:35:10: und der Professor Simon Ich habe noch mit ihm darüber gesprochen über seine Hidden Champions, dass sie eine bedeutende Rolle spielen.

00:35:19: Nur weil Sie nicht im Vordergrund standen hat man die eigentlich unter dem Radar war oder nicht wahrgenommen?

00:35:27: Ja also zunächst mal in meinem Buch geht es um diese Strukturen der Großindustrie, der großen Unternehmen und der Verflechtung.

00:35:39: Das war schon ein mächtiges System das sowohl kulturell, gesellschaftlich, politisch und natürlich wirtschaftlich Einfluss hatte.

00:35:47: Es gab immer auch die mittelständig geprägten Familien in das Familienunternehmen, die teilweise auch sehr groß geworden sind oder auch die Kleineren.

00:35:59: Das ist fast wie zwei, sagen wir ja... Ist das eine Auseinanderentwicklung?

00:36:06: Im Jahrhundert, Ende der Jahrhunderte haben sich einige Unternehmen die sagen Erfolg hatten.

00:36:11: Dann sind Börsen und Tiert geworden und sind Teil dieser Deutschland AG geworden.

00:36:15: Es gibt aber auch andere Beispiele für Unternehmen, die bewusst in Familien hat gehalten worden.

00:36:21: Ich denke jetzt so an etwas wie Freudenberg oder so ... Die haben eine ähnlich lange Geschichte, aber sind kulturell eigentlich mittelständisch geprägt geblieben.

00:36:29: Auch wenn sie riesig waren.

00:36:31: fast zwei, ich will nicht sagen getrennte Phänomene waren.

00:36:33: Aber doch eine Auseinanderentwicklung.

00:36:36: und das mal über die Frühphase, über diese Frühphase des deutschen Dokumentatismus.

00:36:44: aber dann gab es in den Fünfzigern auch nochmal die typische Erfolgsgeschichten des deutschen Mittelstands.

00:36:51: Das hatte schon auch damit zu tun dass mit dem Wirtschaftswunder eine neue Gesellschaft und dann mit massen Konsum und ganz anderen Möglichkeiten der Internationalisierung gefolgt So dass dieser Mittelstand, ja er hat längere Wurzeln aber auch in den Fünfzigern und Sechzigen ist das zu einem wirklichen Phänomen geworden.

00:37:09: Und ich werde das häufig gefragt der Mittelstand kommt ja darin nicht vor und es tatsächlich wichtig, aber das sage ich auch im Buch beschreibe diese gesellschaftlich sehr wichtige Deutschland, die großen deutschen Unternehmen, aber was Hermann Simon geschildert hatte diese Hidden Champions typisch eigentlich in einer Provinz infamilien Hand Das gab es auch immer.

00:37:33: Und Herr Richter, es gab hier blühte Zeit von diesen Netzwerken und irgendwann gab es aber auch Niedergang davon?

00:37:43: Wann war das und was waren die Auslöse für diese Abschmelzen der Bedeutung?

00:37:51: Ja, ist ein bisschen komplizierter das zu erklären weil es verschiedene Faktoren sind.

00:37:59: Und die Hochzeit der Deutschland AG waren an sich die Fünfziger und Sechziger, die Frühensechzige.

00:38:04: Das war die Zeit als ein Hermann-Gesolf Abbs, der Vorstandssprecher der Deutschen Bank später Aufsichtsratsvorsitzende hat, dass er saß dann in etwa dreißig Aufsichtshreten und kannte alle und hatte beste Verbindung zur Adenauer Regierung auch und spielte diese, diese Einflussreiche Wolle – das gab es ja auch andere.

00:38:27: Prominentes Beispiel.

00:38:30: Nun war es aber so, dass diese Wirtschaftselite, da gab's eine Kontinuität, die hatte einen Vergangenheit im Nationalsozialismus.

00:38:40: Das galt auch für Hermann Hülbs, der damals schon da oder für jemand wie Heinrich Nordhoff bei Volkswagen.

00:38:48: Also die hatten diese Vergangenheiten und Anfang der Sechziger begannen in Deutschland etwas aufzubrechen das von einer jüngeren Generation nicht mehr akzeptiert wurde.

00:39:03: Denn es war ja nicht nur, dass die diese Vergangenheit hatten, sie führten zum Teil auch noch wie damals ist.

00:39:09: Ich meine jetzt nicht nationalsozialistisch aber das ist doch sehr hierarchisch und autoritär zugehen.

00:39:15: Und in den Sechzigern begann etwas, was man später als Liberalisierung der Gesellschaft beschrieben hat Dass eine junge Generation das so nicht mehr Akzeptierte.

00:39:25: Nicht die Gesellschaft als Ganzes sagen wir in den Meinungseliten und deswegen begann man zu hinterfragen, die Art und Weise wie der Charakter dieser Wirtschaftselite und ihre Geschichte.

00:39:38: Das wurde hinterfragt.

00:39:40: Und da kam dann eine neue Männischer-Generation, die anders geprägt war – und das sieht man schon in den frühen Siebzigeren, die waren jünger und kamen eben nicht.

00:39:49: Die Jungen Wilden?

00:39:50: Genau!

00:39:52: Ja so wild waren sie denn auch nicht.

00:39:53: Aber damals für damalige Verhältnisse wirkten sie wild.

00:39:59: Und das ist das eine.

00:40:01: und das andere ist, dass sich die Wirtschaft, die Weltwirtschaft auch wandelte.

00:40:06: Das in den Siebzigern und Achtzigern begann, die analsexische Finanzkultur sehr dumm nannt zu werden.

00:40:14: Die wurde dereguliert und es gab Gelder, die aus dem Ausland kamen.

00:40:22: Auch dann die Ölgelder der OPEC starten, das begann in den siebzigern schon und für die gerade jetzt die Banken ihr die deutschen Banken die Großbanken hier so ein Schlüssel eine so einen Schlüssel Roller hatte stellte sich dann als dann die angelsächsische Finanzwelt sich wandelte.

00:40:39: Schon die Frage da ist es überhaupt noch richtig und sinnvoll dass wir unsere Ressourcen in den großen deutschen Industrieunternehmen stecken haben?

00:40:48: und das zu einer Zeit in der diese Industrie unternehmen weil das Wirtschaftswunder ja dann irgendwann vorbei war diese Industrieunternehmen auch nicht mehr so floriert, sodass das finanziell ja auch nicht ganz zu ertragreich war.

00:40:59: Und da begannen dann die Deutsche Bank zum Beispiel erstmals darüber nachzudenken, wir müssen doch eigentlich in New York eine Dependance haben und müssen in dieses Investment-Banking von der Kultur her auch anders ist irgendwie einsteigen.

00:41:13: In den ersten Kauf einer britischen Investmentbank getätigt und so setzt dann diese bekannte Entwicklung ein die letztlich dazu führte, dass irgendwann begünstigt noch von einer Steuerreform oder einer Steuernnderung der Steuer die Banken und auch die Versicherer dann ihre Anteile abgestoßen haben.

00:41:34: So dass die Verflechtungen, die ja auch nicht mehr zeigten wie es schien, diese Verflechdung, die wirtschaftliche Beleichtung zwischen diesen deutschen Konzernen und den Banken dann aufgelöst wurde.

00:41:44: Herr Richter, wenn Sie die aktuelle Eigentümerstruktur von vielen Börselnotierten Unternehmern aber auch nicht Börsennotiersen drinnen anschauen.

00:41:53: Da spielen solche Fonds wie Blackrock eine sehr, sehr bedeutende Rolle.

00:41:59: haben wir inzwischen so eine dreihundert anglasexische Blackrock-Manager, die Deutschland AG neu gegründet haben?

00:42:11: Also BlackRock ist ja unter anderem auch in Silicon Valley sehr prominent vertreten und überall tätig.

00:42:18: Insofern ist es eben nicht eine Deutschland AG, weil der Blick auf die deutschen Unternehmen an dem diese Fonds Anteiler haben ein eher disinterested.

00:42:34: Das heißt sie wollen... Es geht ihnen nicht um die gesellschaftliche Rolle, die die Unternehmen spielen sondern schon um, ich weiß.

00:42:43: Darin ist auch nichts Falsches.

00:42:45: das kann auch positiv sein dass der Blick aus finanzielle geht aber es fehlt eben dieser langfristige Blick dem sage die Deutsche Bank und andere damals schon hatten

00:42:59: Wenn man die aktuelle Entwicklungen im politischen Kontext anschaut alle schreien danach dass die Politik endlich ein klaren Plan für den Standort Deutschland verfolgt und ordnungspolitisch mehr Freiräume schafft, aber doch dafür sorgt dass einfach die Wettbewerbsentfaltung und Potenzialentfaltung wieder in Gang kommt.

00:43:24: Und das geschieht glaube unzureichend, das kann man schon so sagen fehlen uns diese Netzwerk und diese Verschlechtungen sich vielleicht dieser Rolle übernehmen könnten?

00:43:36: Also diese Netzwerke... So wie sie waren fehlen Deutschland ganz sicherlich nicht, das hasst ja nicht in die Zeit.

00:43:48: Mein Buch ist auch nicht nostalgisch.

00:43:49: es ist nicht so dass ich sage man braucht die alten Strukturen wieder.

00:43:55: Ich benutze jetzt doch wieder das Bild von den drehundert Männern.

00:43:59: diese Männer waren Es fehlte ihnen schon an gerade auch dann In der Nachkitzzeit, es fehlt ja an neuen Ideen.

00:44:09: An Mut auch in neue Geschäftsfelder zu gehen.

00:44:13: Zu homogen und zu traditionell?

00:44:15: Ja genau!

00:44:18: Es hätte gut getan wenn auch andere Stimmen mit anderen Background... Wenn nicht-deutsche Frauen kreative Menschen außenseiter die da nicht reinpassen, wenn wir früher frischen Wind reingebracht hätten.

00:44:35: alten Strukturen will man natürlich nicht wieder haben.

00:44:38: Die Frage ist für mich so ein bisschen, ob der Netzwerkgedanke im Zuge der Auflösung der Deutschland AG das richtig war dass man Netzwerker per se verdammt.

00:44:51: ich habe es gefühlt dass in Deutschland die Gedanken des Netzwerkes... Kind

00:44:55: mit dem Baden und ausschütteln?

00:44:56: Ja genau so kann man sagen dass das in Verruf geraten ist.

00:44:59: und in mancher Hinsicht wenn Netzwerke nach außentransparent sind und man sich Leute auch nicht sagen wie wenn es nicht korrupt ist, dann sind Netzwerke ja nicht falsch.

00:45:10: Und die Frage ist...

00:45:11: Sogar effektif, weil sie die Transaktionskosten senken, weil Vertrauen einfach Komplexität reduzieren.

00:45:20: Ja das war ein großer Vorteil der Deutschland ergeht, Entscheidungswege waren dann doch vorzweifig oder es gab Verbrauen und das hilft also dass man übergrenzenen Weg an einem Strand zieht.

00:45:32: um etwas für Muss jetzt nicht die deutsche Wirtschaft, könnte auch die europäische Wirtschaft sein.

00:45:40: Aber das ist an sich nicht falsch.

00:45:42: hier ein paar Beispiele.

00:45:44: Zum Beispiel die deutschen Bankenversicherer haben schon sehr Auflagen was jetzt Risiko in Westens angeht und können jetzt nicht wie früher.

00:45:55: wenn früher einen Deutsche Bankchef gesagt hat da gibt es dieses Unternehmen in München Das macht gute Sachen, ist zwar noch jung aber ich finde das gut

00:46:06: Kaufen wir mal.

00:46:08: Oder dass man auch sagt, da ist hier eine Schlüsseltechnologie in Deutschland und wer ein chinesisches Unternehmen möchte das übernehmen.

00:46:19: Das ist aber jetzt nicht in unserem Interesse und dass dann die Banken einspringen.

00:46:23: Das geht alles so nicht mehr weil die Banken inzwischen ganz anders geführt werden als ein Beispiel.

00:46:28: Also wo ist das geduldige Kapital?

00:46:32: dass eben auch Entscheidungen trifft, die nicht rein wirtschaftlich sind.

00:46:37: Sondern man sagt da gibt es auch ein gesellschaftliches Interesse daran und das ist in dieser Zeit halt wichtig.

00:46:43: Aber ich denke auch in der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft – was war gerade in der Kaiserzeit?

00:46:48: War das ein deutsches Erfolgsmerkmal?

00:46:56: In der Wissenschaft ganz sicher auch viele Leute die nicht unbedingt Interesse daran haben für die Wirtschaft zu arbeiten, kann vielleicht in Einzelfällen auch sicher begründet sein.

00:47:09: Aber Arbeit ist schon wichtig, dass Erfindung und Forschung getätigt wird, wo wirtschaftlich eine Rolle spielt.

00:47:18: Es sind einfach zwei Beispiele, wo Netzwerke über Grenzen hinausgehen, wo man sich doch wünschen würde, dass es mehr Zusammenarbeit

00:47:28: gibt.".

00:47:29: Herr Richter, Sie sind ja eigentlich interessanterweise anglasexisch ausgebildet als Journalist, wenn ich das richtig verstanden habe und mussten zuerst Deutsch-Journalismus wieder erlernen.

00:47:43: Aber wie ist der Blick auf Deutschland heute jetzt aus dem Wirtschaftspolitischen Perspektive?

00:47:48: Wie schätzen Sie das ein?

00:47:51: Also kann nur sagen dass das Interesse an der deutschen Wirtschaft extrem gesunken ist... Ich hab vor...

00:48:01: Oder als Mann das Beispiel zugenommen hat, ja.

00:48:04: Was was?

00:48:06: Als Mann das Beispiel zugenomen hat?

00:48:09: Ja, das weiß ich gar nicht.

00:48:11: also ich erlebe nur dass es in gerade auch in Amerika ein lebhaftes Interesse daran gab was die deutschen Unternehmen tun und das ist natürlich längst nicht mehr so.

00:48:23: Mann des Beispiel.

00:48:24: In Bezug auf die Energiepolitik zum Beispiel das was ich wahrgenommen habe war das schon sehr, sehr stark geprägt.

00:48:32: Wie Deutschland die Energiewende angefasst hat und welche Folgen das für die industrielle Basis hatte?

00:48:40: Das wird permanent also ein Mann Fingerzeug...

00:48:45: Nein es stimmt ich hatte jetzt bisschen an auch die deutsche Wirtschaft diese großen Unternehmen und irgendwie das gedacht Und da sehe ich mir, dass das interessant

00:48:55: ist.

00:48:56: Ich meine viele sagen ja DAX entwickelt sich ja so genial.

00:48:59: dann ist es ja gut für Deutschland wenn man bedenkt wie viel Prozent der DAX-Umsätze eigentlich global getätigt werden und nicht so für Deutschland repräsentativ.

00:49:09: das muss man auch mit einrechnen in dieser Aussage.

00:49:11: Die Aktionäre sind

00:49:14: Blackrock und Co.

00:49:15: Habe ich auch nicht im Deutschland.

00:49:20: Hätte ich da eine andere Frage?

00:49:23: Ihr Leben ist ja sehr, sehr vielfältig gewesen und sich haben sehr viele spannende Bücher geschrieben.

00:49:30: Wenn Sie sich vorstellen würden, dass sie ihr Buch des Lebens scheiben... Welchen Titel würden Sie dem Buch geben?

00:49:42: Weiß nicht gar nicht!

00:49:44: Also ich habe einen Roman geschrieben der hieß Bettermann.

00:49:48: das war mein erstes Buch.

00:49:49: im Prinzip Das ist eigentlich schon das Thema.

00:49:56: Der Deutschland AG ist da schon drin, das ist irgendwie natürlich ganz anders geschrieben und es auch so ein typisches Erstlingswerk.

00:50:03: ich weiß nicht ob's gut ist aber da geht es schon um sagen dieses Thema was ist eigentlich wenn man aus der Kultur stammt denn ich habe Literatur und Philosophie studiert und dann beginnt sich für Wirtschaft zu interessieren?

00:50:22: Und insofern wäre wahrscheinlich das Lebenthema schon diese Verbindung von Kultur und Wirtschaft, die mich sehr interessiert.

00:50:29: Wie ich das dann nennen würde?

00:50:30: Also ich werde ganz bestimmt kein Buch mehr über mich schreiben.

00:50:34: Das weiß ich schon aber uns muss auch nicht sein.

00:50:38: Aber das ist das was mir beschäftigt.

00:50:40: Hätte ich da vielleicht... Die nächste Frage in Bezug auf ein Ratsschlag des Lebens gibt es etwas, was Sie als bestener Schlag des Lebens bezeichnen würden?

00:50:50: Den besten Ratschlag den ich geben kann oder der Mir

00:50:54: Wie Sie möchten, einfach das was Ihnen spontan einfällt.

00:50:57: Wir fragen manchmal, was würdest du deinem zwanzigjährigen Konstantin empfehlen?

00:51:02: Ja

00:51:07: also ich... Also das was mich beschäftigt ist als zwanzigerjähriger wollte ich unbedingt Romane schreiben und ich habe... Ich hab hauptsächlich russische Literatur, französische Literature Englisch in der Tour gelesen, aber ich habe mich nicht für Wirtschaft interessiert.

00:51:27: Und was mich beschäftigt ist dass sich so viele auch Jüngere nicht für wirtschaft interessieren und ich finde wirtschaft zu wahnsinnig spannend.

00:51:42: sind die Geschichten die man über Unternehmen erzählen kann so aufregend?

00:51:46: das hat mir deswegen auch so ein Spaß gemacht dieses Buch zu schreiben.

00:51:50: ja ich bin jetzt vielleicht ein bisschen doch zu alt mit fünfundfünfzig, aber was also?

00:51:57: ein Unternehmen zu gründen oder so etwas zu tun?

00:51:59: das würde mich wahnsinnig reizen.

00:52:01: Liebe Herr Richter vielen herzlichen Dank für das spannende Gespräch und eine geschichtliche Reflexion.

00:52:06: es war unglaublich spannend und hat mir sehr viel Freude gemacht.

00:52:09: Vielen Dank im Herzlichsten!