SMP LeaderTalks

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00:00:00: Aber das dauert eben Jahre.

00:00:02: Dieser Übergang von Krieg zufrieden ist ein langer Prozess und sehr turbulent mit vielen arbeitslosen und hoher Inflation, und das würde in Russland auf eine Bevölkerung treffen die aber denkt wenn der Krieg vorbei ist werden wir reicher!

00:00:16: Und die schon vor dem Krieg extrem unzufrieden war und jetzt nachdem Krieg garantiert auch sehr unzufreden ist.

00:00:23: Das würde das Regime Putin wahrscheinlich nicht überstehen.

00:00:27: Das heißt für ihn es ist einfacher Einfach weiter Krieg zu führen.

00:00:46: Frau Hermann, einen wunderschönen guten Tag und herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe von SMP Leader Talks!

00:00:51: Ja hallo

00:00:52: Ich freue mich sehr und möchte sehr gerne ein Komplement loswerden.

00:00:56: Es gibt sehr wenige Büche die ich wirklich von der ersten Zeile bis zur letzten Zeil habe wie sie jetzt der Quellenangabe und über ihn auch mehrere zehntenszeiten ausmachen lese.

00:01:07: Und ihr Buch habe ich mit viel Freude gelesen, weil sie nicht nur das aktuelle Geschehen sondern das aktuelle Gescheh im Kontext der historischen Entwicklungen dargestellt hatten und da ich mir das Sowjetunion oder mit früheren Sowjetunionen viele leidhafte Erfahrungen mitmachen durfte.

00:01:26: War das für mich super spannend diese historische Einordnung in ihrem neuen Buch Geld als Waffe zu lesen?

00:01:34: Es geht ja darum warum man überhaupt Kriege führt Und Sie zitieren Herfried Münkler, der mal Anfang zweitausender erklärt hat, dass Krieg eigentlich ein historisches Auslaufmodell ist.

00:01:48: Wie aktuell erleben wir eine Renaissance?

00:01:51: Woran liegt das?

00:01:53: Ja also immer muss man sagen in meinem Buch geht es tatsächlich um den Staatenkrieg also Krieg zwischen Ländern mit dem Ziel, dass ein Land ein anderes erobern will.

00:02:03: Also beispielsweise Russland das die Ukraine eroberen will oder auch China das Ansprüch auf Taiwan erhebt.

00:02:10: Das ist wichtig weil es natürlich jede Menge von Gewalt gibt in der Welt.

00:02:14: Die Gewalt war nie weg.

00:02:16: Es gibt Bürgerkriege, es gibt Terroranschläge Cyberattacken Es gibt sowas wie Afghanistan.

00:02:29: religiöse Gruppe versucht, das ganze Land zu erobern und so weiter und sofort.

00:02:32: Aber wo erst man dachte – das war auch das was Möbler gesagt hat – was weg sei?

00:02:37: Das ist eben dieser Staatenkrieg.

00:02:38: da dachte man dass es jetzt eigentlich mit der zweiten Welt kriegt mir oder minder vorbei.

00:02:42: und jetzt kommt das zurück.

00:02:44: ja und das hat mich dann interessiert das zu analysieren ökonomisch weil dieses Phänomen normalerweise eben nur militärisch diplomatisch strategisch betrachtet wird.

00:02:57: Wenn Sie jetzt fragen, warum kommt das zurück?

00:03:01: Dann liegt es in China und auch in Russland auf jeden Fall nicht nur aber sehr zentral an ökonomischen Problemen.

00:03:14: Beide Länder stecken in einer ökonymischen Sackasse fest aus der sie nicht mehr rauskommen und die dann dazu führt dass beide Diktatoren Xi Jinping in China Geneigt sein könnten Kriege anzufangen oder vorzusetzen, ganz einfach um von diesen ökonomischen Problemen abzulenken.

00:03:36: Und gleichzeitig gilt Krieg als Verlustgeschäft?

00:03:41: So beschreiben Sie dann das Phänomen.

00:03:42: und wo entstehen denn die Monetarisierung des Krieges jetzt zum Beispiel für Putin?

00:03:48: Wo hat er dann die Vorteile daraus gezogen?

00:03:51: Ja, also das stimmt.

00:03:53: Also Krieg ist ein Verlustgeschäft.

00:03:55: Ist ja ziemlich naheliegend.

00:03:57: nicht denn da wird ja nicht produziert sondern zerstört und diese Zerstörung schadet allen.

00:04:03: Das schadelt auch dem möglichen Sieger.

00:04:06: Jetzt zu Putin.

00:04:06: warum führt er trotzdem Krieg?

00:04:08: Ich meine um das mal ganz hart zu sagen jeder Tag Krieg in der Ukraine kostet offiziell ungefähr fünfhundert Millionen Dollar und inoffiziell dann viele Kosten werden ja versteckt, ist es wahrscheinlich eine Milliarde.

00:04:23: Also jeden Tag geht eine Milliard verloren für die Russen dadurch dass sie in der Ukraine Krieg führen und Sie kommen hier auch nicht voran.

00:04:31: Im Donbass sind sie faktisch stehen geblieben.

00:04:34: Sie haben praktisch gar keine Gelände gewinnen mehr und die Bombadierung von Kielf und anderen Städten bringt strategisch eigentlich fast gar nichts.

00:04:44: so da würde man doch denken Wenn das hier so teuer ist und ich komme nicht voran, dann mache ich jetzt hier irgendwie Frieden.

00:04:51: Und die Russen wären ja wahrscheinlich begeistert wenn der Krieg vorbei wäre und Putin in einer Diktatur mit gelenkten Medien kann ja auch erzählen was er will und hätte doch theoretisch sagen können Ja und ich habe hier zwanzig Prozent der Ukraine und die Landbrücke zu krimmen und ansonsten ist die Ukraine auch komplett zerstört.

00:05:08: ein voller Erfolg.

00:05:09: aber das macht er nicht Und das hat zwei Gründe.

00:05:14: Der eine Grund ist, dass so ein Krieg so eine eigene Dynamik entwickelt.

00:05:18: also nach vierenhalb Jahren Krieg in der Ukraine kommt Putin aus seiner Kriegswirtschaft nicht mehr raus.

00:05:26: er kann nicht einfach zurück in eine Friedenswirtschaft wechseln nach dem Motto okay vergessen wir gestern war Krieg heute ist Zukunft sondern Wenn er da wechseln würde, wäre das ökonomische Chaos erst mal so groß, dass sein Regime das wahrscheinlich nicht überleben würde.

00:05:46: Das ist das Problem, warum man jetzt keinen Frieden schließen kann.

00:05:49: Man muss es klar haben, Putin wird Krieg führen solange er an der Macht ist.

00:05:53: Das heißt, solange erlebt und das ist ja wahrscheinlich das Gleiche.

00:06:00: Die andere Frage ist, warum hat er den Krieg überhaupt angefangen?

00:06:03: Und auch da waren das ökonomische Gründe.

00:06:05: also Die Russen haben ja faktischen Mafia-Staat, ganz wenige Oligarchen plus die Gewaltapparate also Militärgeheimdienst Nationalgarde Verwaltung Justiz beklauen die restliche Bevölkerung und verteilen die Gewinne aus den Öl- und Gasexporten unter sich.

00:06:26: Und diese Gewinnen, die man da klaut werden auch nicht wieder in der Wirtschaft investiert sondern direkt ins Ausland transferiert, also gerne zum Beispiel in die Schweiz.

00:06:36: Und wenn man das in solche Wirtschaft hat, ja?

00:06:39: Man klaut die Exporteinnahmen und investiert nicht.

00:06:44: Dann kann es keinen Erwachsenen geben – und das haben die normalen Russen auch gemerkt.

00:06:49: Also seit Zwei-Tausend zwölf ist dieses Realleeinkommen nicht mehr gestiegen.

00:06:54: Das heißt, dass war ein verlorenes Jahrzehnt für die Russen.

00:06:57: Entsprechend groß waren natürlich die Unzufriedenheit.

00:07:00: also der Sprecher für diese Art von Kritik war ja Navalny der das immer vorgerechnet hat, dass er eine normale Russe überhaupt nicht mehr profitiert und dass das ganze Land eine einzige Wüste der Korruption ist.

00:07:13: Und auch da war dann eben für Putin erstmal der Ausweg Krieg zu führen erst die Krim, dann die Ukraine in der Hoffnung, dass diese nationale Begeisterung über die ökonomische Krise oder die ökonomische Enteignung der Bevölkerung hinweg täuscht.

00:07:34: Und das hat glaube ich auch funktioniert, weil die Zustimmungswerte waren dann bei über achtzig Prozent nachdem der Krieg ausgebrochen ist?

00:07:43: Ja also man muss sagen nach der Krim hat es funktioniert.

00:07:46: ja die Bevölkerung die Russen waren begeistert dass sie Krim erobert wurde hat ja auch nicht viel gekostet ging ganz schnell Und diesen Erfolg von den Beputinen in den Jahr- und Jahrzehnten wiederholen.

00:07:59: Das Problem war, dass alle Russen selbst Navalny begeistert waren über die Annexion der Krim.

00:08:07: Aber dann spätestens mit der Rentenkürzung war die alte Unzufriedenheit wieder da.

00:08:15: Die Eroberung hatte nichts daran geändert.

00:08:18: dass der normale Russe nicht profitiert hat und das die ganzen Öleinnahmen von den Oligarchen geklaut wurden.

00:08:24: Und Krim war teuer, im Mutterhalt?

00:08:27: Ja natürlich!

00:08:28: Die Krim hat auch Geld gekostet, man musste investieren, man muss diese Brücke bauen... Das stimmt, das kam noch hinzu.

00:08:35: Man hat also für die normalen Russen noch Zusatzkosten und weiter wurde aber der eigentliche Reichtum des Landes von einer ganz kleinen Oberschicht gestohlen.

00:08:46: Die Unzufriedenheit war entsprechend groß und dann hat Putin gedacht er könnte diesen Trick mit der Krim einfach in Groß wiederholen und Kiev in wenigen Tagen einnehmen.

00:08:58: Das ist gescheitert.

00:08:59: Und jetzt hat er eben vierenhalb Jahre Kriegswirtschaft und kommt nicht mehr zurück in eine Friedenswirtschaft, selbst wenn er das wollte.

00:09:06: Also er hat eigentlich seine eigene strategische Position durch diesen Krieg enorm verschlechtert.

00:09:13: Aber Putin ist der Typ, der dann einfach immer weitermacht?

00:09:17: Und diese viel, vielleicht Kalkulation weil ich meine zwischen vierzehn Tagen und vier Jahren liegen so ein paar Jahre.

00:09:28: Ich meine, wie kann das zu so einer Feldkalkulation kommen?

00:09:32: Was hat man unterschätzt?

00:09:34: Ja also natürlich, wenn man im Rückblick weiß...

00:09:35: oder überschätzst.

00:09:36: Wenn man im Rückblick weiß, hat man die ukrainische Widerstandsfähigkeit unterschädzt.

00:09:41: Also man hat unterschetzt auf Seiten Putins, dass für die Ukraine es so aussah, dass man schon acht Jahre im Krieg war.

00:09:51: Der Krieg ist ja für die Ukraine mit der Annexion der Krim nicht vorbei, sondern es gab dann ja auch noch die ganzen Unruhen im Donnbass.

00:09:59: Die von Putin geschürt wurden und im Donbass war ja nie Ruhe.

00:10:05: Das war eigentlich permanent in Krieg auf ganz kleiner Flamme.

00:10:10: aber dieser permanente Krieg im Donbas hat natürlich dazu geführt dass sich die Armee der Ukraine enorm modernisiert hat.

00:10:17: das war eben da nicht mehr die sowjetische Armee alten Types die Putin kennt Sondern das war eine moderne Armee.

00:10:24: Das gab auch Schulungen durch die USA und durch Großbritannien, es gab auch Waffenlieferung vor allen Dingen durch die USA, die so drüben Injeflins, die Panzerknacker und es gab auf die Drohnen aus der Türkei.

00:10:39: So in diese ganze Mischung von moderner Armeereformen.

00:10:42: man hat auch versucht die Korruption in der Armee einzudämmen.

00:10:45: zum ersten Mal westliche Waffennieferung alles auf kleinem Niveau nicht?

00:10:49: Aber das zusammen hat die Widerstandskraft Ukraine enorm gestärkt.

00:10:55: und natürlich gibt es auch Zufälle.

00:10:57: Also zum Beispiel war für den Kriegsverlauf absolut entscheidend, dass es den Russen nicht gelungen ist, den Flughafen in der Nähe von Kiev aus Dormell zu erobern.

00:11:09: das haben wenige Ukrainer verhindert und damit konnten aber keine Truppen eingeflogen werden.

00:11:14: so und das war auch also es gab auch Zuffälle.

00:11:18: Es gab strategische Fehler Schwerster Art auf der Seite der Russen, also alle erinnern sich an diese langen Panzerkolonnen die oft Kiew zugefahren sind.

00:11:29: Und es war ja noch früher und die ganzen Felder waren matcht das heißt man musste mit den Panzern auf dieser Straße bleiben.

00:11:36: Und dann war es halt für die Ukraine leicht, einfach vorne die Panzer abzuschießen mit ihren Jefflins und noch ein paar in der Mitte abzuschiessen.

00:11:44: Dann kam ja die anderen Panzer an diesen liegen gebliebenen Panzern nicht mehr vorbei.

00:11:48: Das war ein einziges Disaster!

00:11:50: Also ich meine das war so eine bunte Mischung.

00:11:52: aber der Punkt wenn man jetzt nochmal das auf ökonomisch dreht ist Krieg ist so teuer und hat mir schon ein solches Verlustgeschäft dass man Krieg sowieso nur anfängt unter der Bedingung, dass man sich einbilden kann.

00:12:07: Es würde einen Blitzkrieg.

00:12:09: also alle Kriege laufen nach dem Motto er ist bestimmt bald vorbei.

00:12:15: Also das ist nicht nur Putin den drei Tagen in Kiew sein wollte.

00:12:18: Das ist jetzt zum Beispiel Trump Der ja dachte, er bombardiert ein bisschen in Teheran rum.

00:12:24: Die Führung verschwindet die Alte ist getötet und schon ist der Krieg gewonnen.

00:12:29: nicht auch Trump dachte der Iran-Krieg wäre ein Blitzkrieg.

00:12:34: Berühmter Fall ist natürlich Hitler, der als er in nineteenundvierzig die Russland überfallen hat.

00:12:40: Dachte er auch dass er in kürzester Zeit in Moskau ist

00:12:44: ohne Wagen Klamotten

00:12:45: Ja, oder der erste Weltkrieg.

00:12:47: Nicht wo die deutschen Soldaten alle dachten sie seien Weihnachten, neunzehntvierzehn wieder zu Hause und so weiter und sofort.

00:12:55: also man muss wirklich annehmen dass man einen Blitzkrieг führt denn sonst würde man nie anfangen einfach weil es so wahnsinnig teuer ist.

00:13:04: Und Frau Herrmann wenn jetzt der Krieg so teuer isst und sich haben wir ja unglaubliche Werte genannt Wenn man das jetzt hochrechnet nach vier Jahren wie kann das Russland finanzieren?

00:13:15: und sich aber noch was mir auch nicht bewusst, dass der Schatz von Putin auch in Zentralbanken zur Hälfte gelagert war.

00:13:26: Im Ausland...

00:13:28: Ja das ist jetzt eigentlich ganz kompliziert.

00:13:36: Faktisch ist es so, und das ist natürlich auch ein Problem, dass Russland den Krieg in Rubeln finanziert.

00:13:45: Also sie können das sozusagen den Krieg aus weitgehend, aus ihren eigenen Mitteln finanziieren weil Sie haben ja genug Nahrungsmittel, Sie haben genug Soldaten, wenn man jetzt mal von den Nordkoreanern da absieht nicht?

00:14:00: eine eigene Waffenindustrie, sie haben vor allen Dingen auch Energieöl.

00:14:06: Sie müssen kein Öl importieren damit die ihre Panzer irgendwie bewegen können.

00:14:10: So lange darf in Ries stehen ja?

00:14:12: Ja das ist natürlich jetzt auch ein Teil Geld als Waffe.

00:14:16: nicht dass die Ukrainer jetzt versuchen die ökonomische Basis der Russen zu treffen aber eigentlich können jetzt die Russen eben auch.

00:14:25: es ist ja das größte Land der Welt.

00:14:27: Es hat unendlich viele Rohstoffe.

00:14:28: also die können diesen Krieg mit ihren Bordmitteln finanzieren oder führen in Rubel.

00:14:37: Also ich komme auf diese ganzen Gelder im Ausland und so noch zurück, aber eigentlich machen sie es jetzt erst mal in Rubeln.

00:14:42: Trotzdem ist da natürlich ein Problem denn wenn Es entsteht einen riesiger Geldkreislauf für den es keinen Gegenwert gibt Ist ja logisch nicht.

00:14:56: also man hat siebenhunderttausend Soldaten an der Front, die kriegen natürlich einen schönen Sollt.

00:15:01: Weil sonst würden Sie sich gar nicht freiwillig melden.

00:15:04: Man hat inzwischen eins Komma vier Millionen Tote oder Invalide.

00:15:09: also das ist ja enorme Verluste an der front.

00:15:12: so da muss man entweder jetzt die Hinterbliebenen entschädigen oder aber diese Veteranen unterstützen, dann hat man Millionen in der Rüstungsindustrie, die auch alle Geld verdienen.

00:15:23: Die Rüstung industrie selbst macht Gewinne das heißt sind enorme Kosten.

00:15:27: wie gesagt ungefähr eine Milliarde Dollar am Tag.

00:15:30: Aber da wird ja nichts produziert es entsteht kein Gegenwert und das führt automatisch zwingend zu einer hohen Inflation.

00:15:37: Und die inflation ist weitaus höher als dass sie offiziellen Zahlen Spiegel, die ist wirklich zweistellig.

00:15:46: Und je länger der Krieg geht, das so höher ist die Inflation.

00:15:50: Das lässt sich überhaupt nicht vermeiden, obwohl der Krieг erstmal finanziert werden kann dadurch dass man Rubel druckt und dann irgendwie die eigenen Ressourcen da versucht zu mobilisieren.

00:16:02: So um diese Inflations abzudämmen hat man immer gesagt ja wir haben diesen Auslandsfonds.

00:16:10: also Mit den Öl- und Gaseinnahmen im Ausland, mit den Exporten kriegt man ja Divisen.

00:16:19: Und diese Divisen waren sozusagen immer gedacht als Gegenwert zu den Rubeln die man da so druckt.

00:16:28: Jetzt ist aber praktisch dieser Auslandsfonds aufgebraucht.

00:16:32: Man hat so viele Rubel gedruckt um den Öffiziell, um den Krieg zu finanzieren dass von diesem Fonds fast nichts mehr übrig ist.

00:16:39: Um die Inflation!

00:16:40: abzufedern.

00:16:41: Und wenn man sich dann gleichzeitig klar macht, dass die realen Zahlen noch viel höher sind als die offiziellen, ist klar von diesem Fonds mit den Diviszen es überhaupt gar nichts mehr durch.

00:16:53: Aber darf überhaupt auch diese Fonds zugreifen?

00:16:57: Sind sie nicht?

00:16:59: Das war ja das Problem.

00:17:00: also Putin hatte da sich schon mal so sechshundert Milliarden bei Seite geschafft für Notfälle.

00:17:09: Und davon lagen dann aber eben dreihundert Milliarden ungefähr bei westlichen Zentralbanken und wurden da eingefroren so, sind jetzt nicht mehr verfügbar.

00:17:18: Das ist natürlich bitter hat aber letztlich den eigentlichen Krieg nicht verhindern können weil der wird ja wie gesagt im Rubel finanziert.

00:17:27: Aber wenn das so einfach mit der Finanzierung an der Wirtschaft geht in eine oder die andere Art und Weise warum kann er sich den Frieden nicht leisten?

00:17:37: Das ist eine gute Frage.

00:17:44: Jede Kriegswirtschaft hat zwingend zwei Probleme.

00:17:47: Ein Problem hatten wir jetzt schon, das ist die Inflation.

00:17:50: Diese Inflations lässt sich nicht vermeiden weil man ja jede Menge Leute mit dem Krieg beschäftigt von den Soldaten bis zu den Rüstungsarbeitern und gleichzeitig ja nichts produziert wird, sondern nur zerstört.

00:18:03: Die haben alle Geld aber es gibt dafür an sich nicht zu kaufen weil man ja nix produziert hat.

00:18:07: Das führt immer zur Inflation.

00:18:10: So lange der Krieg läuft ist das für die Leute aber irgendwie noch verständlich dass man Inflations hat nach dem Motto wir haben ja Krieg.

00:18:20: so jetzt stelle man sich mal vor Es kommt Frieden dann würde jeder Russe denken Wunderbar, jetzt ist Frieden.

00:18:29: Jetzt haben wir die Kosten vom Krieg nicht mehr.

00:18:31: Jetzt werden wir reicher und das ist dann ein totaler Irrtum weil die Inflation rast einfach weiter.

00:18:37: Die hört nicht deswegen auf, weil jetzt ein Frieden ist sondern diese Diskrepanz zwischen dem Geld dass man im Umlauf hat und den Produkten wie man produziert hat.

00:18:47: Die ist ja immer noch da!

00:18:48: Das heißt die inflation geht weiter Und das trifft aber auch eine Bevölkerung, die denkt sie würde jetzt eigentlich reicher weil Frieden herrscht.

00:18:55: Das zweite Problem ist während des Krieges werden ja ganz viele Leute an der Front und in Rüstungsbetrieben beschäftigt, die verdienen da auch gut mit dem Ergebnis dass für den normale zivile Wirtschaft gar keine Arbeitsplätze oder Arbeitskräfte mehr übrig sind.

00:19:14: Die Zivilewirtschaft schrumpft Sie findet keine Arbeitskräften kann auch gar keine Kredite mehr finanzieren, weil die Zinsen so hoch sind.

00:19:23: Weil die Inflation so hoch ist.

00:19:25: Das heißt, die normale Wirtschaft und das ist ja auch das was man aus Russland hört hat echt zu kämpfen.

00:19:32: Und Philipp gehen pleite oder gehen selbst sind dann selber Soldaten und die anderen können nicht expandieren.

00:19:40: So, das ist die Lage im Krieg.

00:19:42: Wenn jetzt Frieden ist dann sind plötzlich also echter Frieden.

00:19:45: nicht nur zwei Wochen Friedenswaffenstillstand und dann geht der Krieg wieder los sondern echter frieden.

00:19:50: Dann bräuchte man ja die vielen Soldaten nicht mehr Man bräucht auch die Leute in der Rüstungsindustrie nicht mehr so Und die werden dann arbeitslos.

00:19:57: Sondern wer die Frage was machen die denn Jetzt?

00:19:59: Denn Die Zivile Wirtschaft kann nicht von einem Tag zum anderen expandieren und Millionen von Ex-Soldaten aufnehmen, weil sie ja selber eigentlich permanente der Krise war durch den Krieg.

00:20:09: Irgendwann ist es immer so dass man wieder eine Friedenswirtschaft hat und das die auch wieder wächst.

00:20:15: Aber das dauert eben Jahre.

00:20:17: Dieser Übergang von Krieg zufrieden ist ein langer Prozess und sehr turbulent mit vielen arbeitslosen und hoher Inflation, und das würde in Russland auf eine Bevölkerung treffen die aber denkt wenn der Krieg vorbei ist werden wir reicher!

00:20:31: Und die schon vor dem Krieg extrem unzufrieden war und jetzt nachdem Krieg garantiert auch sehr unsufrieden ist.

00:20:39: Das würde das Regime Putin wahrscheinlich nicht überstehen.

00:20:42: Das heißt für ihn es ist einfacher Einfach weiter Krieg zu führen.

00:20:47: Weil denn die Strukturen so behalten, die halt also viele Soldaten und viele Rüstungsmitarbeiter da nichts dran zu ändern aber die müssen dann ja auch irgendeine Existenzberechtigung haben.

00:20:57: Und das ist man führt weiter Kriegs- und im Krieg kann man auch immer erklären warum man Inflation hat Man kann erklären warum es keine freie Presse gibt usw.

00:21:05: Okay und diesen wie Investitionsweg in die Zivilewirtschaft und zivile Projekte einfach zu starten.

00:21:15: Und einfach dort unglaubliche Summen hineinzupumpen von einem Tag auf den anderen würde das nicht ein Ausweg für ihn darstellen, dass er sagt jetzt bauen wir Russland auf weil er hat ja auch sehr viel versprochen, dass man Frankreich unänglern aufholt, dass es ihm nicht gelungen?

00:21:32: Ja, aber wenn man sich das jetzt mal vorstellt.

00:21:34: Was soll denn das sein?

00:21:35: Also wenn er jetzt solche Projekte startet also sagen wir mal er macht dann baut dann Brücken in Russland oder sowas ja nicht mehr.

00:21:44: Dann hätte man das gleiche Problem immer noch.

00:21:45: Man hätte einen unglaublichen Inflationsdruck weil diese Leute dann würden die Soldaten zwar nicht mehr das Nachbarland zerstören sondern sie würden Brücken bauen was langfristig sinnvoll wäre.

00:21:56: Aber kurzfristig wäre es so die würden alle Geld kriegen Dafür, dass sie ne Brücke bauen.

00:22:02: Man kann aber eine Brücke nicht essen.

00:22:05: Also das heißt der Inflationsdruck würde weitergehen?

00:22:08: Das würde bedeutchen, dass er den Weg von Millay gehen sollte.

00:22:12: eigentlich um Inflation einzudämmen musste jetzt die Ausgaben des Staates einschränken.

00:22:17: das würde aber zu einem noch höherer Unzufriedenheit in dem Bevölkerung

00:22:20: führen.

00:22:21: Ja natürlich man kommt aus dieser Nummer.

00:22:23: also das ist das Problem.

00:22:25: In dem Moment wo man so eine Kriegswirtschaft startet über mehrere Jahre kommt man da nicht mehr einfach aus.

00:22:32: Und wie ist aktuell die Zustimmungswerte?

00:22:36: Aktuell für den Präsidenten?

00:22:38: Ja, das weiß doch keiner!

00:22:39: Ich meine wenn Sie jetzt in Russland befragt werden auch mein wegen von einem unabhängigen Institut dann würden sie ja trotzdem lügen weil klar ist dass alles überwacht wird.

00:22:53: Frau Herrmann, Sie haben ja auch das relativ gut dargestellt.

00:22:56: warum so ein Land wie Russland trotz des Reichsturms, vor allem in Bezug auf Naturschätze und auch einfach unglaubliche Größe des Landes im Verhältnis zu relativ wenigen Menschen, die da leben.

00:23:11: Warum denen nicht gelungen ist den Weg von Saudi-Arabien zu gehen?

00:23:15: Weil rein wirtschaftlich naturbundenschätzentechnisch hätten sie das gekonnt...

00:23:21: Ich glaube nicht!

00:23:23: Das Verhältnissen bei Saudi Arabien zwischen Bevölkerung und Öl ist noch viel extremer als in Russland.

00:23:30: Also Russland hat Ruhstoffe, ja aber da leben auch immer noch hundred-vierzig Millionen Menschen das heißt die Ruhsch der diese.

00:23:40: also jetzt habe ich die Zahlen nicht bereit das müsste ich gucken.

00:23:42: aber in Saudi Arabien macht das Öl bestimmt sechzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und in Russlands sind diese ganzen Bodenschätze die sie haben ungefähr zwanzig Prozent des bruttoinlandsproduktes.

00:23:56: das heißt man hat Dieses Öl und das Gas, dieses Uran und Nickel und alles Mögliche.

00:24:02: Aber trotzdem müsste Russland eine starke leistungsfähige Industrie haben um auf einen Wohlstandsniveau zu kommen wie der Westen.

00:24:13: Aber Sie hätten alle Voraussetzungen.

00:24:16: Ja man weiß dass stimmt aber Der Kern einer jeden Industrialisierung ist eigentlich dass die Löhne im eigenen Land hoch sind.

00:24:29: Also ist ja klar, wenn man um mal ganz von vorne anzufangen weil das oft missverständlich ist.

00:24:35: Wichtig ist ja Wachstum pro Kopf.

00:24:38: nur dann steigt der Wohlstand des einzelnen Bürgers, wenn es Wachstone pro Kopf gibt so jetzt ist es so.

00:24:45: jeder von uns hat zwei Arme, zwei Beine und wir werden auch nicht wirklich intelligenter d. h., wenn Arbeit nie mehr mehr herstellen.

00:24:54: Also wenn es Wachstum pro Kopf gibt, dann liegt das immer und zwar immer am Einsatz der Technik.

00:25:00: Produktivitätssteigerung?

00:25:01: Ja genau!

00:25:02: Das ist nicht jedem klar.

00:25:03: ja also Technik ermöglicht Wachstone.

00:25:06: so jetzt ist es so.

00:25:08: technik kostet Geld man darf das nicht verwechselnd nach dem Motto ja es ist irgendwas erfunden worden.

00:25:16: Innovationen ist nicht das gleiche wie Investition.

00:25:21: Die Technik muss sich lohnen und da kann man klar sehen, es ist ja völlig banal.

00:25:26: Technik ist teuer das heißt die lohnt sich nur wenn die Menschen die man mit diesem Technik einspart noch teurer sind.

00:25:37: der Witz ist hohe Löhne treiben den Kapitalismus nicht niedrige Löhnen.

00:25:42: Das ist etwas übrigens was die Neoclassik Der Ökonom auch Hans Berner Sinn Nicht versteht, nicht?

00:25:49: Die denken ja Löhne sind nur Kosten.

00:25:52: Löhnen sind auch Nachfrage.

00:25:53: auf jeden Fall sind es hohe LöhNE die den Kapitalismus treiben.

00:25:57: so und das ist eigentlich der Kern des Problems in Russland gewesen dass man eigentlich immer eine Sklavengesellschaft hatte mit niedrigen LöhNn und Ausbeutung.

00:26:08: Man hat nie hohe Löhne, sondern immer ganz niedrige Löhnen.

00:26:11: Erst im Zahnreich hatte man die Leib-Eigenschaft bis in den Achtzehnhundertsechzig, also länger als jedes andere europäische Land, als die Leibeigenschaft, die ja drakonisch war – das war faktisch Sklaverei!

00:26:24: Als man die abgeschafft hatte, hatte man sie eigentlich nicht abgeschaut, sondern es war so, dass dann die Exleibeignen ihre Grundherren entschädigen mussten.

00:26:32: Das heißt, die wurden weiter ausgeruht?

00:26:35: So, da hatte sich an der Ausbeutung eigentlich nichts geändert.

00:26:37: Also kam auch der Kapitalismus in Russland nicht in Gang.

00:26:42: Dann kam die russische Revolution ja natürlich genau wegen dieser Ausbeuchtung.

00:26:48: dann kamen die Bolschewisten und haben dann unter Stalin diese Art von Ausbeuchten eigentlich weiter fortgesetzt.

00:26:54: Die Leute, die auf dem Land geschuftet haben wurden an ihre Kolchose gefesselt, durften sich nicht bewegen und wurden faktisch auch nicht entlohnt.

00:27:04: Das heißt der ganze Wahnsinn ging weiter!

00:27:09: Und natürlich waren die Bolschewisten extrem korrupt – das war eigentlich neuer Adel ja?

00:27:15: Also es war gar kein großer Unterschied zum Zahnreich und deswegen konnte sich Russland auch nicht entwickeln.

00:27:25: China oder Vietnam nehmen, die jetzt quasi die ähnliche Vorgeschichte hatten.

00:27:30: In China gab es auch keine hohe Löhne aber es gab eine Regierung, die vielleicht einen anderen Plan verfolgte und man hat ja gesehen dass man Kapitalismus auch bewusst entfessern kann.

00:27:42: Ja das

00:27:42: stimmt!

00:27:44: Das ist sehr interessant.

00:27:45: Jetzt ist einfach... Man muss sagen da stelle ich auch in dein Buch dar China hatte in gewisser Weise dann das Glück der späten Geburt.

00:27:58: Also Russland ist ja ein anderer Fall als China, insofern... Als China war dann ab dem neunzehnten Jahrhundert mehr oder minder eine Kolonie des Westens.

00:28:11: also es war nicht so dass der Westen da wirklich regiert hätte aber es gab die Opiumkriegel und danach haben die westlichen Länder zumindest an den Küsten sehr stark das Sagen gehabt.

00:28:23: Und der chinesische Staat ist Ende des neunzehnten Jahrhunderts faktisch zusammengebrochen und es gab eine grassierende Armut, also etwas vereinwacht ist tatsächlich gar nichts mehr.

00:28:37: So, das war ja in Russland anders.

00:28:39: man konnte sich zwar nicht wirklich kapitalistisch entwickeln Aber was natürlich unter Stalien passiert ist, man hat die Technik aus dem Westen importiert und im großen Maßstab eingeführt.

00:28:55: Das hat nicht zu wirklichem Reichtum geführt aber man hatte dann...

00:29:00: Zu Toten hat das geführt ja?

00:29:02: Ja zu Toten genau ganz richtig.

00:29:04: Millionen sind dabei gestorben wie in den Gulags

00:29:06: usw.,

00:29:07: aber man hat am Ende diese Stahlbetriebe.

00:29:12: es war ein industrialisiertes Land.

00:29:14: Um diese ganze zentrale Planwirtschaft, errichteten Stahlbetriebe und ähnlichen Kombinaten hat man dann ja alles organisiert.

00:29:22: Ja auch die Krankenhäuser, die Schulen, die Wohnblocks, alles immer rund um diese Industribetriebel, die aber eben nicht besonders effizient waren und auch nicht innovativ, weswegen man auch nicht weiterkam.

00:29:34: So, und dann kamen sozusagen, neunzeintneunachtzig Und das Ende der Sowjetunion, neunsundneunzig Russland war es nicht mehr möglich, diese stalinistische Struktur abzuwickeln.

00:29:52: Weil das ganze Land hing an diesen überalteten

00:29:58: Verbieten.

00:29:59: Kombinaten.

00:30:00: Also man konnte nicht einfach sagen wir fangen jetzt neu an und das war in China anders als Mao gestorben ist völlig richtig darauf gesetzt hat, dass man jetzt mal Kapitalismus macht.

00:30:14: Da war China immer noch ein weitgehend agrarisches Land.

00:30:17: also es gab auch ein paar Stahlbetriebe die natürlich genauso altartümisch

00:30:24: waren

00:30:24: und ineffizient waren wie in Russland aber sie haben nicht das ganze Land geprägt.

00:30:28: und dann konnte man den Weg gehen den auch schon Taiwan oder Japanen Südkorea gegangen waren, dass man dann staatliche Planungen nutzt um die gesamte Industrie gleichzeitig völlig neu aufzusetzen und dann erstmal in den Westen zu exportieren um auf diese Weise das selbst zu entwickeln.

00:30:51: Also was China gemacht hat war nicht originell sondern die Chinesen haben gemacht was die Japaner oder die Süd-Koreaner auch schon gemacht hatten.

00:30:59: es wurde eins zu eins kopiert mehr oder minder nur als sozusagen offiziell kommunistisch, aber diesen Weg konnte Russland gar nicht gehen.

00:31:08: Aber Sie sagen ja das in Ihrem Buch dass die eine Diktatur der Bürokratie haben oder?

00:31:14: Ja genau sie meinen jetzt Russland.

00:31:18: Ja genau Russland meine ich.

00:31:20: Das war eigentlich der Kommunismus.

00:31:23: Also also...

00:31:24: Die Strukturen wurden übernommen quasi.

00:31:27: Genau, aber jetzt ja das stimmt.

00:31:29: Aber gleichzeitig muss man sagen sich dann ab neunzehnhundert, neunzig, neundzig doch noch mal was verändert hat.

00:31:37: Also dadurch dass man da nicht mehr offiziell kommunistisch war, hat diese Bürokratie bloß den Kombinatsleitern angefangen das Land wirklich auszuplündern.

00:31:48: Zu privatisieren?

00:31:49: Ja völlig zu privatisierend und auch zu auszublündern.

00:31:51: ja also heute ist die Bürokrate in Russland immer noch sehr stark aber ja nicht im Sinne der Bevölkerung dienen würde oder denen irgendwie Service anbieten würde, sondern eine Stelle beim Staat ist ja die Lizenz zum Klauen.

00:32:09: Und

00:32:09: Option spielt auch eine Rolle?

00:32:11: Ja und es gibt so ungefähr vier Millionen Wussen in irgendwelchen staatlichen Stellen also von der Nationalgarde bis zum Justizapparat, die den Rest der Bevölkerungen beklauen und wer ganz oben ist, also im Kreml Nähe kann besonders viel klauen.

00:32:29: Also das ist heute ein Matja-Start, also es hat sich schon weiterentwickelt zum Negativen würde ich mal sagen.

00:32:36: Und die Korruption welche Rolle spielt das?

00:32:39: Ich meine weil fast alle diese Länder sind jetzt im Korruptionsindex ziemlich unteren auch die Ukraine aber auch China und Russland...

00:32:50: Also man muss sagen die Ukraine ist weit unten aber nicht so weit wie Russland.

00:32:54: Das

00:32:54: ist auch drei Stelle glaube ich

00:32:56: ja.

00:32:56: Ja genau Ja, natürlich im Westen sind alle immer empört wie korrupt die Ukraine ist.

00:33:03: Was verständlich ist und trotzdem ungerecht.

00:33:06: Denn die Ukraine hat ja lange zur Sowjetunion gehört der Osten der Ukraine sowieso immer zu Russland und dann auch immer zum Volkwismus und die West-Ukraine ist nach dem zweiten Weltkrieg dazu gekommen.

00:33:22: Die Ukraine hat diese sowjetischen Strukturen geerbt, inklusive der enormen Korruption des Bolschewismus.

00:33:30: Und auch in der Ukraine war es so dass die Kombinatsleiter aus sowjetischen Zeiten dann natürlich die Oligarchien wurden.

00:33:40: und das ist ein langer und mühsamer Kampf für die Ukraine sich von diesen korrupten Strukturen der Sowjetunion zu befreien und da sind sie aber schon erstaunlich weit gekommen.

00:33:52: Also, da gibt es enorme Fortschritte auch dank der Zivilgesellschaft und natürlich weil die EU immer wenn sie Gelder gibt auch kontrolliert wo die bleiben.

00:34:01: Und ich glaube dass das der Ukraine gelingen wird auf ein normales Maß der Korruption runterzukommen.

00:34:08: also diese ganz eklatanten Fälle die es ja immer noch gibt und auf jeden Fall in der Vergangenheit gab das abzuschalten.

00:34:18: Und das Interessante ist ja auch, dass Zelenski an die Macht gekommen ist als Präsident.

00:34:22: Weil er versprochen hat, die Korruption zu bekämpfen.

00:34:26: Ich glaube, das ist so eine einmalige Geschichte wo man aus einer Fernsehserie

00:34:33: als Diener

00:34:33: des Volkes in eine echte Präsidentschaft hineingleitet.

00:34:39: Da muss man sich vorstellen.

00:34:40: Der hatte ja auch fast einzig Prozent Zustimmung gehabt.

00:34:42: Ja ich glaube sogar siebenundachtzig Prozent und vor allen Dingen in allen Landesteilen.

00:34:46: Also die Ukraine ist ja an sich historisch gespalten in die Ostukraine, wo die Leute lange zu Russland gehörten.

00:34:52: Dann eben auch immer zur Sowjetunion, wo mehrheitlich russisch gesprochen wird und die West-Ukraine, die Teil von Polen war, Teil von Österreich war, wo diese Leute ukrainisch sprechen, nicht russische, die auch die Sowjetunionen gar nicht und auch Russland gar nicht kannten bis sie dann nach dem Zweiten Weltkrieg dort gelandet sind.

00:35:14: so Das war aber in gewisser Weise eine Chance für die Ukraine, dass sie zwei Kulturen hatte.

00:35:21: Weil dadurch gab es nie eine Oligarchenklicke, die alles kontrollieren konnte, sondern es gab immer unterschiedliche Parteien.

00:35:29: Zwei Klicken?

00:35:31: Ja genau so ungefähr.

00:35:31: Es gab

00:35:32: zwei Klicken.

00:35:33: Es gibt immer unterschiedlichen Parteien, die sich gegenseitig, die nie die Mehrheit hatten alleine und gegenseitskontrolliert haben.

00:35:41: Tatsächlich für die Ukraine ein Vorteil.

00:35:45: Das Interessante ist aber, dass Zelensky dann eben von beiden Landesteilen gewählt wurde.

00:35:50: Ja gut das war ja eine exzellente Präsidentschaftskommunikationskampagne.

00:35:54: so eine Serie über drei vier Jahre laufen zu lassen?

00:35:56: Ja natürlich

00:35:57: und ich glaube auch, dass es genauso war, dass sie Präsident werden wollte

00:36:01: Echt?

00:36:02: Denken Sie, dass das

00:36:02: ... Ja.

00:36:03: Also Zelenski ist ja... Das ist jetzt nur meine Vermutung aber ich meine so zu tun als wäre er ein ahnungsloser Kommedian gewesen.

00:36:13: Wenn man es auch sieht also aus meiner Sicht ist Zelensky genial.

00:36:19: Intellektuell meinen sie jetzt?

00:36:20: Nee, als Strategie.

00:36:22: Auch jetzt im Krieg reizt da die Möglichkeiten aus weit über das hinaus, was jeder andere in seiner Lage gekonnt hätte.

00:36:30: Und diese strategische Begabung ist ja nicht vom Himmel gefallen die hatte er schon immer.

00:36:34: So deswegen kann ich mir nicht im Rückblick nicht vorstellen dass das jetzt der totale Zufall war.

00:36:40: Dass er eine Comedy Serie hat mit einer Partei und seine Partei hinterher auch so hieß.

00:36:47: Ich glaube schon, dass das so... Immer auch als Möglichkeit mitgedacht war.

00:36:52: Ich sage nicht, dass er da zwingend unbedingt Präsident werden wollte, aber ich kann mir nicht vorstellen dass ihm das nicht schon früh klar war.

00:37:00: Dass das eine Chance ist.

00:37:01: Kann mich mir gut vorstellen und ich meine die Oligarchen-Klicke, die ihn unterstützt hat, die war ja auch da.

00:37:07: Das darf man hier auch nicht unterschätzen?

00:37:09: Ja jetzt muss man aber mal sagen ohne Oligarchy hätte er gar keine TV Serie haben können.

00:37:16: also alle Fernsehsender, alle in der Ukraine gehörten Oligarchen.

00:37:21: Und man muss ja sagen, dass der Oligarch, der ihn unterstützt hat hinterher von ihm keine Hilfe bekommen hat.

00:37:28: Der sitzt ja jetzt eigentlich auf dem Trocknen.

00:37:33: Die Oligachen, die Putin unterstützt haben auch.

00:37:37: Auf jeden Fall viele davon!

00:37:40: Ja, das stimmt.

00:37:41: Also ich meine was jetzt interessant ist.

00:37:43: also ich mein dass mit der Korruption da habe ich ja auch ein eigenes Kapitel in dem Buch drin.

00:37:47: Das ist in jeder Hinsicht interessant.

00:37:49: Es ist interessant wie Putin versucht hat die Korruption zur Waffe zu machen?

00:37:54: Also Putin kennt natürlich die korrupten Strukturen der Union bestens Und viele der grobten Strukturen in der Ukraine stammen ja noch aus der Wirtzeiten.

00:38:03: Das hat er versucht zu nutzen, indem er Parteien finanziert und Parteigründer und Fernsehsender und so weiter.

00:38:09: Diese ganze grobte Struktur in der Ukraine sollte eigentlich dazu dienen die Ukraine zur Weißrostland II zu machen – also eine Art Marionettenstart.

00:38:19: Und das ist gescheitert an der Zivilgesellschaft, an Zelensky usw.

00:38:22: Es ist schon interessant dass Putin den Krieg angefangen hat in dem Moment wo Selensky pro russische Sender verboten hat, TV-Sender.

00:38:35: Also genau als Putin gesehen hat das seine korrupten Strukturen in der Ukraine nicht mehr funktionieren, hat er auf echten Krieg gesetzt und gleichzeitig ist es auch interessant zu sehen wie unterschiedlich Korruption in China und in Russland als Machtinstrument eingesetzt wird.

00:38:53: also auch China is extrem korrupt.

00:38:57: Aber da ist es immer so, dass die Korruption genutzt wird um von Xi Jinping.

00:39:03: Um gefährliche Konkurrenten komplett abzusegen.

00:39:08: Die verschwinden dann in Gefängnissen und waren nie wieder gesehen.

00:39:12: In seiner Karriere sind vier Millionen Menschen der Korruption eingeklagt.

00:39:17: Und laut ihren Aussagen ist ja Wahnsinn wie viele Menschen

00:39:22: das sind!

00:39:23: Das liegt auch daran, dass in China extrem korrupt ist.

00:39:27: Aber Korruption wird nicht toleriert und das ist schon ganz alt.

00:39:30: Es geht weit zurück ins chinesische Kaiserreich, dass man versucht hat, Korruption zu bekämpfen.

00:39:36: In Russland funktioniert es eigentlich anders.

00:39:38: da sind alle korrupt werden aber von Putin eigentlich nicht abgestraft sondern nur auf gleicher Ebene versetzt.

00:39:46: Also er agiert wie ein Mafia-Boss, der die verschiedenen Clans gegeneinander ausspielt und so ein typischer Fall war Shugu sein langjähriger Verteidigungsminister, der natürlich auch korrupt war.

00:39:59: aber das ist ja nichts Neues alle sind da korrupt und der wurde dann aber nur zu einem neuen Posten verschoben.

00:40:05: also der wurde nicht jetzt aller seiner Güter beraubt und irgendwie ins Gefängnis gesteckt und das ist eher das System Putin.

00:40:13: Frau Hermann, was die Qualität des Beamtenapparats anbetrifft?

00:40:16: Das ist ja insofern sehr interessant.

00:40:18: Weil in China man extrem großen Wert darauf legt, dass die Ausbildung und die Performance der Beamten extrem ausgeprägt ist.

00:40:29: Ja, weil ich das richtig verstanden habe und dass sie sogenannten administrativen Weg als Bewerbungsweg sehen.

00:40:36: Dass es die Leute arbeiten sich hoch über gewisse ... Ah, weiß ich nicht... Bezirke, Eimte und so weiter.

00:40:44: Und in Deutschland zum Beispiel läuft das anders.

00:40:46: hier läuft es über die Partei zur Geführigkeit und über die Arbeiten der Partei und dadurch ist sie Ausbildungsgrade auch unterschiedlich.

00:40:57: Nein ich glaube es ist anders.

00:40:59: in Deutschland und überhaupt in allen europäischen Staaten ist es ja so.

00:41:03: Es gibt den warmen Apparat Die Verwaltung und die ist nicht politisch, in dem Sinne dass sie jetzt ständig ausgewechselt würde.

00:41:12: Obwohl ja manchmal schon.

00:41:14: Ja ne die Spitzen natürlich also die Staatssekretäre Minister das ist klar.

00:41:20: die absolute Spitze der Verwaltung ist dann politisch und wird auch gewählt.

00:41:23: aber In diesen Diktaturen von Parteien läuft es natürlich völlig anders.

00:41:32: Also da muss man Erstens, also in Russland war es so.

00:41:39: Man hatte dann schon sehr früh nach der Revolution eine Doppelstruktur.

00:41:44: Also es gab natürlich die eigentliche Verwaltung aus dem Zarenreich, die man auch übernommen hat.

00:41:49: Das hat damit überhaupt was klappt und gleichzeitig gab es immer Aufpasser aus der Partei.

00:41:57: Und dieses Doppelsystem Parteistruktur und Partnerstruktur oder Verwaltungsstruktur.

00:42:03: Die hat immer weiter überlebt, obwohl am Ende alle sowieso schon Bolchewisten waren und das Samenreich längst vergessen.

00:42:09: Ich gab es immer diese Doppelstruktur Und in China ist das tatsächlich eher so dass alles eins ist.

00:42:17: also wenn man dauernd werden will muss man auch Partei mit Lied sein.

00:42:23: Als wir in China waren Frau Herrmann, man hat ja darüber gesprochen Die Korruption sehr stark ausgeprägt ist, außer bei Eintrittsprüfungen an den besten Hochschulen wo die Funktionäre rekruziert werden.

00:42:39: Deswegen sind sehr viele Kinder von sehr einflussreichen Chinesen auch im Ausland weil sie dort trotz des Einfluss und Patronage nicht durchkommen.

00:42:50: deswegen spülen da tatsächlich schon Werden die besten nach oben gespült, intellektuell und vom Ausbildungsgrad?

00:42:59: Das glaube ich sofort.

00:43:00: Und das ist ja aber ganz alt!

00:43:03: Die Chinesen... Ich meine, das chinesische Reich ist mehr als zweitausend Jahre alt.

00:43:09: Es ist eigentlich schon im zweiten Jahrhundert vor Christus entstanden.

00:43:12: Schon im neunten Jahrhundert nach Christus gab es diese Aufnahmeprüfung.

00:43:20: so funktionierten, dass zum Beispiel die Prüflinge nicht selber schreiben durften.

00:43:25: Sondern für jeden Prüfling gab es einen Schreiber der dann das calligraphisch übernahm damit man nicht anhand der Schriftzeichen sehen kann wer geschrieben hat.

00:43:34: Das heißt man hatte diese absolute Idee des leistungsfähigen Staates.

00:43:39: also da auch die Preußen waren ja dann im sechzehnten, siebzehn Jahrhundert als dieses ganze Wissen über China in den Westen drang total fasziniert davon wie diese Art von Prüfung funktioniert.

00:43:53: Mediatokratische Art?

00:43:54: Ja

00:43:55: man hat das zum Teil auch kopiert.

00:43:59: also es gibt kein Land auf der Welt.

00:44:02: das macht China natürlich interessant dass so ein extremes Staatsverständnis hat Und die Idee der Chinesen ist, dass das Staat funktionieren muss und er nicht korrupt sein darf.

00:44:15: Das geht bis zurück zu Konfuzios.

00:44:17: Interessanterweise war der Staat aber immer korrupt.

00:44:22: Die andere Kirseite, diese Kaiserreiche haben immer auch waren korrupt, aber ganz oft gab es ja mehrere Dynastiewechsel in China schon zur Kaiserzeiten.

00:44:34: Oft war der Grund genau das, dass die alte Dynasty zukorrupt war.

00:44:38: Das war immer ein Kritikpunkt.

00:44:40: Und das merkt man ja jetzt auch bei Xi Jinping, der hat eine hölle Chance davor, dass die Mehrheit der Chinesen findet, daß die kommunistische Partei zu grobt ist – was sie isst!

00:44:50: Sie IST nannlos grobt.

00:44:52: und das ist gefährlich weil sozusagen die Korruptionskritik in der chinesischen Geschichte, der wichtigste Grund für Revolutionen gewesen.

00:45:04: Und gleichzeitig nutzt Xi Jinping aber dann diese Angst oder diese Korruptionskritik dazu immer seine Widersacher wegzurollen.

00:45:14: Aber seine eigene Familie hat nach Schätzungen auch mindestens eine Milliarde Dollar zur Seite geschafft.

00:45:20: Ist jetzt nicht so dass Xi Jinping nicht geruppt wäre?

00:45:24: Das kann ich wirklich nicht einschätzen.

00:45:26: Das weiß natürlich im Ernst keiner, das sind so Gerüchte... Aber

00:45:31: was mich interessiert diesem Leistungsprinzip, Frau Herrmann in Bezug auf der Parteinspitze und der Führungsspitze des Landes?

00:45:44: Ob sie da Unterschiede sehen, weil es gibt ja so ein sehr großes Fragezeichen in Deutschland ob wir genug Qualifikationen in der Regierung haben.

00:45:55: Auf jeden Fall spalterische Frage im Vergleich zu China wo sehr viele Ingenieure, sehr viele promovierte Menschen sind die sich hoch gearbeitet haben unter anderem weil sie fähig waren.

00:46:07: wie sehen Sie diese Parallele oder fehlende Paralleele?

00:46:12: Nein also ich glaube jetzt nicht.

00:46:15: Also es stimmt sicher, dass es in China sehr viele Ingenieure gibt.

00:46:19: Aber das ist jetzt nicht die Basis für den Erfolg Chinas sondern, dass China solche Export-Erfolge hat, ist eigentlich krankhaft ja?

00:46:31: Das ist eine Kombination von extremer Subventionen.

00:46:35: also in China wird... Die Unternehmen kriegen staatliche Kredite hinterher geworfen praktisch zu null Zinsen.

00:46:44: Die Energie wird subventioniert, der Boden ist umsonst oder kostet eigentlich auch nichts und die Löhne sind zu niedrig.

00:46:51: Und die Währung ist unterbewertet.

00:46:53: Das ist also eine Rundumsubventionspaket.

00:46:58: Auch viele Unternehmen, die gar keine Gewinne machen oder nur Gewinnen machen, weil sie so stark subventionieren werden, werden nicht vom Markt genommen.

00:47:10: Wenn man das erst mal so startet, kann man auch große Export-Erfolge haben.

00:47:15: Aber eigentlich müsste es sein, dass China in der Lage ist die Sachen, die es produziert selber zu konsumieren.

00:47:22: Das ist das Normale nicht und das geht aber nicht weil die Löhne viel zu niedrig sind.

00:47:27: Wenn also die Lönen niedrigs sind, die Zinsen niedrig sind dann heißt ja nichts anderes als die Sparer enteignet werden.

00:47:36: Das sind auch genau die, die niedrige Löhne kriegen.

00:47:39: Und wenn die Währung unterbewertet ist dann sind alle Importe zu teuer.

00:47:43: Das heißt letztlich ist es so das klingt alles schick ja mit niedrigen Zinsen und niedriger Löhnen und so aber faktisch dass der anomale Chineses für diese enormen Export-Erfolge zahlt.

00:47:57: Und das viel bessere System wäre wenn man den Konsum in China ankobeln würde statt immer ins Aushand zu exportieren.

00:48:05: Das kann sich aber Xi Jinping absolut nicht vorstellen und auch

00:48:08: aus

00:48:09: zwei Gründen.

00:48:10: Zum einen macht er die Wirtschaft militärisiert, so muss man sagen das ist ja auch ein ausdrückliches Regierungsprogramm.

00:48:21: also es gibt den Plan der Autarkie.

00:48:24: Man will nichts importieren.

00:48:26: gleichzeitig will man auch das ist Regierungs-Programm das Ausland abhängig machen von China durch die Exporte.

00:48:33: Sehr prominent ist da das Beispiel der seltenen Erden, aber das geht auch in die Medizintechnik und in die Chips rein.

00:48:43: Und das andere ist also das eine.

00:48:49: Das andere ist dass der chinesischen Führung eigentlich klar ist, dass eine Investitionsquote von vierzig Prozent des BIPs viel zu hoch ist?

00:48:59: Und dass man da runter muss und dass man den Konsum ankurbeln müsste, um ein dauerhaftes Backstum zu haben.

00:49:05: Aber dieser Umstieg ist auch zu gefährlich aus der Sicht der Partei glaube ich.

00:49:10: Denn wenn man jetzt sagen würde okay wir sehen so viele Brücken, so viele Gleise, so viel Straßen oder so viele Elektroautos brauchen wir alles gar nicht.

00:49:19: Wir reduzieren mal den Einsatz in Maschinen, Bauwerke usw.. Wir stärken den privaten Konsum Dann wäre das auch langfristig richtig und langfristige ein großer Erfolg, aber kurzfristig wären ja erst mal viele Leute in der Bauindustrie, in der Automobilindustrie sonst wo arbeitslos.

00:49:39: Und das kann sich die Partei nicht

00:49:41: vorstellen.".

00:49:43: Ihre Bewertung – und wir follow!

00:49:44: – sind während Türöffner für Gäste, die sonst schwer zugänglich sind.

00:49:48: Je sichtbare wie sie sind, desto spannender werden die Gästen.

00:49:52: Ein paar Sekunden ihrer Zeit für mehrere Stunden mit außergewöhnlichen Menschen.

00:49:56: Ich danke Ihnen voraus und freue mich auf unseren weiteren Austausch.

00:50:02: Frau Herrmann, Sie haben ja diese vierzig Prozent des Volkseinkommens werden reinvestiert?

00:50:08: Da muss man einfach das im Vergleich zu Deutschland vielleicht darstellen.

00:50:13: In Deutschland sind das glaube ich zwanzig zweiundzwanzig

00:50:15: Prozent.

00:50:15: Ja genau!

00:50:16: Und dass es vielleicht so wenig und vierundzwantig Prozent wären besser?

00:50:19: Ja und interessant ist aber, wenn ich das richtig recherchiert habe, sind rund achtzig Prozent durch den Staat Und in Deutschland ist es umgekehrt.

00:50:28: Sie, glaube ich, sind durch Privatwirtschaft.

00:50:34: Das Problem in Deutschland, dass man mit dem Sondervermögen das für Investitionen angedacht war nicht investiert sondern konsumiert.

00:50:43: Irgendwie habe ich das Gefühl, wo der Staat sich sehr stark einmischt am Ende gar nicht so viel... Gute Allokation der Ressourcen rauskommt.

00:50:53: Nein, das Problem ist ... Sie haben recht es natürlich Quatsch in Kredite aufzunehmen und dann damit Konsumausgaben zu finanzieren.

00:51:02: aber das Problem is ein völlig anderes aus meiner Sicht nämlich Der deutsche Staat ist unterfinanziert Und in dem Sinne dass die reichen viel zu wenig Steuern zahlen.

00:51:14: So und die eigentliche Lösung wäre um es platt zu sagen in das Steuersystem von Helmut Kohl zurückzukehren, der ja bekanntlich auch kein Sozialist war.

00:51:25: Und diese Steuergeschenke für die Reichen, die in den letzten dreißig Jahren, fünfundzwanzig Jahre stattgefunden haben, die zu revidieren?

00:51:33: Dann hätte man dann hätte man auch genug Geld, um zu investieren.

00:51:36: Aber Frau Hemmann jetzt nur wirklich ehrlich Hand aufs Herz wenn wir jetzt steuer Aufkommen um zehn Prozent erhöhen würden, indem wir bei den Reichen jetzt von auf zwanzig Prozent gehen würden.

00:51:50: Denken Sie das das Geld ausreicht?

00:51:55: Das kann man doch schön sehen!

00:52:00: Ich habe ja schon die höchsten Einnahmen ever.

00:52:04: Ja aber das liegt auch an der Inflation.

00:52:07: also ich meine es ist klar dass in dem Moment wo es eine inflation gibt und eine inflation ist gewollt von zwei prozenten pro Jahr, das ist die EZB.

00:52:17: Ist ja klar dass die Steuern auch immer stärker steigen weil die, dass die Nominale entwerten also das nominale Aufkommen ist dann immer größer durch die Inflation.

00:52:26: Das ist überhaupt keine Aussage sondern interessant es eben welche Aufgaben soll der Staat stemmen und wie groß ist der Anteil am BIP?

00:52:37: Und da kann man sich sehen dass die Belastung für die Mittelschicht immer stärker gestiegen ist.

00:52:45: Durch

00:52:45: kalte Progression?

00:52:47: Nein, nein auch faktisch wenn man Steuern und Abgaben zusammenzählt und auch die indirekten Steuern da rein rechnet, dann ist es so dass die Mittel schicht eben mehr zahlt als die ganz Reichen.

00:52:58: Und das kann ja nicht sein.

00:53:00: Man muss ja schon sein, so sein, dass die, die am reichsten sind, auch am meisten zahlen.

00:53:05: Die ganz reichste sind in Deutschland ab siebzig tausend aufwärts oder sowas?

00:53:08: Nein!

00:53:08: Und zwei Hundertfünfzigtausend superreiche

00:53:11: Das ist jetzt ja die Steuerprogression.

00:53:13: Nein Sie müssen sich mal angucken...die Fünftausendreichsten haben ja schon irgendwie siebenundzwanzig Prozent des Volksvermögens.

00:53:22: Ja, aber für Mürgen

00:53:23: ist es nicht

00:53:23: reale Einkommen.

00:53:25: Aber das ist ja wenn man Milliarden hat.

00:53:28: Wenn man die einmal quasi abgeben würde was machen wir im nächsten Jahr?

00:53:34: Das ist die Frage.

00:53:35: Michi Snot also ich habe jetzt... Nein,

00:53:37: nein!

00:53:37: Es geht ja nicht darum als.

00:53:38: es gibt ein sehr gutes.

00:53:39: also.

00:53:40: jedenfalls kann man feststellen dass die Leute die sehr reich sind und ich rede hier von Leuten mit über hundert Millionen pro Kopf weniger Steuern zahlen, relativ auf ihr Einkommen als die Mittelschicht.

00:53:52: So und das kann ja jetzt oder die oberste also mein wegen die Leute die zweihunderttausend haben so und dass das kann nicht sein.

00:54:01: man muss also auch die wirklich reichen sinnvoll besteuern sonst wird das nix.

00:54:06: und da gibt es einen sehr guten Vorschlag von Gabriel Südmann der französische Ökonomen der jetzt auch sozusagen so eine Art Stabstelle für Steueren bei der EU hat der einfach sagt Alle, die über hundert Millionen Euro an Vermögen haben müssen pro Jahr zwei Prozent auf Vermögenssteuer auf dieses Vermögend zahlen.

00:54:28: Was kein Problem ist, weil die Rendite ja bei sechs Prozent liegt im Durchschnitt.

00:54:32: Aktienvermögen?

00:54:34: Nee oder was immer das für Vermöging ist.

00:54:36: Immobilien-Vermögen wirft auch Renditen ab und dann wird gegen gerechnet... was an Einkommenssteuern oder aller Art gezahlt wurde.

00:54:48: Das heißt, diese Vermögensteuer von zwei Prozent sollen nur sicherstellen dass die Vermögenden am Ende auf ihr Einkommen auch einen angemessenen Beitrag zahlen.

00:54:59: und das man da aber über die Vermögenssteuer geht und nicht jetzt nur allein über den Einkommen steuer liegt einfach daran, dass es eben sehr schwer ist zum Teil zu ermitteln, was es an Einkommen so gibt.

00:55:08: Aber für Merkende zu bewerten ist auch

00:55:12: Ja, das war ja früher möglich.

00:55:14: Es ist nicht so dass das völlig undenkbar ist und es gibt auch Länder vorne weg die USA, die ja Vermögenssteuern haben.

00:55:22: Das heißt das Problem ist anderswo ja schon gelöst.

00:55:25: Und in Deutschland war das immer eine politische Entschreitung...

00:55:30: Wie dachte

00:55:33: ich das Verfassungsgericht?

00:55:36: So war das Finanzvermögen voll angesetzt wurde und das Immobilien-Vermögen zu irgendwelchen Fantasiepreisen von neunzehnt sechsen dreißig.

00:55:45: Und das war natürlich offensichtlich verfassungswidrig, so und da hätte man die Vermögensbewertung bei den Immobilieren anheben müssen ja?

00:55:54: Das wäre auch technisch gegangen!

00:55:56: Das hat noch nie jemand bestritten dass man das nicht auch bewerten könnte aber das war politisch eben nicht gewollt.

00:56:04: Und was dahinter steht ist, das finde ich wirklich interessant.

00:56:08: Denn diese Vermögensteuer ist ja faktisch ausgesetzt worden, dass man eine Friedensdividende hatte dadurch, dass die Soviet Union sich aufgelöst hat.

00:56:21: Also man hat unter Willy Brandt in den Siebzigerjahren Entspannungspolitik immer noch so ungefähr drei Prozent des Bibs in die Bundeswehr investiert.

00:56:32: Das war ja nicht nur, weil Willy Brandt klar war.

00:56:35: Man kann ja nur mit dem Gegner auf Augenhöhe verhandeln wenn man selber auch Waffen hat sonst funktioniert das nicht.

00:56:42: So das waren drei Prozent.

00:56:43: unter Merkel waren es dann zum Teil nur noch eins Komma drei Prozent des Bibs die in die Bundeswehr gegangen sind.

00:56:49: Das heißt da wurden zwei Prozent frei als Friedensdividende.

00:56:54: so Wenn man jetzt zweieinhalb Prozent zu heute zum heutigen BIPS sieht dann sind das ungefähr hundert Milliarden pro Jahr, die gespart wurden.

00:57:03: Wenn man sich jetzt fragt wo sind denn diese hundert Milliarden geblieben?

00:57:07: Dann sieht man das ganz wesentlich dass eine Steuersenkung für die Reichen war und zwar für die absoluten Top.

00:57:13: ob das jetzt Ende der Vermögenssteuer keine Erbschaftssteuer für Firmenerben

00:57:18: usw.,

00:57:19: da gibt es ja Körperstrafsteuer runter Kapitalertragsteuer herunter Da gab's ja jede Menge Geschenke für die reichen und das summiert sich auf ungefähr Hundert Milliarden im Jahr.

00:57:30: Und jetzt ist aber die Zeit der Friedensdividende vorbei.

00:57:33: Wir müssen wieder aufrüsten, wir müssen uns gegen Putin wehren und da würde ich mal sagen ein Weg nicht der Einzige, aber ein Weg ist, die Steuergeschenke der Vergangenheit einmal zu streichen, ne?

00:57:44: Denn die Zeit des Frieden-Sdividenden ist vorbei!

00:57:47: Das muss auch jetzt mal einen Top-Milliardär verstehen aus meiner Sicht.

00:57:53: Ich persönlich zahle sehr gerne Steuern, weil ich komme ja Auf seinem Land, wo man die Infrastruktur und die Gesetzgebung in der Form gar nicht durchgesetzt bekommen hat.

00:58:07: Und Schulen, Unis, Krankenhäuser

00:58:10: usw.,

00:58:10: ich habe dann gar kein Problem.

00:58:12: Ich habe nur das Gefühl – mich haben wir jetzt das mit Sondervermögen gesehen -, dass damit nicht unbedingt die Erwartungen getroffen wurden, die man sich erhofft hat.

00:58:22: Das ist ja….

00:58:23: Ja, weil es ist ja in Deutschland alles total unterfinanziert.

00:58:26: Wie gesagt, die Kommunen haben kein Geld usw.

00:58:29: Sondern natürlich kann man nicht alles überschulden regeln, sondern man muss.

00:58:34: Weil dann passiert genau das was Sie sagen und wenn da... Sondern man muss die Steuern eben auch sozusagen nachholen.

00:58:41: Sie denken, dass wenn wir jetzt Hundertfünfzig Milliarden mehr einsammeln würden, dann würde Deutschland durchfinanziert sein?

00:58:52: Also auf jeden Fall würde es besser finanziert sein.

00:58:55: ja Ob durchfinanziert, das müsste ich erst mal überprüfen.

00:58:58: Aber ja!

00:59:01: Ich habe jetzt ein bisschen in die Effizienz des Staatsapparats... Das hat mir auch in Ihrem Buch sehr gefallen dass die staatliche Steuerung und Subventionen, Investitionen selten wirklich die höchste Effizenz erreicht haben.

00:59:15: Ja, das

00:59:17: stimmt natürlich so.

00:59:18: aber jetzt muss man mal sagen, ja?

00:59:20: Die Privatwirtschaft ist nicht immer effizient.

00:59:23: Ja, der wird aber bestraft mit dem unternehmerischen Risiko.

00:59:28: Bei der Regierung ist das ein bisschen anders.

00:59:30: oder wird man nicht

00:59:30: bestraft?

00:59:31: Seit wann hat eine Bank ne Unternehmerschutzrisiko?

00:59:34: Wenn eine Bank pleite ist, wird sie gerettet.

00:59:37: Das gilt auch noch als unternehmerische Risiko.

00:59:44: bei Großkonzernen trägt am Ende auch das Staat.

00:59:50: Bei Galleria Koffhauf kann man auch sagen, da mit Insolvenzgeld versucht der Staat das zu lösen.

00:59:56: Da würde ich irgendwann fragen, muss es sein beim dritten Mal?

01:00:00: Da bin ich jetzt ganz ihrer Meinung.

01:00:03: aber wie gesagt also das ist keineswegs so dass jetzt die Privatwirtschaft immer glänzen würde oder dann immer die Manager am Ende die Kosten tragen würden.

01:00:14: Das ist ja leider auch nicht so.

01:00:15: Die Unternehmer häufig, das erlebe ich jetzt in unserem Krisengeschäft.

01:00:20: Da merkt man einfach was Fremdmanagement bedeutet, was Gesellschaften bedeuten und was es bedeutet alles zu verlieren und Privatinsolvenz anzumelden.

01:00:27: aber da bin ich bei Ihnen, man darf das nicht in schwarz- und weiße einteilen.

01:00:31: Kontext ist ein bisschen komplexer und deswegen geht um die Tendenzausagen

01:00:38: Ja, und ich meine vor allen Dingen immer wenn es schwierig wird dann sind ja alle dabei.

01:00:41: Rufen nach dem Staat also Corona nicht?

01:00:43: Aber Frau Herrmann dass der Staat erzieht die Menschen nach dem Start zur Ruhe.

01:00:48: Ich bin da ganz andere Meinung, dass ich eher appelliere an die Selbstverantwortung und das Staat muss mindeststandart in Sicherheit liefern für Menschen die es getroffen hat.

01:01:01: aber da bin ich jetzt bei Ihnen.

01:01:05: Da darf man nicht zu viel nach dem Start hoffen.

01:01:08: Ja, weil ich meine sowas wie Corona kann man überhaupt nur lösen dadurch dass der Staat anfängt einzuschreiten.

01:01:15: das Pandemie kann man bekämpfen, indem jeder Einzelne da macht was er gerade selber für sinnvoll hält.

01:01:22: Und ähnlich ist es zum Beispiel Personalausforderungen wegen Klimakrise.

01:01:25: Da braucht man auch einen Staat um das jetzt zu organisieren und auch die Allgemeine.

01:01:30: Es gibt ganz viele Bereiche in der Wirtschaft, die sich für ein Markt überhaupt nicht eignen.

01:01:35: also dazu gehört zB Gesundheit einfach aus dem Pflichtengrund.

01:01:40: Der Patient ist grenzenlos erpressbar weil ja jeder Leben überleben will.

01:01:48: Das ist keine Kritik an irgendwas, aber es ist ein Fakt.

01:01:50: Gesundheit kann man nicht als Markt organisieren weil da Machtgefälle

01:01:55: sind.

01:01:55: Wobei es gibt ja erfolgreiche Märkte die ein bisschen anders geregelt sind.

01:02:01: und da wo der Staat eine Rolle mitspielt das sind die teuersten.

01:02:06: Ja bei was meinen Sie denn jetzt ganz konkret?

01:02:08: Ich bin mir ziemlich sicher Es gibt halbwegs privatwirtschaftliche Lösungen wo der Stadt nur eine untergeordnete Rolle spielt

01:02:15: Aber doch nicht im Gesundheitsbereich.

01:02:17: Also die USA macht das und ist das teuerste Gesundheitssystem der Welt.

01:02:21: Und gleichzeitig ist die Lebenserwartung aber geringer als woanders,

01:02:25: d.h.,

01:02:25: da sieht man... Ich meine, das ist jetzt keine Kritik.

01:02:29: also wo Privatwirtschaft super funktioniert ist im gesamten Konsumsektor.

01:02:34: Also nicht dass sie mich missverstehen.

01:02:35: ich will jetzt total dagegen die Autoindustrie verstaatlichen zu wollen.

01:02:40: Das ist okay wenn die privat ist Aber es gibt so Bereiche wie Gesundheit, Verteidigung und

01:02:49: Polizei.

01:02:50: Nein aber

01:02:50: auch Bildung muss staatlich sein.

01:02:53: Warum muss Bildung schadlich sein?

01:02:55: weil sonst diejenigen, die reich sind, sich viel mehr Bildung leisten könnten als die, die arm

01:03:00: sind.

01:03:01: Ich habe aber so verstanden dass in Deutschland das jetzt schon der Fall ist, dass wir einen größten Gefälle haben da wo die Akademiker Kinder deutlich höhere Aufstiegsschancen haben wie nicht akademiker kinder und... Da

01:03:14: würde ich Ihnen völlig recht geben!

01:03:15: Aber

01:03:16: ein privates System wie England oder die USA ist noch schlimmer.

01:03:19: Das kann ich nicht einschätzen.

01:03:22: Ich bin dankbar.

01:03:23: Deutschland, ja?

01:03:25: Man kann da so ein deutsches System jederzeit optimieren.

01:03:27: Da bin ich auch ganz bei Ihnen.

01:03:32: Ich finde es ist sehr wichtig, dass hier keine pauschale Rezepte möglich sind.

01:03:36: Frau Herrmann, weil das alle so komplex ist und es nur populistisch von einigen Politikern Lösungswege aufgezeigt worden, da sagt man ja, das ist eine low-resolution.

01:03:46: Man sagt wenn wir das machen, dann ist alles perfekt!

01:03:49: Bildung ist auch so ein komplexes Thema wie man das am besten gestaltet.

01:03:54: Da würde ich auch nicht sagen... Ich bin sehr dankbar zum Beispiel, dass sich in Deutschland mit den niedrigen Studiengebühren von dem Ausbildungssystem profitieren konnte, wo ich wirklich nicht ganz verstanden habe warum ich dann ausreisen musste.

01:04:09: Obwohl ich Jobangebote hatte Frau Hermann.

01:04:10: Also da müssen Sie mir erklären, wo der Sinn ist, warum wir das nicht zurückzahlen.

01:04:16: durfte diese Ausbildung haben.

01:04:21: Also Sie haben hier studiert?

01:04:22: Damals!

01:04:22: Dann mussten sie wieder nach Ostbekistan.

01:04:24: oder was passierte dann?

01:04:25: Ja ja ich wäre jetzt nach Holland gegangen wenn mich meine Frau nicht gerne gelernt hätte.

01:04:29: Aber ich hatte in Holland damals schon einen Arbeitsplatz.

01:04:33: In Deutschland hätte ich damals nicht bleiben dürfen, dass Deutsche...

01:04:38: Ja das ist ja diese Migrationsphobie.

01:04:40: also die Deutschen haben Angst vor Zuwanderung.

01:04:43: Das ist wahrscheinlich auch schon aufgefallen.

01:04:45: Von der Qualifizitätszuwanderungen hatte ich jetzt bis jetzt sehr wenig Angst erlebt von unkontrollierte Zuwänderungspolitik schon.

01:05:00: Also jedenfalls sind sie dann Opfer dieser allgemeinen Angst von Migration geworden.

01:05:07: und auch zu sagen unkontrollierte Migration ist irgendwie schwierig.

01:05:12: Ist ja auch so ein Problem, weil natürlich wenn man sich mal anguckt wer da kommt das ist immer die Mittelschicht in den jeweiligen Ländern und auch die könnte man eigentlich integrieren.

01:05:24: aber Das ist politisch ein völlig vermindetes Gebiet inzwischen.

01:05:33: Ja, einige Parteien profitieren davon ja und das heißt in einem enormen Masse weil sie sehr viel versprechen und aus der Opposition hier raus ist es sehr einfach viele Versprechungen abzugeben ohne Lösungen.

01:05:47: Aber ich glaube dass das Problem nicht nur die Politik sondern auch die Wähler sind.

01:05:53: nicht in einer Demokratie versuchen, die Parteien das zu versprechen was die Wähler wollen.

01:06:00: Ich CDU hat leider alles was sie versprochen haben so ziemlich schnell gebrochen.

01:06:07: alle dass er in so eine Geschwindigkeit das hatte ja auch noch nie erlebt.

01:06:11: Ja

01:06:14: ich meine es war sicher ein Fehler.

01:06:16: also ich mein zwar völlig klar dass man die Schuldenbremse auf reformieren muss wenn man in der Lage sein will, in diesen Krisen zu regieren.

01:06:27: Und das war natürlich ein schwerer Fehler von März erst immer zu sagen die Schuldenbremse bleibt um sie dann so reformieren und es war ja schon vorher klar dass das so kommen würde.

01:06:36: Ja aber dann hätte das sagen sollen?

01:06:38: Natürlich finde ich ganz ihre Meinung.

01:06:41: also man kann ich meine ich glaube ganz viele Leute verstehen gar nicht dass wir in außergewöhnlichen Zeiten leben.

01:06:46: Also erst hatten wir Corona, dann hatten wir die Ukraine und jetzt haben wir den Iran-Krieg.

01:06:50: Das sind alles schwere externe Schocks.

01:06:52: Und dazu sagen das muss aber immer funktionieren wie Anno dazumal und der Staat darf auf keinen Fall Schulden machen obwohl da Riesenkrisen sind.

01:07:01: Das ist ja fatal nicht?

01:07:02: Dass man sich da die Handlungsfähigkeit komplett nimmt obwohl die Lage so außergewönlich ist.

01:07:08: Ich saube, was man von der Regierung erwartet.

01:07:10: Dass die Regierung einen klaren Plan für Deutschland umfassbar ist.

01:07:15: und Frau Hermann ist tut mir leid, aber diesen Plan sehe ich persönlich nicht.

01:07:20: Aber ja, würde ich immer sagen wenn man sich das ganz ernst nimmt mit Deutschland, dann ist völlig klar, was ganz oben sein muss?

01:07:27: Und das ist Klimaschutz, Klimaschutz, Klima-Schutz, und was da gar nicht geht ist überhaupt eine Wärmepumpe sei ein... Teufelszeug, denn die Wärmepumpe ist eine sehr effiziente Technologie.

01:07:39: Sie ist auch effizienter als Gas und Öl.

01:07:42: Und dann eine Ökotechnik zu verteufeln, obwohl man die Klimakrise direkt voraus hat.

01:07:48: Ja das ist schon der totale Wahnsinn!

01:07:53: Wirklich.

01:07:54: Aber ich kenne nur wenige Leute, die wenn sie sagen Deutschland zwei tausendfünfunddreißig dann als erstes an den Klimaschutz denken obwohl das eigentlich unsere Priorität sein müsste.

01:08:05: Ich weiß nicht was man unter Klimaschutz versteht.

01:08:09: Das

01:08:09: ist interessant dass Sie das nicht wissen denn Sie machen doch Unternehmensberatung?

01:08:13: Ja genau.

01:08:13: aber jetzt habe ich gesagt was man darunter versteht weil jeder da drunter etwas anderes versteht.

01:08:19: ich würde zum Beispiel jetzt Mit Wärmepumpen und auch mit der Klimatisierung der Krankenhäuser, Pflegeheime usw.

01:08:29: starten.

01:08:30: Und ich meine bei solchen Sommertagen wie wir jetzt aktuelle leben, wie werden jetzt höchstwahrscheinlich sehr wenig Einfluss mit unseren zwei Prozent CO-Zwei aus Stoss?

01:08:41: auf die Welt nehmen, solange China und Indien oder USA – weiss nicht, siebzig Prozent des CO²-Ausstoßes der Welt beherrschen.

01:08:50: Aber was wir tun sollten den Bürgern diese Bedingungen zu schaffen um Klimaschutzmaßnahmen auf dem, weiß ich nicht, Mikroebene und nicht Weltebene dazu stellen.

01:09:02: weil Klimaschutz auf dem Niveau wie man das sich vorstellt ist eine globale Aufgabe nicht lokaler.

01:09:10: Ja, das ist eine globale Aufgabe.

01:09:11: Aber man muss natürlich sagen die Deutschen tun so.

01:09:14: also wir sind nur Achtzig Millionen.

01:09:16: ja die Chinesen sind eins Komma vier Milliarden.

01:09:18: dann ist natürlich China dramatischer als

01:09:20: Wir sind auch effizient als hin an das darf man

01:09:23: natürlich daran dass wir die schmutzige Industrie direkt nach China exportiert haben.

01:09:30: Leider jetzt haben wir mit Batterien ein Problem.

01:09:34: genau aber das wenn man aber alles einrechnet was wir hier auch importieren da sind die Deutschen bei dreizehn Tonnen CO-Zwei pro Kopf, pro Jahr.

01:09:43: Und das erlaubt sind aber maximal zwei Tonnen.

01:09:46: so da sieht man schon.

01:09:47: wenn wir hier klimaneutral leben wollen dann sieht man schön dass die deutschen jenseits von gut und böse sind.

01:09:52: oder anders gesagt anteiligt tun die Deutschen so als könnten sie drei Planeten verbrauchen.

01:09:57: es gibt nur einen und ich meine die in der.

01:10:07: Das ist halt das größte Land der Welt.

01:10:09: Ja,

01:10:09: das ist ja Quatsch zu sagen wir sind so wenige.

01:10:12: deswegen dürfen wir dreizehn Tonnen CO zwei pro Kopf imitieren.

01:10:17: Aber wenn wir jetzt sogar zwei Ton emizieren würden, sind die Inderjahren nicht dabei das so zu belassen.

01:10:24: Das heißt sie wollen auch den Wohlstand und Wohlstand sind in Emissionen glaube ich.

01:10:30: Ich wollte jetzt nur eigentlich für die Krankenhäuser werben dass dort die Klimaanlagen kommen.

01:10:34: Ja

01:10:35: da sind wir uns einig!

01:10:36: Das war es ja weil...

01:10:37: aber ich meine trotzdem Deutschland-二tausendfünfunddreißig wird ein Land sein in dem das Thema Klima absolut dominant ist.

01:10:46: Das heißt, wenn man da für ein Plan... Wenn man über Deutschland im Jahr zwei tausendfünfunddreißig nachdenkt, dann muss das das oberste Thema sein?

01:10:53: Genau!

01:10:53: Ich würde... Und das hat... Das ist aber bei den meisten Menschen noch nicht so richtig angekommen.

01:10:58: Habe ich den Eindruck wie gefährlich der Klima ist.

01:11:00: Genau und das ist ja genau der Punkt Frau Hermann.

01:11:03: Ich würde jetzt als deutsche Regierung mich vor allem dafür einsetzen global Allianzen zu schmieden, um Effekte auf der globalen Ebene zu erzeugen.

01:11:16: Auf der anderen Seite will ich mich um meine Bevölkerung kümmern damit wir mit den Folgen des Klimakrisen und des Klimawandels zurechtkommen weil das ist nicht minder wichtig.

01:11:28: und um die Welle zu mobilisieren muss sich auch zeigen dass ich mich darum kümmere.

01:11:34: Na ja sicher!

01:11:34: Die Anpassungen muss man auch gestalten haben Sie recht?

01:11:38: Das wird aber wirklich, wirklich...

01:11:41: Und Kommunikativ?

01:11:42: Ich meine Sie haben ja darauf angesprochen.

01:11:44: Unternehmensberatung und wir sind ja in Krisenmanagement unter anderem im Einsatz und dort spielt die Kommunikation mit Abstand extrem wichtige Rolle.

01:11:56: und so wie die letzten zehn Jahre in Deutschland kommuniziert wurde sowohl in Pandemie als auch jetzt in der Klimakrise das ist alles Andere als Hochprofessionellfrau.

01:12:10: Und zum Beispiel diese Lockdowns, ich kann mich noch sehr gut erinnern wo gesagt wurde ich habe festgestellt lockdown sind ineffektiv die werden nicht mehr kommen um vier Monate später wieder lock downs einzuberufen.

01:12:24: unter Unsicherheit darf man nicht mit absoluten Wissensständen kommunizieren, dafür ist die Unsicherheit zu hoch.

01:12:31: Dann muss man sagen zu heute im Zusammenhang wissen wir das nicht und dann ist es einfache Aussage, die wird jeder verstehen.

01:12:37: aber das ist das was mich bewegt Frau Hermann.

01:12:41: Ja, da haben Sie sich ja recht.

01:12:43: Ich weiß nur nicht ob Wähler das gotiert hätten wenn man Ihnen keine Sicherheit wurscht... Wenn

01:12:47: wir jetzt anschauen welche Partei aktuell die Zuwächse lebt glaube ich, dass liegt daran, dass die Kommunikation und Handlungen der letzten Jahre nicht quotiert wurden.

01:12:58: Da wäre ich lieber für mehr Wahrheit.

01:13:01: so wie bei März haben wir darüber gesprochen und die Klarheit das würde dann einfach besser, glaube ich besser ankommen.

01:13:09: Manchmal ist es besser.

01:13:10: Naja, also ich bin immer für Klarheit.

01:13:12: Ich weiß nur nicht ob das dann tatsächlich anders gekommen ist.

01:13:17: Ich weiss auch nicht Frau Hermann!

01:13:18: Das ist ja... wir haben kein A-B-Testing im Leben.

01:13:21: Das weiß man ja nicht wie das auskommt.

01:13:24: Frau Hermmann hier mal eine andere Frage.

01:13:25: die ist spannend vielleicht weil sie ein super interessantes Leben hat.

01:13:31: Wie würden Sie... Ach

01:13:31: wirklich?

01:13:32: Ja, ich finde es einfach alleine ihre Bücher wenn man anschaut dass so ein breites Spektrum an Themen die sie ja, bearbeitet hatten.

01:13:40: Das deutet einfach auf ein enormes Interesse.

01:13:43: und wenn Sie sich vorstellen das sie ein Buch des Lebens schreiben ihres Liebens wie würde der Titel des Buches lauten Frau Herrmann?

01:13:55: Ich würde sagen keine Ahnung aber es müsste irgendwas mit Wirtschaft zu tun haben.

01:14:02: also dann also das stimmt zwar ich interessiere mich breit aber letztlich habe ich ja immer unser Wirtschaftssystem aus unterschiedlichen Perspektiven angeguckt.

01:14:15: Also ob das jetzt Ungleichheit ist oder Krieg ist, oder Klimaschutz ist.

01:14:20: Oder die Theorie der Ökonomie also es waren immer ökonomische Themen die ich gemacht habe.

01:14:28: Und Frau Hermann gibt's ein Buch dass sie sehr gepackt hat in ihrem Leben?

01:14:36: Ja einige!

01:14:40: Ich schreibe auch deswegen Bücher Weil es aus meiner Sicht nicht viele gute Bücher gibt.

01:14:48: Also ich bin immer unzufrieden damit, was in den anderen Büchern steht und muss ich selber schreiben.

01:14:52: Aber es gibt natürlich ein paar Bücher die ich wirklich interessant fand also über die habe ich dann zum Teil auch selber geschrieben.

01:15:00: aber z.B.

01:15:01: sehr gut fand ich Adam Smith World of Nations.

01:15:05: aber ich fand auch sehr gut.

01:15:06: das heißt aber nicht dass sich alles teile was da drinsteht aber ich finde ist einfach ein sehr gutes Buch.

01:15:12: Karl Marx, Kapital Band eins.

01:15:14: Sehr gut ist auch nicht alles richtig mehr wie Theories falsch und so.

01:15:17: aber es ist trotzdem interessant.

01:15:20: natürlich John Maynard Keynes ich glaube das ist der Ökonom den ich für den begabtesten Ökonom aller Zeiten halte.

01:15:28: Aber es stimmt auch nicht Alles bei dem.

01:15:30: aber Es gibt auch zum Beispiel Historiker die Ich Gut fand.

01:15:32: also sich ja sehr Begepricht hat mich Moses Finlay Der Amerikaner.

01:15:39: Der hat ein Buch geschrieben, das heißt The Asian Economy.

01:15:42: Das ist einfach genial!

01:15:44: Weil er da hatte die Quellen so genutzt, dass er sich überlegt hat, worüber schweigen die Quelle?

01:15:49: Was kommt da nicht vor in diesen alten römischen und griechischen

01:15:53: Quellen?

01:15:54: Interessante Perspektive.

01:15:55: Ja, die ist super.

01:15:56: Und da ist ihm dann eben aufgefallen als Ersten – und das ist natürlich sehr richtig -, dass die Römer keinen Investitionskredit hatten.

01:16:04: Die haben die ganze Zeit Kredite aufgenommen für die Hochzeit um irgendwelche Willen zu kaufen, aber die Willen hatten keinen kondomischen Zweck sondern eher ein estetischem.

01:16:15: Aber zu investieren das wäre ihnen nie eingefahren.

01:16:17: Das ist natürlich eine wirklich sehr gute Idee oder auch ein sehr gutes Buch ist.

01:16:23: der lebt auch noch von Robert C. Allen amerikaner der lange in Oxford war über die Geschichte des Kapitalismus.

01:16:31: ich glaube dieses buch ist absolut zutreffend und er hat auch einen book geschrieben über sowjetische Wirtschaft unter Stalin.

01:16:41: Das ist auch ein sehr gutes Buch.

01:16:44: oder es gibt auch einen Amerikaner, aber mit russischen Vorfahren der Steve Kotkin und er hat ein Buch geschrieben über diese ökonomische Transformation von neunzehntsiebzig bis zweitausend das ist in Russland oder in der Sowjetunion und dann in Russlands.

01:17:04: Das Also gut, es gibt viele ... Schön!

01:17:10: Ja ja.

01:17:10: Es gibt schon einige sehr gute Bücher.

01:17:12: Frau Hermann, gibt es einen Ratschlag den Sie als besten Ratschläge des Ihres Lebens bezeichnen würden?

01:17:19: Also ich würde sagen wenn man glücklich sein will muss man neugierig sein.

01:17:28: Schön.

01:17:30: und dann die abschließende Frage was ist für sie das sind des Lebens?

01:17:39: Also ich würde sagen, dass das Leben hat ja objektiv keinen Sinn und also man muss diesen Sinn immer produzieren.

01:17:49: Schön!

01:17:51: Und

01:17:52: sehr philosophisch.

01:17:55: Viktor Frankl würde Ihnen zustimmen?

01:17:57: Ja und ich glaube, dass der Sinn des Lebens liegt eigentlich in der Kommunikation.

01:18:03: Wir sind soziale Wesen Und können gar nicht allein sein, auf Dauer.

01:18:10: Also das Leben und auch der Sinn des Lebens entsteht eigentlich in diesem Austausch.

01:18:16: Die

01:18:17: Verbindungen?

01:18:18: Ja also im Sprechen oder im Zusammensein entsteht der Mensch überhaupt und auch das eigene Leben und damit auch der eigene Sinn.

01:18:28: Dann freue ich mich sehr, dass wir heute ein wenig entstanden sind.

01:18:33: Frau Hermann durch diesen Austausch hat mir Settelfreude gemacht.

01:18:36: Ich bedanke mich herzlich für die Offenheit und auch dafür.

01:18:40: Ihr tolles Buch!

01:18:40: Sehr empfehlenswert, herzlichen Dank.

01:18:43: Ja danke für die Einladung, war ein interessantes Experiment so einfach miteinander zu reden.

01:18:48: Ich danke Ihnen herzlichst.